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Nicht jeder Arbeitsplatz verlangt einen Sicherheitsschuh, und wo keine Fallgefahr besteht, ist ein Berufsschuh die bessere Wahl: er ist leichter, flexibler, günstiger und trägt sich über den Tag angenehmer, weil ihm die starre Zehenkappe fehlt. Diese Kategorie führt Arbeitsschuhe aus Leder ohne Zehenschutzkappe, geprüft nach EN ISO 20347 und gekennzeichnet mit O1 oder O2, teilweise mit wasserdichtem Obermaterial und mit kraftstoffbeständiger, rutschhemmender Laufsohle. Der Unterschied zum Sicherheitsschuh ist dabei kein Qualitätsunterschied, sondern eine Zuordnung zu einer anderen Gefährdung, und deshalb steht am Anfang dieser Seite die wichtigste Information: prüfen Sie vor dem Kauf, ob an Ihrem Arbeitsplatz eine Zehenschutzkappe vorgeschrieben ist. Ist sie es, gehört an den Fuß ein Modell aus der Kategorie Sicherheitsschuhe, und kein Schuh aus dieser Kategorie, so robust er auch wirkt.
Berufsschuh oder Sicherheitsschuh: der Unterschied in einem Buchstaben
Beide Schuharten werden nach eigenen Normen geprüft, sehen einander oft zum Verwechseln ähnlich und unterscheiden sich in genau einem Bauteil. Der Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat immer eine Zehenschutzkappe, die einen Schlag von 200 Joule und einen Druck von 15 Kilonewton aushält, und wird mit dem Buchstaben S gekennzeichnet, also SB, S1, S1P, S2, S3, S4 oder S5. Der Berufsschuh nach EN ISO 20347 hat keine Zehenkappe und wird mit dem Buchstaben O gekennzeichnet, also O1 oder O2. Alles andere kann identisch sein: geschlossener Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich, kraftstoffbeständige Sohle, Rutschhemmung, bei O2 zusätzlich wasserabweisendes oder wasserdichtes Obermaterial. Zwei Zusatzkurzzeichen begegnen einem dabei häufig: FO steht für die Beständigkeit der Laufsohle gegen Kraftstoffe und Öle, SR für die geprüfte Rutschhemmung. Für die Praxis heißt das: Der erste Blick beim Einkauf gilt dem Buchstaben und nicht dem Aussehen. Steht dort ein O, ist es kein Sicherheitsschuh, unabhängig davon, wie stabil der Schuh gebaut ist oder wie er im Handel bezeichnet wird.
Wo Berufsschuhe die richtige Wahl sind
Die Frage lässt sich anhand einer einzigen Überlegung beantworten: kann an diesem Arbeitsplatz etwas Schweres auf den Fuß fallen oder gegen den Fuß stoßen? Ist die Antwort nein, ist der Berufsschuh die sinnvollere Ausrüstung, weil er leichter ist, sich natürlicher abrollt und den Fuß über acht bis zehn Stunden weniger belastet. Typische Bereiche sind Service und Kundendienst, Fahrdienst und Auslieferung, Verkauf und Handel, Innendienst mit gelegentlicher Hallenbegehung, Reinigung, Pflege, Gastronomie und Küche sowie Werkstattverwaltung und Lagerbüro. Überall dort zählen andere Eigenschaften mehr als eine Kappe, nämlich Rutschhemmung, weil Ausrutschen die häufigste Unfallursache überhaupt ist, Ölbeständigkeit der Sohle, weil glatte Böden mit Öl oder Fett zu den gefährlichsten Untergründen gehören, und Wasserdichtigkeit, weil nasse Füße über eine Schicht mehr Beschwerden verursachen als jede andere Kleinigkeit. Sobald jedoch Material, Bauteile, Werkzeuge oder Ladung gehandhabt werden, kippt die Abwägung eindeutig: dort verlangt die Gefährdungsbeurteilung eine Zehenkappe, und ein Berufsschuh ist dann nicht zulässig, auch wenn er im Alltag bequemer wäre.
