Hydrometer

Hydrometer

Zwei Flüssigkeiten in einem Fahrzeug entscheiden darüber, ob es im Winter anspringt und ob der Motor überlebt, und bei beiden sagt der Blick in den Behälter nichts: Batterieelektrolyt und Kühlflüssigkeit sehen im gebrauchsfähigen und im unbrauchbaren Zustand gleich aus. Ob eine Batterie geladen ist und ob der Frostschutz noch bis minus fünfundzwanzig Grad reicht, lässt sich nur messen. In dieser Kategorie finden Sie die Geräte dafür: einen Säureprüfer für Batterieelektrolyt, einen Frostschutzprüfer für Kühlmittel und ein optisches Refraktometer, das vier verschiedene Flüssigkeiten prüft.

Wie ein Hydrometer funktioniert

Ein Hydrometer, auch Aräometer genannt, misst die Dichte einer Flüssigkeit, und zwar über einen einfachen physikalischen Zusammenhang: Ein Schwimmer taucht in eine dichte Flüssigkeit weniger tief ein als in eine dünne. Sie saugen mit einem Gummiball eine Probe in das Glasgehäuse, der Schwimmer richtet sich auf, und an der Stelle, an der die Flüssigkeitsoberfläche die Skala schneidet, lesen Sie den Wert ab.

Beim Batterieelektrolyt ist die Dichte ein direktes Maß für den Ladezustand, weil sich beim Entladen Schwefelsäure in Wasser umsetzt und die Dichte dadurch sinkt. Eine vollgeladene Zelle hat eine deutlich höhere Dichte als eine entladene. Der eigentliche Wert dieser Messung liegt aber nicht im Absolutwert, sondern im Vergleich der Zellen untereinander: Weichen einzelne Zellen deutlich von den anderen ab, ist die Batterie defekt, und zwar unabhängig davon, was ein Spannungstest sagt. Das ist die Diagnose, die ein Multimeter nicht liefert.

Beim Frostschutz hängt die Dichte am Mischungsverhältnis von Glykol und Wasser, und daraus ergibt sich der Gefrierpunkt. Die Skala eines Frostschutzprüfers ist deshalb meist direkt in Grad Celsius beschriftet, sodass Sie nicht die Dichte, sondern gleich die Frostsicherheit ablesen.

Warum ein Refraktometer mehr kann

Das optische Refraktometer arbeitet nach einem anderen Prinzip: Es misst nicht die Dichte, sondern wie stark die Flüssigkeit das Licht bricht. Sie geben einen einzigen Tropfen auf das Prisma, halten das Gerät gegen das Licht und lesen im Okular an einer Hell-Dunkel-Grenze den Wert ab. Daraus ergeben sich drei praktische Vorteile, die den Preisunterschied erklären.

Erstens: Es braucht nur einen Tropfen. Ein Hydrometer braucht so viel Flüssigkeit, dass der Schwimmer frei schwimmt, und an manchen Kühlsystemen kommt man an diese Menge nur schwer heran. Zweitens: Es ist unabhängig von der Temperatur der Probe, jedenfalls in dem Maß, in dem ein Hydrometer es nicht ist. Bei einem Hydrometer verändert warme Flüssigkeit die Dichte und damit die Anzeige, weshalb Messungen an einem gerade gelaufenen Motor systematisch falsch sind. Drittens: Ein Gerät prüft mehrere Flüssigkeiten. Das Modell im Sortiment deckt Kühlflüssigkeit, Batterieelektrolyt, Scheibenwaschmittel und AdBlue ab, und das sind vier Prüfungen, für die sonst mehrere Geräte nötig wären.

AdBlue prüfen

Ein Punkt, der in Werkstätten mit Nutzfahrzeugen immer wichtiger wird. AdBlue ist eine Harnstofflösung mit einem festgelegten Gehalt, und dieser Gehalt muss stimmen, damit das Abgasnachbehandlungssystem arbeitet. Eine zu schwache Lösung, sei es durch Verdünnung, durch Alterung oder durch falsches Nachfüllen, führt zu Fehlermeldungen und im weiteren Verlauf zu Leistungsreduzierung. Mit einem Refraktometer lässt sich der Gehalt in Sekunden prüfen, und das ist bei einem Fehlerbild, dessen Ursache man sonst im Steuergerät sucht, die schnellste Antwort. Nicht viele Werkstätten haben dieses Gerät.

Worauf beim Messen zu achten ist

Drei Dinge entscheiden über ein brauchbares Ergebnis. Erstens: Bei Batteriesäure Schutzausrüstung tragen. Elektrolyt ist verdünnte Schwefelsäure, sie zerstört Kleidung und verletzt Augen, und beim Ansaugen und Zurückgeben tropft sie. Schutzbrille und Handschuhe sind hier nicht optional. Passende Schutzbrillen finden Sie unter Sonstige Arbeitskleidung, Handschuhe unter Arbeitshandschuhe.

