Arbeitsschuhe

Arbeitsschuhe

Der Arbeitsschuh ist das einzige Stück persönlicher Schutzausrüstung, das den ganzen Arbeitstag getragen wird, und deshalb entscheidet bei ihm nicht nur der Schutz, sondern ebenso die Passform darüber, ob er tatsächlich getragen wird. Ein Schuh, der drückt, steht nach zwei Wochen im Spind, und ein Schuh im Spind schützt niemanden. Genauso wichtig ist die Frage, welcher Schutz überhaupt gebraucht wird, denn zwischen einem Berufsschuh ohne Zehenkappe und einem Sicherheitsstiefel mit durchtrittsicherer Einlage liegen mehrere Normstufen, und die Auswahl richtet sich nicht nach dem Preis, sondern nach der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs. Diese Abteilung ist deshalb nach den Kriterien geordnet, nach denen tatsächlich ausgewählt wird: nach Schutzklasse, nach Bauform, nach Material und nach Einsatzbedingungen. Geführt werden Halbschuhe, Stiefel, Sandalen und Gummistiefel in den gängigen Schutzklassen, ergänzt um Einlegesohlen und Schnürsenkel, mit denen ein Schuh länger hält und besser passt.

Sicherheitsschuh oder Berufsschuh? Der Unterschied ist die Zehenkappe

Das ist die wichtigste Unterscheidung dieser Abteilung, und sie wird im Alltag am häufigsten verwechselt, weil beide Schuharten gleich aussehen können. Ein Sicherheitsschuh wird nach EN ISO 20345 geprüft und hat immer eine Zehenschutzkappe, die einem Schlag von 200 Joule und einem Druck von 15 Kilonewton standhält, erkennbar an den Kurzzeichen SB, S1, S1P, S2, S3, S4 oder S5. Ein Berufsschuh wird nach EN ISO 20347 geprüft und hat keine Zehenkappe, erkennbar am Buchstaben O, also O1 oder O2. Der Berufsschuh ist deshalb kein schlechterer Schuh, sondern ein Schuh für eine andere Gefährdung: er ist leichter, flexibler und ausreichend überall dort, wo nichts Schweres fallen kann, etwa im Service, in der Pflege, im Verkauf oder in der Werkstattverwaltung. Wo dagegen Bauteile, Werkzeuge oder Material gehandhabt werden, verlangt die Gefährdungsbeurteilung eine Zehenkappe, und dann ist ein O-Schuh trotz ähnlicher Optik nicht zulässig. Wer Schutzausrüstung für einen Betrieb einkauft, prüft deshalb zuerst den Buchstaben, dann die Ziffer. Steht auf dem Etikett kein S, ist es kein Sicherheitsschuh, unabhängig davon, wie robust der Schuh wirkt und wie er im Handel bezeichnet wird.

Die Schutzklassen im Überblick: S1, S1P, S2, S3 und S5

Die Schutzklassen bauen aufeinander auf, und wer das System einmal verstanden hat, wählt in einer Minute richtig aus. Grundlage ist SB mit Zehenkappe. Die Klasse S1 ergänzt geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich und einen kraftstoffbeständigen Laufsohlenwerkstoff, ist aber nicht wasserdicht und eignet sich deshalb für trockene Innenbereiche, für Montage, Lager und Industrie. S1P ergänzt die durchtrittsichere Einlage, also den Schutz gegen Nägel und spitze Gegenstände im Boden, und ist damit die verbreitetste Klasse überhaupt. S2 entspricht S1 zuzüglich wasserabweisendem Obermaterial und ist die Wahl für Nässe ohne Durchtrittgefahr. Die Klasse S3 vereint beides, also Wasserdichtigkeit und Durchtrittsicherheit, dazu eine profilierte Laufsohle, und ist deshalb der Standard auf dem Bau, im Tiefbau und im Außeneinsatz. Die Klassen S4 und S5 verlassen den Bereich der Lederschuhe: es sind vollständig aus Gummi oder Polymer gefertigte Stiefel, komplett wasserdicht, wobei S5 zusätzlich durchtrittsicher und profiliert ist. Sie sind das richtige Werkzeug für Schlamm, Gülle, Beton und Reinigungsarbeiten, also überall dort, wo ein Lederschuh innerhalb weniger Wochen zerstört wäre.

