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Bei Winkeln gibt es zwei völlig verschiedene Fragen, und je nachdem, welche Sie haben, brauchen Sie ein anderes Werkzeug. Die erste Frage lautet: Ist dieser Winkel rechtwinklig? Darauf antwortet ein Anschlagwinkel mit ja oder nein, und er tut das schneller und zuverlässiger als jedes Messgerät. Die zweite Frage lautet: Wie groß ist dieser Winkel? Darauf antwortet nur ein Winkelmesser, der eine Gradskala hat. In dieser Kategorie finden Sie beides von BETA: Anschlagwinkel in mehreren Bauformen und Genauigkeiten ab 19,95 Euro sowie Winkelmesser mit Gradskala.
Anschlagwinkel: prüfen, nicht messen
Ein Anschlagwinkel verkörpert einen festen Winkel, in der Regel 90 Grad, und hat keine Skala. Sie legen ihn an, und wenn zwischen Schenkel und Werkstück Licht durchscheint, stimmt der Winkel nicht. Das ist die empfindlichste Prüfmethode, die es ohne Messgerät gibt: Ein Spalt von wenigen Hundertstelmillimetern ist gegen Licht deutlich sichtbar, während dieselbe Abweichung mit einem Winkelmesser kaum ablesbar wäre. Deshalb wird in Werkstatt und Tischlerei mit Anschlagwinkeln gearbeitet und nicht mit Gradskalen.
Bei der Auswahl entscheiden drei Merkmale. Der Anschlag, also die verdickte Leiste am längeren Schenkel, legt sich an die Werkstückkante und stellt den Winkel selbst rechtwinklig zur Fläche. Ohne Anschlag müssen Sie das Ausrichten mit der Hand sicherstellen, was auf einer schmalen Kante schwierig ist. Die Länge bestimmt, wie lange Strecken Sie prüfen können, denn ein kurzer Winkel prüft nur die unmittelbare Kante und sagt nichts über die Fläche insgesamt. Und die Fertigungsgüte entscheidet, wie genau der Winkel selbst ist.
Was „geschliffen und geläppt" bedeutet
Diese Angabe steht bei den teureren Modellen und ist der Grund für den Preisunterschied. Schleifen bringt die Flächen auf Maß und macht sie eben. Läppen ist ein nachgeschalteter Feinbearbeitungsschritt mit losem Korn, der die Oberfläche noch weiter glättet und die letzten Formabweichungen entfernt. Das Ergebnis ist ein Winkel, dessen Abweichung so klein ist, dass das Werkzeug selbst als Prüfnormal taugt: Man kann damit andere Winkel kontrollieren.
Für die Praxis heißt das: Ein geläppter Präzisionswinkel gehört an den Prüfplatz und wird zum Kontrollieren von Maschinen, Vorrichtungen und anderen Messmitteln benutzt. Er ist empfindlich, wird geschützt gelagert und nicht auf der Baustelle mitgenommen. Ein Schreinerwinkel für ein Zehntel des Preises ist für Zuschnitt und Montage genau richtig und verträgt den Alltag. Wer beides braucht, kauft beides, und wer den Unterschied nicht kennt, kauft meist das falsche.
Verstellbare Winkel: Winkel übertragen
Ein verstellbarer Winkel, auch Schmiege genannt, hat keinen festen Winkel und keine Skala. Sein Zweck ist ein anderer und im Handwerk sehr häufig: einen vorhandenen Winkel abnehmen und unverändert übertragen. Sie legen ihn an eine bestehende Kante, klemmen ihn fest und zeichnen denselben Winkel am neuen Werkstück an, ohne ihn jemals in Grad zu kennen. Beim Anpassen an gewachsene Bausubstanz, bei Renovierungen, bei Treppen und bei allem, was nicht rechtwinklig gebaut wurde, ist das der schnellste und genaueste Weg, weil jeder Umweg über eine Zahl einen Rundungsfehler einführt.
Winkelmesser: wenn Sie die Zahl brauchen
Ein Winkelmesser hat eine Gradskala und beantwortet die Frage nach dem Wert. Das braucht man, wenn ein Winkel dokumentiert, kommuniziert oder nach Zeichnung hergestellt werden muss: bei Schweißnahtvorbereitung, bei Gehrungen nach Vorgabe, bei Prüfprotokollen und immer dann, wenn jemand anders mit dem Ergebnis weiterarbeitet.
Der Unterschied zwischen einer Standard- und einer hochwertigen Ausführung liegt in der Feinheit der Skala und in der Ableseeinrichtung: Bessere Modelle haben einen Nonius oder eine Lupe, mit denen Bruchteile eines Grades ablesbar werden, und eine Klemmung, die den eingestellten Wert hält, während Sie das Werkzeug vom Werkstück nehmen. Wer nur gelegentlich einen Winkel grob bestimmen muss, kommt mit der Standardausführung aus.
