Scheren

Scheren

Eine Schere trennt Material zwischen zwei aneinander vorbeilaufenden Schneiden, und genau daraus ergibt sich, warum es für Blech, Draht, Kabel, Bandeisen und Rundstahl jeweils eine eigene Bauform gibt: entscheidend ist nicht die Schärfe, sondern die Führung der beiden Schneiden zueinander und die Kraft, die im Gelenk zur Verfügung steht. Wer mit einer Blechschere Draht schneidet, hat anschließend eine Scharte in der Schneide und ein Werkzeug, das Blech nur noch quetscht. Wer mit einer Elektrikerschere ein Kupferkabel mit großem Querschnitt trennen will, verbiegt die Schneiden. Und wer einen Bolzen mit einer Schere angeht, statt mit dem Werkzeug, das über eine Hebelübersetzung arbeitet, schafft es nicht. Dieses Sortiment deckt die gesamte Spannweite ab: Figurenscheren im amerikanischen Muster für Blech, Hebelblechscheren in geradeschneidender, rechtsschneidender und linksschneidender Ausführung, eine unfallsichere Ausführung für Bandeisen, Bolzenschneider für Rundstahl, Drahtscheren, Mehrzweckscheren und eine ganze Reihe von Elektrikerscheren bis hin zur bis 1000 Volt isolierten Version. Alle Artikel sind Original BETA Utensili.

Blechscheren: gerade, rechtsschneidend oder linksschneidend?

Diese drei Bezeichnungen sind die häufigste Verwechslung im gesamten Blechbereich, und sie haben nichts damit zu tun, ob jemand Rechtshänder oder Linkshänder ist. Gemeint ist die Richtung, in der die Schere einer Kurve folgen kann, ohne dass der Abfallstreifen im Weg ist. Eine geradeschneidende Ausführung ist für gerade Schnitte und für sehr große Radien gedacht, weil beide Schneiden symmetrisch stehen und der Streifen nach beiden Seiten gleich stark aufsteht. Eine rechtsschneidende Schere schneidet Kurven nach rechts: das fertige Werkstück läuft rechts an der Schneide entlang, der Abfall rollt sich nach links weg und stört die Sicht auf die Anrisslinie nicht. Bei der linksschneidenden Ausführung ist es spiegelbildlich. In der Praxis heißt das für einen Ausschnitt im Blech, etwa eine runde Öffnung, dass man beide Ausführungen braucht oder das Blech ständig umspannen muss. Deshalb wird im Blechbau selten eine einzelne Schere gekauft, sondern das Paar aus rechts und links, ergänzt um eine geradeschneidende für den geraden Zuschnitt. Wichtig ist außerdem, das Blech nicht bis zur Spitze der Schneiden zu schneiden, sondern die Schere jeweils vor dem letzten Zentimeter neu anzusetzen, weil das Blech sonst an der Schnittkante aufreißt statt sauber getrennt zu werden.

Warum eine Hebelblechschere weniger Handkraft braucht

Der Unterschied zwischen einer Figurenschere im amerikanischen Muster und einer Hebelblechschere liegt im Gelenk, nicht in der Schneide. Bei der klassischen Bauform wirkt die Handkraft direkt auf die Schneide, und die Kraft, die ankommt, hängt allein davon ab, wie weit vorn oder hinten geschnitten wird. Bei der Hebelausführung sitzt zwischen Griff und Schneide eine Übersetzung, die dieselbe Handkraft vervielfacht, sodass sich stärkeres Blech ohne beide Hände und ohne Nachdrücken trennen lässt. Praktisch bedeutet das zweierlei. Erstens ermüdet die Hand deutlich später, was bei längeren Zuschnitten den Unterschied zwischen einer sauberen und einer ausgefransten Kante ausmacht, denn die meisten schlechten Schnittkanten entstehen nicht am Anfang, sondern gegen Ende einer Arbeit. Zweitens lässt sich Material schneiden, das für eine einfache Schere zu fest wäre, ohne zur Trennscheibe greifen zu müssen, die die Kante erhitzt, den Korrosionsschutz zerstört und bei verzinktem Blech Zinkdämpfe freisetzt. Wer regelmäßig Blech zuschneidet, arbeitet mit der Hebelausführung schneller und sauberer, wer gelegentlich einen Zuschnitt macht, kommt mit der Figurenschere aus. Beide Bauformen gibt es hier in mehreren Längen, wobei die längere Ausführung mehr Kraft an der Schneide bedeutet und die kürzere mehr Kontrolle bei kleinen Radien.

