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Die Kombizange ist die Zange, die jeder besitzt, und gleichzeitig die, für die sich kaum jemand bewusst entscheidet. Sie kann vier Dinge: mit den geriffelten Backen flaches Material greifen, mit der Rundung dahinter runde Werkstücke fassen, mit der Schneide im Gelenkbereich Draht trennen und mit der ganzen Konstruktion Blech und Draht biegen. Für keine dieser vier Aufgaben ist sie das beste Werkzeug, für alle vier zusammen ist sie unschlagbar, und deshalb ist sie die Zange, die man dabeihat, wenn man nicht weiß, was einen erwartet. In dieser Kategorie finden Sie Kombizangen von BETA ab 21,87 Euro in den Längen 160, 180 und 220 Millimeter, mit Hebelübersetzung, VDE-isoliert bis 1000 Volt, in Edelstahl und in funkenfreier Ausführung.
Die Länge entscheidet über Kraft und Zugänglichkeit
Bei Kombizangen ist die Längenangabe eine Kraftangabe, wie bei jeder Zange. Eine 160-Millimeter-Zange baut kurz, passt in die Werkzeugtasche und kommt an Stellen, an denen eine größere nicht danebenpasst, hat dafür aber wenig Hebel. Eine 220-Millimeter-Zange greift mit deutlich mehr Kraft und trennt Drähte, an denen die kurze Ausführung nicht durchkommt, braucht dafür Platz zum Ansetzen und liegt schwerer in der Hand. Die 180 Millimeter dazwischen sind der Kompromiss und für die meisten Anwender die vernünftige erste Zange.
Eine eigene Rolle spielt die Ausführung mit Hebelübersetzung. Ein zusätzlich übersetztes Gelenk erhöht die Schneidleistung deutlich, ohne dass die Zange länger wird. Sie trennt damit härtere Drähte als eine gleich lange normale Kombizange, und das ist überall dort der entscheidende Vorteil, wo mehr Kraft gebraucht wird, aber kein Platz für ein größeres Werkzeug ist.
Was eine Kombizange nicht kann
Zwei Dinge sollte man wissen, bevor man die Kombizange für alles benutzt, was gerade ansteht. Erstens: Sie ist keine Schraubenschlüssel-Alternative. Die geriffelten Backen greifen zwar an einer Mutter, runden dabei aber die Kanten ab, und danach fasst auch der passende Schlüssel nicht mehr richtig. Für Verschraubungen mit Schlüsselflächen gehört ein Schraubenschlüssel, und für Rohre ohne Schlüsselflächen eine Rohrzange.
Zweitens: Die Schneide der Kombizange sitzt im Gelenkbereich und ist kürzer und empfindlicher als die eines Seitenschneiders. Für gelegentliches Trennen von weichem Draht reicht sie völlig, für regelmäßiges Schneiden und für harte Drähte ist der Seitenschneider das richtige Werkzeug. Wer die Kombizange dauerhaft als Schneidzange einsetzt, bekommt an dieser Stelle Scharten, und die lassen sich nicht mehr entfernen.
Vier Sonderausführungen und wofür sie da sind
Vier der neun Modelle in dieser Kategorie sind Sonderausführungen, und ihr Preis erklärt sich nicht über bessere Verarbeitung, sondern über das Material und die Zulassung.
Die funkenfreie Ausführung besteht aus einer Kupferlegierung und erzeugt beim Anschlagen an Stahl keine zündfähigen Funken. Sie ist für explosionsgefährdete Bereiche gedacht, also für Raffinerien, Tanklager, Gasanlagen, Lackieranlagen, Mühlen und Silobetriebe. Diese Zangen sind weicher als vergüteter Stahl und verschleißen schneller, was kein Mangel ist, sondern der Preis für die Sicherheit. Die Edelstahlausführung wird dort eingesetzt, wo kein Werkzeugabrieb aus unlegiertem Stahl an ein Bauteil gelangen darf, also in der Lebensmittelverarbeitung, in Laboren, in der Pharmaproduktion und im Bootsbau.
Die VDE-Ausführung hat eine geprüfte Isolierung für Arbeiten bis 1000 Volt, erkennbar an den zweifarbigen Griffen. Sie schützt nur, solange die Isolierung unverletzt ist, weshalb sie vor jedem Einsatz kurz geprüft und bei Beschädigung ausgesondert wird. Die H-SAFE Ausführung schließlich hat eine fest in die Konstruktion eingebundene Öse, an der die Zange mit einem Halteseil gesichert wird. Auf Gerüsten, Masten, Bühnen und in Anlagen über Produktionsflächen ist ein herabfallendes Werkzeug eine ernste Gefahr, und in vielen Betrieben ist die Absturzsicherung von Werkzeug vorgeschrieben.
