Schweißgeräte

Schweißgeräte

Ein Schweißgerät ist im Betrieb kein Spezialwerkzeug, sondern das Gerät, mit dem sich Reparaturen erledigen lassen, die sonst ein Ersatzteil oder einen Fremdauftrag bedeuten würden: ein gerissener Halter, ein abgescherter Bolzen, eine gebrochene Konsole, eine Konstruktion, die es so nicht zu kaufen gibt. In diesem Bereich finden Sie Inverterschweißgeräte von BETA mit 120, 160 und 200 Ampere für das Elektrodenschweißen und in einer Ausführung zusätzlich für WIG, dazu selbstverdunkelnde LCD-Schweißhelme ab 126,44 Euro, Magnetwinkel, Massekabel, Elektrodenkabel und Zubehör.

Welche Stromstärke Sie brauchen

Die Ampereangabe ist das erste Auswahlkriterium, und sie hängt an der Materialdicke und am Elektrodendurchmesser. Als Faustregel gilt beim Elektrodenschweißen ein Schweißstrom von etwa 30 bis 40 Ampere pro Millimeter Elektrodendurchmesser: Eine Elektrode mit 2,5 Millimetern arbeitet also grob zwischen 75 und 100 Ampere, eine mit 3,2 Millimetern zwischen 100 und 130. Da dickeres Material dickere Elektroden verlangt, ergibt sich daraus indirekt auch die Blechdicke, die ein Gerät sinnvoll verarbeitet.

Praktisch heißt das: Ein Gerät mit 120 Ampere deckt Reparaturen an dünnerem Material und Elektroden bis etwa 2,5 Millimeter ab und ist für Werkstatt und Haustechnik oft ausreichend. 160 Ampere ist die verbreitetste Größe, weil sie den ganzen mittleren Bereich abdeckt und noch mit einer normalen Absicherung auskommt. 200 Ampere brauchen Sie bei dickerem Material, langen Nähten und im Stahlbau. Prüfen Sie bei den größeren Geräten vor dem Kauf die Angaben zu Netzanschluss und Absicherung, denn ein leistungsstarkes Gerät an einer schwachen Leitung löst die Sicherung aus, statt zu schweißen.

Elektrodenschweißen und WIG in einem Gerät

Beim Elektrodenschweißen, in den Daten als MMA bezeichnet, ist die umhüllte Stabelektrode gleichzeitig Stromleiter und Zusatzmaterial. Sie schmilzt ab, ihre Umhüllung erzeugt eine Schutzatmosphäre und legt eine Schlackenschicht über die Naht, die nach dem Abkühlen abgeklopft wird. Das Verfahren braucht kein Gas, funktioniert im Freien und bei Wind und verzeiht Rost und Restfeuchte besser als jedes andere. Für Instandhaltung, Baustelle und dickeres Material ist es deshalb die praktischste Wahl.

Beim WIG-Schweißen, englisch TIG, brennt der Lichtbogen an einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode unter Schutzgas, und das Zusatzmaterial wird als Stab von Hand zugeführt. Beide Hände sind also beschäftigt, das Verfahren ist langsamer und will geübt sein. Dafür liefert es die sauberste und am genauesten kontrollierte Naht und ist an dünnem Blech, an Edelstahl und an Aluminium das Mittel der Wahl, wo eine Stabelektrode durchbrennen würde. Geräte, die beide Verfahren beherrschen, sind für Betriebe interessant, in denen beides vorkommt, weil sonst zwei Anschaffungen nötig wären.

Was Inverter-Technik im Alltag ändert

Der Unterschied ist zuerst einer im Gewicht. Frühere Geräte regelten den Schweißstrom über einen Transformator, und der wog bei 200 Ampere leicht dreißig Kilogramm und mehr. Ein Inverter arbeitet mit Hochfrequenzelektronik, der Transformator schrumpft dadurch drastisch, und das Gerät lässt sich mit einer Hand zum Einsatzort tragen. Bei einer Reparatur an einer Maschine, einem Tor oder einem Anhänger entscheidet genau das darüber, ob geschweißt wird oder ob demontiert und transportiert werden muss.

