Körner

Körner

Wer schon einmal einen Bohrer auf blankem Blech angesetzt hat, kennt das Problem: Die Spitze wandert, hinterlässt einen Kratzer und das Loch sitzt am Ende zwei Millimeter daneben. Genau dafür gibt es den Körner. Er schlägt eine kleine kegelförmige Vertiefung in die Oberfläche, in der sich die Bohrerspitze zentriert und nicht mehr verläuft. Das ist kein optionaler Arbeitsschritt für Perfektionisten, sondern die Voraussetzung für jede maßhaltige Bohrung in Metall. In dieser Kategorie finden Sie Körner von BETA in klassischer und in automatischer Ausführung sowie Prägestempel mit Zahlen und Buchstaben für die dauerhafte Kennzeichnung von Bauteilen.

Körner und automatischer Körner

Der klassische Körner ist ein gehärteter Stahlstift mit kegelförmiger Spitze, der mit dem Hammer geschlagen wird. Er ist unverwüstlich, kostet wenig und arbeitet zuverlässig, verlangt aber zwei Hände: eine für den Körner, eine für den Hammer. Der automatische Körner löst genau dieses Problem. In seinem Gehäuse sitzt eine Federmechanik, die sich beim Aufdrücken spannt und bei einem definierten Druck auslöst, wodurch der Schlag ohne Hammer erfolgt. Sie arbeiten also einhändig, mit der zweiten Hand können Sie das Werkstück halten. Auf der Leiter, in beengten Einbausituationen und überall dort, wo für einen Hammerschlag schlicht kein Platz ist, macht das den Unterschied zwischen möglich und unmöglich.

Bei automatischen Körnern lohnt der Blick auf zwei Punkte. Erstens die Einstellbarkeit der Schlagkraft, denn dünnes Blech braucht einen leichteren Schlag als massiver Stahl, und ein zu kräftiger Schlag beult das Material aus. Zweitens die Verfügbarkeit einer Ersatzspitze, weil die Spitze das einzige Verschleißteil ist und ihr Austausch den Kauf eines neuen Werkzeugs erspart. Für das BETA-Modell führen wir die passende Ersatzspitze in der Kategorie Ersatzteile für Schlagwerkzeuge. Für explosionsgefährdete Bereiche gibt es den Körner zusätzlich in funkenfreier Ausführung nach ATEX.

Prägestempel, Schlagzahlen und Schlagbuchstaben

Prägestempel gehören formal in dieselbe Werkzeuggruppe, lösen aber eine ganz andere Aufgabe: Sie kennzeichnen Bauteile dauerhaft. Anders als Aufkleber, Gravuren mit Farbe oder Beschriftungen mit Marker überstehen eingeschlagene Zeichen Öl, Lösemittel, Hitze, Strahlmittel und Jahre im Freien. Deshalb arbeiten Betriebe mit Prägestempeln überall dort, wo Rückverfolgbarkeit vorgeschrieben ist: bei Seriennummern, Chargen- und Prüfnummern, bei der Kennzeichnung von Werkzeugen und Vorrichtungen sowie bei Eigentumsmarkierungen. Sätze mit Zahlen und Sätze mit Buchstaben werden dabei meist gemeinsam eingesetzt.

Die entscheidende Kenngröße ist die Zeichenhöhe, angegeben in Millimetern. Sie richtet sich nach der Größe des Bauteils und nach der Frage, aus welcher Entfernung die Markierung lesbar sein muss. Kleine Zeichen um 2 bis 4 Millimeter eignen sich für Kleinteile und für Stellen mit wenig Platz, mittlere um 6 bis 8 Millimeter sind der übliche Kompromiss für Werkzeuge und Baugruppen, größere Zeichen kommen bei Konstruktionsteilen zum Einsatz. Beim Arbeiten gilt: Das Werkstück muss fest aufliegen, am besten auf einer massiven Unterlage, und der Stempel wird senkrecht angesetzt und mit einem einzigen sauberen Schlag eingeschlagen. Mehrere zaghafte Schläge erzeugen doppelte Konturen und ein unleserliches Zeichen.

