Werkstattgeräte

Werkstattgeräte

Diese Kategorie versammelt die Werkzeuge, die keiner Berufsgruppe eindeutig zuzuordnen sind und die trotzdem in jeder Werkstatt gebraucht werden: Geräte zum Schmieren und Ölen, Hilfsmittel zum Sehen und Greifen an Stellen, an die weder Auge noch Hand kommen, und Spezialzangen für Arbeiten an der Fahrzeugelektrik. Ihr gemeinsamer Nenner ist nicht die Bauart, sondern die Situation: Es sind die Werkzeuge, nach denen gegriffen wird, wenn die eigentliche Arbeit ins Stocken gerät, weil der Schmiernippel nicht erreichbar ist, weil die Schraube in den Motorraum gefallen ist oder weil man sehen müsste, was hinter dem Bauteil passiert, ohne es auszubauen. Preislich liegt der größte Teil im ein- bis zweistelligen Bereich, was sie zu den Anschaffungen macht, die man nicht plant, sondern die man einmal getätigt haben will, bevor man sie braucht.

Fettpresse, Ölkanne oder Ölspritze: was wofür

Die Auswahl richtet sich nach dem Schmierstoff und nach der Zugänglichkeit der Schmierstelle. Fett wird mit der Fettpresse gefördert, weil es zäh ist und Druck braucht, um durch einen Schmiernippel in ein Lager oder ein Gelenk zu gelangen: die Hebelausführung baut über den Hebel den nötigen Druck auf und arbeitet mit Kartusche oder lose eingefülltem Fett, während die Mini-Ausführung mit kleinerem Volumen dort im Vorteil ist, wo wenig Platz ist oder selten geschmiert wird. Flüssige Schmierstoffe kommen aus der Ölkanne, und hier entscheidet die Form des Auslaufs: ein starres Rohr zielt genau und ist an gut erreichbaren Stellen die schnellere Lösung, ein biegsames Rohr kommt um die Ecke und an Stellen, die man nicht sieht. Ausführungen aus Metall mit Pumpe sind für den Dauereinsatz gedacht und liefern auch über Kopf, Kunststoffkannen sind leichter und günstiger. Für größere Mengen, etwa zum Befüllen oder Absaugen an Getrieben und Achsen, ist die Ölspritze das richtige Werkzeug, und für die Feinmechanik gibt es den Tropfenöler in Kugelschreiberform, mit dem genau ein Tropfen dorthin kommt, wo er hinsoll, und nicht drei daneben. Zwei Gewohnheiten verlängern die Lebensdauer dieser Geräte erheblich: die Fettpresse nach Gebrauch drucklos stellen und das Mundstück abwischen, denn anhaftendes Fett bindet Sand, und dieser Sand wird beim nächsten Abschmieren direkt ins Lager gedrückt.

Sehen, wo man nicht hinsieht: Inspektionsspiegel

Der Inspektionsspiegel ist eines der wenigen Werkzeuge, deren Nutzen sich nicht in der Arbeit selbst zeigt, sondern in der Arbeit, die man dadurch nicht machen muss, nämlich im Ausbau eines Bauteils, nur um dahinterzuschauen. Vier Bauformen decken unterschiedliche Situationen ab. Der starre Spiegel ist die günstigste Variante, robust, unempfindlich und richtig für einen festen Blickwinkel auf kurze Distanz, etwa unter einer Werkbank oder hinter einem Aggregat. Der Teleskopspiegel lässt sich in der Länge ausziehen und ist die Wahl, wenn tief in einen Motorraum, unter ein Fahrzeug oder hinter eine Verkleidung geschaut wird. Die Ausführung mit flexiblem Hals hält den einmal eingestellten Winkel und erreicht Blickrichtungen, die mit einem starren Spiegel nicht möglich sind, was besonders dort zählt, wo der Weg zum Bauteil nicht gerade verläuft. Und die Variante mit LED-Beleuchtung löst das zweite Problem gleich mit, denn genau an den Stellen, an denen ein Spiegel gebraucht wird, ist es fast immer zu dunkel, um Details zu erkennen, und eine dritte Hand für die Lampe hat niemand. Wer nur ein Werkzeug anschafft, fährt mit der beleuchteten flexiblen Ausführung am weitesten, wer zwei anschafft, ergänzt sie um einen günstigen starren Spiegel für die schnellen Blicke.

