Digitale Drehmomentschlüssel

Digitale Drehmomentschlüssel

Ein mechanischer Drehmomentschlüssel sagt Ihnen genau eine Sache: dass der eingestellte Wert erreicht ist. Ein digitaler zeigt den Wert dagegen laufend an, während Sie ziehen, meldet das Ziel mit Ton und Licht und kann den erreichten Wert speichern. Das klingt nach Komfort, ist aber in drei Situationen ein technischer Unterschied: bei kleinen Werten, bei dokumentationspflichtigen Arbeiten und beim Anziehen nach Moment und Drehwinkel. In diesem Bereich finden Sie elektronische Drehmomentschlüssel von BETA ab 225,89 Euro, mit einer Genauigkeit bis zu ±2 Prozent und in einer Ausführung mit Drehwinkelmessung.

Wann sich digital wirklich lohnt

Für den größten Teil der Werkstattarbeit genügt ein mechanischer Schlüssel, und er hat handfeste Vorteile: Er funktioniert bei Kälte, ist gleichgültig gegen Öl und hat keine Batterie, die leer sein kann. Wer Radmuttern mit 120 Nm anzieht, braucht kein Display. Es gibt aber drei Fälle, in denen digital nicht Komfort ist, sondern die bessere Lösung.

Erster Fall: kleine Werte. Unterhalb von etwa 20 Nm ist das mechanische Knacken schwach, und in einer lauten Halle oder mit Handschuhen überhört man es leicht. Ein Ton und eine Leuchtdiode überhört man nicht. Zweiter Fall: Dokumentation. Wo Anzugsmomente protokolliert werden müssen, also in der Luftfahrt, im Anlagenbau, bei sicherheitsrelevanten Verbindungen und in zertifizierten Prozessen, liefert nur ein digitales Gerät einen Messwert, den man aufschreiben kann. Dritter Fall: Drehwinkel. Dazu mehr im nächsten Abschnitt, denn das ist der Punkt, an dem ein mechanischer Schlüssel überhaupt nicht mehr mitkommt.

Anziehen nach Moment und Drehwinkel

An hoch belasteten Verbindungen im Motor steht in der Reparaturvorgabe heute oft nicht ein einzelner Wert, sondern eine Folge: erst mit einem Moment anziehen, dann um einen bestimmten Winkel weiterdrehen, zum Beispiel 40 Nm plus 90 Grad plus weitere 90 Grad. Typisch ist das bei Zylinderkopfschrauben, Pleuelschrauben und Hauptlagerdeckeln.

Der Grund dafür ist der Reibungsanteil. Beim reinen Anziehen nach Moment geht ein großer und schwer vorhersehbarer Teil der aufgebrachten Kraft in die Reibung von Gewinde und Auflagefläche, und deshalb schwankt die tatsächliche Vorspannung der Schraube stark. Der Drehwinkel dagegen sagt direkt, wie weit die Schraube gedehnt wurde, und die Dehnung ist die eigentliche Größe, auf die es ankommt. Deshalb werden diese Verbindungen bis in den plastischen Bereich angezogen, und deshalb sind viele dieser Schrauben Einwegteile, die beim Ausbau ersetzt werden müssen. Ein Drehmomentschlüssel mit Winkelmessung erledigt beide Schritte mit einem Werkzeug, ohne dass ein separater Winkelmesser angesetzt werden muss. Mechanische Winkelmessgeräte zum Aufstecken auf einen normalen Schlüssel finden Sie unter Drehmomentvervielfältiger und Zubehör.

Was die Genauigkeitsangabe bedeutet

Bei digitalen Schlüsseln steht die Genauigkeit als Prozentwert in den Daten, und sie ist der wichtigste Grund für Preisunterschiede. Eine Angabe von ±2 Prozent bei 100 Nm heißt, dass der tatsächliche Wert zwischen 98 und 102 Nm liegt. Das klingt selbstverständlich, ist es aber nicht: Bei Verbindungen, die knapp unter der Grenze der Schraube ausgelegt sind, entscheidet genau diese Spanne darüber, ob die Verbindung hält oder die Schraube auf Dauer arbeitet.

Sie werden bei manchen Geräten zwei verschiedene Werte finden, etwa ±2 Prozent im Uhrzeigersinn und ±3 Prozent gegen den Uhrzeigersinn. Das ist kein Mangel, sondern eine Folge der Bauart: Die Messzelle und der Antrieb sind auf die Hauptrichtung optimiert, weil dort angezogen wird, während die Gegenrichtung vor allem zum Lösen und Prüfen dient. Wichtig ist die Angabe für die Richtung, in der Sie arbeiten. Und wie jeder mechanische Schlüssel muss auch ein digitaler regelmäßig geprüft werden, üblicherweise einmal im Jahr.

