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Wenn eine Rohrverbindung nach zwei Jahren tropft, liegt es selten am Fitting und fast nie am Rohr. Es liegt an einem Arbeitsschritt, der zehn Sekunden dauert und der übersprungen wurde. Jeder Rohrschneider hinterlässt einen Grat, und zwar auf beiden Seiten der Schnittkante, weil das Schneidrad Material verdrängt statt es abzutragen. Dieser Grat ist nicht Kosmetik, sondern die häufigste Ursache für Undichtigkeiten, die sich erst Monate später zeigen. In dieser Kategorie finden Sie Rohrentgrater von BETA ab 9,41 Euro: mit fester HSS-Klinge, mit drehbar gelagerter Klinge, als reine Innenentgrater, als Innen-Außen-Entgrater und in einer Ausführung für Edelstahl, dazu ein Anschräggerät für Kunststoffrohre.
Warum der Grat zwei verschiedene Probleme macht
Der Außengrat ist die scharfe Kante am Rohrumfang, und er ist der gefährlichere von beiden. Beim Einschieben in ein Fitting läuft er über den Dichtring und schneidet ihn an, sichtbar oder nicht. Die Verbindung ist danach zunächst dicht, weil der Ring trotz Beschädigung noch anliegt. Erst wenn sich die Anlage über Monate erwärmt und abkühlt, arbeitet der beschädigte Ring, und dann beginnt die Verbindung zu weinen, meist hinter Putz, Fliesen oder einer Vorwandinstallation. Diesen Fehler bemerkt man nicht am Montagetag, sondern beim Aufstemmen.
Der Innengrat arbeitet anders und langsamer. Er ragt in den Querschnitt hinein, verwirbelt das strömende Wasser und erzeugt an dieser Stelle einen dauerhaften Strömungsschatten. Dort setzen sich Kalk und Partikel ab, der Querschnitt verengt sich weiter, und bei Warmwasserleitungen begünstigt der Bereich zusätzlich Korrosion und Ablagerungen. In einer einzelnen Verbindung ist der Effekt gering, in einer Installation mit sechzig Lötstellen summiert er sich zu spürbar weniger Durchfluss.
Welcher Entgrater für welche Arbeit
Der Entgrater mit fester HSS-Klinge ist die einfachste und günstigste Lösung und für gelegentliche Arbeiten völlig ausreichend. Er gehört in jede Werkzeugtasche, weil er wenig kostet und kaum Platz braucht. Der Entgrater mit drehbar gelagerter Klinge folgt der Rohrkante selbsttätig und arbeitet dadurch gleichmäßiger und schneller, was bei mehreren Dutzend Schnitten pro Tag den Unterschied macht. Der reine Innenentgrater ist auf die schwerer zugängliche Seite spezialisiert und kommt tiefer ins Rohr. Der Innen-Außen-Entgrater erledigt beide Seiten in einem Arbeitsgang und ist für die meisten Anwender die vernünftigste Wahl, weil er verhindert, dass eine der beiden Seiten aus Bequemlichkeit ausgelassen wird.
Für Edelstahl gibt es eine eigene Ausführung, und das hat denselben Grund wie beim Schneidrad: Eine Klinge, die an unlegiertem Stahl gearbeitet hat, überträgt Partikel auf die Edelstahloberfläche, die dort die Passivschicht durchbrechen und Fremdrost auslösen. Wer in der Lebensmittelverarbeitung, im Anlagenbau oder an Trinkwasserleitungen aus Edelstahl arbeitet, braucht deshalb ein eigenes Werkzeug für dieses Material, nicht dasselbe wie für Kupfer.
Kunststoffrohre werden angefast, nicht entgratet
Bei Kunststoff- und Mehrschichtrohren ist die Aufgabe eine andere. Hier geht es nicht darum, einen Grat abzutragen, sondern darum, dem Rohrende einen definierten Konus zu geben. Der Grund ist derselbe wie beim Außengrat, nur umgekehrt gedacht: Eine scharfe Kante schiebt beim Einstecken den Dichtring vor sich her oder rollt ihn aus seiner Nut, und eine angefaste Kante gleitet daran vorbei. Das Anschräggerät im Sortiment erzeugt diesen Konus in gleichbleibender Form, was bei Steck- und Pressverbindungen an Kunststoffrohren die Voraussetzung für eine dauerhafte Dichtung ist. Wichtig: Mehrschichtrohre müssen zusätzlich kalibriert werden, damit der beim Schneiden oval gewordene Querschnitt wieder rund ist.
