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Es ist der Moment, in dem eine geplante Reparatur zu einer offenen Rechnung wird: Der Schlüssel dreht durch, der Kopf ist rund, das Innensechskant ausgerissen, oder der Schaft ist im Gewinde abgerissen und die Bohrung liegt bündig mit der Oberfläche. Für jeden dieser Fälle gibt es ein eigenes Werkzeug, und die Wahl des richtigen entscheidet darüber, ob die Sache in zehn Minuten erledigt ist oder ob am Ende gebohrt und ein Gewinde geschnitten werden muss. In diesem Bereich finden Sie Schraubenausdreher von BETA ab 3,55 Euro für Gewinde von M3 bis M50.
Zuerst den Schadensfall bestimmen
Bevor Sie ein Werkzeug wählen, entscheiden Sie, welcher der vier Fälle vorliegt, denn davon hängt alles Weitere ab.
Fall eins: Der Kopf ist rund, steht aber noch heraus. Hier gibt es noch Material zum Greifen, und die Lösung ist eine Ausdrehnuss. Fall zwei: Der Schaft ist abgerissen und liegt bündig oder tiefer. Es gibt nichts zu greifen, also muss ein Ausdreher in eine Bohrung gesetzt werden. Fall drei: Ein Stehbolzen steht heraus, hat aber kein Sechskant, weil er als Gewindestift ausgeführt ist oder weil das Sechskant abgeschert wurde. Fall vier: Die Mutter ist rundgedreht und dreht auf dem Bolzen durch. Für alle vier gibt es unterschiedliche Werkzeuge, und ein Werkzeug für Fall eins nützt bei Fall zwei nichts.
Ausdrehnüsse für runde Köpfe und Muttern
Eine Ausdrehnuss sieht von außen wie eine normale Steckschlüsselnuss aus, hat aber innen kein Sechskant, sondern ein spiralförmig gedrehtes Profil mit scharfen Kanten. Beim Aufsetzen greift sie mit leichtem Schlag über den beschädigten Kopf, und beim Linksdrehen ziehen sich die Spiralen selbst fest: Je mehr Moment Sie aufbringen, desto stärker beißt sie sich ein. Genau dieses Prinzip macht sie so wirksam, weil sie mit dem Widerstand stärker wird statt schwächer.
Wichtig ist die Größe: Die Nuss muss zum Restdurchmesser des beschädigten Kopfes passen, und weil ein rundgedrehter Kopf kleiner ist als sein Nennmaß, greifen Sie meist eine Nummer kleiner als die Schlüsselweite, die ursprünglich passte. Deshalb sind diese Werkzeuge fast immer als Satz sinnvoll: Sie wissen vorher nicht, wie viel Material noch übrig ist. Ausführungen in langer Form kommen an tief liegende Verbindungen, etwa an Radschrauben in tiefen Felgenbohrungen.
Kegelige Ausdreher für abgerissene Schrauben
Wenn nichts mehr herausschaut, führt der Weg über eine Bohrung. Ein kegeliger Ausdreher hat ein linksgängiges, kegeliges Gewinde: Er wird in eine zentrisch gesetzte Bohrung eingedreht, verkeilt sich dabei im Restmaterial und nimmt die Schraube beim Weiterdrehen nach links mit heraus.
Der entscheidende Schritt ist dabei nicht der Ausdreher, sondern die Bohrung. Sie muss mittig sitzen, denn eine außermittige Bohrung schwächt die Schraube einseitig und schneidet in das umgebende Gewinde. Setzen Sie deshalb zuerst eine Anbohrung mit einem Zentrierbohrer, und bohren Sie dann mit dem für den Ausdreher angegebenen Durchmesser. Zu klein gebohrt bedeutet, dass der Ausdreher nicht greift, zu groß gebohrt, dass zu wenig Material stehen bleibt. Passende Bohrer finden Sie unter HSS-Metallbohrer.