Magnetheber und Krallengreifer

Die heruntergefallene Schraube im Motorraum ist keine Anekdote, sondern ein regelmäßiger Zeitfresser, und dafür gibt es zwei Werkzeuge mit klarer Arbeitsteilung. Der Magnetheber greift alles Magnetische, also Stahlschrauben, Muttern, Unterlegscheiben und Werkzeuge, und ist die schnellere Lösung, weil er nicht positioniert werden muss, sondern in die Nähe geführt wird. Es gibt ihn als Teleskopausführung für Tiefe und als Ausführung mit flexiblem Hals für verwinkelte Wege, und die Kombination aus beidem, also ein Teleskopstiel mit beweglichem Kopf, deckt die meisten Fälle ab. Der Krallengreifer arbeitet dagegen mechanisch: beim Druck auf den Kopf treten mehrere federnde Klauen aus, die den Gegenstand umschließen, und damit greift er auch das, was kein Magnet hält, nämlich Kunststoffclips, Dichtungen, Aluminium- und Messingteile, Kabelbinder und Schlauchschellen. In der Praxis lohnen sich beide nebeneinander, weil im Motorraum beide Arten von Kleinteilen vorkommen und ein Magnet an einem Kunststoffclip ebenso wenig ausrichtet wie ein Greifer an einer Schraube, die in einem engen Spalt liegt.

Werkzeuge für Arbeiten an der Fahrzeugelektrik

Drei Positionen dieser Kategorie gehören zu einer Arbeit, die täglich vorkommt und für die die meisten Werkstätten kein passendes Werkzeug haben. Die Relaiszange ist dafür gemacht, Relais und Sicherungen aus ihren Sockeln zu ziehen, ohne das Gehäuse zu beschädigen und ohne an den Kontakten zu reißen: sie greift flächig am Gehäuse und zieht axial, während eine Kombizange punktuell drückt und das Kunststoffgehäuse verformt, was regelmäßig dazu führt, dass ein funktionsfähiges Relais anschließend ersetzt werden muss. Es gibt sie mit geraden Backen für frei zugängliche Sockel und mit um sechzig Grad abgewinkelten Backen für die Fälle, in denen sich der Sicherungskasten nicht so einbauen ließ, dass man gerade herankommt, und das ist der Normalfall. Die Polklemmenbürste reinigt Batteriepole und Polklemmen innen und außen mit zwei Bürstenkörpern und entfernt die Oxidschicht, die für einen erheblichen Teil aller Startprobleme verantwortlich ist, ohne dass die Batterie selbst defekt wäre. Und das Einziehband aus Nylon ist das Werkzeug, mit dem Leitungen durch Rohre, Kanäle und Hohlräume gezogen werden, wo eine Hand nicht hinkommt und ein Draht knicken würde.

Zubehör und Ersatzteile

Zu fast allen Geräten dieser Kategorie gibt es Verschleiß- und Ersatzteile, und der Nachkauf ist in aller Regel die wirtschaftlichere Entscheidung, weil bei diesen Werkzeugen selten das Gerät ausfällt, sondern ein einzelnes Teil daran. Nachkaufbar sind unter anderem biegsame Schläuche, starre gebogene Düsen, Vierbackenmundstücke und selbstklemmende Hochdruckköpfe für die Fettpressen, Rohre und Behälter für die Ölkannen, Dichtringpaare für die Ölspritzen sowie Ersatzspiegel und Ersatzlampen für die Inspektionsspiegel. Zu jedem Teil ist angegeben, zu welchem Gerät es gehört, sodass sich die Zuordnung ohne Rückfrage klären lässt, nachzusehen bei den Ersatzteilen für Werkstattgeräte. Verbrauchsmaterial, Auffangbehälter, Trichter, Reinigungskörbe und weiteres Zubehör für die Werkstattausstattung stehen im Bereich Werkstatt-Zubehör bereit, und einen Überblick über die gesamte Abteilung gibt die Kategorie Werkstattgeräte.

Häufig gestellte Fragen zu Werkstattgeräten

Welche Ölkanne brauche ich: starres oder biegsames Rohr?

Das starre Rohr zielt genauer und ist an gut erreichbaren Stellen die schnellere Lösung, weil es dorthin geht, wohin man es hält. Das biegsame Rohr kommt um die Ecke und an Stellen, die man nicht einsehen kann, und ist damit die richtige Wahl in Motorräumen, an Maschinen mit Verkleidung und überall dort, wo der Weg zur Schmierstelle nicht gerade verläuft. Wer regelmäßig ölt, hat sinnvollerweise beides, denn die Kannen sind günstig und ein falsch gezielter Ölstrahl an einer schwer zugänglichen Stelle kostet mehr Zeit als eine zweite Kanne kostet.

Kann ich mit einer Ölkanne auch fetten?

Nein. Fett ist zäh und braucht Druck, um durch einen Schmiernippel in ein Lager zu gelangen, und diesen Druck baut nur eine Fettpresse über ihren Hebel auf. Eine Ölkanne fördert flüssige Schmierstoffe und würde Fett weder ansaugen noch ausstoßen. Umgekehrt gilt dasselbe: Öl in einer Fettpresse läuft unkontrolliert aus, weil die Dichtungen auf zähen Schmierstoff ausgelegt sind. Für Lager und Gelenke mit Schmiernippel brauchen Sie also eine Fettpresse, für Scharniere, Führungen, Ketten und offene Gleitstellen eine Ölkanne.

