Stufenbohrer

Stufenbohrer

Wer schon einmal versucht hat, mit einem normalen Spiralbohrer ein 20-Millimeter-Loch in ein Millimeter starkes Blech zu bohren, kennt das Ergebnis: Kurz vor dem Durchtritt verhakt sich der Bohrer, das Blech wird mitgerissen, und aus dem geplanten Kreis wird ein dreieckiger Ausriss. Ein Stufenbohrer löst das durch seine Bauart. In diesem Bereich finden Sie mehrfasige HSS-Stufenbohrer und stufenlose Kegelbohrer von BETA für Durchmesser von 4 bis 50 Millimetern, als Satz und einzeln. Es sind Werkzeuge für den professionellen Dauereinsatz, nicht die einfachen Kegelbohrer aus dem Baumarkt, und das erklärt den Preisunterschied.

Warum ein Spiralbohrer in dünnem Blech versagt

Ein Spiralbohrer arbeitet mit zwei Hauptschneiden, die schräg zur Bohrachse stehen, und diese Geometrie erzeugt eine Kraft, die den Bohrer in das Material hineinzieht. In dickem Material ist das gut, weil das Werkstück den Bohrer führt. In dünnem Blech gibt es diese Führung nicht: Sobald die Schneiden auf der Unterseite austreten, hat der Bohrer plötzlich nichts mehr zu schneiden, aber die einziehende Kraft wirkt weiter.

Was dann passiert, hat drei Namen: Der Bohrer verhakt, das Blech wird hochgerissen und reißt dreieckig aus, und weil die Bohrmaschine im gleichen Moment stehen bleibt, dreht sich das Blech mit, wenn es nicht fest gespannt ist. Letzteres ist der Grund, warum das nicht nur ein Qualitätsproblem, sondern eine Verletzungsgefahr ist: Eine mitgedrehte Blechkante schneidet wie ein Messer. Werkzeug zum sicheren Spannen finden Sie unter Universalwerkzeuge.

Wie ein Stufenbohrer das Problem umgeht

Ein Stufenbohrer arbeitet mit einer Schneide, die parallel zur Bohrachse am Umfang jeder Stufe sitzt, statt schräg von unten anzugreifen. Er zieht sich deshalb nicht ins Material, sondern schabt den Rand des Lochs auf, und beim Durchtritt gibt es keinen Moment, in dem eine Schneide plötzlich freiläuft. Das Loch bleibt rund, der Rand bleibt sauber, und das Blech wird nicht mitgerissen.

Der zweite Vorteil ergibt sich aus den Stufen: Ein einziges Werkzeug ersetzt eine ganze Reihe von Bohrern, und man muss nicht vorbohren. Sie senken das Werkzeug einfach ab, bis die gewünschte Stufe durchgetreten ist, und sehen dabei genau, wo Sie sind. Der dritte Vorteil ist der am wenigsten bekannte und im Alltag der angenehmste: Der Übergang zwischen zwei Stufen entgratet die Bohrung von oben gleich mit, sodass ein Arbeitsgang entfällt.

Stufenbohrer oder stufenloser Kegelbohrer

In diesem Bereich finden Sie zwei verwandte, aber nicht austauschbare Bauarten. Der Stufenbohrer hat deutliche Stufen mit definierten Durchmessern. Sein Vorteil ist die Maßhaltigkeit: Wenn Sie 16 Millimeter brauchen, bohren Sie bis zur 16er-Stufe und haben 16 Millimeter. Sein Nachteil ist, dass Sie nur die Durchmesser bekommen, die das Werkzeug hat.

Der stufenlose Kegelbohrer, auch Aufreibbohrer genannt, hat einen glatten Kegel ohne Stufen. Er erzeugt jeden beliebigen Durchmesser innerhalb seines Bereichs und ist deshalb das Werkzeug, wenn ein vorhandenes Loch um ein oder zwei Millimeter erweitert werden muss oder wenn eine Bohrung sauber aufgerieben werden soll. Sein Nachteil ist die Kontrolle: Weil es keine Stufe gibt, an der er stehen bleibt, müssen Sie den Durchmesser messen oder nachfühlen, und ein Moment zu viel Vorschub bedeutet ein zu großes Loch. Für maßhaltige Löcher nach Zeichnung ist deshalb der Stufenbohrer richtig, für Anpassungen der Kegelbohrer.

Zwei Grenzen, die Sie vor dem Kauf prüfen müssen

Die erste ist der Durchmesserbereich, und er ist bei diesem Werkzeug der eigentliche Produktinhalt. Prüfen Sie nicht nur den Bereich, sondern die tatsächlich vorhandenen Stufen, denn ein Werkzeug von 4 bis 30 Millimetern hat nicht jeden Millimeter, sondern eine Abstufung. Gehen Sie deshalb von der Bohrung aus, die Sie wirklich brauchen: In der Elektro- und Schaltschranktechnik sind das meist die Durchmesser für Kabelverschraubungen und Kabeldurchführungen, und wenn diese Größen im Werkzeug nicht enthalten sind, hilft der ganze Bereich nichts.

Die zweite Grenze ist die Materialstärke, und sie wird regelmäßig übersehen. Die Höhe einer einzelnen Stufe begrenzt, wie dick das Blech sein darf: Ist das Material dicker als die Stufe hoch ist, dann liegt beim Durchtreten schon die nächste Stufe an, und der Durchmesser wird größer als gewollt. Stufenbohrer sind deshalb Werkzeuge für dünnes Material, typischerweise für Blech, Rohrwände und Profile, und nicht für dicke Platten. Für große Löcher in dickem Stahl ist ein Kernbohrer das richtige Werkzeug.

