Pneumatikwerkzeuge

Pneumatikwerkzeuge

Druckluftwerkzeuge haben in der Werkstatt zwei Eigenschaften, die kein Akkuwerkzeug erreicht: Sie liefern ihre Leistung ohne Unterbrechung, solange der Kompressor mitkommt, und sie halten bei gleicher Leistung erheblich länger, weil sie keinen Elektromotor, keine Elektronik und keinen Akku haben, der altert. Deshalb arbeiten Reifendienste, Nutzfahrzeugwerkstätten, Montagebetriebe und Produktionslinien nach wie vor überwiegend pneumatisch. Wer allerdings zum ersten Mal ein Druckluftwerkzeug anschafft, unterschätzt regelmäßig einen Punkt, und daran scheitern die meisten Enttäuschungen: Ein Druckluftwerkzeug ist immer nur so stark wie die Luftversorgung dahinter. Nicht das Werkzeug bestimmt, welches Drehmoment am Vierkant ankommt, sondern das Zusammenspiel aus Kompressorleistung, Schlauchquerschnitt, Kupplungsdurchgang und Wartungseinheit. Diese Abteilung umfasst deshalb beides: die Werkzeuge selbst, also Schlagschrauber, Ratschenschrauber, Bohrmaschinen, Meißelhämmer und Ausblaspistolen in der Kategorie Pneumatikwerkzeuge, sowie alles, was dazugehört, nämlich Druckluftschläuche und Pneumatik-Zubehör mit Kupplungen, Wartungsteilen und Verbrauchsmaterial.

Warum die Luftversorgung über die Leistung entscheidet

Ein Schlagschrauber mit einem Zoll Vierkant verbraucht im Betrieb eine Luftmenge in der Größenordnung von mehreren hundert Litern pro Minute, und diese Menge muss physisch bis zum Werkzeug gelangen. Genau hier entstehen die drei typischen Engstellen. Die erste ist der Schlauchquerschnitt: Ein Schlauch mit sechs Millimetern Innendurchmesser reicht für eine Ausblaspistole und für einen kleinen Ratschenschrauber, aber er drosselt einen großen Schlagschrauber so stark, dass ein erheblicher Teil des möglichen Drehmoments nie ankommt. Für leistungsstarke Werkzeuge sind zehn bis dreizehn Millimeter Innendurchmesser die richtige Größenordnung. Die zweite Engstelle ist die Schnellkupplung, und sie wird fast immer übersehen: Zwei Kupplungen können äußerlich gleich aussehen und sich im tatsächlichen Durchgang deutlich unterscheiden, sodass eine zu klein gewählte Kupplung denselben Effekt hat wie ein zu dünner Schlauch. Die dritte ist der Kompressor selbst, und zwar nicht sein Kesselvolumen, sondern seine effektive Liefermenge, die deutlich unter der Ansaugleistung liegt. Als Faustregel gilt, dass die effektive Liefermenge mindestens das Anderthalbfache des durchschnittlichen Verbrauchs des Werkzeugs betragen sollte, weil ein Schlagschrauber nicht dauerhaft, sondern stoßweise arbeitet und der Kessel diese Spitzen abfangen muss. Wer diese drei Punkte beachtet, bekommt die Leistung, für die er bezahlt hat.

Wartungseinheit: der Grund, warum Druckluftwerkzeuge jahrzehntelang halten oder nach zwei Jahren ausfallen

Druckluft aus dem Kompressor enthält drei Dinge, die einem Werkzeug schaden: Wasser, das bei der Verdichtung aus der Umgebungsluft auskondensiert, Partikel aus der angesaugten Luft und aus dem Leitungsnetz, und Rost, der sich im Kessel und in den Rohren bildet. Ein Schlagwerk, in das Wasser und Partikel gelangen, korrodiert und verschleißt um ein Vielfaches schneller als eines, das trockene und gefilterte Luft bekommt, und der Schaden entsteht schleichend: Das Werkzeug wird nicht plötzlich defekt, sondern verliert über Monate an Leistung, was der Nutzer dem Werkzeug zuschreibt und nicht der Luft. Die Wartungseinheit aus Filter, Druckregler und Öler löst alle drei Probleme an einer Stelle. Der Filter scheidet Wasser und Partikel ab, der Druckregler stellt den Betriebsdruck ein, den das Werkzeug tatsächlich braucht, und der Öler gibt der Luft einen feinen Ölnebel bei, der das Schlagwerk und die Lamellen des Motors schmiert. Werkzeuge ohne Ölnebel laufen zunächst genauso gut und sind nach einigen hundert Betriebsstunden auffällig schwächer. Für den mobilen Einsatz und für einzelne Werkzeuge gibt es zusätzlich Miniausführungen von Öler und Wasserabscheider, die direkt vor das Werkzeug gesetzt werden. Ersatzbehälter, Filtereinsätze und Manometer für diese Einheiten stehen im Pneumatik-Zubehör bereit.