Bandeisen trennen: warum es dafür eine eigene Schere gibt

Stahlband, mit dem Paletten, Rohrbündel und Kisten gesichert werden, steht unter erheblicher Spannung, und diese Spannung entlädt sich in dem Moment, in dem das Band durchtrennt wird. Das freie Ende schnellt zurück, mit scharfer Kante und in Kopfhöhe, und genau daraus entsteht eine der häufigsten Verletzungsarten beim Auspacken von Ware in Lager, Versand und Werkstatt. Eine unfallsichere Blechschere für Bandeisen ist konstruktiv darauf ausgelegt, das abgetrennte Ende festzuhalten, statt es freizugeben, sodass die gespeicherte Energie nicht in die Hand oder ins Gesicht geht. Für Betriebe ist das kein Komfortthema: wo eine Gefährdungsbeurteilung vorliegt, ist das Auftrennen von Umreifungsbändern ein benannter Vorgang, und ein geeignetes Werkzeug ist Teil der Maßnahme. Dazu gehören auch die einfachen Regeln, die in der Eile am häufigsten übergangen werden, nämlich Schutzbrille tragen, das Band vor dem Schnitt mit der freien Hand oder besser mit dem Werkzeug selbst sichern, seitlich zum Band stehen und nie in der Verlängerung der Bandachse, und die abgetrennten Bandstücke sofort in einen Behälter geben, weil sie am Boden zur Stolperfalle mit scharfer Kante werden. Ein normales Werkzeug erledigt den Schnitt ebenfalls, aber ohne den Teil, der die Verletzung verhindert.

Bolzenschneider: was sie trennen und was nicht

Ein Bolzenschneider arbeitet nicht mit der Schärfe der Schneiden, sondern mit einer doppelten Hebelübersetzung, die aus der Kraft der Arme eine Kraft macht, die Rundstahl im Querschnitt trennt. Deshalb sind die Schneiden kurz, dick und stumpfwinklig, und deshalb bricht sie ein Bolzen, der härter ist als sie selbst. Geeignet ist das Werkzeug für unlegierten Rundstahl, für Bolzen, für Draht und Drahtseil in weicher Ausführung, für Ketten aus normalem Stahl und in der angegebenen Grenze für Betonstahl. Nicht geeignet ist es für gehärtete Werkstoffe, also für Federstahl, für gehärtete Schrauben und Gewindestangen hoher Festigkeitsklasse und für die gehärteten Bügel von Vorhängeschlössern, denn dort gibt nicht das Material nach, sondern die Schneide. Zwei Punkte aus der Praxis, die den Unterschied zwischen einem Werkzeug für Jahre und einem für Wochen ausmachen. Erstens: geschnitten wird nicht an der Spitze, sondern so weit hinten wie möglich, nah am Gelenk, weil die Kraft dort am größten ist und die Schneide am wenigsten auf Biegung belastet wird. Zweitens: fast jeder Bolzenschneider lässt sich am Schneidenspiel nachstellen, und der weitaus größte Teil der Werkzeuge, die als stumpf ausgemustert werden, ist in Wirklichkeit nur ausgeschlagen. Wenn die Schneiden beim Schließen nicht mehr sauber aneinander vorbeilaufen, sondern das Material zwischen sich hindurchdrücken, ist die Justierschraube zu prüfen, bevor Ersatz bestellt wird. Angeboten werden hier eine Ausführung mit Gummigriffen und eine kurze Ausführung für Arbeiten mit wenig Platz, etwa im Schaltschrank, in der Zwischendecke oder am Bewehrungskorb.

