Spiralbohrer

Spiralbohrer

Ein Spiralbohrer sieht bei allen Ausführungen gleich aus, und trotzdem entscheidet die Wahl darüber, ob ein Loch in dreißig Sekunden fertig ist oder ob nach zwei Minuten ein blau angelaufener Bohrer im Werkstück steckt. Die Unterschiede stecken in drei Angaben: im Werkstoff des Bohrers, in seiner Länge und in der Geometrie seiner Spitze. In diesem Bereich finden Sie HSS-Spiralbohrer von BETA ab 0,59 Euro: in HSS, in HSS-Cobalt für Edelstahl und titannitridbeschichtet, in Längen von sehr kurz bis extralang, einzeln und als Satz mit 19 bis 116 Bohrern.

HSS, HSS-Co oder TiN: welcher Bohrer für welchen Stahl

HSS, also Schnellarbeitsstahl, ist der Standard und deckt den größten Teil der Werkstattarbeit ab: Baustahl, Guss, Aluminium, Messing, Kupfer und Kunststoff. Solange Drehzahl und Kühlung passen, gibt es keinen Grund, mehr zu bezahlen. Für diese Werkstoffe ist ein HSS-Bohrer nicht die Sparvariante, sondern die richtige Wahl.

HSS-Co mit meist fünf Prozent Cobaltanteil ist der Bohrer für Werkstoffe, die Wärme nicht abführen. Bei Edelstahl ist das der Kern des Problems: Er leitet Wärme schlecht, härtet unter der Schneide zusätzlich aus, und deshalb steht ein HSS-Bohrer dort nach kurzer Zeit. Cobalt erhöht die Warmhärte, also die Härte bei hoher Temperatur, und genau das entscheidet hier. Dasselbe gilt für zähe und hochlegierte Stähle, für Titan und überall, wo nicht ständig gekühlt werden kann.

HSS-TiN ist kein anderer Stahl, sondern ein HSS-Bohrer mit einer goldfarbenen Titannitridschicht von wenigen Mikrometern. Sie ist härter als der Grundkörper und senkt die Reibung, wodurch weniger Wärme entsteht und die Standzeit deutlich steigt. Ein Punkt dazu wird oft übersehen: Nachschleifen entfernt die Schicht an der Schneide, und danach arbeitet der Bohrer wie ein unbeschichteter. TiN lohnt sich deshalb bei vielen gleichen Löchern und weniger dort, wo Bohrer routinemäßig nachgeschärft werden.

Der Spitzenwinkel entscheidet mit

Die Spitze eines Bohrers hat einen Winkel, und er ist auf einen Werkstoffbereich abgestimmt. Rund 118 Grad ist der klassische Wert für Stahl und die verbreitetste Ausführung. Weichere Werkstoffe wie Aluminium und Kunststoff mögen einen spitzeren Winkel, weil der Bohrer dann besser anschneidet statt zu schmieren.

Für harte und zähe Werkstoffe, also für Edelstahl und gehärtete Stähle, ist ein Winkel um 135 Grad die bessere Wahl, und meist kommt dort ein Kreuzanschliff dazu, also eine ausgespitzte Mitte. Beides zusammen hat einen praktischen Effekt, der im Alltag mehr zählt als die Theorie: Ein solcher Bohrer zentriert sich selbst und wandert nicht auf der Fläche, weshalb er auf glattem Edelstahl ohne Anbohrung angesetzt werden kann. Bei einem 118-Grad-Bohrer mit normaler Spitze ist eine Anbohrung dort praktisch Pflicht, weil er sonst verläuft. Zentrierbohrer dafür finden Sie unter Zentrierbohrer und Kernbohrer.

Länge: warum kurz meistens besser ist

Die Länge wählt man nicht nach der Materialdicke, sondern nach dem Zugang, und die Regel lautet: so kurz wie möglich. Der Grund ist Steifigkeit. Ein langer Bohrer federt unter Last, und dieses Federn hat drei Folgen, die alle unerwünscht sind: Das Loch wird unrund und größer als der Nenndurchmesser, die Bohrung verläuft, und die Bruchgefahr steigt erheblich, weil ein federnder Bohrer im Loch verkantet.

