Werkstattgeräte

Werkstattgeräte

Es gibt in jeder Werkstatt eine Gruppe von Dingen, die in keiner Werkzeugliste auftaucht und ohne die trotzdem nichts läuft: die Fettpresse, mit der Schmiernippel abgeschmiert werden, die Ölkanne mit dem biegsamen Auslauf, der Spiegel, mit dem man hinter ein Bauteil schaut, ohne es auszubauen, der Magnet am Teleskopstiel, mit dem die Schraube aus dem Motorraum geholt wird, in den keine Hand passt, und die Ersatzdüse für das Gerät, das seit acht Jahren zuverlässig arbeitet. Diese Abteilung fasst genau das zusammen: Geräte und Hilfsmittel für die Werkstattausstattung, Zubehör und Verbrauchsmaterial sowie Ersatzteile für die vorhandenen Geräte. Sie ist in drei Bereiche gegliedert, die sich danach unterscheiden, wofür man sie aufsucht: Werkstattgeräte für die Ausstattung selbst, Werkstatt-Zubehör für alles, was dazugehört und regelmäßig nachgekauft wird, und Ersatzteile für Werkstattgeräte für den Fall, dass an einem vorhandenen Gerät ein Teil verschlissen ist.

Schmieren und Ölen: Fettpresse, Ölkanne und Ölspritze

Wer regelmäßig abschmiert, kennt den Unterschied zwischen dem richtigen und dem falschen Gerät sofort, denn er zeigt sich nicht an der Werkbank, sondern am schwer zugänglichen Schmiernippel. Die Hebelfettpresse ist das Standardgerät für Fett: sie arbeitet mit einer Kartusche oder mit lose eingefülltem Fett, baut über den Hebel einen hohen Druck auf und kommt über einen starren oder biegsamen Schlauch an den Nippel. Die Mini-Ausführung mit kleinerem Volumen ist dann im Vorteil, wenn wenig Platz ist oder wenn selten und in kleinen Mengen geschmiert wird, weil Fett in einer angebrochenen großen Presse mit der Zeit hart wird und sich entmischt. Für flüssige Schmierstoffe sind Ölkannen zuständig, und zwar in zwei Bauarten: mit starrem Auslauf für gezieltes Ölen an gut erreichbaren Stellen und mit biegsamem Auslauf, wenn um eine Ecke geölt werden muss. Ölspritzen mit größerem Volumen sind für das Befüllen und Absaugen gedacht, etwa an Getrieben und Achsen, wo eine Kanne nicht ausreicht. Und der Tropfenöler in Kugelschreiberform ist das Werkzeug für die Feinmechanik, wo ein einziger Tropfen an eine Stelle soll und nicht drei daneben. Praktischer Hinweis, der Geräte über Jahre rettet: eine Fettpresse wird nach dem Gebrauch drucklos gestellt und die Ölkanne nicht randvoll gefüllt, weil sich Öl bei Wärme ausdehnt und sonst über den Auslauf austritt.

Sehen und greifen, wo die Hand nicht hinkommt

Die zweite große Gruppe dieser Abteilung löst ein Problem, das in der Fahrzeug- und Maschineninstandhaltung täglich vorkommt: das Bauteil ist da, aber weder Auge noch Hand kommen hin. Inspektionsspiegel gibt es dafür in mehreren Ausführungen, und der Unterschied ist praktisch relevant. Der starre Spiegel ist die günstigste Lösung für einen festen Blickwinkel und robust genug, um jahrelang in der Schublade zu liegen. Der Teleskopspiegel lässt sich in der Länge ausziehen und ist die Wahl, wenn tief in einen Motorraum oder hinter eine Verkleidung geschaut werden muss. Die Ausführung mit flexiblem Hals hält den einmal eingestellten Winkel und erlaubt Blickrichtungen, die mit einem starren Spiegel nicht zu erreichen sind, und die Variante mit LED-Beleuchtung löst das zweite Problem gleich mit, nämlich dass es an solchen Stellen fast immer dunkel ist. Für das Bergen von Kleinteilen stehen Magnetheber bereit, ebenfalls als Teleskop- und als flexible Ausführung, sowie Krallengreifer, die dort greifen, wo der Gegenstand nicht magnetisch ist, also bei Kunststoffclips, Dichtungen und Aluminiumteilen. Wer schon einmal eine Stunde damit verbracht hat, eine heruntergefallene Schraube aus dem Motorraum zu holen, kennt den Wert dieser Werkzeuge und rechnet sie nicht in Euro, sondern in Arbeitszeit.