Richtig ankörnen

Ankörnen ist in drei Sätzen erklärt und wird trotzdem oft übergangen. Setzen Sie den Körner senkrecht auf den markierten Punkt, kontrollieren Sie die Position, weil sich der Körner beim Ansetzen leicht verschiebt, und schlagen Sie einmal kräftig zu. Die entstehende Vertiefung sollte deutlich sichtbar, aber nicht übertrieben tief sein: Sie muss nur die Bohrerspitze führen, nicht das Material verformen. Bei sehr dünnem Blech arbeiten Sie mit reduzierter Schlagkraft und mit einer festen Unterlage, sonst beult die Stelle aus. Wenn die Bohrung besonders genau sitzen muss, körnen Sie zunächst leicht, prüfen Sie die Position mit dem Messschieber und vertiefen Sie erst dann. Den passenden Hammer dazu finden Sie in der Kategorie Hammer, für die anschließende Bearbeitung führen wir außerdem Meißel und Durchschläge und Dorne.

Häufig gestellte Fragen zu Körnern und Prägestempeln

Wofür braucht man einen Körner?

Der Körner schlägt eine kleine kegelförmige Vertiefung in die Oberfläche, in der sich die Bohrerspitze zentriert. Ohne Ankörnen wandert der Bohrer beim Ansetzen auf glattem Metall und die Bohrung sitzt nicht an der markierten Stelle. Für maßhaltige Bohrungen in Metall ist das Ankörnen ein notwendiger Arbeitsschritt.

Wie funktioniert ein automatischer Körner?

Im Gehäuse sitzt eine Federmechanik, die sich beim Aufdrücken spannt und bei einem definierten Druck auslöst. Der Schlag erfolgt dadurch ohne Hammer, sodass Sie einhändig arbeiten und die zweite Hand das Werkstück halten kann. Das ist auf Leitern und in engen Einbausituationen oft die einzige Möglichkeit.

Wie tief soll die Körnung sein?

Deutlich sichtbar, aber nicht übertrieben tief. Die Vertiefung muss lediglich die Bohrerspitze führen und nicht das Material verformen. Bei dünnem Blech arbeiten Sie mit reduzierter Schlagkraft und auf fester Unterlage, sonst beult die Stelle aus.

Was ist der Unterschied zwischen Körner und Durchschlag?

Der Körner hat eine kegelförmige Spitze und markiert einen Punkt. Der Durchschlag oder Splinttreiber hat eine zylindrische Spitze und treibt Stifte und Bolzen aus Bohrungen aus. Die Werkzeuge sehen ähnlich aus, sind aber nicht gegeneinander austauschbar.

Wozu dienen Prägestempel mit Zahlen und Buchstaben?

Zur dauerhaften Kennzeichnung von Bauteilen. Eingeschlagene Zeichen überstehen Öl, Lösemittel, Hitze, Strahlmittel und Bewitterung, weshalb sie für Seriennummern, Chargen- und Prüfnummern, Werkzeugkennzeichnung und Eigentumsmarkierungen verwendet werden.

Welche Zeichenhöhe sollte ein Prägestempel haben?

Sie richtet sich nach Bauteilgröße und Leseabstand. Zeichen von 2 bis 4 Millimetern eignen sich für Kleinteile und enge Stellen, 6 bis 8 Millimeter sind der übliche Kompromiss für Werkzeuge und Baugruppen, größere Zeichen kommen bei Konstruktionsteilen zum Einsatz.

Wie schlägt man Prägestempel sauber ein?

Das Werkstück muss fest auf einer massiven Unterlage aufliegen. Der Stempel wird senkrecht angesetzt und mit einem einzigen kräftigen Schlag eingeschlagen. Mehrere zaghafte Schläge erzeugen doppelte Konturen und ein unleserliches Zeichen.

Gibt es Körner für explosionsgefährdete Bereiche?

Ja, funkenfreie Körner mit der Kennzeichnung BA bestehen aus einer Speziallegierung, die beim Schlag keine zündfähigen Funken erzeugt. Sie sind in Bereichen nach ATEX vorgeschrieben, etwa in der Chemie, in der Gasversorgung und in Lackierereien.

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