Der wichtigste Punkt: Bruchgefahr des Ausdrehers
Kegelige Ausdreher sind gehärtet und dadurch hart, aber auch spröde. Wenn Sie zu viel Moment aufbringen, brechen sie, und dann steckt ein gehärtetes Stück Werkzeugstahl in der Bohrung, das sich mit einem Bohrer nicht mehr entfernen lässt, weil es härter ist als jeder HSS-Bohrer. Aus einem lösbaren Problem ist damit ein Fall für Erodieren oder für ein neues Bauteil geworden.
Drei Regeln senken dieses Risiko erheblich. Erstens: Wärme vor Kraft. Eine festgerostete Verbindung löst sich mit Wärme und Rostlöser leichter als mit Moment, und Wärme kostet nichts außer Zeit. Zweitens: gleichmäßig drehen, nicht rucken, denn ein Ruck erzeugt eine Spitzenlast, die genau zum Bruch führt. Drittens: bei Widerstand aufhören und nachdenken, statt mehr Hebel anzusetzen. Wenn der Ausdreher nicht greift, ist meist die Bohrung zu groß oder die Schraube fester als das Werkzeug, und dann ist ein Schlagausdreher oder das Ausbohren mit Gewindeschneiden der bessere Weg.
Schlagausdreher und Stehbolzenausdreher
Schlagausdreher arbeiten nicht mit Gewinde, sondern mit Profil: Sie werden mit dem Hammer in die Bohrung eingetrieben, verkeilen sich formschlüssig und werden dann mit einem Schlüssel nach links gedreht. Ihr Vorteil ist die Robustheit, weil sie weniger bruchgefährdet sind als kegelige Ausdreher, und der zusätzliche Schlagimpuls löst festsitzende Verbindungen oft von selbst.
Stehbolzenausdreher lösen einen anderen Fall: einen Bolzen oder Gewindestift, der noch heraussteht, aber keine Fläche zum Ansetzen hat. Ausführungen mit Rollenklemmung haben eine gerändelte Rolle, die sich beim Drehen exzentrisch an den Bolzen presst, und je mehr Moment wirkt, desto fester greift sie. Ausführungen mit exzentrischer Klemmscheibe arbeiten nach demselben Prinzip für größere Durchmesser. Beide haben einen Vorteil, der oft entscheidet: Sie beschädigen das Gewinde des Bolzens nicht, sodass ein herausgedrehter Bolzen wiederverwendet werden kann.
Vorgehen bei einer festsitzenden Verbindung
Die Reihenfolge, in der Sie vorgehen, entscheidet öfter über den Erfolg als das Werkzeug. Beginnen Sie mit dem Schonendsten und steigern Sie: Rostlöser einwirken lassen, und zwar länger als fünf Minuten, am besten über Nacht. Dann Wärme, weil sich Metall dehnt und Rostschichten aufbrechen. Dann Schlag in Achsrichtung mit Hammer und Dorn, was die Verbindung setzt und Rost löst. Erst danach Moment, und dann mit gleichmäßiger Bewegung.
Und die wichtigste Regel überhaupt: Der erste Versuch ist der beste. Ein Schraubenkopf, der einmal rundgedreht wurde, gibt beim zweiten Versuch weniger Material, ein ausgerissenes Innensechskant wird bei jedem Versuch runder, und eine Bohrung, die außermittig angesetzt wurde, lässt sich nicht mehr korrigieren. Nehmen Sie deshalb beim ersten Versuch das richtige Werkzeug, auch wenn es länger dauert, es zu holen. Weiteres Werkzeug für festsitzende Verbindungen finden Sie unter KFZ-Werkzeuge und Abzieher, Gewindewerkzeuge zum Nachschneiden unter Schneidwerkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Schraubenausdrehern
Welchen Ausdreher brauche ich für welchen Schaden?
Ist der Kopf rund, steht aber noch heraus, brauchen Sie eine Ausdrehnuss. Ist der Schaft abgerissen und liegt bündig, brauchen Sie einen kegeligen oder Schlagausdreher, der in eine Bohrung gesetzt wird. Steht ein Stehbolzen ohne Sechskant heraus, ist ein Stehbolzenausdreher mit Rollenklemmung richtig. Bei rundgedrehten Muttern hilft ebenfalls die Ausdrehnuss.