Verbrauchsmaterial und Zubehör

Der zweite Bereich dieser Abteilung ist das, was regelmäßig nachgekauft wird, und genau darin liegt sein Wert für den Betrieb: Trichter und Auffangbehälter für den Ölwechsel, Behälter für Flüssigkeiten mit abnehmbarem Ausgießer, Pinsel, formbare Aluminiumfolie zum Abdecken, Reinigungskörbe für das Ultraschallbad, Klammern und Nägel für den Drucklufttacker, Aufsatzbacken aus Aluminium für den Schraubstock, mit denen sich weiche Werkstücke einspannen lassen, ohne Abdrücke zu hinterlassen, sowie Spulen für das Induktionsheizgerät in mehreren Durchmessern und Anschlussformen. Gerade der letzte Punkt lohnt eine Anmerkung, weil er oft unterschätzt wird: bei einem Induktionsheizgerät entscheidet die Spule darüber, an welche Stelle die Wärme überhaupt gebracht werden kann, und wer nur die mitgelieferte Spule hat, kann einen erheblichen Teil der möglichen Anwendungen nicht ausführen. Ähnliches gilt für den Tacker, dessen Klammern und Nägel in verschiedenen Längen geführt werden, denn die richtige Länge entscheidet darüber, ob die Klammer hält oder ob sie durchschlägt. Verbrauchsmaterial ist deshalb kein Nebenprodukt, sondern Teil der Funktionsfähigkeit des Geräts.

Ersatzteile: warum ein Gerät selten ganz kaputt ist

Der dritte Bereich ist der, der am meisten Geld spart und am seltensten gesucht wird. Bei Werkstattgeräten geht in aller Regel nicht das Gerät kaputt, sondern ein einzelnes Teil daran: der biegsame Schlauch der Fettpresse reißt, das Mundstück wird undicht, die Dichtringe der Ölspritze härten aus, die Glühlampe der Inspektionsleuchte gibt auf, der Spiegel bricht, der Filter des Werkstattsaugers setzt sich zu, die Gummiplatte des Wagenhebers verschleißt, der Akku der Handleuchte hält die Schicht nicht mehr durch. Alle diese Teile sind einzeln nachkaufbar, und die Preise liegen überwiegend im einstelligen Eurobereich, während das zugehörige Gerät ein Vielfaches kostet. In der Ersatzteilgruppe dieser Abteilung ist zu jedem Teil angegeben, zu welchem Gerät es gehört, sodass sich die Zuordnung ohne Rückfrage klären lässt. Das ist wichtiger, als es klingt, denn der häufigste Grund dafür, dass ein funktionsfähiges Gerät ersetzt wird, ist nicht der Defekt, sondern die Annahme, es gebe kein Ersatzteil dafür. Wer ein Gerät im Einsatz hat, das regelmäßig gebraucht wird, hält deshalb sinnvollerweise die typischen Verschleißteile vorrätig, denn deren Preis ist im Vergleich zu einem Arbeitstag Stillstand vernachlässigbar.

Häufig gestellte Fragen zu Werkstattgeräten

Fettpresse oder Ölkanne, was brauche ich wofür?

Die Fettpresse ist für Fett, also für zähe Schmierstoffe, die über einen Schmiernippel unter Druck in ein Lager oder ein Gelenk gepresst werden. Sie baut über den Hebel einen hohen Druck auf, den keine Kanne erreicht. Die Ölkanne ist für flüssige Schmierstoffe und für Stellen, an denen geölt und nicht gefettet wird, etwa Gelenke, Scharniere, Führungen und Ketten. Beide sind nicht gegeneinander austauschbar: Fett lässt sich mit einer Kanne nicht fördern, und Öl läuft aus einer Presse unkontrolliert aus. Für größere Ölmengen an Getrieben und Achsen kommt zusätzlich die Ölspritze infrage.

Große oder kleine Fettpresse?