Richtig arbeiten: langsam, gespannt, geschmiert

Drei Regeln entscheiden über Ergebnis und Standzeit. Niedrige Drehzahl, denn ein Stufenbohrer hat bei den größeren Stufen einen erheblichen Umfang, und bei zu hoher Drehzahl wird die Schnittgeschwindigkeit dort so hoch, dass die Schneide in Sekunden verbrennt. Als Orientierung gilt: je größer die genutzte Stufe, desto langsamer, und deutlich langsamer, als man intuitiv wählen würde.

Werkstück spannen, immer. Ein Blech, das sich mitdreht, ist die häufigste Verletzungsursache bei dieser Arbeit, und beim Stufenbohrer wirken durch den großen Umfang höhere Momente als beim Spiralbohrer. Und schmieren: Ein Tropfen Schneidöl auf der angesetzten Stufe senkt die Reibung erheblich, verhindert das Aufbauen von Material an der Schneide und verlängert die Standzeit messbar. Bei Aluminium ist das nicht optional, weil Aluminium ohne Schmierung an der Schneide klebt und sie zusetzt. Weitere Werkzeuge für die Metallbearbeitung finden Sie unter HSS-Metallbohrer und Schneidwerkzeuge, zum Entgraten und Senken der fertigen Bohrung Senker.

Häufig gestellte Fragen zu Stufenbohrern

Warum reißt ein normaler Bohrer in dünnem Blech aus?

Weil seine Schneiden schräg zur Bohrachse stehen und dadurch eine Kraft erzeugen, die ihn ins Material zieht. In dünnem Blech fehlt die Führung: Sobald die Schneiden auf der Unterseite austreten, hat der Bohrer nichts mehr zu schneiden, aber die einziehende Kraft wirkt weiter. Er verhakt, das Blech wird hochgerissen und reißt dreieckig aus.

Wie vermeidet ein Stufenbohrer dieses Problem?

Seine Schneide sitzt parallel zur Bohrachse am Umfang jeder Stufe, statt schräg von unten anzugreifen. Er zieht sich deshalb nicht ins Material, sondern schabt den Lochrand auf, und beim Durchtritt gibt es keinen Moment, in dem eine Schneide plötzlich freiläuft. Das Loch bleibt rund und der Rand sauber.

Was ist der Unterschied zwischen Stufenbohrer und stufenlosem Kegelbohrer?

Der Stufenbohrer hat definierte Stufen und ist maßhaltig: Sie bohren bis zur 16er-Stufe und haben 16 Millimeter. Der stufenlose Kegelbohrer erzeugt jeden beliebigen Durchmesser im Bereich und ist richtig, wenn ein vorhandenes Loch erweitert oder aufgerieben werden soll, verlangt dafür aber Messen oder Nachfühlen.

Wie dick darf das Blech sein?

Die Höhe einer einzelnen Stufe begrenzt die Materialstärke. Ist das Blech dicker als die Stufe hoch ist, liegt beim Durchtreten schon die nächste Stufe an und der Durchmesser wird größer als gewollt. Stufenbohrer sind deshalb Werkzeuge für dünnes Material wie Blech, Rohrwände und Profile, nicht für dicke Platten.

Worauf achte ich bei der Auswahl?

Nicht nur auf den Durchmesserbereich, sondern auf die tatsächlich vorhandenen Stufen, denn ein Werkzeug von 4 bis 30 Millimetern hat nicht jeden Millimeter. Gehen Sie von der Bohrung aus, die Sie wirklich brauchen: In der Schaltschranktechnik sind das meist die Größen für Kabelverschraubungen, und fehlen die, hilft der ganze Bereich nichts.

Welche Drehzahl brauche ich?

Deutlich niedriger, als man intuitiv wählen würde, und je größer die genutzte Stufe, desto langsamer. Ein Stufenbohrer hat bei den großen Stufen einen erheblichen Umfang, und bei zu hoher Drehzahl wird die Schnittgeschwindigkeit dort so hoch, dass die Schneide in Sekunden verbrennt.

Muss ich das Werkstück spannen?

Immer. Ein Blech, das sich mitdreht, ist die häufigste Verletzungsursache bei dieser Arbeit, denn eine mitgedrehte Blechkante schneidet wie ein Messer. Beim Stufenbohrer wirken durch den großen Umfang zusätzlich höhere Momente als beim Spiralbohrer.

Brauche ich Schneidöl?

Ein Tropfen auf der angesetzten Stufe senkt die Reibung erheblich, verhindert Materialaufbau an der Schneide und verlängert die Standzeit messbar. Bei Aluminium ist es nicht optional, weil Aluminium ohne Schmierung an der Schneide klebt und sie zusetzt.

Muss ich nach dem Stufenbohrer noch entgraten?

Auf der Oberseite meist nicht, denn der Übergang zwischen zwei Stufen entgratet die Bohrung dort gleich mit, und das ist einer der praktischen Vorteile dieses Werkzeugs. Auf der Unterseite kann ein feiner Grat verbleiben, der sich mit einem Senker in einem Zug entfernen lässt.

Stufenbohrer oder Kernbohrer für große Löcher?

Das entscheidet die Materialstärke. In dünnem Blech, in Rohrwänden und Profilen ist der Stufenbohrer richtig. In dickem Stahl ist es der Kernbohrer, weil ein Stufenbohrer dort an der Stufenhöhe scheitert und ein Kernbohrer umgekehrt eine Mindestmaterialstärke braucht, um sauber zu führen.

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