Wie funktioniert eine Ausdrehnuss?
Sie hat innen kein Sechskant, sondern ein spiralförmig gedrehtes Profil mit scharfen Kanten. Sie wird mit leichtem Schlag über den beschädigten Kopf gesetzt, und beim Linksdrehen ziehen sich die Spiralen selbst fest: Je mehr Moment wirkt, desto stärker beißt sie sich ein. Sie wird also mit dem Widerstand stärker statt schwächer.
Welche Größe der Ausdrehnuss nehme ich?
Meist eine Nummer kleiner als die Schlüsselweite, die ursprünglich passte, weil ein rundgedrehter Kopf kleiner als sein Nennmaß ist. Da man vorher nicht weiß, wie viel Material noch übrig ist, sind diese Werkzeuge fast immer als Satz sinnvoll.
Wie bohre ich eine abgerissene Schraube richtig an?
Zuerst mit einem Zentrierbohrer eine mittige Anbohrung setzen, dann mit dem für den Ausdreher angegebenen Durchmesser bohren. Die Bohrung muss mittig sitzen, denn eine außermittige Bohrung schwächt die Schraube einseitig und schneidet in das umgebende Gewinde. Zu klein gebohrt greift der Ausdreher nicht, zu groß gebohrt bleibt zu wenig Material stehen.
Was passiert, wenn der Ausdreher abbricht?
Dann steckt ein gehärtetes Stück Werkzeugstahl in der Bohrung, das sich mit einem Bohrer nicht entfernen lässt, weil es härter ist als jeder HSS-Bohrer. Aus einem lösbaren Problem wird damit ein Fall für Erodieren oder für ein neues Bauteil. Deshalb gilt: gleichmäßig drehen statt rucken, und bei Widerstand aufhören statt mehr Hebel anzusetzen.
In welcher Reihenfolge gehe ich bei einer festsitzenden Schraube vor?
Vom Schonendsten zum Härtesten: Rostlöser einwirken lassen, möglichst über Nacht. Dann Wärme, weil sich Metall dehnt und Rostschichten aufbrechen. Dann Schlag in Achsrichtung mit Hammer und Dorn, was die Verbindung setzt. Erst danach Drehmoment, und dann gleichmäßig ohne Ruck.
Was ist der Unterschied zwischen kegeligem und Schlagausdreher?
Der kegelige Ausdreher hat ein linksgängiges Gewinde und wird eingedreht, der Schlagausdreher wird mit dem Hammer eingetrieben und verkeilt sich formschlüssig. Der Schlagausdreher ist robuster und weniger bruchgefährdet, und der Schlagimpuls löst festsitzende Verbindungen oft von selbst.
Wie bekomme ich einen Stehbolzen ohne Sechskant heraus?
Mit einem Stehbolzenausdreher. Ausführungen mit Rollenklemmung haben eine gerändelte Rolle, die sich beim Drehen exzentrisch an den Bolzen presst und mit steigendem Moment fester greift. Ihr Vorteil: Sie beschädigen das Gewinde nicht, sodass der Bolzen wiederverwendet werden kann.
Einzelner Ausdreher oder Satz?
Bei Ausdrehern spricht mehr für den Satz als bei anderen Werkzeugen, weil Sie vor dem Schaden nicht wissen, welche Größe Sie brauchen, und weil ein fehlender Ausdreher die Arbeit stoppt. Sätze gibt es in diesem Bereich von M3 bis M50, einzelne Ausdreher ab 3,55 Euro zum Nachkaufen verbrauchter Größen.
Warum ist der erste Versuch so wichtig?
Weil jeder Fehlversuch die Ausgangslage verschlechtert: Ein rundgedrehter Kopf gibt beim zweiten Versuch weniger Material, ein ausgerissenes Innensechskant wird runder, und eine außermittig angesetzte Bohrung lässt sich nicht korrigieren. Es lohnt sich deshalb, beim ersten Versuch das richtige Werkzeug zu holen, auch wenn es länger dauert.
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