Der zweite Unterschied ist die Qualität des Lichtbogens. Weil er elektronisch geregelt wird, brennt er gleichmäßiger, zündet leichter und erzeugt weniger Spritzer, was besonders Einsteigern hilft. Achten Sie zusätzlich auf die Einschaltdauer, angegeben in Prozent bei einer bestimmten Stromstärke: Sie sagt, welcher Anteil von zehn Minuten durchgehend geschweißt werden kann, bevor das Gerät abkühlen muss. Bei kurzen Reparaturnähten ist der Wert nebensächlich, bei langen Nähten bestimmt er das Arbeitstempo.

Kabel, Elektrodenhalter und Masseklemme

Zum Gerät gehören zwei Leitungen, und beide sind Verschleißteile: das Elektrodenkabel mit dem Halter und das Massekabel mit der Klemme. Prüfen Sie beim Kauf, ob sie im Lieferumfang enthalten sind, denn als Einzelteile liegen sie zwischen 53 und 107 Euro und verschieben damit die tatsächliche Anschaffung deutlich. Achten Sie außerdem darauf, dass Kabel zum Gerät passen: Die Ausführungen für die Elektrodengeräte und die für die WIG-Geräte sind nicht dieselben.

Bei der Masseklemme liegt zugleich die häufigste Ursache für schlechte Nähte. Sie muss auf metallisch blankem Material sitzen und so nah an der Naht wie möglich, denn Farbe, Zunder und Rost erzeugen einen Übergangswiderstand. Der Bogen zündet dann schwer, brennt unregelmäßig und die Naht wird porös, und in der Praxis wird das fast immer dem Gerät zugeschrieben und nicht der Klemme. Kabel mit beschädigter Isolierung gehören bei Schweißströmen sofort ersetzt. Weiteres Werkzeug für die Nahtvorbereitung finden Sie unter Oberflächenbearbeitung.

Selbstverdunkelnde LCD-Schweißhelme

Der Lichtbogen strahlt so stark im ultravioletten und infraroten Bereich, dass ein einziger Blick ohne Schutz die Hornhaut verblitzt, und das merkt man erst Stunden später, meist nachts, mit dem Gefühl von Sand im Auge. Betroffen ist jeder im Raum, der in den Bogen sieht. Ein LCD-Helm ist im Ruhezustand hell genug, um Werkstück und Elektrode zu erkennen, und dunkelt beim Zünden in Millisekunden auf die eingestellte Stufe ab. Damit entfällt das Abklappen von Hand, bei dem in der Praxis am häufigsten die Elektrode verrutscht.

Zwei Angaben entscheiden bei der Auswahl. Der DIN-Bereich, meist einstellbar zwischen Stufe 9 und 13, muss zur Stromstärke passen: je höher der Strom, desto dunkler die nötige Stufe. Und das Sichtfeld, in dieser Auswahl 92x43 und 98x43 Millimeter, entscheidet darüber, wie viel Sie von der Umgebung der Naht sehen, was bei schlecht zugänglichen Stellen zählt. Rechnen Sie außerdem die Vorsatzscheiben als laufende Kosten ein: Sie fangen die Spritzer ab und schützen den teureren Filter darunter, und Ersatz finden Sie unter Ersatzteile für Schweißtechnik. Schutzkleidung und Handschuhe führt der Bereich Arbeitshandschuhe.

Magnetwinkel: warum Fixieren zur Naht gehört

Eine Schweißnaht zieht sich beim Abkühlen zusammen, und dabei zieht sie das Bauteil mit. Wer zwei Bleche im rechten Winkel heftet und dann durchschweißt, hat am Ende oft keinen rechten Winkel mehr, sondern einige Grad weniger. Das lässt sich nicht durch sorgfältiges Arbeiten verhindern, sondern nur durch Fixieren während des Schweißens und während des Abkühlens.

Magnetwinkel übernehmen das ohne Zwingen und ohne Anbauteile: Sie werden an das Werkstück gesetzt, halten durch Magnetkraft und lassen beide Hände frei. Feste Ausführungen mit 45 und 90 Grad decken die Standardfälle ab, verstellbare Modelle von 30 bis 270 Grad auch Schrägen und Innenwinkel, und Ausführungen mit schwenkbaren Backen passen sich unterschiedlichen Materialdicken an. Ein zweiter Nutzen kommt beim Heften dazu: Mit fixierten Teilen setzt man Heftpunkte dort, wo sie sinnvoll sind, und nicht dort, wo gerade eine Hand frei ist. Zwingen und Spannwerkzeuge finden Sie unter Universalwerkzeuge, weiteres Zubehör unter Schweißtechnik.