Was sich mit der Normfassung von 2022 geändert hat

Wer heute Schuhe einkauft, trifft auf zwei Kennzeichnungssysteme gleichzeitig, weil die Norm EN ISO 20345 im Jahr 2022 überarbeitet wurde und Ware nach beiden Fassungen im Markt ist. Die wichtigste Änderung betrifft die Rutschhemmung: die früheren Kurzzeichen SRA, SRB und SRC sind entfallen, stattdessen ist eine Grundprüfung auf Rutschhemmung für jeden Sicherheitsschuh verbindlich, und ein zusätzlich geprüftes Verhalten wird mit SR gekennzeichnet. Ebenfalls neu ist die Unterscheidung bei der durchtrittsicheren Einlage: P steht für die metallische Einlage, PL und PS stehen für nichtmetallische Einlagen, die mit einem Prüfnagel von 4,5 beziehungsweise 3 Millimetern geprüft werden, wobei die kleinere Prüfspitze den höheren Schutz bedeutet. Hinzugekommen sind außerdem die Klassen S6 und S7, die S2 und S3 entsprechen, aber zusätzlich den vollständig wasserdichten Schuh nach WR verlangen. Für die Praxis heißt das zweierlei: ein älteres Kurzzeichen wie SRC bedeutet nicht, dass der Schuh schlechter ist, sondern dass er nach der vorherigen Fassung geprüft wurde, und beim Nachbestellen für eine bestehende Ausstattung lohnt der Blick auf die Fassung, damit im Betrieb nicht zwei Kennzeichnungen nebeneinander erklärt werden müssen.

Zusatzkennzeichnungen: was HRO, HI, CI, ESD und M bedeuten

Neben der Schutzklasse tragen viele Schuhe Zusatzkurzzeichen, und genau diese entscheiden häufig darüber, ob ein Schuh für einen bestimmten Arbeitsplatz taugt. HRO bezeichnet eine Laufsohle, die den Kontakt mit heißem Untergrund von 300 Grad Celsius für eine Minute übersteht, was für Dachdecker, Asphaltbauer und Gießereien maßgeblich ist. HI steht für Wärmeisolierung, CI für Kälteisolierung des gesamten Schuhs, also für dauerhaftes Stehen auf heißem oder kaltem Boden. WR kennzeichnet den vollständig wasserdichten Schuh, im Unterschied zum lediglich wasserabweisenden Obermaterial. FO bedeutet Beständigkeit der Sohle gegen Kraftstoffe und Öle, M steht für Mittelfußschutz, AN für Knöchelschutz und CR für Schnittfestigkeit des Obermaterials. Besondere Beachtung verdient ESD, denn hier gilt eine strengere Anforderung als bei der ohnehin in S1 enthaltenen antistatischen Eigenschaft, weil in der Elektronikfertigung nicht der Mensch, sondern das Bauteil geschützt wird. Und ein Punkt, der regelmäßig missverstanden wird: antistatisch ist nicht isolierend. Ein antistatischer Schuh leitet Ladung kontrolliert ab, er schützt aber nicht vor elektrischem Schlag. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen ist elektrisch isolierendes Schuhwerk nach eigener Norm erforderlich.

Bauform und Einsatzbedingungen: Halbschuh, Stiefel oder Sandale

Die Bauform entscheidet über Halt, Klima und Beweglichkeit. Der Halbschuh ist die beweglichste Lösung und die richtige Wahl auf ebenem Untergrund in Halle, Montage und Werkstatt. Der Stiefel gibt dem Knöchel seitlichen Halt und ist deshalb dort im Vorteil, wo der Untergrund uneben ist, also auf der Baustelle, im Gelände und auf Schüttgut, außerdem hält er Schmutz und Nässe von oben ab. Sicherheitssandalen sind der Sonderfall für Hitze und Innenbereiche: sie haben dieselbe Zehenkappe wie ein geschlossener Schuh, aber ein offenes Fußbett, was das Fußklima im Sommer deutlich verbessert, allerdings keinen Schutz gegen Späne, Funken und Flüssigkeiten bietet und deshalb nicht überall zulässig ist. Für dauerhafte Nässe stehen wasserdichte Arbeitsschuhe zur Verfügung, für Arbeiten, bei denen jedes Gramm zählt, gibt es leichte Arbeitsschuhe mit nichtmetallischer Kappe und Sohlenaufbau aus Kunststoff. Wer den ganzen Tag geht, spürt jedes Gramm am Fuß deutlich stärker als am Rücken, weil das Gewicht bei jedem Schritt beschleunigt und abgebremst wird.

