![]()
Es gibt kaum ein Werkzeug, von dem so viele Bauformen existieren wie von der Zange, und das hat einen einfachen Grund: Jede Zange ist ein Hebel mit zwei Backen, und die Form dieser Backen entscheidet, wofür sie taugt. Schneiden, greifen, halten, biegen, verpressen, abisolieren, Sicherungsringe spreizen, Federbandschellen öffnen. Dieselbe Grundmechanik, zwanzig verschiedene Aufgaben. Wer die falsche Zange nimmt, kommt meist trotzdem irgendwie zum Ziel, beschädigt dabei aber Werkstück, Werkzeug oder beides. In diesem Bereich finden Sie das komplette Zangenprogramm von BETA: Seitenschneider, Kombizangen, Flachzangen, Spitzzangen, Gripzangen, Rohrzangen, Sprengringzangen, Crimpzangen, Abisolierzangen und Spezialzangen, dazu Ersatzteile.
BETA fertigt Zangen seit 1939 in Italien. Bei diesem Werkzeug entscheidet weniger das Material des Griffs als die Gelenkführung und die Härte der Schneiden: Ein Gelenk mit Spiel lässt die Backen aneinander vorbeilaufen, und eine zu weiche Schneide bekommt beim ersten Federstahldraht eine Scharte, die sie danach in jedes weitere Werkstück drückt. Beides sieht man einer neuen Zange nicht an, und beides merkt man nach wenigen Wochen.
Schneiden: Seitenschneider, Vornschneider und Spezialformen
Der Seitenschneider ist die meistverkaufte Zange überhaupt. Die Schneiden liegen seitlich am Kopf, sodass Sie Draht quer zur Arbeitsrichtung durchtrennen, und je nach Schliff arbeitet er mit einem Rest (halbbündig), ohne Rest (bündig) oder mittig. Für die Elektronik gibt es Ausführungen mit schlanken Spitzen, die zwischen Bauteilen arbeiten. Der Vornschneider hat die Schneiden vorn am Kopf und schneidet damit dort, wo ein Seitenschneider nicht hinkommt: bündig an einer Fläche, in einer Vertiefung, an einem bereits verlegten Draht. Beide gibt es als verstärkte Ausführung mit Hebelübersetzung für harte Drähte und in VDE-isolierter Version für Arbeiten bis 1000 Volt.
Greifen und Halten: Kombizange, Flachzange, Spitzzange, Gripzange
Die Kombizange ist der Allrounder: Sie greift mit geriffelten Backen, hat eine Rundung für runde Werkstücke und eine Schneide im Gelenkbereich. Sie ist die eine Zange, die jeder besitzt, und gleichzeitig für keine einzelne Aufgabe die beste. Die Flachzange hat parallele flache Backen und ist zum Halten, Ausrichten und Biegen von Blech und Draht da, ohne rundzudrücken. Die Spitzzange mit halbrunden Backen verjüngt sich zur Spitze und kommt damit dorthin, wo eine Flachzange zu breit baut, etwa in Klemmleisten, Gehäusen und Steckverbindern.
Eine eigene Rolle spielt die Gripzange, auch Feststellzange genannt. Sie wird auf das Werkstück eingestellt und rastet ein, sodass sie ohne Handkraft klemmt und als dritte Hand arbeitet. Beim Schweißen, beim Ausrichten und überall dort, wo etwas gehalten werden muss, während Sie beide Hände brauchen, ersetzt sie einen Schraubstock, den man nicht mitnehmen kann. Für runde Werkstücke ohne Schlüsselflächen gibt es die Rohrzangen, die mit gezahnten Backen so stark greifen, dass sich das Rohr unter Drehmoment nicht dreht.
Elektro: Abisolieren, Crimpen und VDE
Im Elektrobereich ersetzen Zangen ganze Arbeitsgänge. Die Abisolierzange trennt die Isolierung, ohne die Litzen anzuschneiden, was mit einem Messer bei feinen Querschnitten praktisch nicht gelingt. Selbstverstellende Modelle erkennen den Querschnitt selbst, einstellbare geben Ihnen die Kontrolle bei Sonderquerschnitten. Die Crimpzange verpresst Aderendhülsen, Kabelschuhe und Steckverbinder so, dass eine gasdichte Verbindung entsteht, die weder Übergangswiderstand noch Korrosion zulässt. Beide Kategorien decken den Bereich von der Aderendhülse für 0,2 mm² bis zum hydraulisch verpressten Kabelschuh für 240 mm² ab.
Für Arbeiten in der Nähe spannungsführender Teile gibt es quer durch das Sortiment Ausführungen mit geprüfter Isolierung bis 1000 Volt. Sie sind an den zweifarbigen Griffen zu erkennen, und sie sind kein Komfortmerkmal, sondern in vielen Betrieben Vorschrift. Wichtig: Eine isolierte Zange schützt nur, solange die Isolierung unverletzt ist, weshalb sie vor jedem Einsatz kurz geprüft und bei Beschädigung ausgesondert wird.
