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Arbeitsschuhe für Herren sind in den meisten Betrieben ein Ausstattungsartikel und kein Einzelkauf, und das prägt die Anforderungen: der Schuh muss für eine ganze Mannschaft in vielen Größen verfügbar sein, er muss zu einem Preis kommen, der sich mehrfach im Jahr wiederholen lässt, und er muss so bequem sein, dass er tatsächlich den ganzen Tag getragen wird. Diese Kategorie führt Halbschuhe, Stiefel und Sandalen in den Klassen S1P und S3, aus perforiertem Wildleder und Mesh für trockene Innenbereiche sowie aus Leder und Nubuk mit wasserdichtem Aufbau für den Außeneinsatz, in Größen bis 48. Die Auswahl folgt drei Fragen, die in dieser Reihenfolge beantwortet werden: welche Schutzklasse verlangt die Gefährdungsbeurteilung, wie viel wird an einem Tag gegangen, und wie nass und schmutzig ist der Arbeitsplatz. Alles andere, also Material, Bauform und Verschluss, ergibt sich daraus fast von selbst.
Gehleistung: warum Gewicht am Fuß mehr zählt als anderswo
Ein Punkt, der beim Einkauf regelmäßig unterschätzt wird, entscheidet über den Abend: das Gewicht des Schuhs. Am Fuß wirkt sich jedes Gramm deutlich stärker aus als am Rumpf, weil es bei jedem einzelnen Schritt beschleunigt und wieder abgebremst werden muss, und bei mehreren tausend Schritten am Tag summiert sich das zu einer Arbeit, die die Beinmuskulatur zusätzlich leistet. Wer in der Kommissionierung, im Service, in der Montage oder auf einer großen Baustelle unterwegs ist, legt an einem Arbeitstag ohne weiteres zehn bis fünfzehn Kilometer zurück, und der Unterschied zwischen einem schweren und einem leichten Sicherheitsschuh macht sich dann nicht in den Füßen bemerkbar, sondern in Waden und Knien. Erreicht wird geringes Gewicht durch eine nichtmetallische Zehenkappe, eine textile durchtrittsichere Einlage und eine geschäumte Sohle statt einer massiven Gummisohle. Wer dagegen überwiegend an einem Platz steht, gewinnt durch Leichtbau wenig und ist mit einem robusten Standardmodell besser bedient, das mechanisch mehr aushält und günstiger zu ersetzen ist. Für den ersten Fall führt das Sortiment eigens leichte Arbeitsschuhe.
Welche Klasse für welche Arbeit
Für trockene Innenbereiche, also Halle, Werkstatt, Montage und Lager, ist die Klasse S1 oder S1P die richtige Wahl, wobei das P für die durchtrittsichere Einlage steht und immer dann gebraucht wird, wenn Nägel, Schrauben, Draht oder Splitter auf dem Boden liegen können. Für Arbeiten im Freien, im Hoch- und Tiefbau, im Garten- und Landschaftsbau und überall dort, wo Nässe und Durchtrittgefahr zusammentreffen, ist S3 der Standard, weil hier zusätzlich wasserdichtes Obermaterial und eine profilierte Laufsohle hinzukommen. Für dauerhaftes Stehen in Wasser, Schlamm oder Reinigungsmitteln ist der Lederschuh grundsätzlich falsch, dort gehört ein Gummistiefel der Klasse S5 hin. Und schließlich ist der Unterschied zwischen Sicherheitsschuh und Berufsschuh zu beachten: nur der Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat eine Zehenschutzkappe für 200 Joule, gekennzeichnet mit S, während der Berufsschuh nach EN ISO 20347 keine hat und mit O gekennzeichnet ist. Für gewerbliche Arbeitsplätze mit Anstoß- oder Fallgefahr ist ein O-Schuh nicht zulässig, auch wenn er robust aussieht.