Welches Werkzeug für welche Arbeit

Der Schlagschrauber ist das Werkzeug zum Lösen und schnellen Anziehen von Schraubverbindungen und arbeitet mit einem Schlagwerk, das kurze Drehimpulse erzeugt, wodurch er auch festsitzende und korrodierte Verbindungen löst, ohne dass der Bediener das Reaktionsmoment aufnehmen muss. Der Ratschenschrauber sieht aus wie eine Knarre und ist genau dafür gemacht, wo ein Schlagschrauber nicht hinkommt: an schwer zugängliche Verschraubungen im Motorraum, im Innenraum und an der Maschine, wobei er deutlich weniger Drehmoment liefert und für das Lösen festsitzender Verbindungen nicht gedacht ist. Die Druckluftbohrmaschine ist leichter und kompakter als eine elektrische bei vergleichbarer Leistung und unempfindlich gegen Überlastung, weil sie bei Blockade einfach stehen bleibt, statt durchzubrennen, was sie in der Produktion und im Dauereinsatz überlegen macht. Der Meißelhammer arbeitet mit Schlagimpulsen für das Trennen festsitzender Verbindungen, das Entfernen von Schweißschlacke und Karosseriearbeiten. Und die Ausblaspistole ist das meistgenutzte Druckluftwerkzeug überhaupt, weil sie ständig gebraucht und selten bewusst gekauft wird, sie gibt es in progressiver Ausführung für dosiertes Arbeiten, als Teleskopversion für Hohlräume und in Kleinstformat für enge Stellen.

Sicherheit im Umgang mit Druckluft

Druckluft wird im Alltag unterschätzt, weil sie unsichtbar ist und weil der Umgang mit ihr Routine wird. Drei Punkte gehören deshalb in jede Unterweisung und werden trotzdem regelmäßig übergangen. Erstens: Niemals Druckluft auf Menschen richten, auch nicht scherzhaft und auch nicht zum Abblasen von Kleidung. Luft, die über eine Hautverletzung oder eine Körperöffnung in den Körper gelangt, verursacht lebensgefährliche Verletzungen, und die dafür nötigen Drücke liegen weit unter dem, was jeder Werkstattkompressor liefert. Zweitens: Beim Ausblasen Schutzbrille tragen und auf den Umgebungsbereich achten, denn weggeblasene Späne und Partikel treffen mit erheblicher Geschwindigkeit auch Personen, die zwei Meter entfernt stehen und nicht damit rechnen. Drittens: Vor dem Wechsel eines Werkzeugs die Kupplung trennen und das Werkzeug entlüften, weil ein Schlagschrauber, dessen Auslöser beim Ansetzen unbeabsichtigt betätigt wird, sofort mit vollem Moment anläuft. Ergänzend gilt für die Anlage selbst: Kondenswasser täglich ablassen, denn ein Kessel voll Wasser liefert nasse Luft in jedes angeschlossene Werkzeug und rostet von innen. Und ein Hinweis, der Werkzeuge rettet: Ein Schlagschrauber ist zum Lösen und Anziehen gedacht, aber nicht zum abschließenden Anziehen auf ein definiertes Drehmoment. Das letzte Anziehen gehört immer dem Drehmomentschlüssel.

Häufig gestellte Fragen zu Druckluftwerkzeugen

Welchen Kompressor brauche ich für einen Schlagschrauber?

Entscheidend ist nicht das Kesselvolumen, sondern die effektive Liefermenge, die deutlich unter der angegebenen Ansaugleistung liegt. Als Faustregel sollte die effektive Liefermenge mindestens das Anderthalbfache des durchschnittlichen Luftverbrauchs des Werkzeugs betragen, denn ein Schlagschrauber arbeitet stoßweise und der Kessel muss diese Spitzen abfangen. Ein großer Schlagschrauber mit einem Zoll Vierkant verbraucht ein Mehrfaches dessen, was ein kleiner Ratschenschrauber benötigt. Prüfen Sie deshalb immer den angegebenen Luftverbrauch des Werkzeugs und rechnen Sie von dort aus, nicht umgekehrt.

Mein Schlagschrauber hat zu wenig Kraft, woran liegt das?

In den meisten Fällen nicht am Werkzeug, sondern an der Luftversorgung, und es gibt drei typische Engstellen. Erstens der Schlauchquerschnitt: Ein Schlauch mit sechs Millimetern Innendurchmesser drosselt einen großen Schlagschrauber erheblich, gebraucht werden je nach Werkzeug zehn bis dreizehn Millimeter. Zweitens die Schnellkupplung, deren tatsächlicher Durchgang bei äußerlich gleichen Kupplungen stark abweichen kann. Drittens der Kompressor, dessen effektive Liefermenge nicht ausreicht, sodass der Druck unter Last einbricht. Prüfen Sie in dieser Reihenfolge, bevor Sie das Werkzeug beanstanden, und achten Sie zusätzlich auf ausreichende Schmierung.

