Ratschenschlüssel

Ratschenschlüssel

Ein gewöhnlicher Ringschlüssel muss nach jeder Teilumdrehung abgezogen und neu angesetzt werden. Bei einer Schraube mit langem Gewinde bedeutet das je nach Platzverhältnissen ein Dutzend Handgriffe für eine einzige Verbindung. Der Ratschenschlüssel, im Deutschen auch Knarrenschlüssel genannt, hat im Ringkopf einen Knarrmechanismus: Beim Zurückschwenken läuft er frei, beim Ziehen greift er. Das Werkzeug bleibt auf der Mutter, die Hand pendelt nur noch hin und her. In dieser Kategorie finden Sie Ratschenschlüssel von BETA sowie Zubehör für Schlüssel mit Knarrmechanismus.

Wie der Knarrmechanismus arbeitet und was die Zähnezahl bedeutet

Im Ringkopf sitzt ein Sperrwerk aus einem verzahnten Ring und einer federbelasteten Klinke. Zieht man in Arbeitsrichtung, greift die Klinke und nimmt die Verzahnung mit, schwenkt man zurück, rutscht sie über die Zähne. Entscheidend ist dabei die Zähnezahl, denn sie bestimmt den kleinsten Winkel, um den geschwenkt werden muss, damit der Schlüssel greift. Bei achtundvierzig Zähnen sind das siebeneinhalb Grad, bei zweiundsiebzig Zähnen nur fünf. In beengten Einbausituationen, in denen der Hebel kaum Platz hat, entscheidet genau das darüber, ob sich die Schraube überhaupt bewegen lässt.

Die Gegenrechnung lautet: Je feiner die Verzahnung, desto kleiner die einzelnen Zähne und desto geringer die Belastbarkeit des Sperrwerks. Deshalb gilt für alle Ratschenwerkzeuge dieselbe Regel: Losbrechen mit einem festen Ringschlüssel, danach weiterarbeiten mit der Ratsche. Wer eine festgerostete Verbindung mit dem Ratschenschlüssel aufbrechen will, verschleißt das Sperrwerk und riskiert, dass es durchrutscht, meist genau in dem Moment, in dem die volle Kraft anliegt. Feste Ringschlüssel für diesen ersten Schritt finden Sie unter Ringschlüssel.

Ratschenschlüssel oder Knarre mit Nuss

Beide Werkzeuge machen dasselbe und werden trotzdem in unterschiedlichen Situationen gebraucht. Der Ratschenschlüssel baut flacher, weil der Mechanismus im Ringkopf sitzt und nicht in einem separaten Griff. Er kommt deshalb an Verschraubungen heran, über denen kaum Bauhöhe frei ist, etwa unter Verkleidungen und zwischen dicht stehenden Bauteilen. Er braucht außerdem kein Zubehör: eine Weite, ein Werkzeug, fertig. Die Knarre mit Nuss braucht mehr Platz nach oben, ist dafür flexibler, weil sich Verlängerungen, Gelenke und ein Drehmomentschlüssel anschließen lassen.

Für die Praxis heißt das: Wer an wechselnden Weiten arbeitet und definierte Anzugsmomente einhalten muss, kommt an einem Steckschlüsselsatz nicht vorbei. Wer immer wieder dieselben Weiten an schlecht zugänglichen Stellen bedient, arbeitet mit Ratschenschlüsseln schneller. In den meisten Werkstätten liegen deshalb beide Systeme nebeneinander. Ausführungen mit Knarrmechanismus finden Sie derzeit auch in den Kategorien Kombinationsschlüssel und Zwölfkantschlüssel, Knarren mit Vierkantantrieb im Steckschlüsselprogramm unter Steckgriffe.

Häufig gestellte Fragen zu Ratschenschlüsseln

Wie funktioniert ein Ratschenschlüssel?

Im Ringkopf sitzt ein Sperrwerk aus verzahntem Ring und federbelasteter Klinke. In Arbeitsrichtung greift die Klinke, beim Zurückschwenken rutscht sie über die Zähne. Dadurch bleibt das Werkzeug auf der Mutter und muss nicht nach jeder Teilumdrehung abgezogen werden.

Was bedeutet die Zähnezahl?

Sie bestimmt den kleinsten Schwenkwinkel, bei dem der Schlüssel greift. Bei achtundvierzig Zähnen sind das siebeneinhalb Grad, bei zweiundsiebzig Zähnen nur fünf. Je feiner die Verzahnung, desto besser arbeitet das Werkzeug in beengten Einbausituationen.

Ist eine feinere Verzahnung immer besser?

Nein. Je feiner die Verzahnung, desto kleiner die Zähne und desto geringer die Belastbarkeit des Sperrwerks. Zum Losbrechen festsitzender Verbindungen sollte man deshalb einen festen Ringschlüssel verwenden und erst danach mit der Ratsche weiterarbeiten.

Darf man mit dem Ratschenschlüssel losbrechen?

Besser nicht. Das Sperrwerk ist auf wiederholtes Drehen ausgelegt, nicht auf die Spitzenlast beim Losbrechen. Wer es dafür benutzt, verschleißt den Mechanismus und riskiert, dass er durchrutscht, meist genau dann, wenn die volle Kraft anliegt.

Ratschenschlüssel oder Knarre mit Nuss?

Der Ratschenschlüssel baut flacher und braucht kein Zubehör, weshalb er an Stellen mit wenig Bauhöhe im Vorteil ist. Die Knarre mit Nuss braucht mehr Platz nach oben, lässt sich dafür mit Verlängerungen, Gelenken und Drehmomentschlüssel kombinieren. In den meisten Werkstätten liegen beide Systeme nebeneinander.

Was ist ein umschaltbarer Ratschenschlüssel?

Bei ihm lässt sich die Arbeitsrichtung über einen Hebel umschalten, sodass sich mit demselben Werkzeug lösen und anziehen lässt. Modelle ohne Umschaltung müssen dafür gewendet werden, was in beengten Verhältnissen umständlich ist.

Kann man den Mechanismus reparieren?

Für einen Teil der Modelle sind Ersatzteile für das Sperrwerk erhältlich, sodass sich ein verschlissener Mechanismus tauschen lässt, statt das ganze Werkzeug zu ersetzen. Ob das für Ihr Modell gilt, steht in den Produktdaten.

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