Arbeitsschuhe Damen

Arbeitsschuhe Damen

Sicherheitsschuhe für Frauen sind bis heute der am stiefmütterlichsten behandelte Teil der persönlichen Schutzausrüstung, und das hat einen einfachen Grund: über Jahrzehnte wurden Arbeitsschuhe ausschließlich in männlichen Leistenformen entwickelt und lediglich in kleineren Größen angeboten. Das Ergebnis kennt jede Frau, die in einem gewerblichen Beruf arbeitet, nämlich ein Schuh, der in der Ferse zu weit und im Vorfuß zu breit ist, in dem der Fuß beim Gehen nach vorn rutscht und der nach wenigen Stunden drückt. Diese Kategorie führt Arbeits- und Sicherheitsschuhe ab Größe 35 in den Klassen S1P und S3, als Halbschuh, als Stiefel und als Sandale, und sie enthält die Hinweise, mit denen sich eine gute Passform auch dann erreichen lässt, wenn ein Modell nicht auf einem eigens für Damen entwickelten Leisten gebaut ist. Denn die Passform ist bei Schutzausrüstung keine Frage des Komforts: ein Schuh, der drückt, wird ausgezogen, und ein ausgezogener Schuh schützt nicht.

Warum die Passform bei Damen anders ausfällt

Der weibliche Fuß unterscheidet sich vom männlichen nicht nur durch die Länge, und genau darin liegt das eigentliche Problem beim Kauf eines kleineren Männermodells. Typischerweise ist die Ferse schmaler, während der Vorfuß im Verhältnis dazu breiter bleibt, der Spann verläuft anders, und auch die Druckverteilung beim Abrollen ist eine andere. Ein Männerschuh in Größe 38 hat deshalb an der Ferse zu viel Volumen und im Ballenbereich eine Breite, die nicht zur Fußform passt. Die Folge ist nicht nur unangenehm, sondern sicherheitsrelevant: rutscht die Ferse beim Gehen, wandert der Fuß nach vorn, und die Zehen stoßen bei jedem Schritt gegen die Zehenschutzkappe. Da diese Kappe eine feste Geometrie hat und über den Zehen sitzen muss und nicht auf ihnen, verliert sie genau dann an Wirkung, wenn der Fuß in ihr nicht an seinem Platz ist. Dazu kommt der Alltagseffekt: Blasen an der Ferse, Druckstellen am Ballen und Zehen, die vorn anschlagen, sind der häufigste Grund dafür, dass Schutzschuhe im Betrieb nicht getragen werden. Wer also eine gute Passform sucht, sucht nicht Bequemlichkeit, sondern Wirksamkeit.

Wie Sie die Passform verbessern, wenn kein Damenleisten verfügbar ist

In der Praxis lässt sich mit drei Mitteln viel erreichen, und alle drei kosten wenig. Das wirksamste ist die Einlegesohle: eine dickere Sohle verringert das Innenvolumen und nimmt einem zu weiten Schuh genau die Luft, die den Fuß rutschen lässt, während eine dünnere Sohle Platz schafft, wenn der Spann hoch ist. Für unterschiedliche Fußgewölbe gibt es außerdem Einsätze in mehreren Härtegraden, mit denen sich die Unterstützung anpassen lässt, was gerade bei langem Stehen den Unterschied macht. Das zweite Mittel ist die Schnürung: der Fersenhalt entsteht nicht vorn, sondern in den obersten beiden Ösenpaaren, und wer dort fest und darunter lockerer schnürt, hält die Ferse an ihrem Platz, ohne den Vorfuß einzuengen. Das dritte Mittel ist der Strumpf, denn ein zu dünner Strumpf lässt den Fuß im Schuh wandern, während ein gepolsterter Arbeitsstrumpf Volumen füllt und Reibung aufnimmt. Anprobiert wird grundsätzlich am Nachmittag, weil der Fuß im Tagesverlauf an Volumen zunimmt, immer mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit etwa einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Passendes Zubehör finden Sie bei den Einlegesohlen und Schnürsenkeln.