Drahtscheren und Mehrzweckscheren

Drahtscheren sind für Bindedraht, dünnen Blumendraht, Kunststoffumreifung, Kabelbinder, Gewebe und Drahtgeflecht gedacht und schließen damit die Lücke zwischen der Blechschere, die an Draht Schaden nimmt, und dem Bolzenschneider, der für dünnes Material zu grob ist. Wichtig ist hier die Erwartungshaltung: eine Drahtschere trennt Draht bis zu einem bestimmten Durchmesser und in weicher Ausführung, während Federstahl, Klaviersaite und gehärteter Draht auch hier die Schneide beschädigen. Ausführungen mit langen Schneiden sind für lange, gerade Schnitte gedacht, etwa in Geflecht und Gewebe, weil sich der Schnitt in weniger Ansätzen ziehen lässt und die Kante gleichmäßiger wird. Mehrzweckscheren sind kürzer, robuster und für den täglichen Griff in der Werkstatt gemacht, also für Verpackung, Klebeband, Kunststoff, Dichtungsmaterial, Leder und Textil. Sie ersetzen keine Spezialschere, verhindern aber das häufigste und teuerste Missverständnis im Werkzeugschrank, nämlich dass die gute Blechschere für alles herhalten muss. Wo Draht bündig an einer Fläche abgetrennt werden soll, ist ohnehin nicht die Schere das richtige Werkzeug, sondern ein Seitenschneider aus dem Zangenprogramm.

Elektrikerscheren: Mikroverzahnung, Abisolierstufe, doppelt wirkend

Die Elektrikerschere ist das meistbenutzte Werkzeug in der Elektroinstallation und gleichzeitig das am wenigsten bewusst ausgewählte, obwohl die Ausführungen sehr unterschiedliche Aufgaben lösen. Eine gerade Schneide ist die Grundausführung für Leitungen, Isolierband, Kabelbinder und Kunststoff. Eine Mikroverzahnung greift den runden Leiter, statt ihn vor der Schneide wegrollen zu lassen, was bei feindrähtigen Litzen den Unterschied zwischen einem sauberen und einem zerfaserten Ende ausmacht, dafür hinterlässt sie eine gezahnte Schnittkante. Eine Abisolierstufe ist eine Aussparung in der Schneide, mit der die Isolierung eines Leiters angeschnitten und abgezogen wird, ohne die Kupferadern anzukerben, denn eine angekerbte Ader bricht später unter Vibration und wird dann als Elektronikfehler gesucht. Doppelt wirkend bedeutet ein zweites Gelenk, das die Handkraft übersetzt und damit größere Querschnitte ermöglicht, ohne beidhändig zu arbeiten. Eine gebogene Ausführung schließlich schneidet nah an der Fläche und in beengter Einbaulage, etwa in der Verteilung oder im Kabelkanal. Für die Auswahl gilt eine einfache Reihenfolge: gerade Schneide für alles Flache, Mikroverzahnung für alles Runde, Abisolierstufe, wenn regelmäßig abisoliert wird, und doppelt wirkend, wenn der Querschnitt regelmäßig an die Grenze geht.

