Spachtel

Spachtel

Ein Spatel ist das Werkzeug für alles, was verteilt, ausgestrichen, ausgehoben oder angedrückt werden muss, und in der Werkstatt kommt das häufiger vor, als es auf den ersten Blick scheint: Zweikomponentenkleber anmischen und vollständig aus dem Becher holen, Dichtmasse auf einen Flansch auftragen und gleichmäßig verteilen, Fett in eine Aufnahme einbringen, Polyesterspachtel auf eine Blechreparatur ziehen, Kitt an einer Verglasung andrücken. Von einem Schaber unterscheidet ihn dabei eine einzige, aber entscheidende Eigenschaft: Die Klinge eines Spatels ist breiter und je nach Ausführung nachgiebig, weil sie sich der Fläche anpassen soll, während die Klinge eines Schabers steif und angeschliffen ist, weil sie abtragen soll. Beide Werkzeuge sehen sich ähnlich und werden regelmäßig verwechselt, aber ein flexibler Spatel trägt harte Rückstände nicht ab, und ein steifer Schaber verteilt nichts. Dieses Sortiment führt Universalspatel, Spatel zum Mischen und Ausstreichen, eine Ausführung für Verglasungsarbeiten sowie eine funkenfreie Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche. Für das Abtragen von Dichtungsresten, Lack und Klebstoff stehen die Schaber bereit.

Mischen und Ausstreichen: der meistgebrauchte Fall

Wer mit Zweikomponentenmaterialien arbeitet, also mit Epoxidharz, Polyesterspachtel, Klebstoffen, Dichtmassen und Gießharzen, kennt zwei Probleme, die ein passender Spatel löst. Das erste ist das Anmischen selbst: Zwei Komponenten müssen vollständig homogen werden, und zwar auch am Becherrand und am Boden, denn unvermischtes Material härtet nicht aus und bleibt als weiche Stelle im ausgehärteten Werkstück zurück, was bei einer Klebung zur Fehlstelle und bei einer Spachtelung zur Blase unter dem Lack führt. Dafür braucht es einen Spatel, dessen Klinge lang genug ist, um den Becher bis zum Grund zu erreichen, und dessen Kante am Becherrand anliegt. Das zweite Problem ist wirtschaftlich: Zweikomponentenmaterial ist teuer und härtet im Becher aus, sodass alles, was am Rand hängen bleibt, verloren ist. Ein Spatel mit passender Länge holt den Becher praktisch vollständig aus, und bei regelmäßiger Arbeit summiert sich das schnell auf ein Mehrfaches des Werkzeugpreises. Für die Werkstatt gilt außerdem eine Empfehlung, die nichts kostet: Spatel für Mischarbeiten sofort nach Gebrauch reinigen, denn ausgehärtetes Harz lässt sich von einer Metallklinge nur mit Gewalt entfernen, wobei die Kante beschädigt wird und der Spatel danach Riefen im Material hinterlässt.

Universalspatel für Montage und Reparatur

Der Universalspatel ist das Werkzeug für die vielen kleinen Arbeiten, für die man sonst einen Schraubendreher missbraucht, was regelmäßig damit endet, dass entweder das Werkstück oder der Schraubendreher Schaden nimmt. Typische Anwendungen sind das Auftragen und Verteilen von Dichtmasse auf einem Flansch, das Einbringen von Fett in eine Aufnahme oder ein Lager, das Andrücken von Dichtungen und Folien, das Anheben und Lösen von Clips und Abdeckungen sowie das Reinigen von Nuten und Kanten. Die Breite der Klinge entscheidet dabei über die Anwendung: Eine schmale Klinge kommt in Nuten und an Kanten, eine breitere verteilt gleichmäßiger auf einer Fläche. Wichtig ist der Unterschied zwischen einer flexiblen und einer starren Ausführung. Flexible Klingen passen sich der Fläche an und sind für das Verteilen von Massen auf unebenen oder gewölbten Flächen die richtige Wahl, etwa bei Blechreparaturen. Starre Klingen übertragen Kraft und sind dort besser, wo angehoben, abgedrückt oder gegen Widerstand gearbeitet wird. Und schließlich lohnt ein Blick auf den Werkstoff: Ausführungen aus rostfreiem Stahl sind die richtige Wahl überall dort, wo mit Wasser, Harzen, Klebstoffen und aggressiven Medien gearbeitet wird, weil eine angerostete Klinge Verunreinigungen in das Material einträgt und Flecken hinterlässt.

