Werkzeugkoffer

Werkzeugkoffer

Womit das Werkzeug transportiert wird, entscheidet im Arbeitsalltag über mehr, als die Preisschilder vermuten lassen: über die Zeit, die beim Suchen verloren geht, über die Vollständigkeit des Bestands nach einem Jahr und darüber, ob nach dem Einsatz beim Kunden alles wieder mitkommt. Drei Bauformen decken dabei drei sehr verschiedene Arbeitsweisen ab, und sie sind nicht gegeneinander austauschbar. Der Werkzeugkoffer ist geschlossen, formstabil und schützt den Inhalt beim Transport, weshalb er dort im Vorteil ist, wo Werkzeug im Fahrzeug mitfährt und mehrmals täglich getragen wird. Der Werkzeugkasten steht, wird geöffnet und gibt den Blick auf alles frei, was in ihm liegt, was am festen Arbeitsplatz und bei längeren Einsätzen an einer Stelle die schnellere Lösung ist. Die Werkzeugtasche ist leicht, nachgiebig und passt sich dem Inhalt an, was sie für Servicetechniker und für Arbeiten in beengten Verhältnissen prädestiniert. Dazu kommt der Trolley als vierte Form für alles, was zu schwer zum Tragen ist. Quer zu diesen Formen verläuft die zweite Entscheidung, nämlich ob das Behältnis leer gekauft wird oder bereits mit einem Werkzeugsatz bestückt.

Koffer, Kasten oder Tasche: die Entscheidung nach Arbeitsweise

Die drei Bauformen unterscheiden sich weniger im Material als in der Art, wie man an das Werkzeug herankommt, und deshalb folgt die Auswahl der Arbeitsweise und nicht dem Geschmack. Ein Koffer wird liegend geöffnet und zeigt beide Hälften, was bedeutet, dass jedes Werkzeug einen festen Platz hat und eine Lücke sofort sichtbar ist. Das ist der eigentliche Vorteil dieser Bauform: Wer beim Kunden arbeitet und danach zusammenpackt, sieht auf einen Blick, ob etwas liegen geblieben ist. Der Nachteil ist der Platzbedarf beim Öffnen, denn ein aufgeklappter Koffer braucht die doppelte Stellfläche. Ein Kasten wird von oben geöffnet, steht dabei auf seiner Grundfläche und lässt sich auch dort benutzen, wo kein Platz zum Aufklappen ist, etwa auf einer Treppe, auf einem Gerüst oder im Fußraum eines Fahrzeugs. Ausführungen mit Schubladen kombinieren beides, weil sie den Zugriff ohne Umräumen erlauben. Eine Tasche schließlich ist leicht, formt sich nach dem Inhalt und lässt sich auch dann noch zwischen zwei Bauteile stellen, wenn für einen Koffer kein Platz mehr ist, dafür schützt sie den Inhalt weniger und gibt weniger Ordnung vor. Für den täglichen Servicebetrieb ist die Kombination üblich: eine Tasche für das, was immer mitgeht, und ein Koffer oder Kasten für den geplanten Einsatz.

Leer oder bestückt kaufen?

Diese Frage entscheidet über deutlich mehr Geld als die Wahl der Bauform, und sie hat keine allgemeingültige Antwort, sondern hängt davon ab, was bereits vorhanden ist. Für den Berufseinstieg, für die Ausstattung eines neuen Arbeitsplatzes oder eines zweiten Fahrzeugs ist der bestückte Satz in aller Regel die wirtschaftlichere Lösung, weil die Einzelbeschaffung derselben Werkzeuge teurer und vor allem langwieriger wäre und weil ein aufeinander abgestimmter Satz keine Lücken hat. Wer dagegen bereits einen Werkzeugbestand besitzt und ihn nur transportfähig machen will, kauft leer, denn ein bestückter Satz brächte Werkzeuge mit, die doppelt vorhanden sind, und der Aufpreis dafür ist erheblich. Ein dritter Fall wird oft übersehen und ist im Betrieb der häufigste: Ein vorhandener Satz soll ergänzt oder ein beschädigtes Behältnis ersetzt werden. Dafür gibt es leere Kästen, Einsätze, Etuis und Halterungen passend zu einzelnen Werkzeugsätzen, und die kosten einen Bruchteil des Satzes. Wer bestückt kauft, sollte auf zwei Angaben achten: auf die Teilezahl, weil sie die Vergleichbarkeit herstellt, und darauf, was tatsächlich enthalten ist, denn eine hohe Teilezahl entsteht schnell durch viele Bits und sagt wenig über die enthaltenen Werkzeuge aus.