Griffe und Verarbeitung
Bei den Griffen gibt es drei Varianten, und der Unterschied macht sich über einen Arbeitstag bemerkbar. Eine doppelte PVC-Beschichtung ist die günstigste Lösung und für gelegentlichen Gebrauch völlig ausreichend. Zweikomponentengriffe, im Sortiment als Bimaterial bezeichnet, kombinieren einen harten Kern mit einer weicheren Auflage, liegen dadurch angenehmer in der Hand und rutschen bei feuchten oder öligen Händen weniger. Wer täglich mit der Zange arbeitet, merkt diesen Unterschied nach der zwanzigsten Betätigung, wer sie dreimal im Monat braucht, eher nicht.
Wichtiger als der Griff ist ohnehin das Gelenk. Ein Gelenk mit Spiel lässt die Backen aneinander vorbeilaufen, und dann greift die Zange nicht mehr sauber und die Schneide trifft nicht mehr auf Block. Beides sieht man einer neuen Zange nicht an und merkt man nach wenigen Wochen. Ölen Sie das Gelenk gelegentlich: Ein trockenes Gelenk läuft schwer, wird deshalb mit mehr Kraft bedient und bekommt dadurch erst recht Spiel.
Was dazugehört
Die Kombizange ist eine von vier Zangen, mit denen man sehr weit kommt. Dazu gehören der Seitenschneider zum Trennen, die Spitzzange für enge Stellen und die Gripzange zum Festhalten. Für flaches Material und zum Ausrichten von Blech gibt es Flachzangen, für Elektroarbeiten Abisolierzangen und Crimpzangen. Einen Überblick über alle Bauformen gibt die Übersicht Zangen.
Häufig gestellte Fragen zu Kombizangen
Was kann eine Kombizange?
Vier Dinge: mit den geriffelten Backen flaches Material greifen, mit der Rundung dahinter rundes Material fassen, mit der Schneide im Gelenkbereich Draht trennen und Blech und Draht biegen. Für keine dieser Aufgaben ist sie das beste Werkzeug, für alle vier zusammen unschlagbar.
Welche Länge soll ich wählen?
160 mm baut kurz, passt in die Werkzeugtasche und kommt an enge Stellen, hat aber wenig Hebel. 220 mm greift mit deutlich mehr Kraft und trennt härtere Drähte, braucht dafür Platz. 180 mm ist der Kompromiss und für die meisten die vernünftige erste Zange.
Darf man mit der Kombizange Muttern lösen?
Besser nicht. Die geriffelten Backen greifen zwar, runden dabei aber die Kanten ab, und danach fasst auch der passende Schlüssel nicht mehr richtig. Für Verschraubungen mit Schlüsselflächen gehört ein Schraubenschlüssel, für Rohre ohne Schlüsselflächen eine Rohrzange.
Ersetzt die Kombizange einen Seitenschneider?
Für gelegentliches Trennen von weichem Draht ja. Die Schneide sitzt im Gelenkbereich und ist kürzer und empfindlicher als die eines Seitenschneiders. Wer die Kombizange dauerhaft als Schneidzange einsetzt, bekommt dort Scharten, die sich nicht mehr entfernen lassen.
Was bringt eine Hebelübersetzung?
Ein zusätzlich übersetztes Gelenk erhöht die Schneidleistung deutlich, ohne dass die Zange länger wird. Sie trennt damit härtere Drähte als eine gleich lange normale Kombizange, was überall dort zählt, wo mehr Kraft gebraucht wird, aber kein Platz für ein größeres Werkzeug ist.
Warum kostet eine Kombizange 22 Euro und eine andere über 300?
Wegen des Materials und der Zulassung, nicht wegen der Verarbeitung. Die funkenfreie Ausführung besteht aus einer Kupferlegierung für explosionsgefährdete Bereiche, die Edelstahlausführung verhindert Werkzeugabrieb an Bauteilen, die VDE-Ausführung ist bis 1000 Volt geprüft. Wer diese Eigenschaften nicht braucht, kauft die Standardausführung.
Lohnen sich Zweikomponentengriffe?
Bei täglichem Gebrauch ja: Sie liegen angenehmer in der Hand und rutschen bei feuchten oder öligen Händen weniger. Wer die Zange dreimal im Monat braucht, merkt den Unterschied kaum, und eine doppelte PVC-Beschichtung reicht völlig.
Woran erkennt man eine gute Kombizange?
Am Gelenk, nicht am Griff. Ein Gelenk mit Spiel lässt die Backen aneinander vorbeilaufen, die Zange greift nicht mehr sauber und die Schneide trifft nicht mehr auf Block. Ölen Sie das Gelenk gelegentlich: Ein trockenes Gelenk läuft schwer, wird mit mehr Kraft bedient und bekommt dadurch erst recht Spiel.
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