Leder als Obermaterial und was O2 dabei bedeutet
Leder ist bei dieser Schuhart das gebräuchlichste Obermaterial, und das aus praktischen Gründen: es ist mechanisch belastbar, formstabil, lässt sich abwischen und reinigen, was in Küche, Service und Fahrdienst wichtiger ist als in vielen gewerblichen Bereichen, und es lässt sich in Verbindung mit einer Membran wasserdicht ausführen. Genau darauf zielt das Kurzzeichen O2 ab: O1 bezeichnet die Grundausführung, O2 ergänzt sie um wasserabweisendes oder wasserdichtes Obermaterial. Das ist der wesentliche Unterschied zwischen einem Schuh, der einen Regenweg vom Fahrzeug zur Tür übersteht, und einem, der nach zehn Minuten durchfeuchtet ist. Wichtig ist dabei zu wissen, dass auch die beste Ausführung nur so gut ist wie ihre Pflege: Glattleder wird gereinigt und gefettet oder gewachst, Nubuk und Wildleder werden ausgebürstet und imprägniert, aber niemals gefettet, weil Fett die Faserstruktur verklebt. Und wie bei jedem Arbeitsschuh gilt die Regel, die mehr bewirkt als jedes Pflegemittel: nicht auf der Heizung trocknen, sondern Einlegesohle herausnehmen und bei Raumtemperatur trocknen lassen. Passende Einlegesohlen und Schnürsenkel finden Sie im Zubehör.
Wenn eine Zehenkappe doch nötig ist
Wer nach dem Lesen dieser Seite zu dem Schluss kommt, dass an seinem Arbeitsplatz doch eine Zehenkappe verlangt wird, findet die passenden Ausführungen in den übrigen Kategorien dieser Abteilung, und die Auswahl folgt zwei Fragen. Kann im Boden etwas Spitzes liegen, also ein Nagel, eine Schraube, ein Splitter? Dann brauchen Sie eine durchtrittsichere Einlage, erkennbar am P, und damit mindestens die Klasse S1P. Wird der Boden nass, oder arbeiten Sie im Freien? Dann kommt wasserdichtes Obermaterial hinzu, und die richtige Klasse ist S3. Für dauerhaftes Stehen in Wasser oder Schlamm ist der Lederschuh grundsätzlich der falsche Ansatz, dort gehört ein Gummistiefel der Klasse S5 hin. Und wenn es vor allem um Gewicht und lange Gehwege geht, lohnt ein Blick auf die leichten Arbeitsschuhe, die dieselben Schutzklassen erfüllen, ihr Gewicht aber über nichtmetallische Kappe, textile Durchtrittsicherung und geschäumte Sohlen reduzieren.
Häufig gestellte Fragen zu Leder-Arbeitsschuhen
Haben diese Schuhe eine Zehenschutzkappe?
Nein. Es handelt sich um Berufsschuhe nach EN ISO 20347, gekennzeichnet mit O1 oder O2, und diese Norm sieht keine Zehenschutzkappe vor. Sicherheitsschuhe mit Kappe werden dagegen nach EN ISO 20345 geprüft und mit S gekennzeichnet, also SB, S1, S1P, S2, S3 oder S5. Beide Schuharten können äußerlich sehr ähnlich aussehen, weshalb im Zweifel immer die Kennzeichnung im Schuh gilt und nicht das Erscheinungsbild. Für Arbeitsplätze, an denen etwas auf den Fuß fallen oder gegen ihn stoßen kann, ist ein Berufsschuh nicht zulässig.
Was bedeutet O1 und O2?
O1 ist die Grundausführung des Berufsschuhs nach EN ISO 20347 mit geschlossenem Fersenbereich, antistatischen Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich und kraftstoffbeständiger Laufsohle. O2 ergänzt diese Ausstattung um wasserabweisendes oder wasserdichtes Obermaterial und ist damit die richtige Wahl, wenn regelmäßig Nässe auftritt, etwa im Fahrdienst, in der Auslieferung, in der Reinigung oder in der Küche. Häufig kommen Zusatzkurzzeichen hinzu, etwa FO für die Beständigkeit der Sohle gegen Kraftstoffe und Öle oder SR für eine zusätzlich geprüfte Rutschhemmung.