Material: Leder, Nubuk, Wildleder und Mesh

Das Obermaterial bestimmt Haltbarkeit, Pflegeaufwand und Fußklima. Glattleder ist der Klassiker, robust, gut zu reinigen und im Zusammenspiel mit einer Membran auch wasserdicht auszuführen, weshalb Leder-Arbeitsschuhe nach wie vor den größten Teil des Sortiments ausmachen. Nubuk- und Wildleder sind weicher und angenehmer im Tragegefühl, nehmen aber Schmutz stärker auf und verlangen eine imprägnierende Pflege statt einer fettenden. Perforiertes Leder und Mesh-Einsätze verbessern die Atmungsaktivität erheblich und sind die richtige Wahl für warme Innenbereiche, sind dafür aber offen für Feuchtigkeit und Späne, was sie für den Außeneinsatz und für die Metallbearbeitung ausschließt. Mikrofaser schließlich ist leicht, formstabil und pflegeleicht und wird vor allem bei den ultraleichten Modellen eingesetzt. Für die Pflege gilt materialübergreifend eine Regel, die die Lebensdauer stärker beeinflusst als jedes Pflegemittel: nasse Schuhe niemals auf der Heizung oder vor dem Heizlüfter trocknen. Die schnelle Trocknung härtet das Leder, macht es rissig und löst Klebeverbindungen zwischen Schaft und Sohle. Richtig ist, die Einlegesohle herauszunehmen, den Schuh zu öffnen und bei Raumtemperatur trocknen zu lassen, am besten im Wechsel mit einem zweiten Paar.

Passform, Größe und wann ein Schuh ersetzt werden muss

Bei Sicherheitsschuhen ist die Passform keine Komfortfrage, sondern eine Schutzfrage, weil die Zehenkappe eine feste Geometrie hat und über den Zehen sitzen muss und nicht auf ihnen. Ein zu kleiner Schuh drückt die Zehen unter die Kappe, ein zu großer lässt den Fuß nach vorn rutschen, sodass die Zehen bei jedem Schritt gegen die Kappe stoßen. Anprobiert wird deshalb am besten am Nachmittag, weil der Fuß im Lauf des Tages an Volumen zunimmt, mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Ergänzend lässt sich das Volumen über Einlegesohlen und Schuhzubehör anpassen, was besonders bei Zwischengrößen hilft. Ersetzt werden muss ein Sicherheitsschuh in drei Fällen: wenn das Profil so weit abgelaufen ist, dass die Rutschhemmung nicht mehr gegeben ist, wenn Obermaterial oder Nähte durchgescheuert sind und die Kappe nicht mehr sauber eingefasst ist, und immer nach einem heftigen Schlag auf die Zehenkappe. Der letzte Punkt wird fast nie beachtet: eine Kappe, die einmal Energie aufgenommen hat, kann bleibend verformt sein, und dann ist ihre Schutzwirkung nicht mehr gewährleistet, auch wenn der Schuh von außen unversehrt aussieht. Einen Überblick über weitere Modelle gibt die Kategorie Sicherheitsschuhe, ergänzt um die Auswahl für Damen und Herren sowie die übrigen Arbeitsschuhe des Sortiments.

Häufig gestellte Fragen zu Arbeitsschuhen

Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsschuh und Berufsschuh?

