Abisolierzangen

Abisolierzangen

Beim Abisolieren entscheidet sich mehr, als man dem Arbeitsschritt ansieht. Wird die Isolierung mit einem Messer abgezogen, werden fast immer einzelne Litzendrähte angeschnitten, und der Querschnitt verringert sich genau an der Stelle, die später mechanisch und elektrisch am stärksten belastet wird. Die Verbindung hält zunächst, wird unter Last warm und fällt irgendwann aus, und die Ursache liegt zwei Arbeitsschritte vor dem Fehler. Eine Abisolierzange trennt nur die Isolierung und lässt den Leiter unberührt. In dieser Kategorie finden Sie Abisolierzangen von BETA ab 15,93 Euro für Querschnitte von 0,02 bis 16 mm², in selbstverstellender und einstellbarer Ausführung, VDE-isoliert bis 1000 Volt, dazu ein Gerät zum Abmanteln von Rundkabeln.

Selbstverstellend oder einstellbar: die eigentliche Entscheidung

Beide Bauarten erledigen dieselbe Aufgabe, und trotzdem sind sie für unterschiedliche Arbeitsweisen gemacht.

Die selbstverstellende Zange erkennt den Querschnitt selbst. Sie legen die Leitung ein, drücken zu, und die Backen greifen die Isolierung, während ein Gegenhalter das Kabel fixiert und der Zug die Isolierung abstreift. Ein Arbeitsgang, keine Einstellung, kein Nachdenken. Für jemanden, der eine Verteilung mit hundert Adern in wechselnden Querschnitten verdrahtet, ist das die einzige sinnvolle Wahl, weil das Umstellen bei jedem Querschnittswechsel mehr Zeit kostet als der eigentliche Schnitt. Die Grenze dieser Bauart zeigt sich bei ungewöhnlichen Isolierungen: sehr dünnwandigen, sehr harten oder mehrschichtigen Mänteln, an denen der Automatikmechanismus entweder zu wenig greift oder zu tief geht.

Die einstellbare Zange wird auf den Querschnitt eingestellt, und genau darin liegt ihr Vorteil: Sie behalten die Kontrolle über die Schnitttiefe. Bei Sonderquerschnitten, bei Isolierungen, die von der Norm abweichen, und bei empfindlichen Leitungen, bei denen jeder Zehntelmillimeter zählt, ist das die sicherere Lösung. Der Preis dafür ist die Einstellzeit, die sich bei gleichbleibendem Querschnitt einmal amortisiert und bei ständig wechselndem jedes Mal aufs Neue anfällt.

Wer beides regelmäßig macht, hat sinnvoll beide Zangen. Wer sich für eine entscheiden muss, entscheidet nach dieser Frage: Wechseln die Querschnitte bei Ihrer Arbeit häufig oder selten.

Was der Querschnittsbereich bedeutet

Jede Zange deckt eine feste Spanne ab, und die Spannen im Sortiment sind bewusst unterschiedlich gewählt. Der Bereich 0,2 bis 6 mm² ist der Alltag der Elektroinstallation: Steckdosen, Schalter, Verteilungen, Beleuchtung. Der Bereich 4 bis 16 mm² deckt Herdanschlüsse, Zuleitungen und stärkere Verbraucher ab, wo eine Zange für kleine Querschnitte schlicht nicht mehr zufasst. Und der Bereich ab 0,02 mm² gehört in eine andere Welt: Das sind Leitungen in der Elektronik, in der Messtechnik, an Sensoren und in der Fahrzeugelektronik, wo eine Ader dünner ist als ein Haar und wo eine normale Abisolierzange sie schlicht durchtrennen würde. Wer solche Leitungen bearbeitet, braucht ein Präzisionswerkzeug, und das erklärt den Preisunterschied innerhalb dieser Kategorie.

Abmanteln ist nicht Abisolieren

Bei einem Rundkabel stehen zwei verschiedene Arbeitsschritte an, und dafür gibt es zwei verschiedene Werkzeuge. Zuerst muss der Mantel entfernt werden, also die äußere Hülle, die mehrere Adern zusammenhält. Dafür ist ein Abmantelungsgerät zuständig, das rund um das Kabel geführt wird und den Mantel längs oder ringförmig einschneidet, ohne die Isolierung der darunterliegenden Adern zu verletzen. Die Angabe bei diesen Geräten ist deshalb ein Kabeldurchmesser in Millimetern, nicht ein Leiterquerschnitt in Quadratmillimetern. Erst danach werden die einzelnen Adern abisoliert, und dafür ist die Abisolierzange da. Wer den ersten Schritt mit dem Messer macht, schneidet regelmäßig in die Aderisolierung, und das sieht man erst, wenn es zu spät ist.

