Lochsägen

Lochsägen

Ein Locheisen ist ein gehärteter Hohlstahl mit geschliffener Schneidkante, der auf das Material aufgesetzt und mit dem Hammer durchgeschlagen wird, wodurch er einen sauberen runden Ausschnitt herausstanzt. Es braucht keine Maschine, keinen Strom und keine Vorbereitung, und genau darin liegt sein Wert: Wenn an einem Samstagnachmittag eine Flachdichtung fehlt, für die es kein Ersatzteil mehr gibt, entsteht sie mit einem Bogen Dichtungsmaterial, einer Schere und einem Satz Locheisen in zehn Minuten. Die typischen Werkstoffe sind Dichtungsmaterial aller Art, Leder, Filz, Gummi, Moosgummi, Kork, Pappe und dünne Kunststofffolien, also alles, was weich genug ist, um sich durchtrennen zu lassen, und fest genug, um dabei nicht auszureißen. Für harte Werkstoffe wie Blech, Holz und Kunststoffplatten ist das Locheisen dagegen das falsche Werkzeug: dort arbeitet die Lochsäge in der Maschine. Das Sortiment führt einzelne Locheisen sowie Sätze mit abgestuften Durchmessern von zwei bis fünfzig Millimetern.

Selbst gefertigte Flachdichtungen: der eigentliche Einsatzfall

Der häufigste Grund, ein Locheisen zu kaufen, ist eine Dichtung, die es nicht mehr gibt. An älteren Maschinen, an Landtechnik, an Pumpen, Getrieben, Kompressoren, Armaturen und Sonderanfertigungen ist die Ersatzteilversorgung nach einigen Jahren oft beendet, und in vielen Fällen ist die fehlende Dichtung eine simple Flachdichtung aus Papier, Kork oder Elastomer. Sie selbst herzustellen ist unkompliziert und dauert kürzer als jede Recherche nach einer Bezugsquelle. Die Vorgehensweise ist dabei immer dieselbe: Die alte Dichtung dient als Schablone, oder, wenn sie zerstört ist, wird das Bauteil selbst auf das Dichtungsmaterial gelegt und mit einem leichten Hammerschlag auf den Flanschrand abgezeichnet, was die Kontur exakt überträgt. Anschließend werden zuerst die Schraubenlöcher mit dem passenden Locheisen ausgestanzt, dann die Durchgänge für Medien, und erst zuletzt wird die Außenkontur mit der Schere geschnitten, denn ein Materialstück ohne Außenkontur lässt sich beim Stanzen deutlich leichter halten und ausrichten. Wichtig ist die richtige Materialstärke und -sorte, denn eine zu dicke Dichtung setzt sich und verliert die Vorspannung der Schrauben, und eine für den falschen Betriebsstoff gewählte quillt oder zersetzt sich. Wer regelmäßig Dichtungen anfertigt, hält deshalb zwei bis drei Materialsorten und Stärken vorrätig.

Locheisen richtig verwenden

Es gibt genau eine Regel, deren Missachtung ein Locheisen innerhalb weniger Schläge unbrauchbar macht, und sie betrifft die Unterlage. Geschlagen wird immer in eine weiche Unterlage aus Hartholz, Kunststoff oder Blei, niemals direkt auf eine Stahlplatte oder auf die Werkbank, denn die Schneidkante ist gehärtet und dünn, und der Aufprall auf Metall schlägt sie um oder bricht sie aus. Eine schadhafte Kante reißt das Material anschließend, statt es zu schneiden, und lässt sich von Hand nicht wiederherstellen. Ebenso wichtig ist die Schlagrichtung: Das Locheisen wird senkrecht aufgesetzt und mit wenigen kräftigen Schlägen durchgetrieben, nicht mit vielen kleinen, weil das Werkzeug bei jedem Ansetzen minimal wandert und die Kante dadurch ausfranst. Bei zähen Werkstoffen wie dickem Gummi hilft es, das Werkzeug leicht zu drehen, während der Druck anliegt, und bei Leder, das Material vorher leicht anzufeuchten. Und schließlich: Der ausgestanzte Butzen bleibt im Hohlraum des Werkzeugs zurück und muss herausgeschoben werden, bevor der nächste Ausschnitt gemacht wird, weil sonst der folgende Butzen den vorherigen gegen die Schneide presst. Ein Draht oder ein dünner Durchschlag genügt dafür.