Isolierte Ausführung bis 1000 Volt

Für Arbeiten an elektrischen Anlagen führt das Sortiment eine bis 1000 Volt isolierte Elektrikerschere, bei BETA am Kürzel MQ in der Artikelnummer erkennbar. Der Unterschied zu einer Schere mit Kunststoffgriff ist erheblich und wird regelmäßig unterschätzt: geprüfte VDE-Werkzeuge haben eine durchgehende, mehrschichtige Isolierung bis unmittelbar an die Schneide und werden einzeln geprüft, sodass der Kontakt mit einem spannungsführenden Leiter nicht zum Stromfluss über die Hand führt. Ein kunststoffbeschichteter Griff bietet diesen Schutz nicht, unabhängig davon, wie dick die Beschichtung ist, und alle übrigen Scheren dieser Kategorie sind ausschließlich für Arbeiten an spannungsfreien Anlagen bestimmt. Der Preisunterschied erklärt sich vollständig aus der Prüfung und der Isolierung, nicht aus der Schneide. Und auch mit isoliertem Werkzeug gilt die Reihenfolge, die keine Ausführung ersetzt: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken. Isoliertes Werkzeug ist die zweite Sicherheitsebene, nicht die erste. Vor jedem Einsatz gehört außerdem ein Blick auf die Isolierung selbst: eine eingerissene, angeschmolzene oder eingeschnittene Ummantelung macht das Werkzeug zum gewöhnlichen Werkzeug, und dann gehört es aussortiert und nicht repariert.

Ersatzteile, Pflege und passende Werkzeuge

Bei Scheren mit Hebelübersetzung ist die Feder das Verschleißteil, nicht die Schneide, und sie ist einzeln nachkaufbar, ebenso wie einzelne Ersatzteile für die Elektrikerscheren, nachzusehen bei den Ersatzteilen für Schneidwerkzeuge, wo zu jedem Teil die Artikelnummer des passenden Werkzeugs angegeben ist. Für die Lebensdauer sind drei Dinge entscheidend: das Gelenk gelegentlich ölen, weil ein trockenes Gelenk Spiel entwickelt und die Schneiden dann aneinander vorbeischeren statt zu schneiden, das Werkzeug nur für das Material verwenden, für das es gebaut ist, und die Schneiden nicht als Hebel oder Schraubendreherersatz missbrauchen, weil eine verbogene Schneide nicht mehr korrigierbar ist. Wo das Material für eine Schere zu dick oder zu hart wird, übernehmen andere Werkzeuge: für Rohr, Profil und Vollmaterial die Bügelsägen und Sägeblätter, für Karton, Folie, Teppich und Dämmstoff die Cuttermesser und Klappmesser und für Draht bündig an der Fläche die Zangen aus dem Schneidzangenprogramm. Einen Überblick über die gesamte Abteilung gibt die Übersicht der Schneidwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu Scheren und Bolzenschneidern

Was bedeutet rechtsschneidend und linksschneidend bei einer Blechschere?

Gemeint ist die Richtung, in die die Schere einer Kurve folgen kann, und nicht die Hand, mit der sie geführt wird. Bei einer rechtsschneidenden Schere läuft das fertige Werkstück rechts an der Schneide entlang und der Abfallstreifen rollt sich nach links weg, sodass er weder die Sicht auf die Anrisslinie nimmt noch am Werkstück schleift. Bei der linksschneidenden Ausführung ist es spiegelbildlich. Eine geradeschneidende Schere ist für gerade Schnitte und sehr große Radien gedacht. Wer im Blech Ausschnitte fertigt, braucht in der Regel beide Kurvenausführungen, weil sonst das Werkstück ständig umgespannt werden muss.

Was bringt eine Hebelblechschere gegenüber einer normalen Blechschere?

Zwischen Griff und Schneide sitzt eine Übersetzung, die dieselbe Handkraft vervielfacht. Dadurch lässt sich stärkeres Blech einhändig und ohne Nachdrücken trennen, und die Hand ermüdet deutlich später, was für die Schnittqualität wichtiger ist, als es klingt: die meisten ausgefransten Kanten entstehen nicht am Anfang einer Arbeit, sondern gegen Ende. Der zweite Vorteil ist, dass Material geschnitten werden kann, für das sonst die Trennscheibe nötig wäre, die die Kante erhitzt und den Korrosionsschutz zerstört. Für gelegentliche Zuschnitte reicht eine Figurenschere im amerikanischen Muster, für regelmäßige Blecharbeit ist die Hebelausführung die schnellere und sauberere Lösung.