Halbschuh, Stiefel oder Sandale
Der Halbschuh ist die beweglichste und leichteste Lösung und passt überall dort, wo der Untergrund eben und trocken ist. Der Stiefel gibt dem Sprunggelenk seitlichen Halt, was auf unebenem Untergrund, in Gräben, auf Schotter und auf Gerüsten den Unterschied zwischen einem sicheren Schritt und einem Umknicken ausmacht, und er hält zusätzlich Erde, Schotter und Wasser von oben ab. Eine praktische Zwischenlösung sind Modelle mit Schnellverschlusssystem, weil sie mit einem Griff geöffnet und geschlossen werden, was zählt, wenn mehrmals täglich zwischen Fahrzeug, Baustelle und Kundenwohnung gewechselt wird. Denn ein Stiefel, der aus Zeitgründen nur halb geschnürt getragen wird, verliert genau den Halt, wegen dem er gewählt wurde. Die Sicherheitssandale schließlich hat dieselbe geprüfte Zehenkappe wie ein geschlossener Schuh, aber ein offenes Fußbett, was in warmen Hallen das Fußklima erheblich verbessert, dafür aber nicht gegen Späne, Funken und Flüssigkeiten schützt und deshalb nicht in allen Bereichen freigegeben ist. Wer beide Bedingungen im Jahresverlauf hat, fährt mit zwei Paar besser als mit einem Kompromiss, schon weil ein Schuh dann über Nacht vollständig durchtrocknet.
Größe, Passform und Haltbarkeit
Bei einem Sicherheitsschuh ist die Passform kein Komfortthema, weil die Zehenschutzkappe eine feste Geometrie hat und über den Zehen sitzen muss und nicht auf ihnen. Anprobiert wird deshalb am Nachmittag, weil der Fuß im Tagesverlauf an Volumen zunimmt, mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit etwa einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Wer zwischen zwei Größen liegt, nimmt die größere und gleicht das Volumen mit einer dickeren Einlegesohle aus, denn Volumen lässt sich verringern, Länge nicht. Für die Haltbarkeit sind zwei Dinge entscheidend, und beide kosten nichts. Erstens das Trocknen: nasse Schuhe niemals auf der Heizung oder vor dem Heizlüfter trocknen, weil die schnelle Trocknung das Leder härtet, rissig macht und die Klebeverbindung zwischen Schaft und Sohle löst, was der häufigste Grund ist, aus dem ein Arbeitsschuh vorzeitig ausgemustert wird. Richtig ist, die Einlegesohle herauszunehmen, den Schuh weit zu öffnen und bei Raumtemperatur trocknen zu lassen. Zweitens der Wechsel: zwei Paar im Turnus halten zusammen deutlich länger als zwei Paar nacheinander, weil jedes vollständig durchtrocknet. Weitere Ausführungen finden Sie in der Übersicht der Sicherheitsschuhe und bei den wasserdichten Modellen.
Häufig gestellte Fragen zu Arbeitsschuhen für Herren
Welche Schutzklasse brauche ich für meine Arbeit?
Für trockene Innenbereiche wie Halle, Werkstatt, Montage und Lager ist S1 oder S1P richtig, wobei das P für die durchtrittsichere Einlage steht, die immer dann nötig ist, wenn Nägel, Schrauben oder Splitter am Boden liegen können. Für Arbeiten im Freien und auf dem Bau, wo Nässe und Durchtrittgefahr zusammentreffen, ist S3 der Standard, weil dort wasserdichtes Obermaterial und profilierte Laufsohle hinzukommen. Für dauerhaftes Stehen in Wasser oder Schlamm gehört ein Gummistiefel S5 an den Fuß. Verbindlich ist immer die Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs.
Lohnt sich ein leichter Sicherheitsschuh?
Das hängt allein von der Gehleistung ab. Am Fuß wirkt sich Gewicht stärker aus als am Rumpf, weil es bei jedem Schritt beschleunigt und wieder abgebremst wird, und bei zehn bis fünfzehn Kilometern am Tag macht sich der Unterschied abends in Waden und Knien bemerkbar. Erreicht wird geringes Gewicht durch nichtmetallische Zehenkappe, textile Durchtrittsicherung und geschäumte Sohle. Wer dagegen überwiegend an einem Platz steht, gewinnt dadurch wenig und ist mit einem robusten Standardmodell besser bedient, das mechanisch mehr aushält und günstiger zu ersetzen ist.
Halbschuh oder Stiefel, was ist die bessere Wahl?
