Senker

Senker

Ein Senker ist ein Werkzeug, das eine bereits vorhandene Bohrung bearbeitet, und er erfüllt zwei Aufgaben, die im Alltag oft in einem Arbeitsgang zusammenfallen: Er erzeugt die kegelige Vertiefung, in der der Kopf einer Senkschraube plan verschwindet, und er entfernt den Grat, den das Bohren am Rand der Bohrung hinterlässt. In diesem Bereich finden Sie dreischneidige Kegelsenker von BETA ab 43,75 Euro, in HSS und mit Titannitridbeschichtung, einzeln und im Satz, dazu Entgratsenker mit Führungsstift.

Was ein Senker macht und warum er nötig ist

Beim Bohren wird Material verdrängt, und ein Teil davon bleibt als Grat am Rand der Bohrung stehen. Dieser Grat hat drei unerwünschte Wirkungen: Er ist scharf und verletzt beim Hantieren, er verhindert, dass zwei Bauteile plan aufeinander liegen, und er sitzt bei einer Schraubverbindung genau dort, wo der Kopf oder die Mutter tragen soll. Eine Verbindung, die auf einem Grat sitzt, verliert Vorspannung, sobald sich der Grat unter Last plattdrückt, und dann ist die Schraube locker, obwohl sie mit dem richtigen Moment angezogen wurde.

Die zweite Aufgabe ist die Senkung. Eine Senkschraube hat einen kegeligen Kopf, und sie soll bündig mit der Oberfläche abschließen. Dafür braucht die Bohrung eine kegelige Erweiterung mit demselben Winkel wie der Schraubenkopf. Ohne diese Senkung liegt der Kopf auf der Oberfläche auf, steht über und trägt nur mit seiner äußeren Kante, was bei weichen Werkstoffen zusätzlich das Material eindrückt.

Der Winkel muss zum Schraubenkopf passen

Dies ist die wichtigste Auswahlangabe und gleichzeitig der häufigste Fehler bei dieser Arbeit. Der Kegelwinkel des Senkers muss dem Kopfwinkel der Schraube entsprechen. Für metrische Senkschrauben nach den gängigen Normen sind das 90 Grad, und das ist deshalb der Standardwinkel, den Sie in den meisten Fällen brauchen. 60 Grad kommen bei Nieten und bei bestimmten Sonderanwendungen vor, und in Teilen der zölligen Normen finden Sie 82 Grad.

Passt der Winkel nicht, liegt der Schraubenkopf nicht flächig auf, sondern nur mit einer Kante, und die Folgen sind je nach Richtung des Fehlers verschieden. Ist der Senker zu spitz, sitzt der Kopf auf dem oberen Rand der Senkung und steht über. Ist er zu flach, sitzt der Kopf auf dem Boden der Senkung und die Fläche darum bleibt unberührt. In beiden Fällen ist die tragende Fläche ein Bruchteil der vorgesehenen, die Flächenpressung entsprechend höher, und bei Aluminium oder Kunststoff drückt sich der Kopf mit der Zeit ein. Prüfen Sie den Winkel deshalb, bevor Sie senken, und nicht danach.

Warum drei Schneiden besser sind als eine

Einfache Senker haben eine Schneide, und sie neigen zum Rattern: Das Werkzeug schneidet, springt kurz ab, schneidet wieder, und weil dieser Rhythmus mit der Drehzahl in Resonanz gerät, entsteht ein sichtbares Muster in der Senkung. Es sieht aus wie ein Dreieck oder ein Kleeblatt und lässt sich nachträglich nicht entfernen, sondern nur durch Nachsenken mit größerem Durchmesser überdecken.

Ein dreischneidiger Senker hat drei um 120 Grad versetzte Schneiden, die einander abstützen: Während eine schneidet, führen die beiden anderen das Werkzeug, und dadurch kann es nicht ausbrechen. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, glatte Senkung ohne Muster. Bei dünnem Blech kommt eine zweite Bauart dazu: Senker mit asymmetrisch geteilten Schneiden, bei denen die Schneiden ungleichmäßig verteilt sind, sodass sich keine Resonanz aufbauen kann. In dünnem Material, das selbst federt, ist das oft der einzige Weg zu einer saubereren Senkung.

