Frässtifte

Frässtifte

Zwei Werkzeuge, die beide fräsen und sonst wenig gemeinsam haben: Der Schaftfräser wird in einer Maschine gespannt und trägt Material nach Maß ab, der Frässtift wird in einen Geradschleifer gespannt und von Hand geführt, um Nähte zu verputzen, Grate zu entfernen und Konturen auszuarbeiten. In diesem Bereich finden Sie beide von BETA ab 27,09 Euro: Schaftfräser aus HSS und HSS-Cobalt sowie Frässtifte und Drehfeilen aus Hartmetall und HSS, einzeln und im Satz.

Schaftfräser oder Frässtift: was ist der Unterschied?

Der Schaftfräser ist ein Maschinenwerkzeug. Er wird in eine Fräsmaschine, einen Bohr-Fräs-Ständer oder eine Standbohrmaschine gespannt, arbeitet mit definierten Schnittwerten und trägt Material nach Maß ab: eine Nut mit bestimmter Breite, eine Fläche auf bestimmte Tiefe. Was ihn kennzeichnet, ist die geführte Bewegung, denn nur eine geführte Maschine kann ein Maß halten.

Der Frässtift, auch Drehfeile oder Rotierfeile genannt, ist ein Handwerkzeug. Er wird in die Spannzange eines Geradschleifers eingesetzt und mit der Hand geführt, weshalb er kein Maß halten kann und auch nicht dafür gedacht ist. Seine Aufgabe ist eine andere: Er arbeitet dort, wo eine Feile zu langsam und eine Schleifscheibe zu unpräzise ist, also an Schweißnähten, an Graten in Bohrungen, an Radien, in Gussteilen und an Stellen, die keine Maschine erreicht. Die passenden Maschinen finden Sie unter Druckluft-Geradschleifer.

Welche Form für welche Stelle?

Beim Frässtift ist die Form das einzige wirkliche Auswahlkriterium, weil sie bestimmt, wo das Werkzeug hinkommt und welche Kontur es erzeugt. Zylindrische Stifte arbeiten mit dem Umfang an Flächen und Kanten und mit der Stirn in Ecken. Ausführungen mit Radius an der Stirn vermeiden dabei, dass eine scharfe Kante Riefen setzt. Kugelförmige Stifte arbeiten in Mulden und Vertiefungen und sind die Wahl, wenn eine runde Aussparung entstehen soll.

Konische und spitze Formen kommen in Winkel und Übergänge, an die eine zylindrische Form nicht heranreicht. Flammen- und tropfenförmige Stifte arbeiten an Radien und an gewölbten Flächen und sind im Formenbau die häufigste Form. Und ovale Ausführungen liegen dazwischen. In der Praxis lohnt sich deshalb ein Satz mehr als einzelne Stifte: Sie wissen vor der Arbeit nicht, welche Form Sie brauchen, und ein Stift, der nicht in die Stelle passt, hilft nicht weiter.

Hartmetall oder HSS?

Die Regel entspricht der bei Bohrern. HSS, also Schnellarbeitsstahl, ist die günstigere Wahl und arbeitet in normalen Stählen, in Aluminium und in Kunststoff zuverlässig. Er ist etwas nachgiebiger, was bei Handführung ein Vorteil sein kann, weil er bei Verkanten eher nachgibt als bricht.

Hartmetall ist deutlich härter und behält seine Schneide bei hohen Temperaturen, weshalb es die Wahl ist für gehärtete Stähle, für Guss, für Edelstahl und für alles, wo in Serie gearbeitet wird. Die Standzeit liegt um ein Vielfaches höher, und das ist bei einem Werkzeug, das minutenlang ununterbrochen im Schnitt ist, der eigentliche Kostenfaktor: Ein Hartmetallstift, der zehnmal länger hält, ist bei doppeltem Preis die günstigere Lösung. Der Nachteil ist die Sprödigkeit, denn Hartmetall bricht bei Verkanten oder bei einem Stoß, statt sich zu verbiegen.

Drehzahl: der häufigste Fehler beim Frässtift

Frässtifte werden fast immer zu schnell gefahren, und der Grund ist ein Denkfehler: Weil sie klein sind, wirken hohe Drehzahlen harmlos. Maßgeblich ist aber nicht die Drehzahl, sondern die Schnittgeschwindigkeit am Umfang, und die steigt mit dem Durchmesser. Ein Stift mit 16 Millimetern Durchmesser erreicht bei derselben Drehzahl eine mehrfach höhere Umfangsgeschwindigkeit als einer mit 3 Millimetern.

Zu hohe Drehzahl äußert sich eindeutig: Der Stift setzt sich mit Material zu, die Schneiden werden stumpf oder brechen aus, und bei Aluminium klebt das Material auf der Schneide fest, was sich nicht mehr entfernen lässt. Als Regel gilt deshalb: je größer der Durchmesser, desto langsamer, und bei weichen Werkstoffen wie Aluminium noch langsamer als bei Stahl, weil dort das Zusetzen das Hauptproblem ist. Achten Sie außerdem auf einen gleichmäßigen Vorschub: Ein Frässtift, der mit Druck in eine Stelle gepresst wird, verkantet, und ein verkanteter Hartmetallstift bricht. Regelbare Maschinen finden Sie unter Pneumatikwerkzeuge.