Sehr kurze Ausführungen sind deshalb die stabilsten und die erste Wahl, wenn genug Platz ist. Lange und extralange Bohrer sind für einen bestimmten Fall gebaut, nämlich für Bohrungen, an die man anders nicht herankommt: durch ein Gehäuse hindurch, in einem Hohlraum, hinter einem Anbauteil. Wenn Sie einen langen Bohrer benutzen, bohren Sie mit reduzierter Drehzahl, führen ihn möglichst gerade an und setzen ihn immer mit einer Anbohrung an, weil er sonst schon beim Anschnitt aus der Spur läuft.

Drehzahl, Vorschub und Kühlung

Die häufigste Ursache für zerstörte Bohrer ist zu hohe Drehzahl, und der Zusammenhang ist einfach: Bei gleicher Umdrehungszahl legt die Schneide eines großen Bohrers pro Umdrehung viel mehr Weg zurück als die eines kleinen, und dieser Weg erzeugt die Wärme. Je größer der Durchmesser, desto langsamer. Dazu kommt der Werkstoff: Aluminium und Messing hohe Drehzahl, Stahl mittlere, Edelstahl ausdrücklich niedrige.

Der zweithäufigste Fehler ist das Gegenteil, nämlich zu wenig Vorschub. Ein Bohrer, der nur reibt statt zu schneiden, erzeugt Wärme ohne Span, und die Schneide ist in Sekunden hinüber. Bei Edelstahl ist das besonders kritisch, weil er unter zu geringem Vorschub an der Oberfläche kaltverfestigt, also härter wird, und danach bohrt dort kein Bohrer mehr. Kühlen erfüllt zwei Aufgaben, und die zweite ist die wichtigere: Temperatur senken und den Span aus der Bohrung transportieren. Ein Span, der in der Spannut bleibt, klemmt und bricht den Bohrer, was bei kleinen Durchmessern besonders schnell geht. Der zuverlässigste Indikator, dass alles stimmt, ist der Span: gleichmäßig und zusammenhängend heißt richtig, feiner Staub und Blauverfärbung heißen zu schnell, Quietschen ohne Span heißt zu wenig Druck.

Einzelbohrer oder Satz

Ein Satz ist beim Ausstatten die günstigere Rechnung, weil der Preis pro Bohrer deutlich unter dem Einzelpreis liegt, und er hat einen zweiten Vorteil, der sich erst nach Monaten zeigt: Die Kassette macht sichtbar, welche Größe fehlt. Lose Bohrer in einer Schublade sind nach einem Jahr ein Haufen, in dem die Beschriftung nicht mehr lesbar ist und in dem man dieselbe Größe dreimal hat und eine andere nie.

Achten Sie bei Sätzen weniger auf die Stückzahl und mehr auf Durchmesserbereich und Abstufung. Ein 19-teiliger Satz kann von 1 bis 10 Millimeter in Halbmillimeterschritten reichen oder von 2 bis 13 Millimeter in ganzen Millimetern, und das sind zwei verschiedene Werkzeuge für zwei verschiedene Arbeiten: Feine Abstufung braucht man, wenn Passungen und Gewindekernlöcher gebohrt werden, große Durchmesser bei allgemeiner Metallarbeit. Nachkaufen werden Sie in der Praxis immer dieselben Größen, nämlich die zu gängigen Gewinden passenden und alles unter vier Millimetern, weil kleine Bohrer brechen. Zwei Stück Reserve in genau diesen Größen ersparen Stillstand.

Was noch dazugehört

Ein gebohrtes Loch ist selten fertig. Am Ausgang steht ein Grat, der scharf ist, das plane Aufliegen verhindert und bei Senkschrauben genau dort sitzt, wo der Kopf tragen soll, und für Senkschrauben braucht die Bohrung zusätzlich eine Senkung. Beides erledigen Senker. Für Bohrungen in Mauerwerk und Beton brauchen Sie Werkzeug mit Hartmetallplatte, das Sie unter Betonbohrer finden, und für große Durchmesser in dünnem Blech ist ein Stufenbohrer das richtige Werkzeug, weil ein Spiralbohrer dort beim Durchtritt verhakt. Gewindewerkzeuge und weiteres Zerspanungswerkzeug führt der Bereich Schneidwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu HSS-Metallbohrern

Welcher Bohrer für Edelstahl?

