Messwerkzeuge

Messwerkzeuge

Messen ist der einzige Arbeitsschritt, bei dem ein Fehler nicht auffällt, solange man ihn macht. Ein schiefer Schnitt sieht man, ein überdrehtes Gewinde spürt man, aber eine falsche Messung merkt man erst, wenn das Teil nicht passt, und dann ist die Arbeit davor umsonst. Deshalb ist beim Messwerkzeug die entscheidende Frage nicht, was es kostet, sondern welche Genauigkeit Ihre Arbeit tatsächlich verlangt. In diesem Bereich finden Sie das komplette Messprogramm von BETA: Messschieber analog und digital, Mikrometer, Messuhren, Tiefenmaße, Wasserwaagen, Maßbänder und Gliedermaßstäbe, Winkel und Winkelmesser, Anreißwerkzeuge, Hydrometer und Diagnosegeräte für die Fahrzeugtechnik.

Welche Genauigkeit brauchen Sie wirklich

Das ist die Frage, an der sich in dieser Kategorie fast alles entscheidet, und sie lässt sich in vier Stufen beantworten.

Für Längen im Zentimeterbereich, also Zuschnitte, Abstände, grobe Kontrolle, reichen Maßband, Gliedermaßstab und Stahllineal. Sie messen auf etwa einen Millimeter genau, und mehr braucht man beim Bauen, Montieren und Zuschneiden auch nicht. Für Zehntelmillimeter beginnt der Bereich des Messschiebers: Wandstärken, Bohrungsdurchmesser, Bolzenmaße, Bremsscheibendicken. Das ist die Genauigkeit, mit der in Werkstatt und Fahrzeugtechnik der größte Teil der Arbeit erledigt wird.

Für Hundertstelmillimeter braucht es Mikrometer, Messuhren und Präzisionsmessschieber. Hier bewegen wir uns im Maschinenbau, in der Instandsetzung von Motoren und überall dort, wo Passungen eingehalten werden müssen. Und für Tausendstel und darunter gibt es Präzisionswasserwaagen und Feinmessgeräte, wie sie beim Ausrichten von Maschinen gebraucht werden. Wer eine Stufe zu grob misst, bekommt Ausschuss. Wer eine Stufe zu fein misst, bezahlt für Genauigkeit, die im Ergebnis niemand sieht.

Die Bereiche im Überblick

Für Längen führen die Längenmessgeräte Rollbandmaße, Gliedermaßstäbe und flexible Stahlmaßstäbe von 150 Millimetern bis 50 Metern. Für genaue Innen-, Außen- und Tiefenmaße stehen die Messschieber in analoger Ausführung und die digitalen Messschieber mit einer Auflösung von 0,01 Millimetern bereit, ergänzt um die Tiefenmesser für Bohrungstiefen und Reifenprofile.

Waagerecht und senkrecht prüfen Sie mit den Wasserwaagen, von der magnetischen Taschenausführung bis zur Präzisionswasserwaage nach DIN 877. Winkel kontrollieren und anreißen Sie mit den Winkeln und Winkelmessern, und die Markierung selbst übernehmen die Anreiß- und Markierwerkzeuge mit Reißnadeln, Zirkeln, Markierschnur und Schreinerbleistift.

Dazu kommen drei Bereiche für die Fahrzeug- und Elektrotechnik. Unter Messgeräte finden Sie Mikrometer, Messuhren, Fühlerlehren, Multimeter, Stromzangen und Spannungsprüfer. Die Hydrometer prüfen Batteriesäure, Frostschutz und Kühlmittel, und die Diagnosegeräte decken Druck- und Dichtheitsprüfung, Kompressionsmessung, Einspritzsysteme und Videoendoskopie ab. Ersatzspitzen, Messtischfüße, Prüfleitungen und weiteres Zubehör stehen unter Messgeräte-Zubehör.

Drei Regeln, die über die Messung entscheiden

Erstens: Das Messmittel muss genauer sein als die Toleranz, die Sie einhalten wollen. Als Faustregel gilt ein Verhältnis von etwa eins zu zehn: Wer auf einen Zehntelmillimeter arbeiten muss, misst mit einem Werkzeug, das Hundertstel auflöst. Ein Messschieber, der genauso fein ist wie die geforderte Toleranz, sagt Ihnen nichts, weil sein eigener Fehler in derselben Größenordnung liegt.

Zweitens: Temperatur zählt. Stahl dehnt sich, und bei Präzisionsmessungen an größeren Werkstücken macht das messbare Unterschiede. Bezugsgröße ist 20 Grad. Ein Werkstück, das gerade bearbeitet wurde und noch warm ist, ist größer als dasselbe Werkstück eine Stunde später, und ein Messschieber, der in der Hand liegt, wird ebenfalls warm. Bei Hundertstelmessungen gehört beides berücksichtigt.