Brauche ich wirklich eine Wartungseinheit?

Ja, wenn das Werkzeug länger als ein paar Jahre halten soll. Druckluft aus dem Kompressor enthält Wasser aus der Kondensation, Partikel aus der angesaugten Luft und Rost aus Kessel und Leitungen. Ein Schlagwerk, das damit betrieben wird, korrodiert und verschleißt um ein Vielfaches schneller, und der Schaden entsteht schleichend: Das Werkzeug wird nicht plötzlich defekt, sondern verliert über Monate an Leistung, was fast immer dem Werkzeug zugeschrieben wird und nicht der Luft. Filter, Druckregler und Öler lösen alle drei Probleme an einer Stelle, und für den mobilen Einsatz gibt es Miniausführungen direkt vor dem Werkzeug.

Schlagschrauber oder Ratschenschrauber?

Der Schlagschrauber löst und zieht Schraubverbindungen schnell an und arbeitet mit einem Schlagwerk, das kurze Drehimpulse erzeugt, wodurch er auch festsitzende und korrodierte Verbindungen löst, ohne dass der Bediener das Reaktionsmoment aufnehmen muss. Der Ratschenschrauber hat die Bauform einer Knarre und kommt dorthin, wo ein Schlagschrauber zu groß ist, also an Verschraubungen im Motorraum, im Innenraum und an der Maschine. Er liefert deutlich weniger Drehmoment und ist zum Lösen festsitzender Verbindungen nicht gedacht. In der Praxis ergänzen sich beide, und viele Werkstätten haben von jedem eine Ausführung.

Darf ich mit dem Schlagschrauber endgültig anziehen?

Nein. Ein Schlagschrauber ist zum Lösen und zum schnellen Vorziehen gedacht, aber das erreichte Drehmoment ist von Luftdruck, Schlagdauer, Zustand des Werkzeugs und Reibung der Verbindung abhängig und damit nicht reproduzierbar. Das abschließende Anziehen auf ein definiertes Drehmoment gehört immer dem Drehmomentschlüssel, und das gilt besonders für sicherheitsrelevante Verbindungen wie Radbefestigungen, Fahrwerksteile und Motorverschraubungen. Zu fest angezogene Radschrauben sind zudem eine häufige Ursache für verzogene Bremsscheiben und für Gewindeschäden in der Radnabe.

Welchen Schlauchdurchmesser brauche ich?

Das richtet sich nach dem Luftverbrauch des Werkzeugs. Für Ausblaspistolen, kleine Ratschenschrauber und Reifenfüllgeräte genügt ein Innendurchmesser um sechs bis sieben Millimeter, und dort ist ein Spiralschlauch praktisch, weil er sich selbst aufrollt. Für Schlagschrauber, Bohrmaschinen, Meißelhämmer und alle Werkzeuge mit hohem Verbrauch sind zehn bis dreizehn Millimeter Innendurchmesser richtig, und dort ist ein gerader Schlauch mit Gewebeeinlage die bessere Wahl, weil ein Spiralschlauch bei großem Querschnitt zusätzlichen Widerstand erzeugt. Beachten Sie außerdem die Länge: Je länger der Schlauch, desto höher der Druckverlust.

Worauf muss ich bei Druckluft aus Sicherheitsgründen achten?

Auf drei Dinge. Erstens: Niemals Druckluft auf Menschen richten, auch nicht zum Abblasen von Kleidung, denn Luft, die über eine Hautverletzung oder eine Körperöffnung in den Körper gelangt, verursacht lebensgefährliche Verletzungen, und die dafür nötigen Drücke liegen weit unter dem, was jeder Werkstattkompressor liefert. Zweitens: Beim Ausblasen Schutzbrille tragen und auf Umstehende achten, denn Späne treffen auch Personen, die mehrere Meter entfernt stehen. Drittens: Vor jedem Werkzeugwechsel die Kupplung trennen und das Werkzeug entlüften. Und lassen Sie täglich das Kondenswasser aus dem Kessel ab.

Warum überhaupt Druckluft statt Akku?

Wegen Dauerleistung und Lebensdauer. Ein Druckluftwerkzeug liefert seine Leistung ohne Unterbrechung, solange der Kompressor mitkommt, und es kennt weder nachlassende Akkukapazität noch Ladezeiten. Es hat außerdem keinen Elektromotor, keine Leistungselektronik und keine Zellen, die altern, weshalb Druckluftwerkzeuge im professionellen Dauereinsatz regelmäßig zwei Jahrzehnte und länger halten, sofern die Luft trocken, gefiltert und geölt ist. Bei Blockade bleibt ein Druckluftwerkzeug einfach stehen, statt zu überhitzen. Der Nachteil ist die Infrastruktur: Ohne Kompressor, Leitung und Wartungseinheit funktioniert nichts.