Der Halbschuh ist leichter und beweglicher und passt auf ebenem, trockenem Untergrund in Halle, Werkstatt und Lager. Der Stiefel gibt dem Sprunggelenk seitlichen Halt und ist auf unebenem Untergrund, in Gräben, auf Schotter und auf Gerüsten im Vorteil, außerdem hält er Erde und Wasser von oben ab. Wer mehrmals täglich ein- und aussteigt, sollte auf ein Schnellverschlusssystem achten, denn ein Stiefel, der aus Zeitgründen nur halb geschnürt getragen wird, verliert genau den Halt, wegen dem er ausgewählt wurde. Für warme Innenbereiche kommt zusätzlich die Sicherheitssandale infrage.
Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsschuh und Berufsschuh?
Der Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat immer eine Zehenschutzkappe für 200 Joule und wird mit S gekennzeichnet, also SB, S1, S1P, S2, S3 oder S5. Der Berufsschuh nach EN ISO 20347 hat keine Zehenkappe und wird mit O gekennzeichnet, also O1 oder O2. Beide können äußerlich sehr ähnlich aussehen, sind aber für unterschiedliche Gefährdungen bestimmt: der Berufsschuh ist leichter und ausreichend, wo nichts Schweres fallen oder anstoßen kann. Für gewerbliche Arbeitsplätze mit Fallgefahr ist er nicht zulässig, weshalb der erste Blick vor dem Kauf dem Buchstaben im Schuh gilt.
Welche Größe soll ich bestellen, wenn ich zwischen zwei liege?
In der Regel die größere, weil sich Volumen mit einer dickeren Einlegesohle verringern lässt, Länge dagegen nicht. Anprobiert wird am Nachmittag, weil der Fuß im Tagesverlauf an Volumen zunimmt, mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit etwa einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Wichtig ist der Fersenhalt: hebt die Ferse beim Gehen deutlich ab, rutscht der Fuß nach vorn und die Zehen stoßen gegen die Kappe. Der Fersenhalt entsteht übrigens in den obersten beiden Ösenpaaren, weshalb man dort fest und weiter unten lockerer schnürt.
Wie lange hält ein Arbeitsschuh?
Eine feste Laufzeit gibt es nicht, weil der Verschleiß vom Einsatz abhängt, aber zwei Gewohnheiten verlängern die Lebensdauer erheblich und kosten nichts. Erstens richtiges Trocknen: niemals auf der Heizung oder vor dem Heizlüfter, weil die schnelle Trocknung das Leder härtet und die Klebeverbindung zwischen Schaft und Sohle löst, was der häufigste Grund für ein vorzeitiges Ende ist. Zweitens der Wechsel zwischen zwei Paaren, weil jedes vollständig durchtrocknet. Ausgemustert wird bei abgelaufenem Profil, durchgescheuertem Obermaterial und immer nach einem heftigen Schlag auf die Zehenkappe.
Kann ich mit einem S1-Schuh auch draußen arbeiten?
Für kurze Wege ja, für dauerhafte Arbeit im Freien nein. S1 hat kein wasserdichtes Obermaterial, und Modelle aus perforiertem Wildleder oder Mesh nehmen Feuchtigkeit sogar besonders leicht auf. Ein durchfeuchteter Schuh trocknet über Nacht nicht vollständig, und ein nasser Fuß kühlt schnell aus und wird anfällig für Blasen. Für regelmäßige Arbeit draußen ist S3 die richtige Klasse, weil dort wasserdichtes Obermaterial, durchtrittsichere Einlage und profilierte Sohle zusammenkommen. Imprägniersprays ändern daran nichts, denn sie verändern weder die Klassifizierung noch das Verhalten bei stehender Nässe.
Welche Strümpfe passen zu Sicherheitsschuhen?
Saugfähige, gepolsterte Arbeitsstrümpfe, die Feuchtigkeit vom Fuß wegtransportieren und an Ferse und Ballen zusätzliche Polsterung bieten. Zu dünne Strümpfe lassen den Fuß im Schuh wandern und begünstigen Blasen, zu dicke füllen den Schuh so weit aus, dass sie den Fuß einengen. Genau das ist der häufigste Fehler im Winter: die dicke Socke im gewohnten Schuh behindert die Durchblutung und macht die Füße dadurch kälter statt wärmer. Richtig ist ein gefütterter Schuh in gewohnter Größe oder eine Nummer größer mit passender Einlegesohle, dazu täglicher Strumpfwechsel.
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