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Pozidriv ist ein Kreuzschlitzsystem, das aussieht wie Phillips und sich trotzdem grundlegend anders verhält. Der Unterschied liegt in der Geometrie: Pozidriv hat steilere, nahezu parallele Flanken und zusätzlich vier kleine Rippen zwischen den Hauptarmen des Kreuzes. Dadurch entsteht unter Last kaum Axialkraft, das Werkzeug wird nicht aus dem Schraubenkopf gedrückt und es lässt sich deutlich mehr Drehmoment übertragen als bei Phillips. Genau deshalb sitzt Pozidriv überall dort, wo kräftig geschraubt wird: im Möbelbau, im Trockenbau, bei Spanplatten- und Holzschrauben und in weiten Teilen der Elektroinstallation. In dieser Kategorie finden Sie Pozidriv-Einsätze von BETA für den Betrieb an Knarre, Verlängerung und Drehmomentschlüssel.
Pozidriv oder Phillips: so erkennen Sie den Unterschied
Die schnellste Methode ist ein Blick auf den Schraubenkopf. Ein Pozidriv-Kopf zeigt zwischen den vier Armen des Kreuzes vier zusätzliche feine Striche, die wie ein zweites, um fünfundvierzig Grad gedrehtes Kreuz aussehen. Ein Phillips-Kopf hat nur das einfache Kreuz ohne diese Markierungen. Am Werkzeug selbst erkennt man Pozidriv an der Kennzeichnung PZ statt PH und an der Spitze, die vier zusätzliche Rippen zwischen den Hauptflügeln trägt. Diese Rippen sind der eigentliche Funktionsträger, denn sie greifen in die entsprechenden Aussparungen im Schraubenkopf und verhindern das Herausrutschen.
Was passiert, wenn man die Systeme mischt, ist der Grund, warum dieser Abschnitt hier steht. Ein Phillips-Einsatz in einer Pozidriv-Schraube berührt den Kopf nur an wenigen Punkten, weil ihm die Rippen fehlen und die Flankenwinkel nicht passen. Unter Last rutscht er durch und rundet die Aufnahme aus. Ein Pozidriv-Einsatz in einer Phillips-Schraube sitzt umgekehrt zu locker und richtet denselben Schaden an. In beiden Fällen ist die Schraube danach nur noch mit einem Ausdreher zu entfernen. Die Phillips-Ausführungen führen wir in der Kategorie Phillips.
Größen und richtige Anwendung
Pozidriv wird in den Größen PZ1 bis PZ4 geführt, wobei PZ2 mit Abstand am häufigsten vorkommt und praktisch den gesamten Bereich der Spanplatten-, Holz- und Montageschrauben im mittleren Größenbereich abdeckt. PZ1 kommt bei kleinen Schrauben zum Einsatz, PZ3 und PZ4 bei großen Verbindungen im Holz- und Anlagenbau. Wie bei Phillips gilt: Die Größe muss exakt stimmen. Ein zu kleiner Einsatz trägt nur an den Spitzen der Rippen und dreht durch, ein zu großer liegt nur an den Außenkanten auf.
Ein Hinweis aus der Praxis, der bei Pozidriv besonders zählt: Der Einsatz muss vollständig und gerade im Schraubenkopf sitzen, bevor Drehmoment aufgebaut wird. Weil das Profil so gut greift, verzeiht es einen schiefen Ansatz weniger als Phillips, wo das Werkzeug ohnehin früher herausrutscht. Bei Schrauben, die mit dem Akkuschrauber gesetzt werden, lohnt es sich außerdem, Anpressdruck aufzubauen, statt auf die Drehzahl zu setzen. Die passenden Antriebe finden Sie unter Steckgriffe, weitere Profile unter Torx.
Häufig gestellte Fragen zu Pozidriv
Was ist Pozidriv?
Pozidriv ist ein Kreuzschlitzsystem mit steileren, nahezu parallelen Flanken und vier zusätzlichen Rippen zwischen den Hauptarmen des Kreuzes. Dadurch entsteht unter Last kaum Axialkraft, das Werkzeug rutscht nicht heraus und es lässt sich mehr Drehmoment übertragen als bei Phillips.
Was ist der Unterschied zwischen Pozidriv und Phillips?
Phillips hat abgerundete Flanken und wurde bewusst so konstruiert, dass das Werkzeug bei zu hohem Moment herausrutscht. Pozidriv hat steilere Flanken und zusätzliche Rippen, die genau das verhindern. Die beiden Systeme sind nicht austauschbar, weil die Flankenwinkel und die Rippen nicht zueinander passen.
Woran erkenne ich eine Pozidriv-Schraube?
An vier zusätzlichen feinen Strichen zwischen den Armen des Kreuzes, die wie ein zweites, um 45 Grad gedrehtes Kreuz aussehen. Ein Phillips-Kopf hat nur das einfache Kreuz. Am Werkzeug steht die Kennzeichnung PZ statt PH.
Was passiert, wenn ich PH und PZ verwechsle?
Ein Phillips-Einsatz in einer Pozidriv-Schraube berührt den Kopf nur an wenigen Punkten, rutscht unter Last durch und rundet die Aufnahme aus. Ein Pozidriv-Einsatz in einer Phillips-Schraube sitzt zu locker und richtet denselben Schaden an. Danach hilft meist nur noch ein Schraubenausdreher.
Welche Pozidriv-Größen gibt es?
PZ1 bis PZ4. PZ2 kommt mit Abstand am häufigsten vor und deckt Spanplatten-, Holz- und Montageschrauben im mittleren Größenbereich ab. PZ1 wird bei kleinen Schrauben verwendet, PZ3 und PZ4 bei großen Verbindungen im Holz- und Anlagenbau.
Wo werden Pozidriv-Schrauben eingesetzt?
Vor allem dort, wo kräftig geschraubt wird: im Möbelbau, im Trockenbau, bei Spanplatten- und Holzschrauben sowie in weiten Teilen der Elektroinstallation. Im Fahrzeugbau ist das System seltener, dort dominieren Torx und Innensechskant.
Warum dreht mein Pozidriv-Einsatz durch?
Meist aus drei Gründen: falsche Größe, schiefer Ansatz oder zu wenig Anpressdruck. Weil das Profil sehr gut greift, verzeiht es einen schiefen Ansatz weniger als Phillips. Der Einsatz muss vollständig und gerade im Kopf sitzen, bevor Drehmoment aufgebaut wird.