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Ein Rohr hat keine Schlüsselflächen, und genau daraus ergibt sich alles, was eine Rohrzange ausmacht. Sie muss ein rundes Werkstück so fassen, dass es sich unter Drehmoment nicht dreht, und sie muss das mit Zähnen tun, die sich in die Oberfläche eingraben. Deshalb greift eine Rohrzange stärker als jede andere Zange und hinterlässt dabei Spuren, und deshalb gehört zu ihrer Anwendung genauso das Wissen, wann man sie nicht einsetzt. In dieser Kategorie finden Sie Rohrzangen von BETA in allen gängigen Bauformen und Längen: das schwedische und das amerikanische Modell, die Ausführung Stillson, leichte und verstärkte Varianten, Gurtrohrzangen und funkenfreie Ausführungen für explosionsgefährdete Bereiche.
Schwedisches Modell, amerikanisches Modell, Stillson
Die drei Bauformen unterscheiden sich darin, wie die Backen stehen und wie die Kraft übertragen wird. Beim schwedischen Modell stehen die Backen im rechten Winkel zum Griff. Die Zange arbeitet dadurch nah am Rohr, baut wenig auf und ist die richtige Wahl, wenn Sie zwischen Wand und Leitung wenig Platz haben, also im Sanitärbau praktisch immer. Beim amerikanischen Modell stehen die Backen schräg zum Griff, was einen bequemeren Handwinkel ergibt und beim Arbeiten über Kopf sowie an frei liegenden Leitungen im Vorteil ist.
Die Ausführung Stillson ist die klassische verstellbare Rohrzange mit beweglich gelagerter Oberbacke. Das Entscheidende an dieser Konstruktion ist, dass die Backe unter Last nachgreift: Je stärker Sie ziehen, desto fester beißt die Zange zu. Das ist der Grund, warum sie an festsitzenden Verschraubungen die zuverlässigste Bauform ist, und zugleich der Grund, warum sie am tiefsten in die Oberfläche geht. Die Gurtrohrzange geht den umgekehrten Weg: Statt Zähnen legt sie einen Gurt um das Werkstück und greift über Reibung. Sie überträgt weniger Kraft, hinterlässt aber keine Spuren und ist die einzige Bauform, mit der Sie an verchromten, lackierten und kunststoffummantelten Rohren arbeiten können, ohne die Oberfläche zu zerstören.
Die Länge bestimmt das Drehmoment
Rohrzangen werden nach Gesamtlänge in Millimetern bezeichnet, und diese Zahl ist keine Größenangabe, sondern eine Kraftangabe. Eine Zange von 175 bis 250 mm ist für dünne Leitungen, Armaturen und Arbeiten in beengten Verhältnissen gedacht. Der Bereich 250 bis 350 mm deckt den größten Teil der Sanitärinstallation ab und ist die Länge, die man zuerst kauft. Zangen ab 500 mm sind für schwere Verschraubungen, Stahlrohre größerer Durchmesser und festsitzende Verbindungen, an denen kürzere Zangen abrutschen, weil schlicht der Hebel fehlt.
Der häufigste Fehler in der Praxis ist, mit einer zu kurzen Zange zu viel zu wollen. Man setzt an, zieht, die Zange rutscht ab, die Zähne reißen eine Spur über das Rohr, und beim nächsten Ansetzen findet die Zange keinen Halt mehr, weil die Oberfläche bereits verletzt ist. Ab diesem Punkt hilft nur noch eine größere Zange oder ein Trennschnitt. Wer regelmäßig an Rohren arbeitet, hat deshalb sinnvoll zwei Größen im Wagen und nicht eine mittlere.
Zwei Zangen statt einer: das Kontern
Bei jeder Verschraubung an einer Leitung gilt eine Regel, die im Sanitärbereich über Schäden entscheidet: Es werden zwei Zangen gebraucht, nicht eine. Die eine hält gegen, die andere dreht. Halten Sie nicht gegen, wandert das Drehmoment weiter in die Leitung hinein, und zwar bis zur nächsten Stelle, die nachgibt. Das kann eine Lötstelle in der Wand sein, eine Pressverbindung hinter dem Putz oder ein Anschluss am Heizkörper, und der Schaden zeigt sich dann nicht dort, wo Sie gearbeitet haben. Zwei Zangen kosten weniger als das Öffnen einer Wand.
Funkenfreie Ausführungen für ATEX-Bereiche
Zwei Modelle im Sortiment sind aus einer Kupferlegierung gefertigt und erzeugen beim Anschlagen an Stahl keine zündfähigen Funken. Sie sind für explosionsgefährdete Bereiche gedacht, also für Raffinerien, Tanklager, Gasanlagen, Lackieranlagen, Mühlen und Silobetriebe, in denen an Rohrleitungen gearbeitet wird und eine Zündquelle nicht nur einen Schaden, sondern eine Katastrophe auslöst. Diese Zangen sind weicher als vergüteter Stahl und verschleißen schneller, was kein Mangel ist, sondern der Preis für die Sicherheit. Wer sie braucht, weiß es genau, und findet sie in den meisten Werkzeugshops überhaupt nicht.