Warum gibt es für Bandeisen eine eigene, unfallsichere Schere?

Weil Umreifungsband unter Spannung steht und das freie Ende im Moment des Schnitts mit scharfer Kante zurückschnellt, häufig in Kopfhöhe. Das ist eine der typischen Verletzungsursachen beim Auspacken von Ware. Eine unfallsichere Ausführung hält das abgetrennte Ende fest, statt es freizugeben, sodass die gespeicherte Energie nicht in Hand oder Gesicht geht. Dazu gehören die Regeln, die in der Eile am häufigsten übergangen werden: Schutzbrille tragen, seitlich zum Band stehen und nie in seiner Verlängerung, das Band vor dem Schnitt sichern und die abgetrennten Stücke sofort in einen Behälter geben, weil sie am Boden zur Stolperfalle mit scharfer Kante werden.

Was kann ein Bolzenschneider schneiden und was nicht?

Geeignet ist er für unlegierten Rundstahl, Bolzen, Draht, weiches Drahtseil, Ketten aus normalem Stahl und im angegebenen Rahmen für Betonstahl. Nicht geeignet ist er für gehärtete Werkstoffe, also Federstahl, gehärtete Schrauben und Gewindestangen hoher Festigkeitsklasse sowie die gehärteten Bügel von Vorhängeschlössern, denn dort gibt nicht das Material nach, sondern die Schneide, und ein einziger Versuch reicht für eine Scharte. Maßgeblich ist immer die vom Hersteller angegebene Grenze für Durchmesser und Härte. Geschnitten wird außerdem nicht an der Spitze, sondern so weit hinten wie möglich, nah am Gelenk, weil die Kraft dort am größten und die Belastung der Schneide am geringsten ist.

Mein Bolzenschneider schneidet nicht mehr durch, ist er stumpf?

Meistens nicht. Bei fast allen Bolzenschneidern lässt sich das Schneidenspiel nachstellen, und der weitaus größte Teil der Werkzeuge, die als stumpf ausgemustert werden, ist in Wirklichkeit nur ausgeschlagen. Das Erkennungszeichen ist eindeutig: die Schneiden laufen beim Schließen nicht mehr sauber aneinander vorbei, sondern drücken das Material zwischen sich hindurch, und der Bolzen wird eher gequetscht als getrennt. Bevor Ersatz bestellt wird, gehört deshalb die Justierschraube geprüft und das Gelenk geölt. Erst wenn die Schneiden sichtbare Scharten haben oder verformt sind, ist das Werkzeug tatsächlich am Ende, und dann ist die Ursache fast immer ein zu hartes Material.

Wofür ist die Mikroverzahnung an einer Elektrikerschere?

Sie greift den runden Leiter, statt ihn vor der Schneide wegrollen zu lassen. Bei feindrähtigen Litzen macht das den Unterschied zwischen einem sauberen Ende und einem zerfaserten, das sich anschließend nur schwer in eine Aderendhülse führen lässt. Der Preis dafür ist eine leicht gezahnte Schnittkante, die dort stört, wo die Kante sichtbar bleibt, etwa bei Kunststoff oder Isolierband. Als Faustregel gilt deshalb: gerade Schneide für alles Flache wie Band, Folie und Kunststoff, Mikroverzahnung für alles Runde wie Leitungen und Litzen. Wer regelmäßig beides schneidet, fährt mit zwei Scheren besser als mit einem Kompromiss, zumal die Einstiegspreise in dieser Gruppe niedrig sind.

Was ist eine Abisolierstufe und warum ist sie wichtig?