Zweitens: Alle Zellen messen, nicht eine. Der diagnostische Wert liegt im Vergleich, und eine einzelne gemessene Zelle sagt fast nichts. Drittens: Nicht am warmen Motor messen, wenn Sie mit einem Hydrometer arbeiten, weil die Temperatur die Dichte verändert. Und nach jeder Messung gründlich mit klarem Wasser ausspülen: Eingetrocknete Elektrolytreste greifen den Schwimmer an, und Rückstände einer Flüssigkeit verfälschen die nächste Messung einer anderen.

Glasgehäuse: Vorteil und Vorsicht

Beide Hydrometer im Sortiment haben ein Glasgehäuse, und das hat einen guten Grund: Glas ist gegen Schwefelsäure und Glykol beständig, es trübt nicht ein und lässt sich vollständig reinigen, sodass die Skala über Jahre lesbar bleibt. Kunststoffgehäuse werden von Elektrolyt mit der Zeit angegriffen und milchig, und eine milchige Skala macht das Gerät unbrauchbar. Der Nachteil liegt auf der Hand: Glas bricht. Diese Geräte gehören deshalb in ein eigenes Fach und nicht lose in die Schublade.

Was dazugehört

Für die weitere Fahrzeugdiagnose führt die Kategorie Diagnosegeräte Geräte für Druck- und Dichtheitsprüfung, Kompressionsmessung und Videoendoskopie. Elektrische Messungen an Batterie und Bordnetz erledigen die Multimeter, Stromzangen und Spannungsprüfer unter Messgeräte. Weitere Werkzeuge für die Fahrzeugtechnik stehen im Bereich KFZ-Werkzeuge. Einen Überblick über das gesamte Messprogramm gibt die Übersicht Messwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu Säure- und Frostschutzprüfern

Wie funktioniert ein Hydrometer?

Es misst die Dichte einer Flüssigkeit über einen Schwimmer: In einer dichten Flüssigkeit taucht der Schwimmer weniger tief ein als in einer dünnen. Sie saugen eine Probe in das Glasgehäuse und lesen an der Stelle ab, an der die Flüssigkeitsoberfläche die Skala schneidet.

Was sagt die Dichte des Batterieelektrolyts aus?

Sie ist ein direktes Maß für den Ladezustand, weil sich beim Entladen Schwefelsäure in Wasser umsetzt und die Dichte sinkt. Der eigentliche diagnostische Wert liegt aber im Vergleich der Zellen untereinander: Weicht eine Zelle deutlich ab, ist die Batterie defekt, unabhängig davon, was ein Spannungstest sagt.

Muss man alle Zellen messen?

Ja, eine einzelne Zelle sagt fast nichts. Der diagnostische Wert liegt im Vergleich: Erst wenn alle Zellen gemessen sind, zeigt sich, ob eine davon abweicht und die Batterie damit defekt ist.

Was ist der Unterschied zwischen Hydrometer und Refraktometer?

Das Hydrometer misst die Dichte mit einem Schwimmer, das Refraktometer misst, wie stark die Flüssigkeit Licht bricht. Das Refraktometer braucht nur einen Tropfen statt einer größeren Probe, ist weit weniger temperaturabhängig und prüft mit einem Gerät mehrere Flüssigkeiten.

Warum soll man nicht am warmen Motor messen?

Weil Temperatur die Dichte verändert und damit die Anzeige eines Hydrometers. Messungen an einem gerade gelaufenen Motor sind deshalb systematisch falsch. Ein Refraktometer ist gegenüber diesem Effekt deutlich unempfindlicher.

Kann man mit einem Refraktometer AdBlue prüfen?

Ja, und in Werkstätten mit Nutzfahrzeugen wird das immer wichtiger. AdBlue ist eine Harnstofflösung mit festgelegtem Gehalt, und eine zu schwache Lösung führt zu Fehlermeldungen und Leistungsreduzierung. Mit einem Refraktometer ist der Gehalt in Sekunden geprüft, statt die Ursache im Steuergerät zu suchen.

Welche Schutzausrüstung braucht man beim Messen von Batteriesäure?

Schutzbrille und Handschuhe, und das ist nicht optional. Elektrolyt ist verdünnte Schwefelsäure: Sie zerstört Kleidung, verletzt Augen, und beim Ansaugen und Zurückgeben tropft sie.

Warum haben diese Geräte ein Glasgehäuse?

Weil Glas gegen Schwefelsäure und Glykol beständig ist, nicht eintrübt und sich vollständig reinigen lässt, sodass die Skala über Jahre lesbar bleibt. Kunststoff wird von Elektrolyt angegriffen und milchig, und eine milchige Skala macht das Gerät unbrauchbar. Der Nachteil: Glas bricht, deshalb gehören diese Geräte in ein eigenes Fach.

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