Glaserspachtel: ein Werkzeug für eine bestimmte Arbeit

Der Glaserspachtel ist keine Variante des Universalspatels, sondern ein Werkzeug für eine konkrete Technik. Bei der klassischen Verglasung mit Fensterkitt wird die Scheibe in ein Bett aus Kitt eingelegt und anschließend von außen mit einer Kittfase abgedichtet, und genau diese Fase entsteht mit dem Glaserspachtel: Er wird flach angesetzt und in einem Zug entlang der Falzkante gezogen, sodass eine gleichmäßige, glatte Schräge entsteht. Seine Klingenform ist dafür optimiert, mit einer geraden Schneide und einem Winkel, der das Führen entlang der Kante erlaubt. Gebraucht wird das nach wie vor in der Altbausanierung, im Denkmalschutz, bei Holzfenstern und bei Gewächshäusern, also überall dort, wo nicht mit modernen Dichtprofilen gearbeitet wird. Darüber hinaus eignet er sich zum Entfernen alten, spröde gewordenen Kitts, was in der Regel die aufwendigere Hälfte der Arbeit ist. Praktischer Hinweis: Alter Fensterkitt lässt sich deutlich leichter entfernen, wenn er vorher mit einem Heißluftgerät erwärmt wird, allerdings mit Vorsicht, weil die Scheibe bei ungleichmäßiger Erwärmung springt.

Funkenfreie Ausführung für explosionsgefährdete Bereiche

In Bereichen, in denen brennbare Gase, Dämpfe oder Stäube auftreten können, ist normales Stahlwerkzeug nicht zulässig, weil ein Anschlagen an Metall oder Stein einen zündfähigen Funken erzeugt. Für diese Arbeitsplätze gibt es Werkzeuge aus Kupferlegierung, bei BETA am Kürzel BA in der Artikelnummer erkennbar, und im Sortiment dieser Abteilung steht ein funkenfreier Spachtel in starrer Ausführung zur Verfügung. Gebraucht wird er in der Chemie, an Tankanlagen, in Raffinerien, in Silos, in Lackieranlagen und in der Gasversorgung, wo seine Verwendung nicht Komfort ist, sondern Vorschrift. Zwei Eigenschaften bestimmen die Handhabung: Kupferlegierungen sind weicher als Werkzeugstahl, verschleißen also schneller und verlangen früheren Ersatz, und sie sind deutlich teurer, was den Preisunterschied zu Standardwerkzeugen vollständig erklärt. Wer für einen solchen Bereich einkauft, sollte außerdem wissen, dass funkenfreie Werkzeuge im gesamten Sortiment vorkommen und nicht nur hier: Neben diesem Spachtel führt die Abteilung einen funkenfreien Stoßschaber und ein funkenfreies Hebeleisen bei den Schabern. Einen Überblick über die gesamte Abteilung gibt die Kategorie Schneidwerkzeuge.

Häufig gestellte Fragen zu Spateln und Spachteln

Was ist der Unterschied zwischen Spachtel und Schaber?

Der Spatel verteilt, streicht aus und hebt an: Seine Klinge ist breiter und je nach Ausführung nachgiebig, weil sie sich der Fläche anpassen soll. Der Schaber trägt ab: Seine Klinge ist steif und angeschliffen und wird flach über die Fläche geführt, um Dichtungsreste, Lack und Klebstoff zu entfernen. Beide sehen sich ähnlich und werden regelmäßig verwechselt, aber ein flexibler Spatel trägt harte Rückstände nicht ab, weil er ausweicht, und ein steifer Schaber verteilt nichts, weil er nicht nachgibt. Für Dichtflächen brauchen Sie einen Schaber, für Massen und Klebstoffe einen Spatel.

Welchen Spatel brauche ich zum Anmischen von Zweikomponentenmaterial?

