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Hände sind an den meisten Arbeitsunfällen beteiligt, und die Verletzungen, die dabei entstehen, sind selten spektakulär und fast immer teuer: eine Schnittwunde am Handballen, ein eingeklemmter Finger, ein Splitter, der sich entzündet. Arbeitshandschuhe sind deshalb die Schutzausrüstung mit dem besten Verhältnis von Preis zu verhindertem Schaden, und gleichzeitig die, die am häufigsten in der Werkzeugkiste liegen bleibt, weil sie beim Arbeiten stört. Genau daran entscheidet sich die Auswahl: Der richtige Handschuh ist nicht der mit der höchsten Schutzstufe, sondern der, den Sie auch tatsächlich anziehen, weil Sie damit noch greifen können.
In dieser Kategorie finden Sie Montagehandschuhe aus Kunstleder für den allgemeinen Werkstatt- und Montageeinsatz sowie Isolierhandschuhe für Arbeiten an elektrischen Anlagen. Auf dieser Seite erklären wir, wie Sie den passenden Handschuh nach Gefährdung, Schutzstufe und Passform auswählen.
EN 388: was die vier Ziffern bedeuten
Jeder Arbeitshandschuh gegen mechanische Risiken trägt eine Kennzeichnung nach EN 388, und sie besteht aus vier Ziffern in fester Reihenfolge. Die erste steht für die Abriebfestigkeit auf einer Skala von 1 bis 4, die zweite für die Schnittfestigkeit von 1 bis 5, die dritte für die Weiterreißfestigkeit von 1 bis 4 und die vierte für die Durchstichfestigkeit von 1 bis 4. Ein Handschuh mit der Kennzeichnung 4131 ist also sehr abriebfest, aber nur gering schnittfest, und das ist für Montagearbeit genau richtig, für Blecharbeit dagegen nicht.
Seit der Fassung von 2016 kommt bei schnittfesten Handschuhen ein Buchstabe von A bis F dazu, der die Schnittfestigkeit nach einem genaueren Prüfverfahren angibt, wobei F die höchste Stufe ist. Wenn Sie mit Blech, Glas, Kanten oder scharfen Werkstoffen arbeiten, ist dieser Buchstabe die einzige Angabe, auf die es ankommt, und alles andere ist zweitrangig. Fehlt die Angabe ganz, handelt es sich um einen Handschuh ohne geprüften Schnittschutz, unabhängig davon, wie stabil er sich anfühlt.
Welcher Handschuh zu welcher Arbeit passt
Bei Montage- und Werkstattarbeit geht es um Abrieb, Grip und Fingerfertigkeit. Sie brauchen einen Handschuh, der eng anliegt, in dem Sie eine Schraube noch aufnehmen können und dessen Handinnenfläche verstärkt ist. Kunstlederhandschuhe wie die Modelle in dieser Kategorie sind dafür gemacht: Sie geben Halt an öligen Teilen, bauen kaum auf und halten dem ständigen Kontakt mit Werkzeugkanten stand.
Bei Blech, Glas und scharfen Kanten führt kein Weg an geprüftem Schnittschutz vorbei, und zwar an der Stufe, die zur Gefährdung passt. Bei groben Bauarbeiten, beim Umgang mit Holz, Steinen und rauen Materialien ist der klassische Lederhandschuh nach wie vor die robusteste Lösung, weil Leder Abrieb und Hitze besser verträgt als jede Kunstfaser. Und bei Arbeiten an elektrischen Anlagen gelten eigene Regeln: Dort sind ausschließlich geprüfte Isolierhandschuhe zulässig, die für die jeweilige Spannungsebene zugelassen sind, und sie werden vor jedem Einsatz auf Beschädigungen geprüft. Ein normaler Arbeitshandschuh bietet gegen Strom keinerlei Schutz, egal wie dick er ist.
Die richtige Größe finden
Handschuhgrößen werden nach dem Handumfang bestimmt, gemessen über den Fingergrundgelenken ohne den Daumen, in Zentimetern. Der gemessene Wert entspricht ungefähr der Größenzahl: 22 Zentimeter Umfang bedeuten Größe 9, 24 Zentimeter Größe 10 und so weiter. In der Buchstabengröße entspricht das etwa M, L und XL. Prüfen Sie beim Anprobieren zwei Dinge: Ob Sie die Faust vollständig schließen können, ohne dass der Handschuh am Handrücken spannt, und ob an den Fingerkuppen Material übersteht. Übersteht Material, ist der Handschuh zu groß, und ein zu großer Handschuh ist gefährlicher als gar keiner, weil er sich in drehenden Teilen verfangen kann.