Für welche Berufe eignen sich Schuhe ohne Zehenkappe?
Für alle Tätigkeiten ohne Fallgefahr am Fuß, also für Service und Kundendienst, Fahrdienst und Auslieferung, Verkauf und Handel, Reinigung, Pflege, Gastronomie und Küche sowie für Innendienst und Verwaltung mit gelegentlicher Hallenbegehung. Dort zählen andere Eigenschaften mehr als eine Kappe, insbesondere die Rutschhemmung, denn Ausrutschen ist die häufigste Unfallursache überhaupt, sowie die Ölbeständigkeit der Sohle. Sobald jedoch Material, Bauteile, Werkzeuge oder Ladung gehandhabt werden, verlangt die Gefährdungsbeurteilung eine Zehenkappe, und dann ist ein Sicherheitsschuh Pflicht.
Sind Berufsschuhe schlechter als Sicherheitsschuhe?
Nein, sie sind für eine andere Gefährdung gemacht. Ein Berufsschuh kann dieselbe Sohlenqualität, dieselbe Rutschhemmung, dasselbe Obermaterial und dieselbe Verarbeitung haben wie ein Sicherheitsschuh und ist dabei leichter und flexibler, weil ihm die starre Kappe fehlt. Genau das ist an Arbeitsplätzen ohne Fallgefahr ein Vorteil, denn ein leichterer Schuh ermüdet weniger und wird bereitwilliger den ganzen Tag getragen. Die Entscheidung fällt deshalb nicht über besser oder schlechter, sondern über die Frage, welche Gefährdung an Ihrem Arbeitsplatz tatsächlich besteht.
Was bedeuten FO und SR auf dem Etikett?
FO steht für die Beständigkeit der Laufsohle gegen Kraftstoffe und Öle, was überall dort zählt, wo Öl, Fett oder Kraftstoff auf den Boden gelangen kann, also in Werkstatt, Fahrdienst, Küche und Produktion. SR steht für eine geprüfte Rutschhemmung. Ältere Ware trägt hier noch die Kurzzeichen SRA, SRB oder SRC, die in der Normfassung von 2011 die Prüfung auf verschiedenen Prüfböden bezeichneten und mit der Überarbeitung von 2022 entfallen sind. Beide Kennzeichnungen sind derzeit im Handel anzutreffen, ein Schuh mit SRC ist deshalb nicht schlechter, sondern nach der vorherigen Fassung geprüft.
Wie pflege ich Lederarbeitsschuhe richtig?
Glattleder wird gereinigt und anschließend gefettet oder gewachst, damit es geschmeidig bleibt und Wasser abweist. Nubuk und Wildleder werden trocken ausgebürstet und imprägniert, aber niemals gefettet, weil Fett die Faserstruktur verklebt, die Oberfläche fleckig macht und die Atmungsaktivität zerstört. Die wichtigste Regel betrifft jedoch das Trocknen und kostet nichts: niemals auf der Heizung, vor dem Heizlüfter oder in der prallen Sonne, weil die schnelle Trocknung das Leder härtet, rissig macht und die Klebeverbindung zwischen Schaft und Sohle löst. Richtig ist, die Einlegesohle herauszunehmen und bei Raumtemperatur trocknen zu lassen.
Woran erkenne ich, ob mein Arbeitsplatz eine Zehenkappe verlangt?
Verbindlich ist die Gefährdungsbeurteilung des Betriebs, die für jeden Arbeitsbereich festlegt, welche persönliche Schutzausrüstung zu tragen ist. Als Orientierung dient eine einfache Frage: kann an diesem Platz etwas Schweres auf den Fuß fallen oder gegen ihn stoßen? Wird Material bewegt, werden Bauteile, Werkzeuge, Paletten oder Ladung gehandhabt, lautet die Antwort in aller Regel ja. Fahren Flurförderzeuge im Bereich, ebenfalls. Im Zweifel klären Sie das vor der Bestellung mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit ab, denn ein nicht freigegebener Schuh bleibt im Spind liegen und ist damit doppelt verloren.
Sicherheitslederschuhe Basic BETA 7243NFT/47