Das ist eine Aussparung in der Schneide, mit der die Isolierung eines Leiters angeschnitten und abgezogen wird, ohne die Kupferadern darunter anzukerben. Genau darauf kommt es an: eine angekerbte Ader hält der Prüfung stand und bricht später unter Vibration oder Wärmewechsel, und der Fehler wird dann meist nicht am Leiter gesucht, sondern in der Elektronik. Mit der Stufe wird die Schnitttiefe durch die Geometrie begrenzt, sodass das Ergebnis reproduzierbar ist und nicht vom Gefühl abhängt. Sinnvoll ist eine solche Ausführung für alle, die regelmäßig abisolieren, während für gelegentliches Trennen von Leitungen die gerade Schneide oder die Mikroverzahnung genügt.

Was bedeutet doppelt wirkend bei einer Elektrikerschere?

Doppelt wirkend bedeutet ein zweites Gelenk zwischen Griff und Schneide, das die Handkraft übersetzt, ähnlich wie bei einer Hebelblechschere, nur kleiner. Dadurch lassen sich größere Querschnitte in einem Zug trennen, ohne beidhändig zu arbeiten oder mehrfach anzusetzen, und die Hand ermüdet bei vielen Schnitten hintereinander deutlich später. Sinnvoll ist die Ausführung für alle, die regelmäßig an der Querschnittsgrenze arbeiten. Für dünne Installationsleitungen, Isolierband und Kabelbinder ist sie nicht nötig, dort ist die einfache Bauform handlicher und der Schnitt schneller angesetzt.

Welche Schere darf an elektrischen Anlagen verwendet werden?

Nur die ausdrücklich als isoliert und bis 1000 Volt geprüft gekennzeichnete Ausführung, bei BETA am Kürzel MQ in der Artikelnummer erkennbar. Diese hat eine durchgehende, mehrschichtige Isolierung bis unmittelbar an die Schneide und wird einzeln geprüft. Ein Kunststoffgriff allein ist keine Isolierung, unabhängig von seiner Dicke, und alle übrigen Scheren dieser Kategorie sind ausschließlich für Arbeiten an spannungsfreien Anlagen bestimmt. Auch mit isoliertem Werkzeug bleibt die Reihenfolge verbindlich: freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern, Spannungsfreiheit feststellen, erden und kurzschließen, benachbarte Teile abdecken. Und vor jedem Einsatz gilt der Blick auf die Isolierung selbst, denn eine eingerissene oder angeschmolzene Ummantelung hebt den Schutz auf.

Kann ich mit einer Blechschere auch Draht schneiden?

Besser nicht, denn das ist der häufigste Weg, eine gute Blechschere zu ruinieren. Draht ist rund und hart und liegt punktförmig auf der Schneide auf, sodass an dieser Stelle eine Scharte entsteht, und ab da quetscht die Schere das Blech an genau dieser Stelle, statt es zu trennen. Für Bindedraht, Geflecht, Kunststoffumreifung und Kabelbinder ist die Drahtschere das richtige Werkzeug, für stärkeren Rundstahl der Bolzenschneider und für bündiges Abtrennen an einer Fläche der Seitenschneider. Dasselbe gilt umgekehrt: mit der Drahtschere Blech zu schneiden, verbiegt die Schneiden, weil ihnen die Länge und die Führung dafür fehlen.

Bekomme ich Ersatzfedern und Ersatzteile für die Scheren?

Ja. Bei Scheren mit Hebelübersetzung ist die Feder das eigentliche Verschleißteil und einzeln nachkaufbar, ebenso wie einzelne Teile für die Elektrikerscheren. Sie liegen in der Ersatzteilgruppe dieser Abteilung, und zu jedem Teil ist angegeben, zu welchem Werkzeug es gehört. Wirtschaftlich lohnt sich das fast immer, weil eine Feder im einstelligen Eurobereich liegt und ein Werkzeug rettet, das ansonsten funktionsfähig ist. Für die Lebensdauer hilft außerdem regelmäßiges Ölen des Gelenks: ein trockenes Gelenk entwickelt Spiel, und mit Spiel scheren die Schneiden aneinander vorbei, statt zu schneiden, was gern als stumpfe Schneide missverstanden wird.

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