Schweißtechnik

Schweißtechnik

Schweißen ist die einzige Verbindungstechnik, bei der zwei Bauteile danach ein Bauteil sind. Geschraubt wird lösbar, geklebt wird flächig, und beide Verfahren haben ihre Grenzen bei Kraft und Temperatur. Eine Schweißnaht ist so belastbar wie das Material selbst, und deshalb wird sie überall eingesetzt, wo Konstruktionen tragen müssen: im Stahlbau, im Fahrzeugbau, in der Instandhaltung und in der Reparatur. In diesem Bereich finden Sie Inverterschweißgeräte von BETA für Elektrode und WIG von 120 bis 200 Ampere, selbstverdunkelnde LCD-Schweißhelme ab 126,44 Euro, Magnetwinkel, Kabel und Ersatzteile.

Elektrode oder WIG: die beiden Verfahren im Sortiment

Das Elektrodenschweißen, im Datenblatt meist als MMA bezeichnet, arbeitet mit einer umhüllten Stabelektrode, die gleichzeitig Stromleiter und Zusatzmaterial ist. Sie schmilzt ab, und ihre Umhüllung bildet dabei eine Schutzgasatmosphäre und eine Schlackenschicht über der Naht. Der große Vorteil ist die Unempfindlichkeit: Es braucht keine Gasflasche, es funktioniert im Freien bei Wind, und es kommt mit Rost, Farbresten und Feuchtigkeit besser zurecht als jedes andere Verfahren. Für Instandhaltung, Baustelle und Reparatur an dickerem Material ist es deshalb erste Wahl.

Das WIG-Schweißen, englisch TIG, arbeitet mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode und einer separaten Schutzgasversorgung, das Zusatzmaterial wird von Hand zugeführt. Das ist langsamer und verlangt mehr Übung, liefert dafür die saubersten und kontrolliertesten Nähte und funktioniert an dünnem Blech, an Edelstahl und an Aluminium, wo eine Stabelektrode das Material durchschlagen würde. Wo sichtbare Nähte oder dünne Wandstärken im Spiel sind, führt kein Weg daran vorbei. Beide Verfahren finden Sie unter Schweißgeräte, teilweise in einem Gerät kombiniert.

Was Inverter-Technik praktisch bedeutet

Ältere Schweißgeräte regelten den Strom über einen Transformator, und das machte sie schwer: Ein 200-Ampere-Gerät wog leicht über dreißig Kilogramm und blieb dort stehen, wo man es abgestellt hatte. Inverter arbeiten stattdessen mit Hochfrequenzelektronik, und dadurch schrumpft der Transformator auf einen Bruchteil. Ein modernes Invertergerät derselben Leistung lässt sich mit einer Hand tragen.

Für die Arbeit heißt das zweierlei. Erstens ist das Gerät dort, wo geschweißt wird, und nicht umgekehrt, was bei Reparaturen an Maschinen, Fahrzeugen und Konstruktionen der eigentliche Unterschied ist. Zweitens ist der Lichtbogen elektronisch geregelt und dadurch stabiler, was das Zünden erleichtert und weniger Spritzer erzeugt. Achten Sie beim Kauf auf die Einschaltdauer, die in Prozent angegeben wird: Sie sagt, welcher Anteil von zehn Minuten bei welcher Stromstärke durchgehend geschweißt werden kann, bevor das Gerät eine Pause braucht. Für Reparaturarbeiten mit kurzen Nähten spielt sie kaum eine Rolle, für lange Nähte im Stahlbau entscheidet sie über den Arbeitsfluss.

Augenschutz ist keine Empfehlung

Ein Schweißlichtbogen strahlt im ultravioletten und infraroten Bereich so stark, dass ein Blick ohne Schutz zu einer Verblitzung der Hornhaut führt, und die macht sich erst Stunden später bemerkbar: nachts, mit dem Gefühl von Sand im Auge. Sie heilt in der Regel ab, aber sie ist schmerzhaft, sie kann bleibende Schäden hinterlassen, und sie ist vollständig vermeidbar. Betroffen ist außerdem nicht nur die schweißende Person, sondern jeder im Raum, der in den Bogen sieht.

Selbstverdunkelnde LCD-Schweißhelme lösen das Problem elegant: Die Scheibe ist im Ruhezustand hell genug, um das Werkstück und die Elektrode zu sehen, und dunkelt beim Zünden des Bogens in Millisekunden auf die eingestellte Schutzstufe ab. Das erspart das Auf- und Abklappen von Hand, und genau dieses Abklappen ist der Moment, in dem in der Praxis am häufigsten etwas verrutscht. Achten Sie auf den einstellbaren DIN-Bereich, der zur Stromstärke passen muss, und auf die Größe des Sichtfeldes. Zum Helm gehören außerdem Schutzkleidung aus schwer entflammbarem Material und Handschuhe, die Sie unter Arbeitshandschuhe finden.

Vorbereitung entscheidet über die Naht

Die meisten schlechten Schweißnähte entstehen vor dem ersten Zünden. Drei Dinge müssen stimmen. Erstens die Sauberkeit: Rost, Zunder, Farbe, Öl und Fett gehören von der Nahtstelle entfernt, weil sie im Bogen verdampfen und Poren, Einschlüsse und eine unsaubere Naht erzeugen. Bei WIG ist das nicht verhandelbar, bei Elektrode verzeiht das Verfahren mehr, ohne dass es dadurch richtig wird.