Locheisen, Lochzange oder Lochsäge?

Drei Werkzeuge erzeugen runde Löcher und sind nicht gegeneinander austauschbar. Das Locheisen wird mit dem Hammer geschlagen, arbeitet in weichen Werkstoffen und deckt den größten Durchmesserbereich ab, von wenigen Millimetern bis zu mehreren Zentimetern, wobei mit steigendem Durchmesser mehr Schlagkraft nötig wird. Die Lochzange arbeitet mit Handkraft über eine Hebelübersetzung und ist die schnellere und leisere Lösung für kleine Durchmesser in dünnem Material, typischerweise in Leder, Gurtband, Riemen, Plane und dünnem Gummi; als Revolverausführung trägt sie mehrere Stempel in verschiedenen Größen auf einem drehbaren Kopf, sodass zwischen den Durchmessern ohne Werkzeugwechsel gewechselt wird. Ihr Nachteil ist die begrenzte Ausladung: Sie erreicht nur den Randbereich eines Werkstücks, während das Locheisen an jeder beliebigen Stelle einer Fläche ansetzt. Die Lochsäge schließlich läuft in der Maschine und ist für feste Werkstoffe wie Blech, Kunststoffplatten und Holz zuständig, wo die beiden anderen Werkzeuge scheitern. Eine Revolverlochzange finden Sie im Sortiment bei den weiteren Schneidwerkzeugen.

Einzeln oder als Satz

Wer ein wiederkehrendes Maß braucht, etwa immer denselben Durchmesser für einen bestimmten Anschluss, kauft das einzelne Locheisen und ist damit gut bedient. Für die Anfertigung von Dichtungen ist dagegen der Satz die sinnvollere Anschaffung, und zwar aus einem Grund, der beim ersten Mal überrascht: Bei einer Dichtung kommt es nicht darauf an, ein Loch zu machen, sondern das richtige, und der Durchmesser ergibt sich aus dem Schraubendurchmesser plus Spiel, aus dem Rohrquerschnitt oder aus dem vorhandenen Bauteil. Fehlt genau dieser eine Durchmesser, ist die ganze Dichtung nicht zu fertigen, und ein zu großes Loch lässt sich nicht kleiner machen. Deshalb sind Sätze mit abgestuften Durchmessern gebräuchlich, und die Abstufung entscheidet über den Nutzen: ein Bereich bis zwanzig Millimetern deckt Schraubenlöcher und kleine Durchgänge ab und damit den größten Teil der Werkstattfälle, ein Bereich bis dreißig Millimetern ergänzt größere Medienöffnungen, und ein Bereich bis fünfzig Millimetern reicht in den industriellen Einsatz hinein, also zu Flanschen, Durchführungen und großen Anschlüssen in der Instandhaltung, in der Verfahrenstechnik und im Anlagenbau. Aufbewahrt werden Locheisen sinnvollerweise so, dass die Schneidkanten sich nicht berühren, denn zwei aneinanderschlagende gehärtete Kanten beschädigen sich gegenseitig. Einen Überblick über die Abteilung gibt die Kategorie Schneidwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu Locheisen

In welchen Materialien kann ich ein Locheisen verwenden?

In allen weichen, aber formstabilen Werkstoffen: Dichtungsmaterial aus Papier, Kork und Elastomer, Leder, Filz, Gummi und Moosgummi, Pappe sowie dünne Kunststofffolien. Nicht geeignet ist es für Blech, Holz, Kunststoffplatten und alles, was hart oder dick ist, denn dort schlägt die gehärtete Schneidkante um, statt zu schneiden. Für diese Werkstoffe ist die Lochsäge in der Maschine das richtige Werkzeug. Sehr weiche und stark nachgiebige Materialien lassen sich ebenfalls schlecht stanzen, weil sie ausweichen statt zu trennen, dort hilft eine feste Unterlage und ein zügiger, kräftiger Schlag.

Worauf schlage ich, damit das Locheisen nicht stumpf wird?

