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Am Motor gibt es Arbeiten, bei denen ein Fehler nicht zu einer Nacharbeit führt, sondern zu einem Schaden am Motor selbst. Wer den Steuertrieb ohne Fixierung öffnet, verliert die Zuordnung zwischen Kurbelwelle und Nockenwelle, und im schlechtesten Fall treffen beim ersten Durchdrehen Ventile auf Kolben. Wer eine Kupplungsscheibe nicht zentriert, bekommt die Schaltung nicht an den Motor. In diesem Bereich finden Sie das Werkzeug für diese Arbeiten: Absteckwerkzeug für Steuerzeiten, Kupplungszentrierer, Werkzeug für Einspritz- und Kraftstoffleitungen sowie für Turbolader und Abgasanlage, ab 5,56 Euro.
Warum Motorwerkzeug fahrzeugspezifisch ist
Bei einem Zahnriemen- oder Steuerkettenwechsel müssen Kurbelwelle und Nockenwellen in einer exakt definierten Stellung zueinander fixiert werden, bevor der Antrieb geöffnet wird. Diese Fixierung erfolgt über Absteckdorne, die in Bohrungen im Motorblock oder Zylinderkopf greifen, und über Gegenhalter, die Wellen und Räder blockieren. Position, Durchmesser und Form dieser Elemente sind von Motor zu Motor unterschiedlich, weil sie zur Konstruktion gehören.
Ein universelles Werkzeug kann es deshalb nicht geben, und improvisierte Lösungen sind bei dieser Arbeit besonders riskant: Ein Schraubendreher, der als Gegenhalter dient, kann abrutschen, und ein Dorn mit falschem Durchmesser fixiert nicht, sondern gibt unter Last nach. Beides führt zum selben Ergebnis, nämlich zu verstellten Steuerzeiten. Kaufen Sie in diesem Bereich deshalb nach Fahrzeugmarke, Motorbaureihe und Motorcode, nicht nach Werkzeugtyp, und prüfen Sie die Zuordnung vor der Bestellung anhand der Herstellerangaben.
Steuerzeiten: was schiefgehen kann
Die Reihenfolge ist bei dieser Arbeit alles. Der Motor wird auf die vorgegebene Stellung gedreht, meist auf den oberen Totpunkt des ersten Zylinders, dann werden Kurbelwelle und Nockenwellen fixiert, und erst danach wird der Riemen oder die Kette gelöst. Wer zuerst löst und dann fixiert, hat die Referenz verloren.
Zwei Fehler kommen dabei besonders häufig vor. Der erste: Der Motor wird nach dem Lösen gedreht. Ohne Riemen laufen Nockenwellen unter Ventilfederkraft in eine Ruhelage, und bei Motoren, bei denen sich Ventile und Kolben überschneiden, entsteht dabei Kontakt. Der zweite: Die Riemenspannung wird nach Gefühl eingestellt. Ein zu lockerer Riemen kann überspringen, ein zu straffer belastet die Spannrolle und die Wasserpumpe und reißt vorzeitig. Viele Motoren haben dafür einen Spanner mit Markierung, und die gehört auf die Marke gestellt, nicht geschätzt. Passende Drehmomentwerkzeuge für die Verschraubung finden Sie unter Drehmomentwerkzeuge.
Kupplung zentrieren
Bei einer Kupplungsscheibe muss die Nabenverzahnung exakt auf der Achse der Getriebeeingangswelle sitzen, sonst lässt sich das Getriebe nicht anflanschen: Die Welle findet die Verzahnung nicht. Von Hand zentrieren funktioniert selten, weil man die Scheibe nach dem Anziehen der Druckplatte nicht mehr verschieben kann und weil die Ausrichtung nach Augenmaß nicht genügt.
Ein Kupplungszentrierer ist ein Dorn, der gleichzeitig in das Führungslager im Schwungrad und in die Nabenverzahnung greift und die Scheibe damit auf der Achse hält, während die Druckplatte angezogen wird. Weil Naben- und Lagerdurchmesser variieren, sind Ausführungen mit mehreren Einsätzen die praktischere Wahl. Der Zeitgewinn ist erheblich: Ohne Zentrierer besteht die Arbeit oft darin, das Getriebe mehrfach anzusetzen, und das bedeutet bei einem Getriebe mit zweistelligem Gewicht am Hebezeug jedes Mal ein Umbauen.
Kraftstoff- und Einspritzleitungen
Moderne Kraftstoffleitungen sind über Schnellkupplungen verbunden, die durch Rastnasen halten. Sie sind konstruktiv darauf ausgelegt, mit einem Spezialwerkzeug gelöst zu werden, das die Rastnasen gleichmäßig nach außen drückt. Wer mit einem Schraubendreher arbeitet, drückt einseitig, und die Nase bricht: Danach hält die Kupplung nicht mehr, und das an einer Leitung, die unter Druck steht und Kraftstoff führt.
Bei Einspritzleitungen und Hochdruckkomponenten gilt zusätzlich, dass Sauberkeit kein Komfortthema ist. In einem Common-Rail-System liegen Fertigungstoleranzen im Mikrometerbereich, und ein einzelnes Schmutzpartikel im Rail kann einen Injektor beschädigen. Offene Anschlüsse gehören deshalb sofort verschlossen, und Werkzeuge und Hände sauber. Werkzeug für Bauteile des Kraftstoff- und Klimasystems finden Sie in diesem Bereich, weitere Diagnosegeräte unter Messwerkzeuge.
