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Am Fahrwerk arbeiten zwei Kräfte gegen den Monteur: gespeicherte Federenergie und Presspassungen, die über Jahre eingerostet sind. Beides lässt sich nicht mit Hebel und Hammer lösen, ohne entweder das Bauteil zu beschädigen oder sich selbst zu verletzen. In diesem Bereich finden Sie Werkzeug von BETA für diese Arbeiten: Federspanner für McPherson-Federbeine, Werkzeug zum Trennen von Kugelgelenken, zum Aus- und Einpressen von Silentlagern und Radlagern, dazu Werkzeug für die Bremsanlage, ab 5,07 Euro.
Federspanner: das gefährlichste Werkzeug in der Werkstatt
Eine eingebaute Fahrwerksfeder ist auf mehrere Zentimeter zusammengedrückt und speichert dabei Energie im Bereich mehrerer Kilojoule. Kommt sie unkontrolliert frei, wird sie zu einem Geschoss von mehreren Kilogramm, und aus der Unfallpraxis in Werkstätten sind dabei schwere und tödliche Verletzungen dokumentiert. Diese Arbeit ist deshalb keine, bei der Improvisation eine Option ist.
Fünf Regeln gelten ohne Ausnahme. Erstens: passender Spanner. Die Aufnahmeschalen müssen zum Durchmesser und zur Steigung der Feder passen, denn eine Schale, die nur teilweise aufliegt, kann abrutschen. Zweitens: symmetrisch ansetzen. Zwei Spanner gegenüber, gleich weit angesetzt und gleichmäßig angezogen, weil einseitiges Spannen die Feder verkippt. Drittens: gegen Abrutschen sichern. Die Schalen müssen die Federwindung formschlüssig umgreifen. Viertens: niemand im Ausschlagbereich, während gespannt oder entspannt wird, und die Feder nie auf Personen ausgerichtet. Fünftens: kein Improvisieren. Kein Spanner mit sichtbarem Verzug, kein selbstgebautes Gewinde, keine Schlagschrauber am Spanngewinde.
Welcher Federspanner passt
Die Bauarten unterscheiden sich in Kraftaufnahme und Zugänglichkeit. Aufsteckbare Spannklauen werden am eingebauten oder ausgebauten Federbein von außen auf die Windungen gesetzt. Sie sind kompakt und preislich der Einstieg, verlangen dafür aber sorgfältiges symmetrisches Ansetzen und sind für kräftige Federn begrenzt geeignet.
Werkstattspanner für McPherson-Federbeine nehmen das komplette Federbein auf und spannen die Feder über eine geführte Mechanik, wodurch das Verkippen konstruktiv verhindert wird. Sie sind die Standardlösung für den regelmäßigen Einsatz. Teleskopische Ausführungen mit mehreren Schalensätzen gehen einen Schritt weiter: Weil Federdurchmesser und Windungssteigung von Fahrzeug zu Fahrzeug stark variieren, deckt ein Satz Schalen mehr Fahrzeuge ab als eine feste Aufnahme. Prüfen Sie in jedem Fall die Angaben zu Federdurchmesser und maximaler Spannkraft, und verlassen Sie sich nicht auf den Augenschein.
Kugelgelenke, Spurstangen und Silentlager trennen
Diese drei Verbindungen haben eines gemeinsam: Sie sitzen konisch oder als Presspassung und sind nach Jahren zusätzlich eingerostet. Ein Kugelgelenkzapfen ist kegelig in den Achsschenkel gepresst, und diese Verbindung hält gerade deshalb, weil sie sich mit der Last selbst verspannt. Mit Hebel und Ziehen kommt sie nicht auseinander.
Es gibt zwei Wege. Der Gleithammer überträgt einen Schlagimpuls in Achsrichtung, und dieser Impuls löst die Kegelpressung, ohne dass eine Dauerkraft am Bauteil anliegt. Der Vorteil ist, dass die Manschette meist unbeschädigt bleibt, wenn das Gelenk weiterverwendet werden soll. Der Ausdrücker oder Abzieher arbeitet mit einer Spindel und drückt den Zapfen kontrolliert heraus, was langsamer, aber berechenbarer ist. Bei Silentlagern, also Gummi-Metall-Lagern in Querlenkern, wird mit Druckstücken und Spindel gearbeitet: Das alte Lager wird herausgepresst und das neue mit passendem Druckstück eingepresst, weil Einschlagen die Hülse verformt und das Lager dann nicht mehr trägt. Weitere Abzieher finden Sie unter Abzieher.