Material und Ausstattung

Bei Koffern und Kästen dominieren drei Werkstoffe. Kunststoff, meist Polypropylen oder ABS, ist leicht, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Öl, günstig und in der Regel die richtige Wahl für den mobilen Einsatz, wobei die Qualität an den Scharnieren und Verschlüssen entschieden wird und nicht an der Wandstärke, denn dort geht ein Koffer zuerst kaputt. Stahlblech ist deutlich robuster gegen mechanische Belastung und Verformung und damit im stationären Einsatz und im rauen Betrieb im Vorteil, dafür schwerer und anfällig für Korrosion, sobald die Beschichtung verletzt ist. Edelstahl kommt dort zum Einsatz, wo Hygiene oder Korrosionsbeständigkeit gefordert sind, etwa in der Lebensmittelverarbeitung und in der Chemie. Bei Taschen ist technisches Gewebe der Standard, weil es leicht ist, hohe Abriebfestigkeit hat und sich reinigen lässt, während PVC-beschichtete Ausführungen zusätzlich wasserdicht sind, was für Arbeiten im Freien und im Anlagenbau zählt. Leder ist die traditionelle Lösung mit langer Lebensdauer, verlangt dafür Pflege. Unabhängig vom Material lohnt der Blick auf drei Details, die über die Nutzungsdauer entscheiden: die Verschlüsse, die Tragegriffe samt ihrer Befestigung und, bei Ausführungen mit Rollen, die Größe der Räder, denn kleine Rollen scheitern an jeder Bordsteinkante und an jedem Kabel.

Ersatzeinsätze und leere Behältnisse für vorhandene Sätze

Ein Punkt, der beim Kauf selten bedacht wird und im Betrieb regelmäßig auftritt: Bei einem Werkzeugsatz geht das Behältnis fast immer vor den Werkzeugen kaputt. Der Kunststoffkasten bricht am Scharnier, der Einsatz reißt, das Etui verliert seinen Verschluss, die Halterung wird spröde. Danach liegt der Satz lose in der Schublade oder im Wagen, und was dann passiert, ist absehbar: Es fehlt bei jedem Griff die Übersicht, und irgendwann fehlt eine Größe. Für die gängigen Sätze sind deshalb leere Kästen, Einsätze, Etuis und Halterungen einzeln erhältlich, jeweils passend zur Artikelnummer des Satzes, und sie kosten in der Regel einen kleinen Bruchteil dessen, was der Satz gekostet hat. Für die Bestellung brauchen Sie die Artikelnummer des Satzes, denn diese Behältnisse sind seriengebunden: Sie sind auf die Anzahl und die Abmessungen genau dieser Werkzeuge zugeschnitten. Ist die Nummer nicht mehr auffindbar, helfen die Anzahl der Werkzeuge und die größte Abmessung weiter. Weitere Halterungen für Werkzeugsätze finden Sie außerdem im Bereich leere Halterungen.

Häufig gestellte Fragen zu Werkzeugkoffern und Werkzeugkästen

Werkzeugkoffer, Werkzeugkasten oder Werkzeugtasche?

Der Koffer wird liegend geöffnet, zeigt beide Hälften und gibt jedem Werkzeug einen festen Platz, sodass eine Lücke beim Zusammenpacken sofort auffällt. Das ist sein größter Vorteil bei Einsätzen beim Kunden. Der Kasten wird von oben geöffnet, steht auf seiner Grundfläche und funktioniert auch dort, wo kein Platz zum Aufklappen ist, etwa auf Treppe, Gerüst oder im Fußraum. Die Tasche ist leicht, formt sich nach dem Inhalt und passt in beengte Verhältnisse, schützt dafür weniger und gibt weniger Ordnung vor. Im Servicebetrieb ist die Kombination üblich: eine Tasche für das, was immer mitgeht, und ein Koffer für den geplanten Einsatz.

Lohnt sich ein bestückter Werkzeugsatz oder besser leer kaufen?