AdBlue: warum ein Rückschlagventil im Trichter zählt
Diese Kleinigkeit verhindert einen Schaden, der regelmäßig unterschätzt wird. AdBlue ist eine Harnstofflösung, und sie hat zwei unangenehme Eigenschaften: Sie kristallisiert beim Verdunsten zu weißen, harten Ablagerungen, und sie ist gegenüber vielen Metallen und Beschichtungen korrosiv. Was daneben läuft, bleibt also nicht einfach als Fleck zurück, sondern greift Blech, Lack und Steckverbindungen an.
Ein Trichter mit Rückschlagventil verhindert genau das: Beim Abnehmen läuft der Rest nicht zurück und nicht über den Rand. Abgewinkelte Ausführungen erreichen dabei Einfüllstutzen, die schlecht zugänglich sitzen, was bei AdBlue-Tanks häufig der Fall ist. Und wenn doch etwas daneben geht, gilt eine einfache Regel: sofort mit Wasser abspülen, weil AdBlue wasserlöslich ist, solange es nicht auskristallisiert ist. Weiteres Werkzeug für die Fahrzeugwartung finden Sie unter Ölfilterschlüssel und Ölservice und KFZ-Werkzeuge.
Häufig gestellte Fragen zu Motorwerkzeug
Warum gibt es kein universelles Werkzeug für Steuerzeiten?
Weil Kurbelwelle und Nockenwellen über Absteckdorne fixiert werden, die in Bohrungen im Motorblock oder Zylinderkopf greifen, und weil Position, Durchmesser und Form dieser Elemente zur Konstruktion des jeweiligen Motors gehören. Ein Dorn mit falschem Durchmesser fixiert nicht, sondern gibt unter Last nach.
Was ist ein Absteckwerkzeug?
Der Fachbegriff für Werkzeug, das Wellen und Räder im Steuertrieb in einer definierten Stellung blockiert, bevor der Riemen oder die Kette gelöst wird. Es besteht aus Absteckdornen, die in Bohrungen greifen, und aus Gegenhaltern, die Räder gegen Verdrehen sichern.
In welcher Reihenfolge arbeite ich am Steuertrieb?
Motor auf die vorgegebene Stellung drehen, meist oberer Totpunkt des ersten Zylinders, dann Kurbelwelle und Nockenwellen fixieren, und erst danach Riemen oder Kette lösen. Wer zuerst löst und dann fixiert, hat die Referenz zwischen den Wellen verloren.
Was passiert, wenn ich den Motor bei offenem Steuertrieb drehe?
Ohne Riemen laufen die Nockenwellen unter Ventilfederkraft in eine Ruhelage, und bei Motoren, bei denen sich Ventile und Kolben im Hub überschneiden, entsteht dabei Kontakt. Das Ergebnis sind verbogene Ventile, also ein Schaden am Zylinderkopf statt einer Wartung.
Kann ich die Riemenspannung nach Gefühl einstellen?
Nein. Ein zu lockerer Riemen kann überspringen, ein zu straffer belastet Spannrolle und Wasserpumpe und reißt vorzeitig. Viele Motoren haben einen Spanner mit Markierung, und die gehört exakt auf die Marke gestellt statt geschätzt.
Wozu brauche ich einen Kupplungszentrierer?
Weil die Nabenverzahnung der Kupplungsscheibe exakt auf der Achse der Getriebeeingangswelle sitzen muss, sonst findet die Welle die Verzahnung nicht und das Getriebe lässt sich nicht anflanschen. Der Zentrierer greift gleichzeitig in das Führungslager im Schwungrad und in die Nabe und hält die Scheibe, während die Druckplatte angezogen wird.
Warum brauchen Kraftstoff-Schnellkupplungen ein Spezialwerkzeug?
Weil sie über Rastnasen halten, die gleichmäßig nach außen gedrückt werden müssen. Ein Schraubendreher drückt einseitig, und die Nase bricht. Danach hält die Kupplung nicht mehr, und das an einer Leitung, die unter Druck steht und Kraftstoff führt.
Warum ist Sauberkeit bei Common-Rail-Systemen so wichtig?
Weil die Fertigungstoleranzen im Mikrometerbereich liegen und ein einzelnes Schmutzpartikel im Rail einen Injektor beschädigen kann. Offene Anschlüsse gehören deshalb sofort verschlossen, und Werkzeuge wie Hände müssen sauber sein.
Warum ist AdBlue problematisch, wenn es daneben läuft?
Weil die Harnstofflösung beim Verdunsten zu harten weißen Ablagerungen kristallisiert und gegenüber vielen Metallen und Beschichtungen korrosiv ist. Was daneben läuft, greift also Blech, Lack und Steckverbindungen an. Ein Trichter mit Rückschlagventil verhindert, dass beim Abnehmen der Rest zurückläuft.
Was tue ich, wenn AdBlue verschüttet wurde?
Sofort mit Wasser abspülen, denn AdBlue ist wasserlöslich, solange es nicht auskristallisiert ist. Nach dem Auskristallisieren lassen sich die Ablagerungen nur noch mechanisch entfernen, und bis dahin hat die Lösung Zeit gehabt, Oberflächen anzugreifen.
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