Kombinierte Zangen und VDE

Im Sortiment gibt es eine Schneid- und Abisolierzange, die beide Funktionen in einem Werkzeug vereint: Sie längt die Leitung ab und isoliert sie ab, ohne dass Sie das Werkzeug wechseln. Bei Arbeiten auf der Leiter, im Schaltschrank und überall dort, wo man nicht ständig zur Werkzeugtasche greifen will, spart das mehr Zeit, als der Aufpreis vermuten lässt. Für Arbeiten in der Nähe spannungsführender Teile gibt es zusätzlich eine Ausführung mit geprüfter Isolierung bis 1000 Volt, erkennbar an den zweifarbigen Griffen. Sie schützt nur, solange die Isolierung unverletzt ist, und wird deshalb vor jedem Einsatz kurz geprüft und bei Beschädigung ausgesondert.

Was dazugehört

Nach dem Abisolieren folgt in aller Regel das Crimpen, und beide Schritte hängen direkt zusammen: Ein angeschnittener Leiter lässt sich durch keinen noch so guten Crimp mehr retten. Die passenden Werkzeuge finden Sie unter Crimpzangen, von der Aderendhülsenzange bis zur hydraulischen Ausführung für große Querschnitte. Zum Ablängen gehören Seitenschneider, zum Arbeiten in Klemmleisten und Gehäusen Spitzzangen und für den allgemeinen Gebrauch Kombizangen. Ersatzmesser für die Abisolierzangen finden Sie unter Ersatzteile für Zangen, einen Überblick über alle Bauformen gibt die Übersicht Zangen.

Häufig gestellte Fragen zu Abisolierzangen

Warum nicht einfach mit dem Messer abisolieren?

Weil dabei fast immer einzelne Litzendrähte angeschnitten werden. Der Querschnitt verringert sich genau an der Stelle, die später am stärksten belastet wird. Die Verbindung hält zunächst, wird unter Last warm und fällt irgendwann aus, und die Ursache liegt zwei Arbeitsschritte vor dem Fehler.

Selbstverstellend oder einstellbar: was ist besser?

Das hängt davon ab, ob die Querschnitte bei Ihrer Arbeit häufig wechseln. Selbstverstellend spart bei wechselnden Querschnitten viel Zeit, weil nichts eingestellt werden muss. Einstellbar gibt Ihnen die Kontrolle über die Schnitttiefe und ist bei Sonderquerschnitten und empfindlichen Leitungen die sicherere Wahl.

Wo stößt eine selbstverstellende Zange an ihre Grenze?

Bei ungewöhnlichen Isolierungen: sehr dünnwandigen, sehr harten oder mehrschichtigen Mänteln. Dort greift der Automatikmechanismus entweder zu wenig oder geht zu tief. In diesen Fällen ist eine einstellbare Zange die zuverlässigere Lösung.

Was ist der Unterschied zwischen Abisolieren und Abmanteln?

Abmanteln entfernt die äußere Hülle eines Rundkabels, die mehrere Adern zusammenhält. Abisolieren entfernt die Isolierung der einzelnen Ader. Deshalb wird bei Abmantelungsgeräten ein Kabeldurchmesser in Millimetern angegeben und bei Abisolierzangen ein Leiterquerschnitt in Quadratmillimetern.

Welchen Querschnittsbereich brauche ich?

0,2 bis 6 mm² deckt den Alltag der Elektroinstallation ab: Steckdosen, Schalter, Verteilungen, Beleuchtung. 4 bis 16 mm² ist für Herdanschlüsse, Zuleitungen und stärkere Verbraucher. Ab 0,02 mm² arbeiten Sie in Elektronik, Messtechnik und Fahrzeugelektronik, wo eine normale Zange die Ader durchtrennen würde.

Lohnt sich eine kombinierte Schneid- und Abisolierzange?

Überall dort, wo man nicht ständig zur Werkzeugtasche greifen will: auf der Leiter, im Schaltschrank, bei Montagearbeiten. Sie längt die Leitung ab und isoliert sie ab, ohne dass das Werkzeug gewechselt wird, und spart dadurch mehr Zeit, als der Aufpreis vermuten lässt.

Was bedeutet VDE-isoliert bei einer Abisolierzange?

Die Zange hat eine geprüfte Isolierung für Arbeiten bis 1000 Volt und ist an den zweifarbigen Griffen erkennbar. Sie schützt nur, solange die Isolierung unverletzt ist, weshalb sie vor jedem Einsatz kurz geprüft und bei Beschädigung ausgesondert wird.

Woran erkenne ich, dass sauber abisoliert wurde?

Alle Litzendrähte sind vollständig, keiner ist abgetrennt oder eingekerbt, und die Isolierung endet sauber ringförmig statt ausgefranst. Fehlen einzelne Drähte oder glänzen Einkerbungen, war die Schnitttiefe zu groß oder die Zange für den Querschnitt zu klein.

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