Das hängt weniger vom Kraftbedarf ab als von der Häufigkeit. Die große Hebelfettpresse mit Standardkartusche ist wirtschaftlich, wenn regelmäßig abgeschmiert wird, weil das Fett zügig verbraucht wird. Wird dagegen selten und in kleinen Mengen geschmiert, ist die Mini-Ausführung im Vorteil, und zwar aus einem praktischen Grund: Fett in einer angebrochenen großen Presse wird mit der Zeit hart und entmischt sich, sodass beim nächsten Einsatz zuerst Öl und dann gar nichts kommt. Dazu kommt der Platzvorteil an schwer zugänglichen Schmiernippeln, wo eine große Presse schlicht nicht hinkommt.

Starrer, teleskopischer oder flexibler Inspektionsspiegel?

Der starre Spiegel ist die günstigste und robusteste Lösung für einen festen Blickwinkel auf kurze Distanz. Der Teleskopspiegel lässt sich in der Länge ausziehen und ist die richtige Wahl, wenn tief in einen Motorraum, hinter eine Verkleidung oder unter ein Fahrzeug geschaut werden muss. Die Ausführung mit flexiblem Hals hält den eingestellten Winkel und erreicht Blickrichtungen, die ein starrer Spiegel nicht schafft. Wer häufig an dunklen Stellen arbeitet, sollte eine Ausführung mit LED-Beleuchtung wählen, denn an genau den Stellen, an denen ein Spiegel gebraucht wird, ist es fast immer zu dunkel zum Erkennen von Details.

Magnetheber oder Krallengreifer?

Der Magnetheber ist die schnellere Lösung, funktioniert aber nur bei magnetischen Werkstoffen, also bei Stahlschrauben, Muttern und Werkzeugen. Der Krallengreifer arbeitet mechanisch mit mehreren federnden Klauen und greift deshalb auch das, was nicht magnetisch ist: Kunststoffclips, Dichtungen, Aluminiumteile, Kabelbinder und Kleinteile aus Messing. Beide gibt es in teleskopischer und flexibler Ausführung, wobei die flexible dort im Vorteil ist, wo der Weg zum Gegenstand nicht gerade verläuft. In der Praxis lohnt sich beides nebeneinander, weil sich im Motorraum beide Arten von Kleinteilen finden.

Bekomme ich Ersatzteile für vorhandene Geräte?

Ja, und das lohnt sich fast immer, denn bei Werkstattgeräten geht selten das Gerät kaputt, sondern ein einzelnes Teil daran. Nachkaufbar sind unter anderem biegsame Schläuche und Mundstücke für Fettpressen, Dichtringe für Ölspritzen, Ersatzspiegel und Ersatzlampen für Inspektionsleuchten, Akkus für Handleuchten, Filter für Werkstattsauger und Gummiplatten für Wagenheber. Die Preise liegen überwiegend im einstelligen Eurobereich. In der Ersatzteilgruppe ist zu jedem Teil angegeben, zu welchem Gerät es gehört, sodass sich die Zuordnung ohne Rückfrage klären lässt.

Warum brauche ich verschiedene Spulen für ein Induktionsheizgerät?

Weil die Spule bestimmt, an welche Stelle die Wärme überhaupt gebracht werden kann. Ein Induktionsheizgerät erwärmt Metall berührungslos und ohne offene Flamme, was es überall dort unentbehrlich macht, wo mit einem Brenner nicht gearbeitet werden darf, etwa in der Nähe von Lack, Kunststoff, Leitungen und Kraftstoff. Die Geometrie der Spule entscheidet dabei über die Zugänglichkeit: eine flache Spule arbeitet auf einer Fläche, eine Spule mit seitlichem Anschluss kommt an eine Mutter neben einem Hindernis, eine Ausführung mit frontalem Anschluss arbeitet gerade nach vorn. Wer nur die mitgelieferte Spule hat, kann einen erheblichen Teil der Anwendungen nicht ausführen.

Wie halte ich eine Fettpresse funktionsfähig?

Drei Gewohnheiten genügen. Erstens nach dem Gebrauch drucklos stellen, damit die Dichtungen nicht dauerhaft unter Last stehen. Zweitens das Mundstück nach dem Abschmieren abwischen, denn anhaftendes Fett bindet Staub und Sand, und dieser Sand wird beim nächsten Mal direkt in den Schmiernippel und damit ins Lager gedrückt, wo er genau das zerstört, was geschmiert werden sollte. Drittens bei längeren Standzeiten keine angebrochene Kartusche in der Presse lassen, weil Fett hart wird und sich entmischt. Verschlissene Schläuche, Mundstücke und Dichtungen sind einzeln nachkaufbar und kosten einen Bruchteil eines neuen Geräts.