Entgratsenker mit Führungsstift

Zum reinen Entgraten gibt es eine eigene Bauart, die einen Zapfen vor der Schneide hat. Dieser Führungsstift wird in die Bohrung eingeführt und zentriert das Werkzeug darin, und das löst ein Problem, das jeder kennt, der viele Bohrungen entgratet hat: Ein normaler Senker muss von Hand zentriert werden, und wenn er nur leicht schief ansetzt, wird der Grat auf einer Seite stärker abgetragen als auf der anderen.

Mit Führungsstift entsteht ein gleichmäßiger, umlaufender Anschnitt, und zwar reproduzierbar bei jeder Bohrung. Bei Serienarbeit ist das der eigentliche Grund für diese Werkzeuge, und bei Bauteilen, deren Kantenzustand dokumentiert wird, ist es Voraussetzung. Beachten Sie, dass der Führungsstift zum Bohrungsdurchmesser passen muss: Ein zu kleiner Stift führt nicht, ein zu großer passt nicht hinein. Deshalb sind diese Werkzeuge durchmesserbezogen und werden meist im Satz gekauft.

HSS oder HSS mit TiN

Der Grundkörper ist in beiden Fällen Schnellarbeitsstahl. Die goldfarbene Titannitridschicht ist wenige Mikrometer dünn, härter als der Grundkörper und senkt die Reibung, wodurch weniger Wärme entsteht und die Standzeit deutlich steigt. Beim Senken zahlt sich das besonders aus, weil hier mit großem Durchmesser und dadurch hoher Schnittgeschwindigkeit am Umfang gearbeitet wird.

Die Rechnung ist damit einfach: Wer gelegentlich senkt, kommt mit HSS gut aus. Wer täglich Serien senkt, spart mit der beschichteten Ausführung mehr, als sie kostet. Wie bei Bohrern gilt allerdings der Vorbehalt, dass Nachschleifen die Schicht an der Schneide entfernt und das Werkzeug danach wie ein unbeschichtetes arbeitet.

Richtig senken: langsam und ohne Ruck

Senken verlangt eine deutlich niedrigere Drehzahl als Bohren, und der Grund ist der Durchmesser: Ein Senker arbeitet mit dem gesamten Umfang seiner Schneiden, und bei einem 20-Millimeter-Senker ist die Schnittgeschwindigkeit an der Außenkante bei gleicher Drehzahl ein Vielfaches der eines 5-Millimeter-Bohrers. Als Orientierung gilt: etwa ein Drittel bis ein Viertel der Bohrdrehzahl, und bei großen Durchmessern noch weniger.

Der Vorschub soll gleichmäßig sein und ohne Ruck, weil jeder Ruck die Schneide zum Springen bringt und damit das Rattermuster erzeugt. Arbeiten Sie mit Schneidöl, das die Reibung senkt und die Oberfläche verbessert. Und kontrollieren Sie die Tiefe zwischendurch, statt sie zu schätzen: Am einfachsten legen Sie eine Senkschraube in die entstehende Senkung und prüfen, ob ihr Kopf bündig liegt. Bei Serienarbeit lohnt ein Tiefenanschlag, weil eine zu tiefe Senkung die tragende Fläche verkleinert und nicht korrigierbar ist. Passende Bohrer finden Sie unter HSS-Metallbohrer, Zentrierbohrer für exaktes Anbohren unter Zentrierbohrer und Kernbohrer, eine Übersicht über alle Bohrwerkzeuge unter Bohrwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu Senkern

Was ist ein Senker und wofür wird er verwendet?

Ein Senker bearbeitet eine vorhandene Bohrung und erfüllt zwei Aufgaben: Er erzeugt die kegelige Vertiefung, in der der Kopf einer Senkschraube plan verschwindet, und er entfernt den Grat, den das Bohren am Bohrungsrand hinterlässt. Häufig fallen beide Aufgaben in einem Arbeitsgang zusammen.