Drittens: Messkraft und Ansatz. Ein Messschieber, den man mit Gewalt zudrückt, zeigt zu wenig an, weil sich Werkstück und Messschenkel verformen. Ein Mikrometer hat deshalb eine Ratsche, die genau diesen Fehler ausschließt, und sie ist kein Komfort, sondern der Grund, warum das Ergebnis reproduzierbar ist. Ebenso wichtig ist, rechtwinklig anzusetzen: Schräg gemessen ist jedes Maß zu groß.

Pflege und Kontrolle

Messwerkzeug ist das einzige Werkzeug, das kaputt sein kann, ohne dass man es sieht. Ein Messschieber, der einmal heruntergefallen ist, kann verzogen sein und trotzdem sauber aussehen, und dann misst er ab sofort falsch, ohne dass es auffällt. Kontrollieren Sie deshalb regelmäßig den Nullpunkt: Messschenkel schließen, Anzeige prüfen. Steht dort nicht null, stimmt keine einzige Messung danach.

Ansonsten gilt: trocken lagern, nicht lose in die Schublade werfen, Führungen sauber halten und ölfrei wischen, weil Öl Staub bindet und Staub die Führung ausschleift. Bei digitalen Geräten die Batterie entnehmen, wenn sie längere Zeit nicht gebraucht werden. Und bei Präzisionswerkzeug in eigenen Fächern oder Etuis aufbewahren, denn der häufigste Grund für ein defektes Messmittel ist nicht der Gebrauch, sondern das, was in derselben Schublade darauf liegt.

Häufig gestellte Fragen zu Messwerkzeugen

Welche Genauigkeit brauche ich?

Maßband und Gliedermaßstab für Millimeter, also Zuschnitte und Abstände. Messschieber für Zehntelmillimeter, also Wandstärken, Bohrungen und Bremsscheiben. Mikrometer und Messuhr für Hundertstel, also Passungen im Maschinenbau. Präzisionswasserwaagen für alles darunter.

Warum muss das Messmittel genauer sein als die Toleranz?

Weil sein eigener Fehler sonst in derselben Größenordnung liegt wie das, was Sie messen wollen. Als Faustregel gilt ein Verhältnis von etwa eins zu zehn: Wer auf einen Zehntelmillimeter arbeiten muss, misst mit einem Werkzeug, das Hundertstel auflöst.

Spielt die Temperatur beim Messen eine Rolle?

Bei Präzisionsmessungen ja. Bezugsgröße ist 20 Grad. Ein Werkstück, das gerade bearbeitet wurde und noch warm ist, ist größer als eine Stunde später, und ein Messschieber, der in der Hand liegt, wird ebenfalls warm. Bei Hundertstelmessungen gehört beides berücksichtigt.

Warum hat ein Mikrometer eine Ratsche?

Damit die Messkraft immer gleich ist. Ein Messmittel, das man mit Gewalt zudrückt, zeigt zu wenig an, weil sich Werkstück und Messfläche verformen. Die Ratsche schließt genau diesen Fehler aus und ist der Grund, warum das Ergebnis reproduzierbar ist.

Wie prüfe ich, ob mein Messschieber noch stimmt?

Messschenkel schließen und die Anzeige prüfen. Steht dort nicht null, stimmt keine einzige Messung danach. Das ist besonders wichtig nach einem Sturz: Ein verzogener Messschieber kann völlig unversehrt aussehen und trotzdem ab sofort falsch messen.

Wie lagert man Messwerkzeug richtig?

Trocken, in eigenen Fächern oder Etuis, nicht lose in der Schublade. Führungen sauber und ölfrei halten, weil Öl Staub bindet und Staub die Führung ausschleift. Bei digitalen Geräten die Batterie entnehmen, wenn sie länger nicht gebraucht werden. Der häufigste Grund für ein defektes Messmittel ist nicht der Gebrauch, sondern das, was in derselben Schublade darauf liegt.

Analog oder digital messen?

Digital ist schneller abzulesen, wechselt auf Knopfdruck zwischen Millimeter und Zoll und erlaubt das Nullsetzen an beliebiger Stelle für Differenzmessungen. Analog braucht keine Batterie, verträgt Kälte, Feuchtigkeit und Stöße besser und fällt nie mitten in der Arbeit aus. Viele Werkstätten haben deshalb beides.

Warum ist schräges Ansetzen ein Problem?

Weil jedes schräg gemessene Maß zu groß ausfällt: Sie messen dann nicht den kürzesten Abstand, sondern eine Diagonale. Rechtwinkliges Ansetzen ist bei Messschieber, Mikrometer und Tiefenmaß gleichermaßen die Voraussetzung für ein brauchbares Ergebnis.