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Eine Schraube hält nicht, weil sie fest ist, sondern weil sie mit der richtigen Kraft angezogen ist. Zu wenig, und die Verbindung löst sich unter Vibration. Zu viel, und das Gewinde gibt nach oder die Schraube reißt, oft erst Tage später und meist an der Stelle, an der es am teuersten wird. Zwischen diesen beiden Fehlern liegt ein Bereich von wenigen Prozent, und mit dem Gefühl im Handgelenk trifft ihn niemand zuverlässig. Genau dafür gibt es Drehmomentwerkzeuge. In diesem Bereich finden Sie Drehmomentschlüssel, digitale Modelle, Drehmomentschraubendreher, Einsteckwerkzeuge, Messgeräte und Drehmomentvervielfältiger von BETA.
Was ein Drehmomentschlüssel macht
Ein Drehmomentschlüssel misst nicht die Kraft, mit der Sie ziehen, sondern das Produkt aus Kraft und Hebelarm, und das ist der Wert, der auf die Schraube wirkt. Angegeben wird er in Newtonmetern: 100 Nm bedeutet, dass an einem Hebel von einem Meter Länge eine Kraft von 100 Newton wirkt, also grob das Gewicht von zehn Kilogramm. Am kurzen Hebel braucht man für denselben Wert mehr Kraft, am langen weniger, und genau deshalb ist die Länge des Schlüssels Teil der Rechnung und nicht Zubehör.
Der mechanische Schlüssel arbeitet mit einer Feder, die auf den eingestellten Wert vorgespannt wird. Ist der Wert erreicht, löst ein Mechanismus aus, und das merken Sie als deutliches Knacken und einen kurzen Weg im Griff. Das ist das Signal, dass Sie aufhören sollen: Wer weiterzieht, überschreitet den Wert, und der Schlüssel warnt nicht zweimal. Digitale Modelle zeigen den Wert stattdessen laufend an und melden ihn mit Ton und Licht, was bei Werten unterhalb von etwa 20 Nm ein echter Vorteil ist, weil das mechanische Knacken dort schwach ausfällt.
Wie Sie den richtigen Messbereich wählen
Das ist die einzige Entscheidung, bei der man wirklich etwas falsch machen kann, und sie folgt einer Regel: Ein Drehmomentschlüssel arbeitet genau im mittleren Teil seines Bereichs, nicht an den Enden. Praktisch heißt das, dass Sie den Zielwert zwischen etwa 20 und 80 Prozent des Messbereichs treffen sollten. Ein Schlüssel für 40 bis 200 Nm ist für Radmuttern mit 120 Nm richtig gewählt, für eine Schraube mit 45 Nm arbeitet er am unteren Rand, und für 15 Nm ist er unbrauchbar, auch wenn sich der Wert vielleicht einstellen lässt.
Daraus folgt, dass ein einziger Schlüssel selten reicht. Die übliche Aufteilung im Betrieb sind zwei bis drei Geräte: ein kleiner für Werte bis etwa 25 Nm an Elektrik, Verkleidungen und Sensoren, ein mittlerer für 40 bis 200 Nm an Motor, Fahrwerk und Rädern, und bei Bedarf ein großer für alles darüber. Wer nur einen kauft, kauft den mittleren, weil dort die meisten Verbindungen liegen. Die Modelle nach Bereich sortiert finden Sie unter Drehmomentschlüssel, digitale Ausführungen unter Digitale Drehmomentschlüssel.
Schlüssel, Schraubendreher oder Vervielfältiger
Die drei Werkzeuggruppen in diesem Bereich decken drei Größenordnungen ab, und sie sind nicht gegeneinander austauschbar. Der Drehmomentschraubendreher arbeitet im Bereich weniger Newtonmeter und wird dort eingesetzt, wo mit einem Schlüssel nichts anzufangen wäre: an Klemmen, Steckverbindern, Kunststoffgehäusen, Optik und Elektronik. Dort entscheiden zwei oder drei Newtonmeter darüber, ob eine Klemme hält oder ein Gewinde in Kunststoff ausreißt. Sie finden diese Geräte unter Drehmomentschraubendreher.