HSS-Cobalt, meist mit fünf Prozent Cobaltanteil. Edelstahl leitet Wärme schlecht und härtet unter der Schneide zusätzlich aus, weshalb ein normaler HSS-Bohrer dort schnell steht. Cobalt erhöht die Warmhärte, also die Härte bei hoher Temperatur, und genau darauf kommt es bei diesem Werkstoff an.

Wann reicht ein normaler HSS-Bohrer?

Für Baustahl, Guss, Aluminium, Messing, Kupfer und Kunststoff, also für den größten Teil der Werkstattarbeit. Solange Drehzahl und Kühlung passen, gibt es keinen Grund für ein teureres Werkzeug. Für diese Werkstoffe ist HSS nicht die Sparvariante, sondern die richtige Wahl.

Was bringt die goldene TiN-Beschichtung?

Titannitrid ist härter als der HSS-Grundkörper und senkt die Reibung, wodurch weniger Wärme entsteht und die Standzeit deutlich steigt. Beachten Sie aber: Nachschleifen entfernt die Schicht an der Schneide, danach arbeitet der Bohrer wie ein unbeschichteter. TiN lohnt sich bei vielen gleichen Löchern, weniger bei Bohrern, die regelmäßig nachgeschärft werden.

Was bedeutet der Spitzenwinkel 118 oder 135 Grad?

118 Grad ist der klassische Wert für Stahl und die verbreitetste Ausführung. Rund 135 Grad, meist mit Kreuzanschliff, ist für harte und zähe Werkstoffe wie Edelstahl gedacht. Der praktische Vorteil: Ein solcher Bohrer zentriert sich selbst und wandert nicht, kann also auf glattem Edelstahl ohne Anbohrung angesetzt werden.

Kurz oder lang: welche Bohrerlänge nehme ich?

So kurz wie möglich, denn Länge kostet Steifigkeit. Ein langer Bohrer federt unter Last, das Loch wird unrund und größer als der Nenndurchmesser, die Bohrung verläuft und die Bruchgefahr steigt. Lange Ausführungen sind für Bohrungen gedacht, an die man anders nicht herankommt, etwa durch ein Gehäuse oder hinter einem Anbauteil.

Warum bricht mein Bohrer immer bei kleinen Durchmessern?

Meist weil der Span in der Spannut bleibt, klemmt und den Bohrer verdreht, und das passiert bei kleinen Durchmessern deutlich schneller als bei großen. Ziehen Sie den Bohrer beim Bohren zwischendurch heraus, damit der Span abfließen kann, und kühlen Sie, denn Kühlmittel transportiert den Span mit hinaus.

Warum bohrt mein Bohrer in Edelstahl nach kurzer Zeit nicht mehr?

Weil Edelstahl unter zu geringem Vorschub an der Oberfläche kaltverfestigt, also härter wird, und danach bohrt dort kein Bohrer mehr. Arbeiten Sie deshalb mit niedriger Drehzahl und kräftigem, gleichmäßigem Vorschub, sodass der Bohrer schneidet statt zu reiben, und verwenden Sie Kühlmittel.

Woran erkenne ich, dass ich richtig bohre?

Am Span: gleichmäßig und zusammenhängend bedeutet richtig. Feiner Staub und blaue Verfärbung bedeuten zu hohe Drehzahl, Quietschen ohne Span bedeutet zu wenig Vorschub. Beides zerstört die Schneide, und blaue Verfärbung heißt, dass der Bohrer an dieser Stelle seine Härte verloren hat.

Worauf achte ich bei einem Bohrersatz?

Weniger auf die Stückzahl, mehr auf Durchmesserbereich und Abstufung. Ein 19-teiliger Satz kann von 1 bis 10 Millimeter in Halbmillimeterschritten reichen oder von 2 bis 13 Millimeter in ganzen Millimetern, und das sind zwei verschiedene Werkzeuge: Feine Abstufung für Passungen und Gewindekernlöcher, große Durchmesser für allgemeine Metallarbeit.

Welche Größen gehen am schnellsten aus?

Erfahrungsgemäß immer dieselben: die Durchmesser, die zu gängigen Gewinden als Kernloch passen, und alles unter vier Millimetern, weil kleine Bohrer brechen. Zwei Stück Reserve in genau diesen Größen ersparen den Stillstand mitten in einer Arbeit.

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