Aus demselben Grund gilt eine Regel, die in jeder Betriebsanweisung steht und trotzdem regelmäßig missachtet wird: An Bohrmaschinen, Drehbänken, Ständerbohrmaschinen und allen Maschinen mit rotierenden Werkzeugen werden keine Handschuhe getragen. Wird der Handschuh erfasst, zieht er die Hand mit hinein, und das Ergebnis ist ungleich schwerer als der Schnitt, den der Handschuh verhindert hätte.
Pflege und Austausch
Arbeitshandschuhe sind Verbrauchsmaterial, und der häufigste Fehler ist, sie zu lange zu tragen. Ein Handschuh, dessen Beschichtung an der Handinnenfläche durchgescheuert ist, schützt an genau der Stelle nicht mehr, an der er am meisten gebraucht wird, und ein Handschuh mit Loch im Fingerbereich verliert seine Schutzwirkung vollständig. Prüfen Sie Handschuhe vor jedem Einsatz kurz auf Risse, durchgescheuerte Stellen und harte, verklebte Bereiche. Bei Isolierhandschuhen ist diese Sichtprüfung nicht optional, sondern vorgeschrieben, und beschädigte Exemplare werden ausgesondert und nicht repariert.
Was dazugehört
Zum Handschutz gehört, was Sie sonst noch am Körper tragen. Arbeitsjacken und Arbeitshosen mit passendem Ärmel- und Beinabschluss verhindern, dass Späne und Staub zwischen Kleidung und Handschuh gelangen, Schutzbrillen aus dem Bereich Sonstige Arbeitskleidung schützen die Augen bei denselben Arbeiten, bei denen Sie Handschuhe tragen, und Knieschützer ergänzen den Schutz bei kniender Tätigkeit. Das komplette Programm finden Sie im Bereich Arbeitskleidung.
Häufig gestellte Fragen zu Arbeitshandschuhen
Was bedeuten die vier Ziffern nach EN 388?
Sie stehen in fester Reihenfolge für Abriebfestigkeit (1 bis 4), Schnittfestigkeit (1 bis 5), Weiterreißfestigkeit (1 bis 4) und Durchstichfestigkeit (1 bis 4). Ein Handschuh mit 4131 ist also sehr abriebfest, aber nur gering schnittfest, was für Montagearbeit passt und für Blecharbeit nicht.
Was bedeutet der Buchstabe A bis F auf dem Handschuh?
Er gibt die Schnittfestigkeit nach dem genaueren Prüfverfahren der Fassung von 2016 an, wobei F die höchste Stufe ist. Wer mit Blech, Glas oder scharfen Kanten arbeitet, richtet sich nach diesem Buchstaben. Fehlt er, hat der Handschuh keinen geprüften Schnittschutz, unabhängig davon, wie stabil er wirkt.
Welche Handschuhe brauche ich für Montagearbeit?
Solche, die eng anliegen, kaum auftragen und eine verstärkte Handinnenfläche haben, damit Sie eine Schraube noch aufnehmen können. Kunstlederhandschuhe sind dafür gemacht: Sie geben Halt an öligen Teilen und halten dem ständigen Kontakt mit Werkzeugkanten stand.
Wie finde ich die richtige Handschuhgröße?
Messen Sie den Handumfang über den Fingergrundgelenken ohne Daumen in Zentimetern. Der Wert entspricht ungefähr der Größenzahl: 22 Zentimeter sind Größe 9, 24 Zentimeter Größe 10. Beim Anprobieren muss sich die Faust vollständig schließen lassen, und an den Fingerkuppen darf kein Material überstehen.
Warum ist ein zu großer Handschuh gefährlich?
Weil überstehendes Material sich in drehenden Teilen verfangen kann und dann die Hand mitzieht. Aus demselben Grund werden an Bohrmaschinen, Drehbänken und allen Maschinen mit rotierenden Werkzeugen grundsätzlich keine Handschuhe getragen.
Schützen normale Arbeitshandschuhe vor Strom?
Nein, unabhängig von ihrer Dicke. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen sind ausschließlich geprüfte Isolierhandschuhe zulässig, die für die jeweilige Spannungsebene zugelassen sind und vor jedem Einsatz auf Beschädigungen geprüft werden.
Wann muss ich Arbeitshandschuhe austauschen?
Sobald die Beschichtung an der Handinnenfläche durchgescheuert ist oder der Handschuh Risse und Löcher hat. Genau dort, wo er verschlissen ist, schützt er nicht mehr, und genau dort wird er am meisten gebraucht. Arbeitshandschuhe sind Verbrauchsmaterial, keine Ausrüstung für Jahre.
Leder oder Kunstleder: was ist besser?
Leder verträgt Abrieb und Hitze besser und ist bei groben Bau- und Holzarbeiten im Vorteil. Kunstleder trägt weniger auf, lässt mehr Fingerfertigkeit zu und gibt an öligen Teilen besseren Halt, weshalb es in Montage und Werkstatt meist die praktischere Wahl ist.
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