Was im Alltag zu beachten ist

Drei Dinge unterscheiden den Umgang mit einem digitalen Gerät vom mechanischen. Erstens die Stromversorgung: Ein Gerät mit leerer Batterie zeigt nichts an, und deshalb gehört ein Satz Ersatzbatterien in den Koffer, nicht in den Schrank. Zweitens die Temperatur: Elektronik und Display reagieren auf Kälte, was bei Arbeiten im Freien und in unbeheizten Hallen relevant ist. Drittens die Empfindlichkeit gegen Stöße: Ein digitaler Schlüssel enthält eine Messzelle, und ein Sturz auf den Hallenboden kann sie verstimmen, ohne dass äußerlich etwas zu sehen ist.

Daraus folgt die übliche Praxis in Betrieben, die beides haben: Der mechanische Schlüssel liegt am Arbeitsplatz und macht die Routine, das digitale Gerät kommt für kleine Werte, für Winkelanziehen und für alles, was protokolliert wird. Mechanische Modelle in allen Messbereichen finden Sie unter Drehmomentschlüssel, für Werte im Bereich weniger Newtonmeter den Drehmomentschraubendreher. Passende Einsteckwerkzeuge stehen unter Einsteckwerkzeuge für Drehmomentschlüssel.

Häufig gestellte Fragen zu digitalen Drehmomentschlüsseln

Lohnt sich ein digitaler Drehmomentschlüssel?

In drei Fällen ja: bei Werten unterhalb von etwa 20 Nm, weil das mechanische Knacken dort schwach ausfällt, bei Arbeiten, die dokumentiert werden müssen, und beim Anziehen nach Moment und Drehwinkel. Für die übrige Werkstattarbeit genügt ein mechanischer Schlüssel, der unempfindlich gegen Kälte und Öl ist und keine Batterie braucht.

Was bedeutet Anziehen nach Moment und Drehwinkel?

Die Vorgabe lautet dann nicht auf einen einzelnen Wert, sondern auf eine Folge, etwa 40 Nm plus 90 Grad plus weitere 90 Grad. Typisch ist das bei Zylinderkopf-, Pleuel- und Hauptlagerschrauben. Der Winkel sagt direkt, wie weit die Schraube gedehnt wurde, und die Dehnung ist die Größe, auf die es bei diesen Verbindungen ankommt.

Warum wird nach Drehwinkel statt nur nach Moment angezogen?

Weil beim reinen Anziehen nach Moment ein großer und schwer vorhersehbarer Teil der Kraft in die Reibung von Gewinde und Auflagefläche geht, sodass die tatsächliche Vorspannung stark schwankt. Der Drehwinkel umgeht dieses Problem. Solche Schrauben werden bis in den plastischen Bereich angezogen und sind deshalb häufig Einwegteile.

Was heißt eine Genauigkeit von ±2 Prozent?

Dass der tatsächlich aufgebrachte Wert bei einem Ziel von 100 Nm zwischen 98 und 102 Nm liegt. Bei Verbindungen, die knapp unter der Belastungsgrenze der Schraube ausgelegt sind, entscheidet genau diese Spanne darüber, ob die Verbindung hält oder die Schraube auf Dauer arbeitet.

Warum sind zwei verschiedene Genauigkeiten angegeben?

Weil Messzelle und Antrieb auf die Hauptdrehrichtung optimiert sind: Dort wird angezogen, während die Gegenrichtung vor allem zum Lösen und Prüfen dient. Eine Angabe von ±2 Prozent im Uhrzeigersinn und ±3 Prozent dagegen ist deshalb kein Mangel. Maßgeblich ist der Wert für die Richtung, in der Sie arbeiten.

Muss ein digitaler Drehmomentschlüssel auch kalibriert werden?

Ja, genauso wie ein mechanischer, üblicherweise einmal im Jahr. Ein digitaler Schlüssel enthält eine Messzelle, und die kann sich durch Stöße verstimmen, ohne dass äußerlich etwas zu sehen ist. Das Display zeigt in diesem Fall weiterhin plausible Werte an, die aber nicht mehr stimmen.

Worauf muss ich im Alltag achten?

Auf drei Dinge: Ersatzbatterien gehören in den Koffer und nicht in den Schrank, Elektronik und Display reagieren auf Kälte bei Arbeiten im Freien, und ein Sturz auf den Hallenboden kann die Messzelle verstimmen. Deshalb liegt in vielen Betrieben der mechanische Schlüssel am Arbeitsplatz und das digitale Gerät im Koffer.

Was kostet ein digitaler Drehmomentschlüssel?

Die elektronischen Modelle in diesem Bereich beginnen bei 225,89 Euro für Werte bis 20 Nm und liegen bei 509,23 Euro für die Ausführung mit einer Genauigkeit von ±2 Prozent. Der Preis richtet sich vor allem nach Genauigkeit und Zusatzfunktionen wie Speicher und Winkelmessung.

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