Radlager: warum Einschlagen nicht funktioniert
Ein Radlager ist eine Presspassung mit engen Toleranzen, und es ist gleichzeitig ein Bauteil, das Schlagbelastung an der falschen Stelle nicht verzeiht. Wer ein Lager mit Hammer und Dorn über den Außenring einschlägt, überträgt die Schlagenergie durch die Kugeln oder Rollen hindurch, und dabei entstehen im Laufbahnmaterial Eindrückungen. Das Lager läuft danach zunächst normal und wird nach einigen Tausend Kilometern laut.
Deshalb gilt: Kraft immer nur auf den Ring, der gepresst wird, und niemals durch das Lager hindurch. Beim Einpressen des Außenrings drückt man auf den Außenring, beim Innenring auf den Innenring, und dafür gibt es passende Druckstücke. Ein Einziehwerkzeug, das über eine Spindel arbeitet, ist die sauberste Lösung, weil es die Kraft gleichmäßig aufbringt und weil sich das Lager damit gerade einziehen lässt. Ein schräg eingezogenes Lager ist ebenfalls beschädigt, auch wenn es danach passt.
Bremsen: Kolben zurückstellen und entlüften
Beim Bremsbelagwechsel muss der Kolben im Sattel zurückgestellt werden, und hier gibt es zwei Bauarten, die man nicht verwechseln darf. Ein normaler Kolben wird gerade zurückgedrückt, dafür genügt ein Rückzieher mit Spindel. Ein Kolben mit integrierter Feststellbremse, wie er an vielen Hinterachsen sitzt, muss beim Zurückstellen gleichzeitig gedreht werden, weil er über ein Gewinde nachgestellt wird. Wer ihn nur drückt, beschädigt die Nachstellmechanik. Für diese Kolben gibt es Werkzeuge mit fahrzeugspezifischen Aufsätzen, weil die Stirnprofile der Kolben je nach Hersteller unterschiedlich sind.
Beim Entlüften geht es darum, Luft und altes Wasser aus dem System zu bekommen, und beides ist sicherheitsrelevant: Bremsflüssigkeit ist hygroskopisch, zieht also Wasser aus der Luft, und Wasser im System senkt den Siedepunkt. Bei starker Bremsbelastung entsteht dann Dampf, der sich komprimieren lässt, und das Pedal geht ins Leere. Genau deshalb wird Bremsflüssigkeit unabhängig vom Kilometerstand regelmäßig gewechselt. Gerätegestützte Verfahren mit Druck oder Unterdruck sind der von Hand mit zweiter Person deutlich überlegen, weil sie einen konstanten Volumenstrom liefern und weil sich das System nicht zwischendurch wieder Luft ziehen kann.
Was noch dazugehört
Fahrwerksarbeiten sind Arbeiten an festgerosteten Verbindungen, und dafür gilt die Reihenfolge, die auch bei allen anderen festsitzenden Schrauben gilt: Rostlöser, Wärme, Schlag in Achsrichtung, erst dann Moment. Für abgerissene oder rundgedrehte Schrauben, was am Fahrwerk häufig vorkommt, finden Sie Werkzeug unter Schraubenausdreher.
Und für den Zusammenbau gilt die Regel, die am Fahrwerk keine Ausnahme kennt: Alle sicherheitsrelevanten Verbindungen werden mit dem vorgeschriebenen Drehmoment angezogen, viele davon zusätzlich nach Drehwinkel, und Schrauben mit Dehnschaft sind Einwegteile. Passende Werkzeuge finden Sie unter Drehmomentschlüssel, weiteres KFZ-Werkzeug unter KFZ-Werkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Fahrwerkwerkzeug
Warum ist die Arbeit an Fahrwerksfedern so gefährlich?
Weil eine eingebaute Feder auf mehrere Zentimeter zusammengedrückt ist und dabei Energie im Bereich mehrerer Kilojoule speichert. Kommt sie unkontrolliert frei, wird sie zu einem Geschoss von mehreren Kilogramm. Aus der Werkstattpraxis sind dabei schwere und tödliche Verletzungen dokumentiert.
Welche Regeln gelten beim Spannen einer Feder?