Spezialformen für konkrete Aufgaben
Drei Kategorien lösen jeweils ein einzelnes, klar umrissenes Problem. Die Sprengringzange spreizt oder staucht Sicherungsringe, und weil es Innen- und Außenringe gibt und weil man in beengten Lagen gerade, 45 Grad und 90 Grad abgewinkelt arbeiten muss, existiert diese Zange in sechs Grundvarianten. Die Schlauchklemmenzange öffnet Federbandschellen an Kühlkreisläufen, oft an Stellen, an die man nur mit einem flexiblen Wellenkopf herankommt. Und unter Spezialzangen finden Sie Zangen mit runden Backen zum Biegen von Draht und Ösen sowie eine Reihe von Werkzeugen für Aufgaben in der Fahrzeugtechnik, von der Bremsfederzange bis zur Zange für Zündkerzenstecker.
Welche Zangen zuerst
Wer eine Werkstatt neu ausstattet, kommt mit vier Zangen sehr weit: Kombizange, Seitenschneider, Spitzzange und Gripzange. Diese vier decken Greifen, Schneiden, Arbeiten in engen Stellen und Festhalten ab, also den Alltag. Alles Weitere kommt gezielt dazu, wenn die Arbeit es verlangt: Abisolier- und Crimpzange für Elektroarbeiten, Sprengringzangen für Motoren und Getriebe, Rohrzangen für Installationen, Schlauchklemmenzangen für die Fahrzeugtechnik. Der Zangensatz ist dabei die günstigere Anschaffung als vier Einzelzangen, und er hat den praktischen Vorteil, dass beim Zurücklegen sofort auffällt, welche fehlt.
Pflege und Lebensdauer
Zangen halten lange, wenn man zwei Dinge beachtet. Erstens: Eine Schneidzange schneidet das, wofür sie gemacht ist, und nichts Härteres. Der klassische Fehler ist der gehärtete Federstahldraht oder die Schraube im Seitenschneider, und das Ergebnis ist eine Scharte, die sich nicht mehr entfernen lässt und die von da an in jedes Werkstück drückt. Zweitens: Das Gelenk gehört gelegentlich geölt, denn ein trockenes Gelenk läuft schwer, und ein schwer laufendes Gelenk wird mit mehr Kraft bedient, was das Spiel vergrößert. Ersatzteile für Zangen, darunter Ersatzschneiden und Ersatzspitzen, finden Sie unter Ersatzteile für Zangen.
Häufig gestellte Fragen zu Zangen
Welche Zangen braucht man in einer Werkstatt mindestens?
Vier: Kombizange, Seitenschneider, Spitzzange und Gripzange. Damit sind Greifen, Schneiden, Arbeiten an engen Stellen und Festhalten abgedeckt. Alles Weitere kommt gezielt dazu, wenn die Arbeit es verlangt, etwa Abisolier- und Crimpzange für Elektroarbeiten.
Was ist der Unterschied zwischen Seitenschneider und Vornschneider?
Beim Seitenschneider liegen die Schneiden seitlich am Kopf, sodass quer zur Arbeitsrichtung getrennt wird. Beim Vornschneider liegen sie vorn, wodurch er dort schneidet, wo ein Seitenschneider nicht hinkommt: bündig an einer Fläche, in einer Vertiefung oder an einem bereits verlegten Draht.
Wofür ist eine Gripzange gut?
Sie wird auf das Werkstück eingestellt und rastet ein, klemmt also ohne Handkraft und arbeitet als dritte Hand. Beim Schweißen, beim Ausrichten und überall dort, wo etwas gehalten werden muss, während Sie beide Hände brauchen, ersetzt sie einen Schraubstock, den man nicht mitnehmen kann.
Was bedeutet VDE-isoliert bei Zangen?
Die Zange hat eine geprüfte Isolierung für Arbeiten bis 1000 Volt und ist an den zweifarbigen Griffen erkennbar. Sie schützt allerdings nur, solange die Isolierung unverletzt ist, weshalb sie vor jedem Einsatz kurz geprüft und bei Beschädigung ausgesondert wird.
Warum bekommt mein Seitenschneider Scharten?
Weil damit etwas geschnitten wurde, das härter ist als die Schneide, meist gehärteter Federstahldraht oder eine Schraube. Die Scharte lässt sich nicht mehr entfernen und drückt sich von da an in jedes weitere Werkstück. Für harte Drähte gibt es verstärkte Ausführungen mit Hebelübersetzung.
Lohnt sich ein Zangensatz oder besser einzeln kaufen?
Für die Grundausstattung ist der Satz günstiger als vier Einzelzangen und hat den Vorteil, dass beim Zurücklegen sofort auffällt, welche fehlt. Spezialzangen kauft man dagegen gezielt einzeln, weil ein Satz sie selten in der benötigten Ausführung enthält.
Woran erkennt man eine gute Zange?
An der Gelenkführung und an der Härte der Schneiden, nicht am Griff. Ein Gelenk mit Spiel lässt die Backen aneinander vorbeilaufen, eine zu weiche Schneide bekommt beim ersten harten Draht eine Scharte. Beides sieht man einer neuen Zange nicht an und merkt man nach wenigen Wochen.
Muss man Zangen pflegen?
Nur das Gelenk, und das gelegentlich ölen. Ein trockenes Gelenk läuft schwer, wird deshalb mit mehr Kraft bedient und bekommt dadurch Spiel. Ansonsten gilt: trocken lagern und nichts schneiden, wofür die Zange nicht gemacht ist.