Drehmomentschraubendreher

Drehmomentschraubendreher

Es gibt einen Bereich, in dem ein Drehmomentschlüssel nichts mehr nützt und das Gefühl in der Hand erst recht nicht: unterhalb von etwa fünf Newtonmetern. Dort sitzen Klemmen, Stecker, Sensoren, Gewinde in Kunststoff und Aluminium und optische Bauteile, und dort entscheiden Zehntel Newtonmeter darüber, ob die Verbindung Kontakt hat oder das Gewinde ausreißt. Genau dafür gibt es Drehmoment-Schraubendreher. In diesem Bereich finden Sie Modelle von BETA ab 286,20 Euro mit einstellbarem Wert und Auslösemechanismus.

Wo ein Drehmoment-Schraubendreher gebraucht wird

Der häufigste Einsatzfall sind elektrische Klemmen. Eine Reihenklemme im Schaltschrank hat ein vorgeschriebenes Anzugsmoment, und beide Fehlerrichtungen führen zum selben Schaden, nur auf verschiedenen Wegen. Zu locker angezogen entsteht ein Übergangswiderstand, die Klemme wird warm, der Leiter oxidiert, der Widerstand steigt weiter, und am Ende dieser Kette steht ein Klemmenbrand. Zu fest angezogen wird der Leiter gequetscht, einzelne Litzen brechen, und der Querschnitt sinkt mit demselben Ergebnis.

Der zweite große Bereich sind Gewinde in weichen Werkstoffen. Eine Schraube in Kunststoff, in Aluminiumguss oder in einem Gewindeeinsatz verträgt einen Bruchteil dessen, was dasselbe Gewinde in Stahl aushält, und der Übergang zum Ausreißen kommt ohne Vorwarnung. Dazu kommen Anwendungen, in denen die Vorgabe aus einer Norm oder einer Montageanleitung stammt: Mess- und Regeltechnik, Sensorik, Antriebstechnik, Medizintechnik und Optik. Für größere Werte ab etwa fünf Newtonmetern führt der Bereich Drehmomentschlüssel die passenden Geräte.

Wie das Werkzeug funktioniert

Der Aufbau entspricht dem eines Drehmomentschlüssels, nur im kleinen Maßstab. Der Wert wird am Griff über eine Skala eingestellt und verriegelt. Beim Schrauben spannt sich eine Feder vor, und sobald der eingestellte Wert erreicht ist, löst der Mechanismus aus: Der Griff rutscht durch oder knickt spürbar ein, sodass sich kein weiteres Moment mehr übertragen lässt. Das ist der wichtige Unterschied zum Schlüssel, bei dem Weiterziehen den Wert überschreitet.

Weil sich nach dem Auslösen kein Moment mehr aufbringen lässt, ist der Schraubendreher in Serienarbeit sicher: Wer zwanzig Klemmen hintereinander anzieht, kann keine davon versehentlich überdrehen, auch nicht bei Routine und Zeitdruck. Genau das ist der Grund, warum diese Werkzeuge im Schaltschrankbau Standard sind und nicht Sonderausstattung. Zum Lösen ist der Schraubendreher dagegen nicht gedacht, dafür gehören normale Schraubendreher in die Hand.

Was die Toleranz von sechs Prozent bedeutet

Bei Drehmoment-Schraubendrehern finden Sie Genauigkeitsangaben um ±6 Prozent, während digitale Drehmomentschlüssel mit ±2 Prozent angegeben werden. Das sieht nach einem großen Rückstand aus, ist aber vor allem eine Frage der Bezugsgröße. Sechs Prozent von 2 Nm sind 0,12 Nm, und diese Abweichung ist an einer Klemme praktisch bedeutungslos. Sechs Prozent von 200 Nm wären 12 Nm, und das wäre an einer hoch belasteten Schraube erheblich.

Für die Praxis heißt das: Achten Sie bei kleinen Werten weniger auf die Prozentangabe und mehr darauf, dass der Zielwert im mittleren Teil des Einstellbereichs liegt. Diese Regel gilt hier genauso wie beim großen Schlüssel: Ein Werkzeug für 1 bis 6 Nm arbeitet bei 3 Nm genau und bei 1,1 Nm nicht mehr zuverlässig. Wo Werte dokumentiert werden müssen, sind digitale Geräte die richtige Wahl, und die finden Sie unter Digitale Drehmomentschlüssel.