Immer in eine weiche Unterlage aus Hartholz, Kunststoff oder Blei, niemals direkt auf eine Stahlplatte oder auf die Werkbank. Die Schneidkante ist gehärtet und dünn, und der Aufprall auf Metall schlägt sie um oder bricht sie aus, wodurch das Werkzeug das Material anschließend reißt statt schneidet. Eine so beschädigte Kante lässt sich von Hand nicht wiederherstellen. Das ist die mit Abstand häufigste Ursache dafür, dass ein neues Locheisen nach wenigen Einsätzen unbrauchbar ist, und sie kostet nichts zu vermeiden: ein Stück Hartholz aus der Werkstatt genügt.

Wie fertige ich eine Flachdichtung selbst an?

Die alte Dichtung dient als Schablone. Ist sie zerstört, legen Sie das Bauteil selbst auf das Dichtungsmaterial und übertragen die Kontur, indem Sie mit einem leichten Hammerschlag auf den Flanschrand klopfen, was Außenkontur und Löcher exakt abzeichnet. Danach stanzen Sie zuerst die Schraubenlöcher mit dem passenden Locheisen aus, dann die Durchgänge für Medien, und schneiden erst zuletzt die Außenkontur mit der Schere, weil sich ein Materialstück ohne Außenkontur beim Stanzen leichter halten und ausrichten lässt. Achten Sie auf die richtige Materialsorte und Stärke, denn eine zu dicke Dichtung setzt sich und die Schrauben verlieren ihre Vorspannung.

Locheisen oder Lochzange, was ist besser?

Das hängt davon ab, wo das Loch sitzt. Die Lochzange arbeitet mit Handkraft über eine Hebelübersetzung, ist schneller und leiser und für kleine Durchmesser in dünnem Material ideal, also in Leder, Gurtband, Riemen und Plane, und als Revolverausführung wechselt sie ohne Werkzeugwechsel zwischen mehreren Größen. Ihr Nachteil ist die begrenzte Ausladung: Sie erreicht nur den Randbereich eines Werkstücks. Das Locheisen setzt dagegen an jeder beliebigen Stelle einer Fläche an, deckt einen viel größeren Durchmesserbereich ab und arbeitet auch in dickerem Material, braucht dafür Hammer und Unterlage.

Welche Durchmesser brauche ich?

Für Dichtungen ergibt sich der Durchmesser aus dem Schraubendurchmesser zuzüglich etwas Spiel, aus dem Rohrquerschnitt oder aus dem vorhandenen Bauteil, weshalb ein Satz mit abgestuften Größen praktischer ist als einzelne Werkzeuge: Fehlt genau ein Durchmesser, ist die ganze Dichtung nicht zu fertigen, und ein zu großes Loch lässt sich nicht kleiner machen. Ein Bereich bis etwa zwanzig Millimetern deckt Schraubenlöcher und kleine Durchgänge und damit die meisten Werkstattfälle ab, größere Bereiche bis dreißig oder fünfzig Millimetern reichen in den industriellen Einsatz mit Flanschen und großen Durchführungen hinein.

Der ausgestanzte Rest steckt im Werkzeug, was tun?

Das ist normal und gehört zur Arbeit dazu: Der Butzen bleibt im Hohlraum zurück und wird mit einem Draht oder einem dünnen Durchschlag herausgeschoben. Wichtig ist, das vor dem nächsten Ausschnitt zu tun, denn sonst presst der folgende Butzen den vorherigen von innen gegen die Schneidkante, was sie auf Dauer aufweitet und stumpf macht. Bei Sätzen mit mehreren Größen lohnt es sich, nach jedem Arbeitsgang alle benutzten Werkzeuge zu leeren, bevor sie zurück ins Etui gehen, weil ein vergessener Butzen im Werkzeug hart wird und sich später schlechter entfernen lässt.

Wie bewahre ich Locheisen richtig auf?

So, dass sich die Schneidkanten nicht berühren, denn zwei aneinanderschlagende gehärtete Kanten beschädigen sich gegenseitig, und genau das passiert in einer Schublade, in der die Werkzeuge lose liegen. Sätze werden deshalb im Etui aufbewahrt, in dem jedes Werkzeug seinen Platz hat. Einzelne Locheisen kommen sinnvollerweise in eine Werkzeugtasche mit Fächern oder in einen Schaumstoffeinsatz. Ergänzend lohnt ein leichter Ölfilm auf der Außenfläche, wenn die Werkzeuge in feuchter Umgebung oder in Kontakt mit ölgetränkten Dichtungsmaterialien im Einsatz sind, denn Flugrost setzt sich an der Schneide zuerst fest.

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