Der Sicherheitsschuh wird nach EN ISO 20345 geprüft und hat immer eine Zehenschutzkappe für 200 Joule Schlagenergie, gekennzeichnet mit SB, S1, S1P, S2, S3, S4 oder S5. Der Berufsschuh wird nach EN ISO 20347 geprüft und hat keine Zehenkappe, gekennzeichnet mit O1 oder O2. Beide können äußerlich gleich aussehen, sind aber für verschiedene Gefährdungen bestimmt: der Berufsschuh ist leichter und ausreichend, wo nichts Schweres fallen kann, während überall dort, wo Material, Bauteile oder Werkzeuge gehandhabt werden, eine Zehenkappe verlangt wird. Maßgeblich ist immer die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs, und der erste Blick gilt dem Buchstaben auf dem Etikett.

Welche Schutzklasse brauche ich: S1, S1P, S2 oder S3?

S1 ist für trockene Innenbereiche gedacht, also Montage, Lager und Industrie, und bietet Zehenkappe, geschlossene Ferse, Antistatik und Energieaufnahme im Fersenbereich. S1P ergänzt die durchtrittsichere Einlage gegen Nägel und ist deshalb die verbreitetste Klasse. S2 entspricht S1 mit wasserabweisendem Obermaterial und passt für Nässe ohne Durchtrittgefahr. S3 vereint Wasserdichtigkeit, Durchtrittsicherheit und profilierte Sohle und ist der Standard auf dem Bau und im Außeneinsatz. Die einfachste Entscheidungshilfe sind zwei Fragen: wird der Boden nass, und kann etwas Spitzes im Boden liegen? Zweimal ja führt zu S3, nur die zweite Frage zu S1P.

Wofür sind Sicherheitsstiefel der Klasse S5?

S4 und S5 sind keine Lederschuhe, sondern vollständig aus Gummi oder Polymer gefertigte Stiefel, die komplett wasserdicht sind. S5 hat zusätzlich eine durchtrittsichere Einlage und eine profilierte Laufsohle. Das ist die richtige Wahl für Schlamm, Beton, Gülle, Reinigungsarbeiten und alle Bereiche, in denen mit Hochdruck gereinigt wird, also überall dort, wo ein Lederschuh in wenigen Wochen zerstört wäre. Der Nachteil ist das Fußklima, weil ein dichter Stiefel keine Feuchtigkeit nach außen abgibt, weshalb saugfähige Strümpfe und das tägliche Trocknen mit herausgenommener Einlegesohle hier wichtiger sind als bei jedem anderen Schuh.

Was bedeuten SRA, SRB und SRC, und warum steht das auf neuen Schuhen nicht mehr?

SRA, SRB und SRC bezeichneten in der Normfassung von 2011 die geprüfte Rutschhemmung auf verschiedenen Prüfböden, wobei SRC die Kombination beider Prüfungen war. Mit der Überarbeitung von 2022 sind diese Kurzzeichen entfallen: die Rutschhemmung ist seitdem für jeden Sicherheitsschuh verbindlich geprüft, und ein zusätzlich geprüftes Verhalten wird mit SR gekennzeichnet. Beide Kennzeichnungen sind derzeit im Markt anzutreffen, weil Ware nach beiden Fassungen verkauft wird. Ein Schuh mit SRC ist deshalb nicht schlechter, sondern nach der vorherigen Fassung geprüft. Für die Ausstattung eines Betriebs lohnt der Blick auf die Fassung, damit nicht zwei Systeme nebeneinander erklärt werden müssen.

Was heißt P, PL und PS bei der durchtrittsicheren Einlage?

P kennzeichnet die metallische Einlage, PL und PS kennzeichnen nichtmetallische Einlagen aus textilem Verbundwerkstoff. Der Unterschied liegt im Prüfnagel: PL wird mit 4,5 Millimetern geprüft, PS mit 3 Millimetern, und die kleinere Prüfspitze bedeutet den höheren Schutz. In der Praxis unterscheiden sich die Bauarten außerdem in der Fläche: die metallische Einlage ist steifer und deckt aus konstruktiven Gründen nicht die gesamte Sohlenfläche ab, während die textile Einlage flexibler ist, dem Fuß folgt und in der Regel eine größere Fläche schützt. Nichtmetallische Einlagen sind zudem leichter und bilden keine Kältebrücke, was bei Arbeiten im Freien im Winter spürbar ist.

Sind antistatische Schuhe für Elektroarbeiten geeignet?