Der Drehmomentschlüssel deckt den Bereich ab, in dem die meiste Arbeit stattfindet, von etwa 5 bis über 1 000 Nm. Darüber beginnt der Bereich der Drehmomentvervielfältiger: Getriebe, die ein Eingangsmoment mit einem festen Verhältnis von 3,8:1 bis 12:1 übersetzen, sodass sich Werte erreichen lassen, für die ein Mensch am Schlüssel nicht genug Kraft aufbringen könnte. Sie werden an Baumaschinen, Nutzfahrzeugen, Windkraftanlagen und im Stahlbau eingesetzt und stehen unter Drehmomentvervielfältiger und Zubehör.
Einsteckwerkzeuge: ein Schlüssel für viele Verbindungen
Viele Drehmomentschlüssel haben keinen festen Kopf, sondern eine rechteckige Aufnahme, in die sich Werkzeuge einstecken lassen: Ratschenköpfe, Ring- und Maulschlüsseleinsätze, Vierkantantriebe und Einsatzhalter. Das ist mehr als Bequemlichkeit. An vielen Verbindungen kommt man mit einer Nuss überhaupt nicht heran, etwa an Leitungsverschraubungen und Anschlüssen, die von einem Rohr belegt sind, und dort ist ein Maulschlüsseleinsatz die einzige Möglichkeit, überhaupt kontrolliert anzuziehen.
Wichtig ist dabei eine Größe, die man leicht übersieht: Ein Einsteckwerkzeug verändert den wirksamen Hebelarm, und deshalb muss der eingestellte Wert bei abweichender Kopflänge korrigiert werden. Die dafür nötige Formel und die Aufnahmegrößen 9x12 und 14x18 finden Sie unter Einsteckwerkzeuge für Drehmomentschlüssel. Passende Steckschlüssel für Modelle mit Vierkantantrieb führt der Bereich Stecknüsse.
Warum Drehmomentschlüssel kalibriert werden müssen
Ein Drehmomentschlüssel ist ein Messgerät, und Messgeräte driften. Die Feder ermüdet, der Auslösemechanismus verschleißt, und nach einigen Tausend Auslösungen weicht der ausgegebene Wert vom eingestellten ab, ohne dass man es merkt. Genau das ist die Gefahr: Ein defekter Schlüssel knackt weiter und fühlt sich richtig an. Üblich ist eine Prüfung einmal jährlich oder nach etwa 5 000 Auslösungen, in dokumentationspflichtigen Bereichen entsprechend der internen Vorgabe.
Zwei Regeln verlängern die Zeit zwischen den Prüfungen erheblich. Erstens: Nach der Arbeit den mechanischen Schlüssel auf den kleinsten Wert zurückstellen, aber nicht auf Null, denn eine dauerhaft gespannte Feder verliert Vorspannung. Zweitens: Den Schlüssel nicht zum Lösen benutzen und nicht als Verlängerung oder Hebel missbrauchen, weil beides den Mechanismus überlastet. Ein Schlüssel, der einmal zum Losbrechen einer festgerosteten Radmutter benutzt wurde, ist als Messgerät nicht mehr vertrauenswürdig. Prüf- und Kalibriergeräte finden Sie im Zubehörbereich, weitere Messtechnik unter Messwerkzeuge.
Wofür welche Werte gelten
Der einzustellende Wert kommt nie aus dem Gefühl, sondern aus einer Vorgabe: aus dem Reparaturhandbuch des Fahrzeugs, aus der Montageanleitung der Maschine oder, wenn beides fehlt, aus einer Drehmomenttabelle nach Gewindegröße und Festigkeitsklasse der Schraube. Für eine Verbindung M10 in Klasse 8.8 stehen dort andere Werte als für dieselbe Größe in 10.9, und der Unterschied ist groß genug, um eine Schraube zu verlieren oder abzureißen.