Fünf, ohne Ausnahme: Spanner passend zu Durchmesser und Steigung der Feder, symmetrisch mit zwei Spannern gegenüber und gleichmäßig anziehen, Schalen formschlüssig um die Windung sichern, niemand im Ausschlagbereich, und kein Improvisieren mit verzogenen Spannern, selbstgebauten Gewinden oder Schlagschraubern am Spanngewinde.
Welcher Federspanner ist der richtige?
Aufsteckbare Spannklauen sind kompakt und der preisliche Einstieg, verlangen aber sorgfältiges symmetrisches Ansetzen. Werkstattspanner nehmen das komplette Federbein auf und verhindern das Verkippen konstruktiv. Teleskopische Ausführungen mit mehreren Schalensätzen decken mehr Fahrzeuge ab, weil Federdurchmesser und Steigung stark variieren.
Warum lässt sich ein Kugelgelenk nicht einfach herausziehen?
Weil der Zapfen kegelig in den Achsschenkel gepresst ist und diese Verbindung sich unter Last selbst verspannt. Sie löst sich entweder durch einen Schlagimpuls in Achsrichtung, etwa mit einem Gleithammer, oder durch kontrolliertes Ausdrücken mit einer Spindel. Der Gleithammer schont dabei meist die Manschette.
Warum darf ich ein Radlager nicht einschlagen?
Weil die Schlagenergie dann durch Kugeln oder Rollen hindurch übertragen wird und im Laufbahnmaterial Eindrückungen erzeugt. Das Lager läuft danach zunächst normal und wird nach einigen Tausend Kilometern laut. Die Kraft darf immer nur auf den Ring wirken, der gepresst wird, niemals durch das Lager hindurch.
Warum werden Silentlager gepresst und nicht eingeschlagen?
Weil Einschlagen die Hülse verformt und das Lager danach nicht mehr trägt. Mit Druckstücken und Spindel wird das alte Lager herausgepresst und das neue mit passendem Druckstück gerade eingepresst, sodass Hülse und Gummikörper unbeschädigt bleiben.
Warum muss man manche Bremskolben beim Zurückstellen drehen?
Weil Kolben mit integrierter Feststellbremse über ein Gewinde nachgestellt werden, wie sie an vielen Hinterachsen sitzen. Wer sie nur zurückdrückt, beschädigt die Nachstellmechanik. Dafür gibt es Werkzeuge mit fahrzeugspezifischen Aufsätzen, weil die Stirnprofile der Kolben je nach Hersteller unterschiedlich sind.
Warum muss Bremsflüssigkeit regelmäßig gewechselt werden?
Weil sie hygroskopisch ist und Wasser aus der Luft zieht, und Wasser im System senkt den Siedepunkt. Bei starker Bremsbelastung entsteht dann Dampf, der sich komprimieren lässt, und das Pedal geht ins Leere. Deshalb wird sie unabhängig vom Kilometerstand nach Zeitintervall gewechselt.
Von Hand entlüften oder mit Gerät?
Gerätegestützte Verfahren mit Druck oder Unterdruck sind dem Entlüften von Hand mit zweiter Person deutlich überlegen, weil sie einen konstanten Volumenstrom liefern und weil das System sich nicht zwischendurch wieder Luft ziehen kann. Bei Fahrzeugen mit ABS und ESP ist ein gerätegestütztes Verfahren in vielen Fällen ohnehin vorgeschrieben.
Wie ziehe ich Fahrwerksschrauben nach der Montage an?
Mit dem vom Hersteller vorgeschriebenen Drehmoment, viele Verbindungen zusätzlich nach Drehwinkel. Schrauben mit Dehnschaft sind Einwegteile und werden ersetzt, nicht wiederverwendet. Am Fahrwerk gilt das ohne Ausnahme, weil es sicherheitsrelevante Verbindungen sind.
Messingstahldrahtbürste Gebogene BETA 1737NX
Paar Modellierbare Haken BETA 1471GF
Werkzeug Ausbau/Einbau Lenkerarme BETA 1566R
Werkzeugsortiment Silentblöcke BETA 1569/F
Rückzieher Scheibenbremsenkolben BETA 1471D2
Elektrischer Gerät Bremsflüssigkeit BETA 1467LF/2
Schlageinzieher für Kugellager BETA 1569CP/50
Gleithämmer für Kugelgelenke BETA 1565/1
Werkz. Ausbau/Einbau Lenkerarme BETA 1566N/35X400