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Eine dichte Rohrverbindung entsteht nicht beim Verbinden, sondern in den drei Schritten davor. Das Rohr muss rechtwinklig und ohne Verformung getrennt werden, die Schnittkante muss innen und außen entgratet sein, und je nach Verbindungsart muss das Rohrende aufgeweitet, gebördelt oder angeschrägt werden. Wer einen dieser Schritte auslässt, bekommt eine Verbindung, die im Druckversuch hält und nach zwei Jahren tropft, meist hinter einer Wandverkleidung. In diesem Bereich finden Sie die Werkzeuge, mit denen diese Schritte sauber gemacht werden: Rohrschneider für Kupfer, Stahl, Edelstahl, Kunststoff und Mehrschichtrohre, Rohrentgrater, Bördel- und Aufweitgeräte, Rohrbieger und Zangen sowie Schweißgeräte für Kunststoffrohre.
Die Werkzeuge stammen von BETA, einem italienischen Hersteller, der seit 1939 Werkzeug für den professionellen Einsatz baut. Für den Sanitär- und Heizungsbereich heißt das vor allem eines: Die Schneidräder, Klingen und Bördelkegel sind als Ersatzteile verfügbar, sodass ein Werkzeug nicht wegen eines stumpfen Rades ersetzt werden muss. Bei Werkzeugen, die täglich mehrere hundert Schnitte machen, ist das der Unterschied zwischen einer Anschaffung und einem Verbrauchsartikel.
Die Bereiche im Überblick
Den Anfang macht das Trennen. Die Rohrschneider decken das gesamte Materialspektrum ab: kompakte Modelle für Kupferrohre ab 3 mm, Ausführungen mit Teleskopvorschub für größere Durchmesser, Rohrscheren für Kunststoff- und Mehrschichtrohre und schwere Schneider für Stahlrohre bis 60 mm. Anschließend kommt das Entgraten. Die Rohrentgrater entfernen den Grat innen und außen in einem Arbeitsgang, was bei Trinkwasserleitungen keine Kosmetik ist: Ein Innengrat verwirbelt das Wasser und begünstigt Ablagerungen und Korrosion.
Für die Verbindung selbst gibt es je nach Technik zwei Wege. Die Rohraufweiter und Bördelgeräte weiten das Rohrende so auf, dass ein zweites Rohr darin Platz findet oder dass eine Bördelverbindung entsteht, wie sie in der Kälte- und Klimatechnik und im Fahrzeugbau üblich ist. Bei Kunststoffrohren übernehmen das die Rohrmuffenschweißgeräte, die Rohr und Fitting gleichzeitig erwärmen und zu einer stoffschlüssigen, unlösbaren Verbindung zusammenfügen. Dazu kommen unter Rohrzangen und Zubehör die Werkzeuge zum Greifen, Halten und Biegen: Rohrzangen im schwedischen und amerikanischen Modell, Gripzangen, Rohrbiegezangen und Biegefedern.
Welches Werkzeug zu welchem Rohr
Kupferrohr ist im Sanitär- und Heizungsbau der Klassiker und lässt sich mit fast allen Techniken verbinden: löten, pressen, klemmen und bördeln. Es wird mit einem Schneidrad getrennt, muss anschließend entgratet werden und lässt sich mit einer Biegefeder oder Biegezange formen, ohne zu knicken. Stahlrohr verlangt schwerere Schneider und mehr Kraft, weshalb die entsprechenden Werkzeuge deutlich massiver ausfallen. Edelstahl braucht ein eigenes Schneidrad, weil ein Rad für Kupfer daran stumpf wird und außerdem Partikel überträgt, die auf der Edelstahloberfläche Korrosion auslösen können.
Kunststoffrohre und Mehrschichtrohre werden nicht mit einem Schneidrad getrennt, sondern mit einer Rohrschere geschnitten, die das Material glatt durchtrennt statt es zu quetschen. Wichtig ist dabei ein rechtwinkliger Schnitt: Bei einer Steck- oder Pressverbindung sitzt der Dichtring auf der Schnittfläche, und ein schräger Schnitt bedeutet ungleichmäßigen Anpressdruck. Mehrschichtrohre müssen nach dem Schnitt zusätzlich kalibriert werden, damit der Querschnitt wieder rund ist und das Fitting sauber einfährt.
Die Reihenfolge, die eine dichte Verbindung ergibt
In der Praxis läuft jede Rohrverbindung nach demselben Ablauf, und Fehler passieren fast immer an derselben Stelle. Zuerst wird abgelängt, und zwar rechtwinklig: Ein schräger Schnitt lässt sich später nicht mehr korrigieren, ohne das Rohr zu kürzen. Dann wird entgratet, innen und außen, weil der Außengrat den Dichtring beim Einschieben beschädigt und der Innengrat den Durchfluss stört. Dann folgt je nach Verbindungsart das Aufweiten, Bördeln, Anschrägen oder Kalibrieren. Erst danach wird verbunden.