Zweitens der Masseanschluss: Die Klemme muss auf metallisch blankem Material sitzen, so nah an der Naht wie möglich. Eine Klemme auf Farbe oder Rost erzeugt einen Übergangswiderstand, und das Ergebnis ist ein Bogen, der schlecht zündet und ungleichmäßig brennt, was leicht dem Gerät zugeschrieben wird. Drittens die Fixierung: Bauteile müssen im Winkel gehalten werden, denn beim Abkühlen zieht sich die Naht zusammen und verzieht das Werkstück. Magnetwinkel für 45, 90 Grad und verstellbare Ausführungen von 30 bis 270 Grad übernehmen das und lassen beide Hände frei.

Zubehör und Verschleißteile

Beim Schweißen gibt es Teile, die planmäßig verbraucht werden, und es lohnt sich, sie im Haus zu haben. Die Vorsatzscheiben am Helm sind das häufigste Beispiel: Schweißspritzer setzen sich auf der äußeren Scheibe fest, und eine zerkratzte oder bespritzte Scheibe kostet Sicht, was zu schlechteren Nähten führt. Sie sind Verbrauchsmaterial im einstelligen Eurobereich und schützen den deutlich teureren optischen Filter darunter.

Ebenso gehören Kabel, Elektrodenhalter und Masseklemmen zu den Teilen, die irgendwann ersetzt werden: Sie werden beim Arbeiten getreten, überfahren, warm und mechanisch belastet. Ein Kabel mit beschädigter Isolierung ist bei Schweißströmen kein kosmetisches Problem. Ersatzscheiben für die Helme finden Sie unter Ersatzteile für Schweißtechnik, Kabel und Halter im Bereich Schweißgeräte. Für das Vorbereiten und Nachbearbeiten der Naht führen die Bereiche Oberflächenbearbeitung und Schneidwerkzeuge das passende Werkzeug.

Häufig gestellte Fragen zur Schweißtechnik

Elektrode oder WIG: welches Verfahren passt zu mir?

Elektrode, wenn Sie im Freien, an dickerem Material und an nicht perfekt sauberen Bauteilen arbeiten: Es braucht keine Gasflasche und verzeiht Rost und Feuchtigkeit. WIG, wenn die Naht sauber und kontrolliert sein muss, also an dünnem Blech, Edelstahl und Aluminium. WIG verlangt dafür mehr Übung und eine Gasversorgung.

Was bedeutet WIG und was TIG?

Es ist dasselbe Verfahren in zwei Sprachen. WIG steht für Wolfram-Inertgas und ist die deutsche Bezeichnung, TIG für Tungsten Inert Gas und ist die englische. Beide beschreiben das Schweißen mit einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode unter Schutzgas.

Was ist der Vorteil eines Inverterschweißgeräts?

Gewicht und Lichtbogenqualität. Inverter regeln den Strom über Hochfrequenzelektronik statt über einen großen Transformator, wodurch ein Gerät derselben Leistung sich mit einer Hand tragen lässt. Zusätzlich ist der elektronisch geregelte Lichtbogen stabiler, zündet leichter und erzeugt weniger Spritzer.

Was sagt die Einschaltdauer aus?

Welcher Anteil von zehn Minuten bei einer bestimmten Stromstärke durchgehend geschweißt werden kann, bevor das Gerät eine Pause braucht. Bei Reparaturen mit kurzen Nähten spielt sie kaum eine Rolle, bei langen Nähten im Stahlbau entscheidet sie darüber, ob Sie durcharbeiten können.

Warum ist ein Schweißhelm zwingend notwendig?

Weil der Lichtbogen so stark im ultravioletten und infraroten Bereich strahlt, dass ein Blick ohne Schutz die Hornhaut verblitzt. Die Beschwerden treten erst Stunden später auf, meist nachts, mit dem Gefühl von Sand im Auge. Betroffen ist außerdem jeder im Raum, der in den Bogen sieht, nicht nur die schweißende Person.

Wie funktioniert ein selbstverdunkelnder LCD-Helm?

Die Scheibe ist im Ruhezustand hell genug, um Werkstück und Elektrode zu sehen, und dunkelt beim Zünden des Lichtbogens in Millisekunden auf die eingestellte Schutzstufe ab. Damit entfällt das Abklappen von Hand, und genau dabei verrutscht in der Praxis am häufigsten etwas.

Warum zündet der Lichtbogen schlecht?

In den meisten Fällen liegt es an der Masseklemme. Sie muss auf metallisch blankem Material sitzen und so nah an der Naht wie möglich. Eine Klemme auf Farbe oder Rost erzeugt einen Übergangswiderstand, und dann brennt der Bogen ungleichmäßig, was oft fälschlich dem Gerät zugeschrieben wird.

Muss das Material vor dem Schweißen gereinigt werden?

Ja. Rost, Zunder, Farbe, Öl und Fett verdampfen im Lichtbogen und erzeugen Poren, Einschlüsse und eine unsaubere Naht. Bei WIG ist das nicht verhandelbar, beim Elektrodenschweißen verzeiht das Verfahren mehr, ohne dass es dadurch richtig wird.

Wozu dienen Magnetwinkel?

Sie halten Bauteile im gewünschten Winkel fest, sodass beide Hände frei bleiben. Das ist nicht nur bequem: Beim Abkühlen zieht sich die Naht zusammen und verzieht das Werkstück, und eine Fixierung während des Schweißens und Abkühlens verhindert genau das. Es gibt feste Winkel mit 45 und 90 Grad und verstellbare Ausführungen von 30 bis 270 Grad.

Welche Teile verschleißen regelmäßig?

Vor allem die Vorsatzscheiben am Helm: Schweißspritzer setzen sich darauf fest, und eine bespritzte Scheibe kostet Sicht und damit Nahtqualität. Sie kosten wenige Euro und schützen den deutlich teureren optischen Filter. Dazu kommen Kabel, Elektrodenhalter und Masseklemmen, die mechanisch und thermisch belastet werden.