Häufig gestellte Fragen zu Schweißgeräten

Welche Stromstärke braucht mein Schweißgerät?

Als Faustregel gelten beim Elektrodenschweißen etwa 30 bis 40 Ampere pro Millimeter Elektrodendurchmesser: Eine 2,5er Elektrode arbeitet grob zwischen 75 und 100 Ampere, eine 3,2er zwischen 100 und 130. 120 A reichen für dünneres Material, 160 A decken den mittleren Bereich ab, 200 A brauchen Sie bei dickem Material und langen Nähten.

Was ist der Unterschied zwischen MMA und WIG?

Bei MMA, dem Elektrodenschweißen, ist die umhüllte Stabelektrode gleichzeitig Stromleiter und Zusatzmaterial und schmilzt ab. Bei WIG brennt der Bogen an einer nicht abschmelzenden Wolframelektrode unter Schutzgas, und das Zusatzmaterial wird von Hand zugeführt. MMA ist robuster und braucht kein Gas, WIG liefert die saubereren Nähte an dünnem Blech, Edelstahl und Aluminium.

Ist WIG dasselbe wie TIG?

Ja, es sind zwei Bezeichnungen für dasselbe Verfahren. WIG steht für Wolfram-Inertgas und ist deutsch, TIG für Tungsten Inert Gas und ist englisch. In Datenblättern kommen beide Schreibweisen vor, gemeint ist immer das Schweißen mit nicht abschmelzender Wolframelektrode unter Schutzgas.

Warum sind Inverterschweißgeräte so leicht?

Weil sie den Schweißstrom über Hochfrequenzelektronik regeln statt über einen großen Transformator, der bei 200 Ampere leicht dreißig Kilogramm wog. Ein Inverter derselben Leistung lässt sich mit einer Hand tragen, und der elektronisch geregelte Lichtbogen brennt zusätzlich gleichmäßiger und spritzt weniger.

Was bedeutet die Einschaltdauer in Prozent?

Sie gibt an, welcher Anteil von zehn Minuten bei einer bestimmten Stromstärke durchgehend geschweißt werden kann, bevor das Gerät abkühlen muss. Bei kurzen Reparaturnähten ist der Wert nebensächlich, bei langen Nähten im Stahlbau bestimmt er das Arbeitstempo.

Sind Kabel und Elektrodenhalter im Lieferumfang?

Das steht in der jeweiligen Produktbeschreibung, und es lohnt sich, vor dem Kauf nachzusehen: Als Einzelteile liegen Massekabel und Elektrodenkabel zwischen 53 und 107 Euro und verschieben die tatsächliche Anschaffung deutlich. Achten Sie außerdem darauf, dass die Kabel zum Gerät passen, denn die Ausführungen für Elektroden- und für WIG-Geräte sind nicht dieselben.

Warum brennt der Lichtbogen unregelmäßig?

Meist wegen der Masseklemme. Sie muss auf metallisch blankem Material sitzen und so nah an der Naht wie möglich, denn Farbe, Zunder und Rost erzeugen einen Übergangswiderstand. Der Bogen zündet dann schwer, brennt unregelmäßig und die Naht wird porös. In der Praxis wird das fast immer dem Gerät zugeschrieben und nicht der Klemme.

Welche DIN-Stufe brauche ich am Schweißhelm?

Je höher der Schweißstrom, desto dunkler die nötige Stufe. Die Helme in diesem Bereich sind zwischen Stufe 9 und 13 einstellbar und decken damit den üblichen Bereich ab. Die konkrete Zuordnung von Stromstärke zu Schutzstufe steht in der Anleitung des Helms.

Wozu brauche ich Magnetwinkel beim Schweißen?

Weil eine Naht sich beim Abkühlen zusammenzieht und das Bauteil mitzieht: Zwei im rechten Winkel geheftete Bleche haben danach oft einige Grad weniger. Das verhindert kein sorgfältiges Arbeiten, sondern nur Fixieren während des Schweißens und Abkühlens. Magnetwinkel halten durch Magnetkraft und lassen beide Hände frei.

Was kostet ein Schweißgerät von BETA?

Das Inverterschweißgerät mit 160 Ampere liegt bei 276,72 Euro. Dazu kommen bei Bedarf Massekabel und Elektrodenkabel zwischen 53 und 107 Euro sowie ein LCD-Schweißhelm ab 126,44 Euro. Die aktuellen Preise der einzelnen Ausführungen finden Sie am jeweiligen Produkt.

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