Nein, und das ist eine der folgenschwersten Verwechslungen bei persönlicher Schutzausrüstung. Antistatisches Schuhwerk, wie es in S1 und den höheren Klassen enthalten ist, leitet elektrostatische Ladung kontrolliert ab, damit sich der Träger nicht auflädt und Funken entstehen. Es isoliert aber nicht und schützt nicht vor elektrischem Schlag. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen ist elektrisch isolierendes Schuhwerk nach eigener Norm erforderlich, und auch dieses ersetzt nicht die Grundregeln, also freischalten, gegen Wiedereinschalten sichern und Spannungsfreiheit feststellen. ESD-Schuhe wiederum erfüllen eine strengere Anforderung als antistatische, dienen aber dem Schutz elektronischer Bauteile und nicht dem Schutz des Menschen.

Welche Größe soll ich bei Sicherheitsschuhen wählen?

Bei Sicherheitsschuhen ist die Größe eine Schutzfrage, weil die Zehenkappe eine feste Geometrie hat und über den Zehen sitzen muss und nicht auf ihnen. Ein zu kleiner Schuh drückt die Zehen unter die Kappe, ein zu großer lässt den Fuß nach vorn rutschen, sodass die Zehen bei jedem Schritt anstoßen. Anprobiert wird deshalb am Nachmittag, weil der Fuß im Tagesverlauf an Volumen zunimmt, mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit etwa einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Bei Zwischengrößen lässt sich das Volumen über Einlegesohlen anpassen, wobei eine dickere Einlage den Schuh enger und eine dünnere ihn weiter macht.

Wann muss ein Sicherheitsschuh ersetzt werden?

In drei Fällen. Erstens, wenn das Sohlenprofil so weit abgelaufen ist, dass die Rutschhemmung nicht mehr gegeben ist, denn Ausrutschen ist die häufigste Unfallursache überhaupt. Zweitens, wenn Obermaterial oder Nähte durchgescheuert sind, die Sohle sich löst oder die Zehenkappe nicht mehr sauber eingefasst ist. Und drittens, und das wird fast nie beachtet, immer nach einem heftigen Schlag auf die Zehenkappe: eine Kappe, die einmal Energie aufgenommen hat, kann bleibend verformt sein, und ihre Schutzwirkung ist dann nicht mehr gewährleistet, auch wenn der Schuh von außen unversehrt aussieht. Ein solcher Schuh gehört ausgesondert und nicht weitergegeben.

Darf ich die Einlegesohle gegen eine andere tauschen?

Grundsätzlich ja, aber mit einer Einschränkung, die selten genannt wird: ein Sicherheitsschuh wird mit der Einlegesohle geprüft und zertifiziert, mit der er ausgeliefert wird. Eigenschaften wie die Energieaufnahme im Fersenbereich und die antistatische Ableitung hängen vom gesamten Aufbau ab. Wer die Originalsohle ersetzt, sollte deshalb eine Einlegesohle wählen, die für Sicherheitsschuhe bestimmt ist, und bei antistatischen oder ESD-Anforderungen ausdrücklich eine dafür geeignete Ausführung. Für die reine Anpassung des Volumens bei Zwischengrößen oder für zusätzliche Dämpfung ist der Tausch dagegen unproblematisch und häufig die einfachste Lösung eines Passformproblems.

Wie trockne und pflege ich Arbeitsschuhe richtig?

Die wichtigste Regel betrifft das Trocknen und kostet nichts: nasse Schuhe niemals auf der Heizung, vor dem Heizlüfter oder in der Sonne trocknen. Die schnelle Trocknung härtet das Leder, macht es rissig und löst Klebeverbindungen zwischen Schaft und Sohle, und ein so behandelter Schuh hält oft nur eine einzige Saison. Richtig ist, die Einlegesohle herauszunehmen, den Schuh weit zu öffnen und bei Raumtemperatur trocknen zu lassen, bei starker Nässe locker mit Papier ausgestopft. Glattleder wird gereinigt und gefettet oder gewachst, Nubuk und Wildleder werden gebürstet und imprägniert, aber nicht gefettet, weil das Fett die Faserstruktur verklebt. Wer täglich in Nässe arbeitet, fährt mit zwei Paar im Wechsel deutlich günstiger als mit einem Paar, das nie richtig durchtrocknet.