Warum wird meine Fettpresse mit der Zeit schwergängig?

Meist liegt es am Fett und nicht am Gerät. Eine angebrochene Kartusche, die lange in der Presse bleibt, entmischt sich: das Öl trennt sich vom Verdicker, sodass zuerst nur Öl kommt und danach gar nichts mehr. Dazu kommt Lufteinschluss beim Kartuschenwechsel, der sich durch Entlüften beheben lässt. Und schließlich verschleißen Schlauch, Mundstück und Dichtungen, die alle einzeln nachkaufbar sind und einen Bruchteil eines neuen Geräts kosten. Vorbeugend hilft, die Presse nach Gebrauch drucklos zu stellen und bei längeren Standzeiten keine angebrochene Kartusche im Gerät zu lassen.

Warum soll ich das Mundstück der Fettpresse abwischen?

Weil anhaftendes Fett Staub und Sand bindet, und dieser Sand wird beim nächsten Abschmieren durch den Schmiernippel direkt in das Lager gedrückt, das eigentlich geschützt werden soll. Schmutz im Lager wirkt dort wie Schleifpaste und zerstört genau die Laufflächen, deren Lebensdauer man mit dem Abschmieren verlängern wollte. Der Aufwand ist ein Wischen mit dem Lappen, der Nutzen ist erheblich. Aus demselben Grund gehört auch der Schmiernippel selbst vor dem Ansetzen sauber gewischt, denn dort sammelt sich zwischen zwei Wartungen ebenso viel Schmutz.

Welchen Inspektionsspiegel soll ich wählen?

Der starre Spiegel ist günstig und robust und passt für feste Blickwinkel auf kurze Distanz. Der Teleskopspiegel ist richtig, wenn tief in einen Motorraum, unter ein Fahrzeug oder hinter eine Verkleidung geschaut werden muss. Die Ausführung mit flexiblem Hals hält den eingestellten Winkel und erreicht Blickrichtungen, die ein starrer Spiegel nicht schafft. Und die Variante mit LED-Beleuchtung löst das zweite Problem gleich mit, denn an genau diesen Stellen ist es fast immer zu dunkel für Details. Wer nur ein Werkzeug kauft, ist mit der beleuchteten flexiblen Ausführung am flexibelsten.

Magnetheber oder Krallengreifer für heruntergefallene Teile?

Der Magnetheber ist schneller, funktioniert aber nur bei magnetischen Werkstoffen, also bei Stahlschrauben, Muttern, Scheiben und Werkzeugen. Der Krallengreifer arbeitet mechanisch mit federnden Klauen und greift deshalb auch Kunststoffclips, Dichtungen, Aluminium- und Messingteile, Kabelbinder und Schlauchschellen. Beide gibt es als Teleskopausführung für Tiefe und mit flexiblem Hals für verwinkelte Wege. In der Praxis lohnen sich beide nebeneinander, weil im Motorraum beide Arten von Kleinteilen vorkommen und keines der Werkzeuge das andere ersetzt.

Wozu brauche ich eine Relaiszange?

Zum Ziehen von Relais und Sicherungen aus ihren Sockeln, ohne das Gehäuse zu beschädigen und ohne an den Kontakten zu reißen. Sie greift flächig am Gehäuse und zieht axial, während eine Kombizange punktuell drückt und das Kunststoffgehäuse verformt, was regelmäßig dazu führt, dass ein funktionsfähiges Relais anschließend ersetzt werden muss. Ausführungen mit abgewinkelten Backen gibt es, weil Sicherungskästen selten so eingebaut sind, dass man gerade herankommt. Für Werkstätten, die regelmäßig an der Fahrzeugelektrik arbeiten, ist das ein Werkzeug, das sich nach wenigen Einsätzen bezahlt macht.

Bekomme ich Ersatzteile für Fettpresse und Ölkanne?

Ja, und der Nachkauf lohnt sich fast immer, weil bei diesen Geräten selten das Gerät ausfällt, sondern ein einzelnes Teil daran. Erhältlich sind unter anderem biegsame Schläuche, starre gebogene Düsen, Vierbackenmundstücke und selbstklemmende Hochdruckköpfe für Fettpressen, Rohre und Behälter für Ölkannen sowie Dichtringpaare für Ölspritzen. Zu jedem Teil ist angegeben, zu welchem Gerät es gehört. Die Preise liegen überwiegend im einstelligen Eurobereich, während ein neues Gerät ein Vielfaches kostet, und ein undichtes Mundstück ist kein Grund, ein funktionierendes Werkzeug zu ersetzen.

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