Umgang und Aufbewahrung

Die Regeln entsprechen denen für Drehmomentschlüssel, und sie sind hier sogar wichtiger, weil die Federn kleiner und damit empfindlicher sind. Stellen Sie das Werkzeug nach der Arbeit auf den kleinsten Skalenwert zurück, aber nicht auf Null, damit die Feder nicht dauerhaft unter Vorspannung steht. Benutzen Sie es nicht zum Lösen und nicht als Hebel, und setzen Sie keine Verlängerung an, weil jede Verlängerung des Hebelarms das tatsächliche Moment erhöht.

Auch dieses Werkzeug ist ein Messgerät und sollte regelmäßig geprüft werden, üblicherweise einmal jährlich. Ein Punkt kommt hinzu, der bei kleinen Werten besonders zählt: die Passung der Bits. Ein abgenutzter oder falsch dimensionierter Bit überträgt das Moment nicht sauber, rutscht in der Schraube und beschädigt den Schraubenkopf, und dann stimmt der angezeigte Wert nicht mehr mit dem überein, was an der Schraube ankommt. Passende Bits und Halter finden Sie unter Stecknüsse, Einsteckwerkzeuge für Drehmomentschlüssel unter Einsteckwerkzeuge für Drehmomentschlüssel.

Häufig gestellte Fragen zu Drehmoment-Schraubendrehern

Wofür brauche ich einen Drehmoment-Schraubendreher?

Für alles unterhalb von etwa fünf Newtonmetern, wo ein Drehmomentschlüssel nicht mehr arbeitet: elektrische Klemmen, Stecker, Sensoren, Gewinde in Kunststoff und Aluminium sowie optische Bauteile. Dort entscheiden Zehntel Newtonmeter darüber, ob die Verbindung Kontakt hat oder das Gewinde ausreißt.

Warum haben elektrische Klemmen ein vorgeschriebenes Anzugsmoment?

Weil beide Fehlerrichtungen zum selben Schaden führen. Zu locker entsteht ein Übergangswiderstand, die Klemme wird warm, der Leiter oxidiert und der Widerstand steigt weiter, bis am Ende ein Klemmenbrand steht. Zu fest wird der Leiter gequetscht, einzelne Litzen brechen, und der Querschnitt sinkt mit derselben Folge.

Was passiert, wenn der eingestellte Wert erreicht ist?

Der Mechanismus löst aus, der Griff rutscht durch oder knickt spürbar ein, und es lässt sich kein weiteres Moment mehr übertragen. Das ist der Unterschied zum Drehmomentschlüssel, bei dem Weiterziehen den Wert überschreitet. Deshalb kann man in Serienarbeit keine Schraube versehentlich überdrehen.

Ist eine Toleranz von sechs Prozent nicht zu viel?

Bei kleinen Werten nicht. Sechs Prozent von 2 Nm sind 0,12 Nm, und diese Abweichung ist an einer Klemme praktisch bedeutungslos. Dieselben sechs Prozent von 200 Nm wären 12 Nm und damit erheblich. Wichtiger als die Prozentangabe ist, dass Ihr Zielwert im mittleren Teil des Einstellbereichs liegt.

Kann ich damit auch Schrauben lösen?

Nein, das Werkzeug ist ausschließlich zum kontrollierten Anziehen gedacht, und der Auslösemechanismus wird beim Lösen überlastet. Setzen Sie außerdem keine Verlängerung an, weil jede Verlängerung des Hebelarms das tatsächlich aufgebrachte Moment erhöht.

Warum spielt der Bit eine Rolle für die Genauigkeit?

Ein abgenutzter oder falsch dimensionierter Bit überträgt das Moment nicht sauber, rutscht in der Schraube und beschädigt den Kopf. Dann stimmt der eingestellte Wert nicht mehr mit dem überein, was an der Schraube tatsächlich ankommt. Bei kleinen Momenten fällt dieser Effekt besonders stark ins Gewicht.

Wie lagere ich das Werkzeug richtig?

Nach der Arbeit auf den kleinsten Skalenwert zurückstellen, aber nicht auf Null, damit die Feder nicht dauerhaft unter Vorspannung steht. Das ist hier noch wichtiger als beim großen Schlüssel, weil die Federn kleiner und damit empfindlicher sind. Eine Prüfung einmal jährlich ist üblich.

Was kostet ein Drehmoment-Schraubendreher von BETA?

Die Modelle in diesem Bereich liegen zwischen 286,20 und 448,31 Euro. Die Ausführung mit zusätzlichem Zubehör kostet 448,31 Euro, die Geräte mit Auslösung ohne Zubehör 286,20 und 321,15 Euro.

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