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Schraubenschlüssel sind die Grundausstattung jeder Werkstatt und gleichzeitig die Werkzeuggruppe mit den meisten Bauformen, weil jede von ihnen für eine andere Situation entwickelt wurde. Ein Maulschlüssel kommt von der Seite an eine Verschraubung heran, ein Ringschlüssel umschließt sie vollständig und überträgt mehr Moment, ein Kombinationsschlüssel vereint beides in einem Werkzeug, und ein Rollgabelschlüssel passt sich einer Weite an, für die man sonst drei feste Schlüssel bräuchte. In dieser Kategorie finden Sie das komplette Schraubenschlüsselprogramm von BETA, vom einzelnen Schlüssel bis zum kompletten Satz, in Ausführungen für Werkstatt, Montage, Sanitär, Fahrzeugbau und für Arbeiten unter Spannung.
Maul, Ring oder Kombination: die drei Grundformen
Der Maulschlüssel, im Deutschen auch Gabelschlüssel genannt, greift die Schraube von zwei Seiten und lässt sich seitlich ansetzen. Das ist sein einziger, aber entscheidender Vorteil: Er kommt an Verschraubungen heran, die von oben nicht zugänglich sind, etwa an Leitungen, Rohren und in geschlossenen Baugruppen. Der Preis dafür ist die Kraftübertragung, denn er liegt nur an zwei Flächen an. Bei festsitzenden Schrauben ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass er sich aufweitet oder die Schlüsselflächen rundet.
Der Ringschlüssel umschließt den Kopf vollständig und liegt je nach Ausführung an sechs oder zwölf Punkten an. Er überträgt dadurch deutlich mehr Drehmoment und ist die richtige Wahl beim Lösen und beim endgültigen Anziehen. Sein Nachteil ist, dass er über den Kopf geschoben werden muss, was an Leitungen und in beengten Einbausituationen oft nicht geht. Der Kombinationsschlüssel löst diesen Zielkonflikt, indem er beide Enden in einem Werkzeug vereint, üblicherweise in derselben Schlüsselweite: Ring zum Lösen und Anziehen, Maul zum schnellen Weiterdrehen. Für die meisten Werkstätten ist er deshalb der sinnvollste Einstieg, ergänzt um einzelne Maul- und Ringschlüssel in den häufig gebrauchten Weiten.
Alle Bauformen im Überblick
Neben den drei Grundformen deckt das Sortiment eine Reihe von Sonderbauformen ab, die jeweils ein konkretes Problem lösen. Die folgende Übersicht führt Sie direkt zum passenden Bereich.
- Kombinationsschlüssel mit Ring- und Maulseite, der Allrounder für Werkstatt und Montage
- Maulschlüssel einseitig sowie Doppelmaulschlüssel mit zwei Weiten in einem Werkzeug
- Ringschlüssel und Zwölfkantschlüssel für hohe Drehmomente
- Ratschenschlüssel mit Knarrmechanismus für schnelles Arbeiten ohne Umsetzen
- Sechskantschlüssel für Innensechskantschrauben, gewinkelt und als Stiftschlüssel
- Verstellbare Schraubenschlüssel, auch als Rollgabelschlüssel, Engländer oder Franzose bekannt
- Rohrsteckschlüssel und Steckschlüssel für tief sitzende Muttern und Stehbolzen
- Hakenschlüssel für Nutmuttern an Wellen und Lagern
- Ölfilterschlüssel, Bandschlüssel und Kettenschlüssel für runde Bauteile ohne Schlüsselflächen
- Spezialschlüssel für Sanitär, Fahrzeugtechnik, Fahrradmontage und Ex-Bereiche
- Verlängerungen und Ersatzteile für Schraubenschlüssel
Sonderausführungen: isoliert, funkenfrei, INOX und H-SAFE
Vier Ausführungen im Sortiment richten sich an Betriebe mit besonderen Anforderungen und sind an der Kennzeichnung erkennbar. Isolierte Schlüssel mit der Kennung MQ sind nach VDE bis 1 000 Volt geprüft und für Arbeiten an spannungsführenden Anlagen bestimmt, also für Elektrofachbetriebe, Energieversorger und Instandhaltung. Funkenfreie Ausführungen mit der Kennung BA bestehen aus einer Speziallegierung und sind in explosionsgefährdeten Bereichen nach ATEX vorgeschrieben, etwa in der Chemie, in Tanklagern und in Lackierereien. Schlüssel aus Edelstahl kommen dort zum Einsatz, wo Korrosionsfreiheit und Reinigbarkeit gefordert sind, also in der Lebensmittelverarbeitung und in der Pharmaindustrie.