Welche Schutzklasse für welchen Arbeitsplatz

Die Auswahl der Klasse folgt bei Damen denselben Regeln wie bei Herren, denn die Gefährdung hängt vom Arbeitsplatz ab und nicht von der Person. Für trockene Innenbereiche, also Halle, Montage, Lager, Labor und Werkstatt, ist die Klasse S1 oder S1P die richtige Wahl, wobei das P für die durchtrittsichere Einlage steht und immer dann gebraucht wird, wenn etwas Spitzes am Boden liegen kann. Für Arbeiten im Freien, auf dem Bau und überall dort, wo Nässe und Durchtrittgefahr zusammentreffen, ist S3 der Standard. Für dauerhafte Nässe kommt der Gummistiefel infrage. Wichtig ist außerdem die Unterscheidung zwischen Sicherheitsschuh und Berufsschuh: nur der Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat eine Zehenschutzkappe, gekennzeichnet mit S, während der Berufsschuh nach EN ISO 20347 keine hat und mit O gekennzeichnet ist. Beide sehen ähnlich aus, sind aber für unterschiedliche Gefährdungen bestimmt, und für Arbeitsplätze mit Anstoß- oder Fallgefahr ist ein O-Schuh nicht zulässig. Ein Blick auf den Buchstaben im Schuh klärt das in zwei Sekunden.

Bauformen und Materialien im Überblick

Der Halbschuh ist die beweglichste Lösung und passt auf ebenem Untergrund in Halle, Werkstatt und Lager. Der Stiefel gibt dem Sprunggelenk seitlichen Halt und hält Schmutz und Nässe von oben ab, was auf unebenem Boden und im Freien zählt. Die Sicherheitssandale hat dieselbe geprüfte Zehenkappe wie ein geschlossener Schuh, aber ein offenes Fußbett, was im Sommer und in warmen Bereichen das Fußklima deutlich verbessert, dafür aber nicht gegen Späne, Funken und Flüssigkeiten schützt und deshalb nicht überall freigegeben ist. Beim Material gilt: perforiertes Wildleder und Mesh atmen gut und sind leicht, sind dafür offen für Feuchtigkeit und Kleinteile, glattes Leder ist robuster und leichter zu reinigen, und Nubuk mit Membran ist die Wahl für Nässe. Zur Pflege genügt eine Regel, die mehr bewirkt als jedes Pflegemittel: nasse Schuhe niemals auf der Heizung trocknen, sondern die Einlegesohle herausnehmen, den Schuh weit öffnen und bei Raumtemperatur trocknen lassen. Weitere Modelle finden Sie in der Übersicht der Sicherheitsschuhe sowie bei den leichten Arbeitsschuhen, die wegen ihres geringen Gewichts bei hoher Gehleistung im Vorteil sind.

Häufig gestellte Fragen zu Arbeitsschuhen für Damen

Worin unterscheiden sich Arbeitsschuhe für Damen von Herrenmodellen?

Im Idealfall im Leisten, also in der Grundform, auf der der Schuh gebaut wird. Der weibliche Fuß ist typischerweise schmaler in der Ferse, während der Vorfuß im Verhältnis breiter bleibt, und auch Spann und Druckverteilung fallen anders aus. Ein reines Herrenmodell in kleiner Größe ist deshalb an der Ferse zu weit und im Ballenbereich zu breit. In der Praxis wird im Markt beides angeboten: echte Damenleisten und kleine Größen von Unisexmodellen. Achten Sie deshalb auf die Modellbezeichnung, und gleichen Sie die Passform notfalls mit Einlegesohle, Schnürtechnik und Arbeitsstrumpf aus.

Warum ist die Passform bei Sicherheitsschuhen wichtiger als bei normalen Schuhen?

Weil die Zehenschutzkappe eine feste Geometrie hat und über den Zehen sitzen muss und nicht auf ihnen. Rutscht der Fuß in einem zu weiten Schuh nach vorn, stoßen die Zehen bei jedem Schritt gegen die Kappe, und bei einem Schlag von oben befinden sie sich nicht an der Stelle, für die die Kappe konstruiert wurde. Dazu kommt der Alltagseffekt: Blasen an der Ferse und Druckstellen am Ballen sind der häufigste Grund dafür, dass Schutzschuhe im Betrieb nicht konsequent getragen werden. Eine gute Passform ist bei Schutzausrüstung deshalb keine Komfortfrage, sondern eine Frage der Wirksamkeit.

Der Schuh ist an der Ferse zu weit, was kann ich tun?