Klingen sind Verschleißteile
Eine stumpfe Entgraterklinge schneidet den Grat nicht ab, sondern drückt ihn um, und das ist schlechter als gar nicht zu entgraten: Der umgelegte Grat sitzt dann als Falte in der Kante und wirkt genauso wie vorher, nur ist man überzeugt, den Schritt erledigt zu haben. Woran Sie eine stumpfe Klinge erkennen: Der Span reißt statt zu locken, und Sie müssen drücken, statt das Werkzeug nur zu drehen. Ersatzklingen sind im Sortiment verfügbar. Bei einem Werkzeug für unter zwanzig Euro lohnt sich der Klingenwechsel nicht immer, bei den größeren Ausführungen sehr wohl.
Was davor und danach kommt
Entgratet wird direkt nach dem Trennen. Die passenden Rohrschneider für Kupfer, Stahl, Edelstahl, Kunststoff und Mehrschichtrohre finden Sie in der entsprechenden Kategorie, und je sauberer der Schnitt, desto weniger Grat entsteht überhaupt. Danach folgt je nach Verbindungsart das Bördeln oder Aufweiten, wofür die Bördel- und Aufweitgeräte zuständig sind, oder bei Kunststoffrohren das Verschweißen mit den Rohrmuffenschweißgeräten. Zum Halten und Kontern der fertigen Verschraubungen führen die Rohrzangen das passende Programm. Einen Überblick über alle Werkzeuge zur Rohrbearbeitung gibt die Übersicht Rohrwerkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Rohrentgratern
Muss ein Rohr wirklich immer entgratet werden?
Ja. Jeder Rohrschneider hinterlässt einen Grat auf beiden Seiten der Schnittkante, weil das Schneidrad Material verdrängt statt es abzutragen. Das Entgraten dauert zehn Sekunden und verhindert die häufigste Ursache für Undichtigkeiten, die sich erst Monate später zeigen.
Was macht der Außengrat kaputt?
Den Dichtring. Beim Einschieben in ein Fitting läuft die scharfe Kante über den Ring und schneidet ihn an. Die Verbindung ist zunächst dicht und beginnt erst zu weinen, wenn die Anlage über Monate arbeitet, meist hinter Putz, Fliesen oder einer Vorwandinstallation.
Und was stört der Innengrat?
Er ragt in den Querschnitt, verwirbelt das strömende Wasser und erzeugt einen Strömungsschatten, in dem sich Kalk und Partikel absetzen. In einer einzelnen Verbindung ist das wenig, in einer Installation mit sechzig Lötstellen summiert es sich zu spürbar weniger Durchfluss.
Feste oder drehbar gelagerte Klinge?
Die feste HSS-Klinge ist günstiger und für gelegentliche Arbeiten völlig ausreichend. Die drehbar gelagerte Klinge folgt der Rohrkante selbsttätig und arbeitet gleichmäßiger und schneller, was sich bei mehreren Dutzend Schnitten pro Tag bemerkbar macht.
Brauche ich für Edelstahl einen eigenen Entgrater?
Ja, aus demselben Grund wie beim Schneidrad. Eine Klinge, die an unlegiertem Stahl gearbeitet hat, überträgt Partikel auf die Edelstahloberfläche, die dort die Passivschicht durchbrechen und Fremdrost auslösen.
Werden Kunststoffrohre auch entgratet?
Sie werden angefast, nicht entgratet. Das Rohrende bekommt einen definierten Konus, damit es beim Einstecken den Dichtring nicht vor sich herschiebt oder aus seiner Nut rollt. Mehrschichtrohre müssen zusätzlich kalibriert werden, damit der beim Schneiden oval gewordene Querschnitt wieder rund ist.
Woran merke ich, dass die Klinge stumpf ist?
Der Span reißt, statt sich zu locken, und Sie müssen drücken, statt das Werkzeug nur zu drehen. Eine stumpfe Klinge schneidet den Grat nicht ab, sondern drückt ihn um, und das ist schlechter als gar nicht zu entgraten: Der umgelegte Grat wirkt weiter, nur hält man den Schritt für erledigt.
Reicht es, mit einem Messer oder einer Feile zu entgraten?
Außen zur Not, innen praktisch nie. Ein Entgrater arbeitet mit definierter Klingenlage rundum gleichmäßig und kommt an die Innenkante heran, an die ein Messer nicht reicht. Dazu kommt: Mit der Feile entstehen Späne, die im Rohr bleiben und später in Armaturen und Ventilen landen.
Entgrater mit Drehbar Gelagerter BETA 345SB
Innen-Außen-Entgrater BETA 345
Entgrater mit Fester Klinge HSS BETA 345SB2
Innen-Entgrater Drehbar Gelagerter BETA 345SI
Ersatzklinge für Art. 345SI BETA 345SI/R
Innen-Außen-Entgrater für Edelstahl BETA 345U
Anschräggeräte für Kunststoffrohre BETA 358/1