Der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird, ist das Entgraten, und er ist der, der am teuersten wird. Ein beschädigter Dichtring verursacht keine Leckage am Montagetag, sondern nach Monaten, und dann meist an einer Stelle, die verkleidet, verputzt oder gefliest ist. Ein Entgrater kostet in dieser Kategorie ab 9,41 Euro.
Ersatzteile und Verschleiß
Schneidräder, Klingen und Federn sind Verschleißteile, und bei täglichem Einsatz merkt man das schnell: Ein stumpfes Schneidrad trennt nicht mehr, sondern quetscht, verformt das Rohrende und macht damit genau das kaputt, was danach dicht sein soll. Ein Rad, das mehr als zwei Umdrehungen für den Schnitt braucht, gehört gewechselt. Im Sortiment finden Sie Ersatzschneidräder, darunter eigene Ausführungen für Edelstahl, Ersatzklingen für die Entgrater, Ersatzfedern und Bördeleinsätze, jeweils bei den zugehörigen Werkzeugen.
Was Sie sonst noch brauchen
Zum Halten und Kontern von Verschraubungen führen die Kategorien Rohrzangen und Gripzangen im Bereich Zangen das passende Programm. Rollgabelschlüssel, Bandschlüssel und Kettenrohrzangen für große Verschraubungen finden Sie unter Schraubenschlüssel, und die Grundausstattung an Steckschlüsseln steht unter Stecknüsse.
Häufig gestellte Fragen zu Rohrwerkzeugen
In welcher Reihenfolge bearbeitet man ein Rohr?
Erst rechtwinklig ablängen, dann innen und außen entgraten, dann je nach Verbindungsart aufweiten, bördeln, anschrägen oder kalibrieren, und erst danach verbinden. Übersprungen wird meist das Entgraten, und genau das wird am teuersten.
Warum muss ein Rohr nach dem Schneiden entgratet werden?
Aus zwei Gründen. Der Außengrat beschädigt beim Einschieben den Dichtring, was zu einer Leckage führt, die sich erst nach Monaten zeigt. Der Innengrat verwirbelt das Wasser, stört den Durchfluss und begünstigt Ablagerungen und Korrosion.
Womit schneidet man Kunststoff- und Mehrschichtrohre?
Mit einer Rohrschere, nicht mit einem Schneidrad. Die Schere durchtrennt das Material glatt, statt es zu quetschen. Mehrschichtrohre müssen anschließend kalibriert werden, damit der Querschnitt wieder rund ist und das Fitting sauber einfährt.
Braucht Edelstahl ein anderes Schneidrad?
Ja. Ein Rad für Kupfer wird an Edelstahl stumpf und überträgt außerdem Partikel, die auf der Edelstahloberfläche Korrosion auslösen können. Für Edelstahl gibt es eigene Schneidräder, die als Ersatzteil verfügbar sind.
Woran merke ich, dass das Schneidrad stumpf ist?
Daran, dass der Schnitt mehr Umdrehungen braucht als vorher und dass das Rohrende sich verformt statt sauber getrennt zu werden. Ein stumpfes Rad quetscht, und ein gequetschtes Rohrende ist genau die Fläche, die danach dicht sein soll. Braucht ein Rad mehr als etwa zwei Umdrehungen, gehört es gewechselt.
Was ist der Unterschied zwischen Aufweiten und Bördeln?
Beim Aufweiten wird das Rohrende so erweitert, dass ein zweites Rohr desselben Durchmessers hineinpasst, was eine Muffe ohne Fitting ergibt. Beim Bördeln wird das Rohrende konisch nach außen umgeformt, damit eine Überwurfmutter dagegen abdichtet, wie in der Kälte- und Klimatechnik und im Fahrzeugbau üblich.
Wie verbindet man Kunststoffrohre dauerhaft?
Mit einem Muffenschweißgerät. Es erwärmt Rohr und Fitting gleichzeitig über passende Formen, sodass beim Zusammenfügen eine stoffschlüssige Verbindung entsteht. Diese ist unlösbar und im Ergebnis so belastbar wie das Rohr selbst.
Warum sollte man ein Kupferrohr biegen statt einen Bogen einzusetzen?
Weil jede Verbindung eine potenzielle Leckstelle ist. Ein gebogenes Rohr hat keine Naht, keinen Dichtring und keinen Widerstand durch die Fittingverengung. Mit einer Biegefeder oder Biegezange lässt sich dünnwandiges Kupferrohr formen, ohne dass es an der Außenseite einreißt oder an der Innenseite knickt.