Drei Mittel helfen, und alle drei sind günstig. Erstens eine dickere Einlegesohle: sie verringert das Innenvolumen und nimmt dem Schuh genau die Luft, die den Fuß rutschen lässt. Zweitens die Schnürtechnik: der Fersenhalt entsteht in den obersten beiden Ösenpaaren, weshalb man dort fest und weiter unten lockerer schnürt, um die Ferse zu halten, ohne den Vorfuß einzuengen. Drittens der Strumpf: ein gepolsterter Arbeitsstrumpf füllt Volumen und nimmt Reibung auf, während ein zu dünner Strumpf den Fuß wandern lässt. Bleibt der Fuß trotzdem unruhig, ist der Schuh schlicht eine Nummer zu groß.

Welche Größe soll ich wählen?

Anprobiert wird am Nachmittag, weil der Fuß im Tagesverlauf an Volumen zunimmt, immer mit dem Strumpf, der später getragen wird, und mit etwa einem Daumenbreit Luft vor den Zehen im Stehen. Ein zu kleiner Schuh drückt die Zehen unter die Kappe, ein zu großer lässt den Fuß nach vorn rutschen. Wer zwischen zwei Größen liegt, wählt in der Regel die größere und gleicht das Volumen mit einer dickeren Einlegesohle aus, denn Volumen lässt sich verringern, Länge nicht. Beachten Sie außerdem, dass sich Größenangaben zwischen Modellreihen unterscheiden können, weil sie vom Leisten abhängen.

Welche Schutzklasse brauche ich?

Das hängt vom Arbeitsplatz ab und nicht von der Person. Für trockene Innenbereiche wie Halle, Montage, Lager und Labor ist S1 oder S1P richtig, wobei das P für die durchtrittsichere Einlage steht, die immer dann nötig ist, wenn etwas Spitzes am Boden liegen kann. Für Arbeiten im Freien und auf dem Bau, wo Nässe und Durchtrittgefahr zusammentreffen, ist S3 der Standard, und für dauerhafte Nässe kommt der Gummistiefel S5 infrage. Maßgeblich ist immer die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs, die für jeden Arbeitsplatz festlegt, welche Ausführung getragen werden muss.

Was ist der Unterschied zwischen Sicherheitsschuh und Berufsschuh?

Der Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat immer eine Zehenschutzkappe für 200 Joule und wird mit S gekennzeichnet, also SB, S1, S1P, S2, S3 oder S5. Der Berufsschuh nach EN ISO 20347 hat keine Zehenkappe und wird mit O gekennzeichnet, also O1 oder O2. Beide können äußerlich sehr ähnlich aussehen, sind aber für verschiedene Gefährdungen bestimmt: der Berufsschuh ist leichter und ausreichend, wo nichts Schweres fallen oder anstoßen kann, etwa in Service, Pflege und Verkauf. Für gewerbliche Arbeitsplätze mit Fallgefahr ist er dagegen nicht zulässig, weshalb der Blick auf den Buchstaben vor dem Kauf lohnt.

Sind Sicherheitssandalen eine gute Wahl für den Sommer?

In warmen Innenbereichen ja, denn sie haben dieselbe geprüfte Zehenkappe wie geschlossene Modelle und verbessern das Fußklima erheblich, was die Trageakzeptanz erhöht. Ihre Grenze ist allerdings klar: das offene Fußbett schützt nicht gegen Späne, Funken, heiße Partikel und Flüssigkeiten und auch nicht gegen Kleinteile, die neben den Zehenbereich fallen. Deshalb entscheidet die Gefährdungsbeurteilung des jeweiligen Bereichs, ob sie getragen werden dürfen, und in vielen Betrieben sind sie nur für bestimmte Zonen wie Lager, Kommissionierung und Innendienst freigegeben.

Wie pflege ich Arbeitsschuhe, damit sie länger halten?

Die wichtigste Regel kostet nichts: nasse Schuhe niemals auf der Heizung, vor dem Heizlüfter oder in der Sonne trocknen, weil die schnelle Trocknung das Leder härtet, rissig macht und die Klebeverbindung zwischen Schaft und Sohle löst. Richtig ist, die Einlegesohle herauszunehmen, den Schuh weit zu öffnen und bei Raumtemperatur trocknen zu lassen. Glattleder wird gereinigt und gefettet oder gewachst, Nubuk und Wildleder werden ausgebürstet und imprägniert, aber nicht gefettet, weil Fett die Faserstruktur verklebt. Wer täglich in Nässe arbeitet, fährt mit zwei Paar im Wechsel deutlich günstiger.

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