Das hängt davon ab, was Sie bereits besitzen. Für den Berufseinstieg, für einen neuen Arbeitsplatz oder für ein zweites Fahrzeug ist der bestückte Satz meist wirtschaftlicher, weil die Einzelbeschaffung derselben Werkzeuge teurer und langwieriger wäre und weil ein abgestimmter Satz keine Lücken hat. Wer bereits einen Werkzeugbestand hat und ihn nur transportfähig machen will, kauft leer, denn sonst zahlt er für Werkzeuge, die doppelt vorhanden sind. Und wer nur ein beschädigtes Behältnis ersetzen will, braucht weder das eine noch das andere, sondern einen passenden leeren Einsatz für seinen vorhandenen Satz.

Sagt die Teilezahl etwas über die Qualität eines Satzes aus?

Nur bedingt, und hier lohnt genaues Hinsehen. Eine hohe Teilezahl entsteht schnell durch viele Bits und Kleinteile, die einzeln gezählt werden, während die eigentlichen Werkzeuge, also Zangen, Schlüssel und Schraubendreher, deutlich weniger zahlreich sind. Zwei Sätze mit derselben Teilezahl können sich deshalb erheblich unterscheiden. Sinnvoll ist, die Zusammenstellung durchzugehen und zu prüfen, welche Werkzeuge tatsächlich enthalten sind und ob die Größen zu Ihrer Arbeit passen. Die Teilezahl ist ein Anhaltspunkt für den Umfang, aber kein Maß für den Nutzen.

Kunststoff oder Stahl?

Kunststoff ist leicht, unempfindlich gegen Feuchtigkeit und Öl und günstiger, weshalb er für den mobilen Einsatz meist die richtige Wahl ist. Achten Sie dabei nicht auf die Wandstärke, sondern auf Scharniere und Verschlüsse, denn dort geht ein Koffer zuerst kaputt. Stahlblech hält mechanischer Belastung und Verformung deutlich mehr entgegen und ist im stationären und rauen Einsatz im Vorteil, wiegt aber mehr und rostet, sobald die Beschichtung verletzt ist. Edelstahl kommt dort infrage, wo Hygiene oder Korrosionsbeständigkeit gefordert sind, etwa in Lebensmittelverarbeitung und Chemie.

Worauf muss ich bei einem Trolley mit Rollen achten?

Vor allem auf die Größe der Räder, denn sie entscheidet über die Brauchbarkeit im Alltag mehr als jedes andere Merkmal. Kleine Rollen laufen auf glattem Hallenboden problemlos und scheitern an jeder Bordsteinkante, an jedem Kabel und auf jedem Baustellenuntergrund, sodass der Trolley dann getragen werden muss, wofür er nicht gebaut ist. Achten Sie außerdem auf den Teleskopgriff und seine Befestigung, weil dort die größte Hebelkraft wirkt, und auf das Leergewicht, denn es geht vollständig von der Nutzlast ab, die Sie noch bewegen können.

Bekomme ich einen leeren Kasten für meinen vorhandenen Werkzeugsatz?

Ja, für die gängigen Sätze sind leere Kästen, Einsätze, Etuis und Halterungen einzeln erhältlich, und sie kosten in der Regel einen kleinen Bruchteil des Satzes. Das lohnt sich fast immer, denn das Behältnis geht bei einem Werkzeugsatz meist vor den Werkzeugen kaputt, und ein loser Satz in der Schublade wird über die Zeit unvollständig. Wichtig ist, dass diese Behältnisse seriengebunden sind, also auf Anzahl und Abmessungen genau dieser Werkzeuge zugeschnitten. Für die Bestellung brauchen Sie die Artikelnummer des Satzes, und wenn diese fehlt, helfen die Anzahl der Werkzeuge und die größte Abmessung weiter.

Welche Tasche eignet sich für den Servicetechniker?

Eine Ausführung aus technischem Gewebe mit vielen einzelnen Fächern, denn im Servicebetrieb zählt, dass jedes Werkzeug einen Platz hat und beim Zusammenpacken auffällt, wenn es fehlt. Wer im Freien und im Anlagenbau arbeitet, sollte eine PVC-beschichtete, wasserdichte Ausführung wählen. Für Elektrowerkzeuge mit Akku gibt es eigene Taschen mit größeren Fächern und Platz für Ladegerät und Wechselakku. Und für Arbeiten, bei denen nur wenige Werkzeuge mitgehen, sind Werkzeugrollen mit Einstecktaschen praktisch, weil sie zusammengerollt kaum Platz brauchen und aufgerollt alles sichtbar machen.