Die vierte Gruppe trägt die Kennzeichnung H-SAFE und hat eine integrierte Öse für eine Werkzeugsicherung. Sie ist für Arbeiten in der Höhe vorgesehen, also für Gerüstbau, Industriemontage, Energieanlagen und Windkraft, wo ein herabfallendes Werkzeug keinen Sachschaden, sondern einen Personenschaden verursacht. Auf vielen Baustellen sind gesicherte Werkzeuge inzwischen vorgeschrieben. Alle vier Gruppen sind über das gesamte Bauformenprogramm verteilt, vom Maulschlüssel bis zum Kettenschlüssel, sodass sich auch ein kompletter Satz in der jeweiligen Ausführung zusammenstellen lässt.
Häufig gestellte Fragen zu Schraubenschlüsseln
Was ist der Unterschied zwischen Maulschlüssel und Ringschlüssel?
Der Maulschlüssel greift die Schraube von zwei Seiten und lässt sich seitlich ansetzen, kommt also auch an Verschraubungen an Leitungen und in geschlossenen Baugruppen heran. Der Ringschlüssel umschließt den Kopf vollständig, überträgt deutlich mehr Drehmoment, muss aber über den Kopf geschoben werden.
Wann nimmt man einen Kombinationsschlüssel?
Wenn beide Vorteile in einem Werkzeug gebraucht werden. Der Kombinationsschlüssel hat auf einer Seite einen Ring zum Lösen und Anziehen, auf der anderen ein Maul zum schnellen Weiterdrehen, üblicherweise in derselben Schlüsselweite. Für die meisten Werkstätten ist er der sinnvollste Einstieg.
Warum rundet der Maulschlüssel die Schraube ab?
Weil er nur an zwei Flächen anliegt. Bei festsitzenden oder korrodierten Schrauben konzentriert sich die Kraft auf die Kanten, das Maul weitet sich auf und der Kopf rundet ab. Zum Lösen festsitzender Verbindungen ist deshalb der Ringschlüssel oder eine Stecknuss die richtige Wahl.
Was ist ein Rollgabelschlüssel?
Ein Schraubenschlüssel mit verstellbarer Maulweite, umgangssprachlich auch Engländer oder Franzose genannt. Er ersetzt mehrere feste Schlüsselweiten, überträgt aber weniger Drehmoment als ein fester Schlüssel und sollte deshalb nicht zum Lösen festsitzender Verbindungen verwendet werden.
Was bedeutet die Kennzeichnung MQ, BA und H-SAFE?
MQ steht für isolierte Ausführungen nach VDE bis 1 000 Volt für Arbeiten an spannungsführenden Anlagen. BA kennzeichnet funkenfreie Werkzeuge für explosionsgefährdete Bereiche nach ATEX. H-SAFE bezeichnet Werkzeuge mit Öse für eine Werkzeugsicherung bei Arbeiten in der Höhe.
Welche Schlüsselweiten braucht man in der Werkstatt?
Den größten Teil des Alltags decken die Weiten von 8 bis 19 Millimetern ab, weshalb Sätze meist in diesem Bereich beginnen. Für Fahrzeug- und Maschinenarbeiten kommen Weiten bis 32 Millimetern dazu, im Nutzfahrzeugbereich auch darüber.
Einzelne Schlüssel oder ein Satz?
Ein Satz lohnt sich beim Aufbau eines Arbeitsplatzes, weil er den gesamten Weitenbereich abdeckt und in Halterung oder Kassette sofort zeigt, welche Größe fehlt. Einzelne Schlüssel kauft man als Ersatz für verlorene Weiten oder für Sonderbauformen, die im Satz nicht enthalten sind.
Darf man einen Schraubenschlüssel verlängern?
Nein, jedenfalls nicht mit einem aufgesteckten Rohr. Der Schlüssel ist auf ein bestimmtes Moment ausgelegt, eine Verlängerung überlastet ihn und kann zum Bruch führen, meist genau dann, wenn die volle Kraft anliegt. Reicht die Kraft nicht, ist ein Schlüssel mit längerem Hebel oder eine Stecknuss mit Knebel die richtige Lösung.