Der Kombinationswinkel
Eine eigene Bauform, die mehr kann als ihr Preis vermuten lässt. Ein Kombinationswinkel vereint üblicherweise 90 und 45 Grad in einem Werkzeug, hat oft eine integrierte Libelle und manchmal einen Reißnagel im Griff. Damit erledigt er vier Aufgaben mit einem Teil: rechten Winkel prüfen, Gehrung anlegen, Waagerechte kontrollieren und anreißen. Für Montage, Trockenbau und Holzarbeiten ist er deshalb oft das erste Werkzeug, das man einsteckt, und mit 19,95 Euro der günstigste Einstieg in diese Kategorie.
Wie man einen Winkel prüft, den man geschenkt bekommt
Auch ein Anschlagwinkel kann falsch sein, und zwar von Anfang an oder nach einem Sturz. Die Prüfung braucht nur eine gerade Kante: Legen Sie den Anschlag an die Kante und ziehen Sie mit einem feinen Stift eine Linie am Schenkel entlang. Dann drehen Sie den Winkel um, legen den Anschlag an dieselbe Kante, den Schenkel an dieselbe Linie und schauen. Fallen Linie und Schenkel zusammen, ist der Winkel rechtwinklig. Weichen sie ab, ist der Fehler halb so groß wie die beobachtete Abweichung. Das dauert eine Minute und lohnt sich bei jedem neuen Winkel und nach jedem Sturz, denn ein falscher Anschlagwinkel überträgt seinen Fehler systematisch auf jedes Werkstück.
Was dazugehört
Zum Anzeichnen der geprüften Linien gibt es Anreiß- und Markierwerkzeuge mit Reißnadeln, Zirkeln und Schreinerbleistiften. Waagerechte und Senkrechte prüfen Sie mit den Wasserwaagen, Längen mit Maßband und Zollstock. Für genaue Maße im Zehntelbereich führen die Messschieber das passende Programm. Einen Überblick über das gesamte Messprogramm gibt die Übersicht Messwerkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Winkeln und Winkelmessern
Was ist der Unterschied zwischen Anschlagwinkel und Winkelmesser?
Der Anschlagwinkel verkörpert einen festen Winkel, meist 90 Grad, und antwortet mit ja oder nein: Scheint Licht durch, stimmt der Winkel nicht. Der Winkelmesser hat eine Gradskala und sagt, wie groß der Winkel ist. Prüfen und messen sind zwei verschiedene Aufgaben.
Warum prüft man mit Licht statt mit einer Skala?
Weil das die empfindlichste Methode ohne Messgerät ist. Ein Spalt von wenigen Hundertstelmillimetern ist gegen Licht deutlich sichtbar, während dieselbe Abweichung mit einem Winkelmesser kaum ablesbar wäre.
Wozu dient der Anschlag am Winkel?
Die verdickte Leiste am längeren Schenkel legt sich an die Werkstückkante und stellt den Winkel selbst rechtwinklig zur Fläche. Ohne Anschlag müssen Sie das Ausrichten mit der Hand sicherstellen, was auf einer schmalen Kante schwierig ist.
Was bedeutet „geschliffen und geläppt"?
Schleifen bringt die Flächen auf Maß und macht sie eben, Läppen ist ein nachgeschalteter Feinbearbeitungsschritt mit losem Korn, der die letzten Formabweichungen entfernt. Das Ergebnis ist ein Winkel, der selbst als Prüfnormal taugt, mit dem man also andere Winkel kontrollieren kann.
Brauche ich einen Präzisionswinkel oder reicht ein Schreinerwinkel?
Der Präzisionswinkel gehört an den Prüfplatz und dient dem Kontrollieren von Maschinen, Vorrichtungen und anderen Messmitteln. Er ist empfindlich und wird geschützt gelagert. Für Zuschnitt und Montage ist ein Schreinerwinkel für ein Zehntel des Preises genau richtig und verträgt den Alltag.
Wofür braucht man einen verstellbaren Winkel?
Um einen vorhandenen Winkel abzunehmen und unverändert zu übertragen, ohne ihn in Grad zu kennen. Beim Anpassen an gewachsene Bausubstanz, bei Renovierungen und Treppen ist das der genaueste Weg, weil jeder Umweg über eine Zahl einen Rundungsfehler einführt.
Was kann ein Kombinationswinkel?
Er vereint üblicherweise 90 und 45 Grad, hat oft eine integrierte Libelle und manchmal einen Reißnagel im Griff. Damit erledigt er vier Aufgaben: rechten Winkel prüfen, Gehrung anlegen, Waagerechte kontrollieren und anreißen. Für Montage, Trockenbau und Holzarbeiten ist er oft das erste Werkzeug, das man einsteckt.
Wie prüfe ich, ob mein Anschlagwinkel stimmt?
An einer geraden Kante anlegen und eine feine Linie am Schenkel entlang ziehen. Dann den Winkel umdrehen, den Anschlag an dieselbe Kante und den Schenkel an dieselbe Linie legen. Fallen beide zusammen, ist der Winkel rechtwinklig. Weichen sie ab, ist der Fehler halb so groß wie die Abweichung. Das lohnt sich bei jedem neuen Winkel und nach jedem Sturz.
Winkelmesser Luxusausführung BETA 1678/C3
Kombinationswinkel BETA 1674C/300
Verstellbare Winkel BETA 1672A/200
Schreinerwinkel BETA 1674A/300
Verstellbarer Winkel aus Stahl BETA 1672