Bei Rädern kommt eine Besonderheit hinzu: Der Wert ist herstellerabhängig und liegt bei Personenwagen meist zwischen 100 und 140 Nm, unabhängig davon, ob die Felge aus Stahl oder Aluminium ist. Entscheidend ist die Schraube und die Nabe, nicht das Material der Felge. Und Radschrauben werden über Kreuz und in zwei Durchgängen angezogen, weil die Felge sonst nicht plan aufliegt. Werkzeug für den Radwechsel finden Sie zusätzlich unter KFZ-Werkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Drehmomentwerkzeugen
Was ist ein Drehmomentschlüssel?
Ein Werkzeug, das misst, mit welcher Kraft eine Schraube angezogen wird, angegeben in Newtonmetern. Der mechanische Schlüssel wird auf einen Wert eingestellt und löst mit einem deutlichen Knacken aus, sobald dieser erreicht ist. Das Knacken ist das Signal aufzuhören, denn der Schlüssel warnt nicht zweimal.
Welchen Messbereich brauche ich?
Ihr Zielwert sollte zwischen etwa 20 und 80 Prozent des Messbereichs liegen, weil ein Drehmomentschlüssel im mittleren Teil seines Bereichs genau arbeitet und an den Enden nicht. Wer nur ein Gerät kauft, nimmt den mittleren Bereich von etwa 40 bis 200 Nm, weil dort die meisten Verbindungen liegen.
Wie stelle ich einen Drehmomentschlüssel ein?
Verriegelung am Griff lösen, den Griff drehen, bis die Hauptskala den gewünschten Wert erreicht, dann mit der Feinskala am Griff die Zwischenwerte einstellen und die Verriegelung wieder schließen. Danach gleichmäßig ziehen, ohne Ruck, und beim Knacken sofort aufhören. Der genaue Ablauf steht in der Anleitung des Modells.
Wie oft muss ein Drehmomentschlüssel kalibriert werden?
Üblich ist eine Prüfung einmal jährlich oder nach etwa 5 000 Auslösungen, in dokumentationspflichtigen Bereichen nach interner Vorgabe. Die Prüfung ist wichtig, weil die Feder ermüdet und der Mechanismus verschleißt: Ein abgedrifteter Schlüssel knackt weiter und fühlt sich völlig richtig an.
Darf man mit einem Drehmomentschlüssel Schrauben lösen?
Nein. Der Mechanismus ist auf kontrolliertes Anziehen ausgelegt, nicht auf das Losbrechen festsitzender Verbindungen, und beides überlastet ihn. Ein Schlüssel, der einmal zum Lösen einer festgerosteten Radmutter benutzt wurde, ist als Messgerät nicht mehr vertrauenswürdig.
Wie lagere ich einen Drehmomentschlüssel richtig?
Nach der Arbeit auf den kleinsten Skalenwert zurückstellen, aber nicht auf Null, weil eine dauerhaft gespannte Feder Vorspannung verliert. Aufbewahrung im Koffer schützt zusätzlich vor Stößen, und ein Sturz auf den Hallenboden ist einer der häufigsten Gründe, warum ein Schlüssel falsch anzeigt.
Mechanisch oder digital?
Mechanisch genügt für den größten Teil der Werkstattarbeit und ist unempfindlich gegen Kälte, Öl und leere Batterien. Digital lohnt sich unterhalb von etwa 20 Nm, weil das mechanische Knacken dort schwach ausfällt, sowie dann, wenn Werte dokumentiert oder Drehwinkel mitgemessen werden müssen.
Wozu dient ein Drehmomentvervielfältiger?
Er übersetzt ein Eingangsmoment mit einem festen Verhältnis von 3,8:1 bis 12:1 und erreicht damit Werte, für die am Schlüssel niemand genug Kraft aufbringen könnte. Eingesetzt wird er an Nutzfahrzeugen, Baumaschinen, Windkraftanlagen und im Stahlbau.
Woher weiß ich, welcher Wert für eine Schraube gilt?
Aus dem Reparaturhandbuch des Fahrzeugs oder der Montageanleitung der Maschine, und wenn beides fehlt, aus einer Drehmomenttabelle nach Gewindegröße und Festigkeitsklasse. Für M10 in Klasse 8.8 gelten andere Werte als für dieselbe Größe in 10.9, und der Unterschied reicht aus, um eine Schraube abzureißen.