Wann eine Rohrzange die falsche Wahl ist
Eine Rohrzange gehört nicht an Sechskantverschraubungen, an verchromte Armaturen, an Ventile und an alles, was sichtbar bleibt. Sie hinterlässt Zahnspuren, und an einer Verschraubung mit Schlüsselflächen rundet sie zusätzlich die Kanten ab, sodass danach auch der passende Schlüssel nicht mehr greift. Für diese Fälle gibt es die richtigen Werkzeuge: Schraubenschlüssel für Verschraubungen mit Schlüsselflächen, Gripzangen zum kraftvollen Festhalten von Werkstücken und die oben beschriebene Gurtrohrzange für empfindliche Oberflächen.
Was dazugehört
Zum Arbeiten an Rohrleitungen gehören die Werkzeuge, mit denen das Rohr vorbereitet wird: Rohrschneider zum rechtwinkligen Trennen, Rohrentgrater für die Schnittkante innen und außen sowie Bördel- und Aufweitgeräte für die Verbindung. Für Kunststoffrohre führen die Rohrmuffenschweißgeräte die passende Technik. Einen Überblick über alle Werkzeuge zur Rohrbearbeitung gibt die Übersicht Rohrwerkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Rohrzangen
Was ist der Unterschied zwischen schwedischem und amerikanischem Modell?
Beim schwedischen Modell stehen die Backen im rechten Winkel zum Griff, wodurch die Zange nah am Rohr arbeitet und wenig aufbaut. Das ist bei wenig Platz zwischen Wand und Leitung der Vorteil. Beim amerikanischen Modell stehen die Backen schräg, was einen bequemeren Handwinkel ergibt und beim Arbeiten über Kopf hilft.
Was zeichnet eine Rohrzange Modell Stillson aus?
Die beweglich gelagerte Oberbacke greift unter Last nach: Je stärker Sie ziehen, desto fester beißt die Zange zu. Deshalb ist sie an festsitzenden Verschraubungen die zuverlässigste Bauform und geht zugleich am tiefsten in die Oberfläche.
Welche Länge brauche ich?
Die Längenangabe ist eine Kraftangabe. 175 bis 250 mm für dünne Leitungen, Armaturen und beengte Verhältnisse, 250 bis 350 mm für den größten Teil der Sanitärinstallation, ab 500 mm für schwere Verschraubungen und festsitzende Verbindungen. Wer regelmäßig an Rohren arbeitet, hat sinnvoll zwei Größen dabei statt einer mittleren.
Warum rutscht meine Rohrzange ab?
Meist, weil die Zange für die Aufgabe zu kurz ist und der Hebel fehlt. Beim Abrutschen reißen die Zähne eine Spur über das Rohr, und beim nächsten Ansetzen findet die Zange keinen Halt mehr, weil die Oberfläche bereits verletzt ist. Ab diesem Punkt hilft nur eine größere Zange oder ein Trennschnitt.
Warum braucht man beim Verschrauben zwei Zangen?
Weil eine gegenhalten muss, während die andere dreht. Ohne Gegenhalten wandert das Drehmoment in die Leitung hinein bis zur nächsten Stelle, die nachgibt: eine Lötstelle in der Wand, eine Pressverbindung hinter dem Putz, ein Heizkörperanschluss. Der Schaden zeigt sich dann nicht dort, wo gearbeitet wurde.
Womit arbeite ich an verchromten oder lackierten Rohren?
Mit einer Gurtrohrzange. Sie legt statt Zähnen einen Gurt um das Werkstück und greift über Reibung. Sie überträgt weniger Kraft, hinterlässt aber keine Spuren und ist die einzige Bauform für verchromte, lackierte und kunststoffummantelte Oberflächen.
Darf man eine Rohrzange an einer Sechskantverschraubung verwenden?
Nein. Sie hinterlässt Zahnspuren und rundet die Kanten ab, sodass danach auch der passende Schraubenschlüssel nicht mehr greift. Für Verschraubungen mit Schlüsselflächen gehört ein Schraubenschlüssel, für kraftvolles Festhalten eine Gripzange.
Wofür sind funkenfreie Rohrzangen?
Für explosionsgefährdete Bereiche: Raffinerien, Tanklager, Gasanlagen, Lackieranlagen, Mühlen und Silobetriebe. Sie bestehen aus einer Kupferlegierung und erzeugen beim Anschlagen an Stahl keine zündfähigen Funken. Sie sind weicher als vergüteter Stahl und verschleißen schneller, was der Preis für die Sicherheit ist.
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