Der Schaft muss zur Spannzange passen

Das ist die Angabe, die vor jedem Kauf geprüft werden muss, und sie wird regelmäßig übersehen. Ein Geradschleifer hat eine Spannzange mit festem Durchmesser, üblich sind 6 Millimeter und für Feinarbeit 3 Millimeter, und der Schaft des Frässtifts muss genau dazu passen. Ein Stift mit 6-Millimeter-Schaft lässt sich nicht in eine 3-Millimeter-Zange spannen, und umgekehrt hält ein 3-Millimeter-Schaft in einer 6-Millimeter-Zange nicht.

Zwei Regeln kommen hinzu, und beide betreffen die Sicherheit. Erstens: Der Schaft gehört so tief wie möglich in die Zange. Ein weit herausstehender Schaft wirkt als Hebel, und die Biegebelastung an der Einspannstelle steigt mit dem Quadrat der freien Länge: Ein Stift, der doppelt so weit heraussteht, wird vierfach stärker belastet und bricht entsprechend leichter. Zweitens: Zange und Schaft müssen sauber sein, denn Späne in der Zange verhindern, dass sie rund greift, und ein Stift, der außermittig läuft, schlägt. Ersatz-Spannzangen und weiteres Zubehör finden Sie unter Ersatzteile für Universalwerkzeuge, weiteres Werkzeug zum Entgraten unter Senker und Feilen.

Häufig gestellte Fragen zu Fräsern und Frässtiften

Was ist der Unterschied zwischen Schaftfräser und Frässtift?

Der Schaftfräser ist ein Maschinenwerkzeug: Er wird in eine geführte Maschine gespannt und trägt Material nach Maß ab. Der Frässtift, auch Drehfeile genannt, wird in die Spannzange eines Geradschleifers gesetzt und von Hand geführt, kann deshalb kein Maß halten und ist für Entgraten, Nahtverputzen und Ausarbeiten von Konturen gedacht.

Welche Form des Frässtifts brauche ich?

Zylindrische Stifte für Flächen, Kanten und Ecken, kugelförmige für Mulden und Vertiefungen, konische und spitze für Winkel und Übergänge, flammen- und tropfenförmige für Radien und gewölbte Flächen. Weil man vor der Arbeit selten weiß, welche Form nötig ist, lohnt sich ein Satz mehr als einzelne Stifte.

Hartmetall oder HSS beim Frässtift?

HSS ist günstiger und arbeitet in normalen Stählen, Aluminium und Kunststoff zuverlässig, und er gibt bei Verkanten eher nach als zu brechen. Hartmetall ist deutlich härter, behält die Schneide bei hohen Temperaturen und ist die Wahl für gehärtete Stähle, Guss, Edelstahl und Serienarbeit. Es ist dafür spröde und bricht bei Verkanten oder Stoß.

Lohnt sich Hartmetall bei doppeltem Preis?

Bei regelmäßigem Einsatz ja. Ein Frässtift ist minutenlang ununterbrochen im Schnitt, weshalb die Standzeit der eigentliche Kostenfaktor ist: Ein Hartmetallstift, der ein Vielfaches länger hält, ist bei doppeltem Preis die günstigere Lösung. Bei gelegentlichem Einsatz an normalem Stahl genügt HSS.

Welche Drehzahl brauche ich beim Frässtift?

Deutlich weniger, als man intuitiv wählt, und je größer der Durchmesser, desto langsamer. Maßgeblich ist nicht die Drehzahl, sondern die Schnittgeschwindigkeit am Umfang, und die steigt mit dem Durchmesser: Ein Stift mit 16 Millimetern erreicht bei gleicher Drehzahl eine mehrfach höhere Umfangsgeschwindigkeit als einer mit 3 Millimetern.

Warum setzt sich mein Frässtift zu?

Meist durch zu hohe Drehzahl, besonders bei weichen Werkstoffen. Bei Aluminium klebt das Material auf der Schneide fest und lässt sich nicht mehr entfernen. Arbeiten Sie deshalb bei Aluminium noch langsamer als bei Stahl und mit gleichmäßigem Vorschub statt mit Druck.

Welchen Schaftdurchmesser brauche ich?

Den, der zur Spannzange Ihres Geradschleifers passt: üblich sind 6 Millimeter und für Feinarbeit 3 Millimeter. Ein Stift mit 6-Millimeter-Schaft lässt sich nicht in eine 3-Millimeter-Zange spannen, und ein 3-Millimeter-Schaft hält in einer 6-Millimeter-Zange nicht. Prüfen Sie die Angabe vor jedem Kauf.

Warum bricht mein Frässtift an der Einspannstelle?

Weil der Schaft zu weit heraussteht und als Hebel wirkt. Die Biegebelastung an der Einspannstelle steigt mit dem Quadrat der freien Länge: Ein Stift, der doppelt so weit heraussteht, wird vierfach stärker belastet. Spannen Sie den Schaft deshalb so tief wie möglich in die Zange.

Warum schlägt mein Frässtift?

Meist wegen Spänen in der Spannzange: Sie verhindern, dass die Zange rund greift, und der Stift läuft dann außermittig. Reinigen Sie Zange und Schaft vor dem Einspannen. Ein schlagender Stift erzeugt eine unruhige Oberfläche und belastet Werkzeug und Maschinenlager zusätzlich.

Einzelne Frässtifte oder ein Satz?

Bei Frässtiften spricht mehr für den Satz als bei anderen Werkzeugen, weil die Form das Auswahlkriterium ist und man vor der Arbeit selten weiß, welche Stelle welche Form verlangt. Einzelne Stifte kauft man nach, wenn eine bestimmte Form verbraucht ist, und das sind erfahrungsgemäß immer dieselben.

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