Welchen Winkel brauche ich, 90 oder 60 Grad?

Der Kegelwinkel des Senkers muss dem Kopfwinkel der Schraube entsprechen. Für metrische Senkschrauben nach den gängigen Normen sind das 90 Grad, und das ist deshalb der Standardwinkel. 60 Grad kommen bei Nieten und Sonderanwendungen vor, in Teilen der zölligen Normen finden Sie 82 Grad.

Was passiert, wenn der Senkwinkel nicht zur Schraube passt?

Der Kopf liegt nicht flächig auf, sondern nur mit einer Kante. Ist der Senker zu spitz, sitzt der Kopf auf dem oberen Rand und steht über; ist er zu flach, sitzt er auf dem Boden der Senkung. In beiden Fällen ist die tragende Fläche ein Bruchteil der vorgesehenen, und bei Aluminium oder Kunststoff drückt sich der Kopf mit der Zeit ein.

Warum muss ich eine Bohrung überhaupt entgraten?

Der Grat ist scharf, verhindert, dass zwei Bauteile plan aufeinander liegen, und sitzt bei einer Schraubverbindung genau dort, wo Kopf oder Mutter tragen soll. Eine Verbindung, die auf einem Grat sitzt, verliert Vorspannung, sobald sich der Grat unter Last plattdrückt, und ist dann locker, obwohl sie mit dem richtigen Moment angezogen wurde.

Warum entsteht ein Rattermuster in der Senkung?

Weil ein einschneidiger Senker schneidet, kurz abspringt und wieder schneidet, und dieser Rhythmus mit der Drehzahl in Resonanz gerät. Das Muster sieht aus wie ein Dreieck oder Kleeblatt und lässt sich nachträglich nicht entfernen, sondern nur durch Nachsenken mit größerem Durchmesser überdecken.

Was bringen drei Schneiden?

Drei um 120 Grad versetzte Schneiden stützen einander ab: Während eine schneidet, führen die beiden anderen das Werkzeug, sodass es nicht ausbrechen kann. Das Ergebnis ist eine gleichmäßige, glatte Senkung ohne Rattermuster. In dünnem, federndem Blech helfen zusätzlich Ausführungen mit asymmetrisch verteilten Schneiden.

Wozu dient der Führungsstift am Entgratsenker?

Er wird in die Bohrung eingeführt und zentriert das Werkzeug darin, sodass ein gleichmäßiger, umlaufender Anschnitt entsteht, und zwar reproduzierbar bei jeder Bohrung. Ein normaler Senker muss von Hand zentriert werden und trägt bei leicht schiefem Ansatz auf einer Seite mehr ab. Der Stift muss zum Bohrungsdurchmesser passen.

Welche Drehzahl brauche ich beim Senken?

Deutlich weniger als beim Bohren, etwa ein Drittel bis ein Viertel, und bei großen Durchmessern noch weniger. Der Grund ist der Durchmesser: Ein Senker arbeitet mit dem gesamten Umfang seiner Schneiden, und die Schnittgeschwindigkeit an der Außenkante ist bei gleicher Drehzahl ein Vielfaches der eines kleinen Bohrers.

Wie kontrolliere ich die Senktiefe?

Am einfachsten, indem Sie eine Senkschraube in die entstehende Senkung legen und prüfen, ob ihr Kopf bündig liegt. Schätzen Sie die Tiefe nicht, denn eine zu tiefe Senkung verkleinert die tragende Fläche und ist nicht korrigierbar. Bei Serienarbeit lohnt ein Tiefenanschlag.

HSS oder HSS mit TiN-Beschichtung?

Wer gelegentlich senkt, kommt mit HSS gut aus. Wer täglich Serien senkt, spart mit der titannitridbeschichteten Ausführung mehr, als sie kostet, weil die Schicht die Reibung senkt und die Standzeit deutlich erhöht. Beachten Sie, dass Nachschleifen die Schicht an der Schneide entfernt.

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