Einen mit ausreichend langer Klinge, die den Becher bis zum Grund erreicht und deren Kante am Becherrand anliegt. Das ist wichtiger, als es klingt: Unvermischtes Material am Boden oder am Rand härtet nicht aus und bleibt als weiche Stelle im Werkstück, was bei einer Klebung zur Fehlstelle und bei einer Spachtelung zur Blase unter dem Lack führt. Der zweite Vorteil ist wirtschaftlich, denn Zweikomponentenmaterial ist teuer, und was am Becherrand hängen bleibt, härtet dort aus und ist verloren. Reinigen Sie den Spatel sofort nach Gebrauch, weil ausgehärtetes Harz sich nur mit Gewalt entfernen lässt.

Flexible oder starre Klinge?

Flexible Klingen passen sich der Fläche an und sind die richtige Wahl, wenn Massen auf unebenen oder gewölbten Flächen verteilt werden, etwa bei Blechreparaturen und beim Auftragen von Dichtmasse auf gekrümmte Flansche. Starre Klingen übertragen Kraft und sind dort besser, wo angehoben, abgedrückt oder gegen Widerstand gearbeitet wird, also beim Lösen von Clips, beim Ausheben von zähem Material und beim Andrücken. Wer regelmäßig beides tut, ist mit zwei Werkzeugen besser bedient als mit einem Kompromiss, zumal die Preise im niedrigen einstelligen bis zweistelligen Bereich liegen.

Wofür ist ein Glaserspachtel?

Für die klassische Verglasung mit Fensterkitt. Die Scheibe wird in ein Kittbett eingelegt und von außen mit einer Kittfase abgedichtet, und diese gleichmäßige Schräge entsteht mit dem Glaserspachtel, der flach angesetzt und in einem Zug entlang der Falzkante gezogen wird. Seine Klingenform ist genau dafür ausgelegt. Gebraucht wird das in der Altbausanierung, im Denkmalschutz, bei Holzfenstern und bei Gewächshäusern. Ebenso eignet er sich zum Entfernen alten, spröde gewordenen Kitts, wobei vorheriges Erwärmen mit Heißluft die Arbeit erleichtert, allerdings vorsichtig, weil die Scheibe bei ungleichmäßiger Erwärmung springen kann.

Warum lohnt sich eine Ausführung aus rostfreiem Stahl?

Überall dort, wo mit Wasser, Harzen, Klebstoffen, Dichtmassen und aggressiven Medien gearbeitet wird, weil eine angerostete Klinge Verunreinigungen in das Material einträgt und Flecken hinterlässt, die sich später nicht mehr entfernen lassen. Bei hellen Massen, bei Lackarbeiten und in der Lebensmittel- und Laborumgebung ist das entscheidend. Dazu kommt die Reinigung: Rostfreie Klingen lassen sich rückstandsfrei säubern und vertragen Lösemittel besser. Der Aufpreis ist damit nicht kosmetisch, sondern erklärt sich aus Werkstoff und Anwendung, und für gelegentliche Montagearbeiten reicht die einfache Ausführung vollkommen aus.

Was bedeutet funkenfrei bei einem Spachtel?

Funkenfreie Werkzeuge bestehen aus einer Kupferlegierung statt aus Stahl und erzeugen beim Anschlagen an Metall oder Stein keinen zündfähigen Funken. Gebraucht werden sie in explosionsgefährdeten Bereichen nach ATEX, also in der Chemie, an Tankanlagen, in Raffinerien, in Silos, in Lackieranlagen und in der Gasversorgung, wo ihre Verwendung Vorschrift ist. Zu beachten ist, dass Kupferlegierungen weicher sind als Werkzeugstahl, also schneller verschleißen und früher ersetzt werden müssen, und dass sie deutlich teurer sind, was den Preisunterschied vollständig erklärt.

Wie reinige ich einen Spatel nach der Arbeit mit Harz oder Kleber?

Sofort und im noch nicht ausgehärteten Zustand, mit dem für das jeweilige Material vorgesehenen Reiniger oder Lösemittel. Ausgehärtetes Harz lässt sich von einer Metallklinge nur mit Gewalt entfernen, und dabei wird die Kante beschädigt, sodass der Spatel danach Riefen im Material hinterlässt, statt glatt zu ziehen. Bei Klingen aus rostfreiem Stahl ist die Reinigung unkomplizierter, weil die Oberfläche glatter ist und weniger anhaftet. Wer viel mit Zweikomponentenmaterial arbeitet, hält sinnvollerweise mehrere günstige Spatel vor und reinigt sie im Block, statt zwischen den Ansätzen zu warten.

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